SEA Auslese Juni 2020

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Willkommen zur Juni-Ausgabe der SEA Auslese und damit im dritten Quartal des Jahres. Bevor wir uns alle fleißig an die Planung der Weihnachtskampagnen begeben, könnt ihr euch hier erstmal über die wichtigsten Neuerungen bei Google und Microsoft Ads informieren.

Google Ads

Neue Formatoptionen für Responsive Display Ads

Unter dem recht unscheinbaren Punkt “Weitere Formatoptionen” bei der Erstellung bzw. Bearbeitung von Responsive Display Ads haben sich einige spannende Neuerungen eingeschlichen.

Neue Formatoptionen für RDA Anzeigen auf Google Ads

Quelle: Google Ads Interface (Screenshot)

Asset-Optimierung

Gute Neuigkeiten für alle, die mit der bisherigen Ansicht der Responsive Display Ads unzufrieden waren: Mit dieser Funktion kann Google die hinterlegten Assets optimieren, um eine bessere Leistung der Anzeigen zu erzielen und so noch besser aussehende Anzeigen zu erstellen. Die Änderungen umfassen:

  • Intelligentes Zuschneiden von Bildern
  • Design-zentrierte Text- und Logo-Überlagerungen auf relevanten Bildbereichen zur Schaffung eines professionellen Erscheinungsbildes
  • Beschreibungen können gelegentlich weggelassen werden
  • Logos mit übermäßig weißem Hintergrund können zugeschnitten werden, um das Logo selbst zu vergrößern

Automatisch erzeugte Videos

Die zahlreichen Vorteile von Bewegtbild-Content sind heutzutage kein Geheimnis mehr, doch trotz dieses Wissens fehlt es häufig am passenden Material dafür. Responsive Display Ads können nun hinterlegte Bilder, Überschriften und Beschreibungen automatisch zu Videos kombinieren. Das erhöht zudem die Reichweite der Anzeigen, da diese nun an mehr Stellen im Web und in Apps geschaltet werden können. Bislang nur als Beta verfügbar, ist die Funktion nun scheinbar für alle Konten freigeschaltet.

Native Formate

Bislang war es bei der Verwendung von Responsive Display Ads unumgänglich auch native Formate zu nutzen. Doch nun kann die Ausspielung von nativen Anzeigen einfach ausgeschlossen werden, indem der automatisch gesetzte Haken entfernt wird. Doch Vorsicht: Dies führt voraussichtlich zu einer Verringerung der Reichweite, da die Anzeigen auf bestimmten Werbeplätzen nicht mehr ausgespielt werden können.

Neue Features für App-Kampagnen

Google verpasst den App-Kampagnen ein Upgrade: Eine neue Beta erlaubt es Advertisern, ihren App-Anzeigen Produktfeeds hinzuzufügen. Erste Testergebnisse zeigen einen Anstieg der App-Installationen aus der Google-Suche um durchschnittlich 6% sowie der In-App-Aktionen aus dem Display-Netzwerk um 17%. Davon sollen allerdings nicht nur Einzelhändler profitieren. Auch andere Geschäftsdatenfeeds wie z.B. aus dem Bereich Travel können künftig verknüpft werden.

Außerdem wird App-Deep-Linking bald auch für YouTube, Hotel, Gmail und Discovery Anzeigen freigeschaltet. Bislang ist es nur für Such-, Shopping- und Display-Kampagnen verfügbar. Deep-Linking führt Nutzer, welche die App bereits installiert haben, direkt auf die entsprechende Seite in der App.

Darüber hinaus können Werbetreibende nun durch Segmentierung der Kampagnenberichte nach Anzeigenzielen Leistungsdaten für App-Deep-Links und App-Store-Klicks auswerten.

Shoppable YouTube Ads

Googles YouTube-Offensive geht weiter: TrueView-for-Action-Kampagnen können zukünftig um Shopping-Anzeigen erweitert werden. Dazu ist lediglich die Verknüpfung mit dem Google Merchant Center erforderlich und schon können unterhalb der Videoanzeige ausgewählte Produkte angezeigt werden.

Außerdem wurde ein neuer Videokampagnentyp angekündigt: Mit Video Action Campaigns werden Videoanzeigen im gesamten YouTube-Homefeed, auf den Wiedergabeseiten und im Inventar von Google-Videopartnern ausgespielt. Auch neue Inventarquellen werden später automatisch hinzugefügt.

Organische Shopping Anzeigen im Knowledge Graph

Nachdem Google im April mit der Nachricht überraschte, auf dem Shopping-Reiter hauptsächlich kostenlose Listings zu platzieren, sollen diese nun auch in die Hauptsuchergebnisse integriert werden. Produktlistungen im Knowledge Graph auf der Hauptseite werden künftig alle organisch sein. Bislang bestehen diese aus bezahlten Anzeigen.

Produktattribute wie Preis, Verfügbarkeit, Bewertungen und Marke können als Rich Snippet angezeigt werden.

Noch sind die kostenfreien Shopping-Listungen nur in den USA verfügbar. Bis Ende des Jahres sollen sie aber weltweit ausgerollt werden.

Conversion-Veränderungen verstehen mit „Erläuterungen“

Bereits im Dezember letzten Jahres berichteten wir in unserer Auslese über eine neue Beta-Funktion für Leistungsänderungen bei Impressionen, Klicks und Kosten.
Im Juni hat Google Ads eine Erweiterung angekündigt, welche nun auch Conversions mit einbezieht. Dadurch wird es möglich, Ursachen signifikanter Veränderungen schneller zu finden, ohne sich lange durch Berichte, Tools und Daten zu wühlen.
Die Funktion wird leider weiterhin nur für Suchkampagnen mit manuellem oder auto-optimiertem CPC verfügbar sein.

Eingeschränkte Targeting-Möglichkeiten für Anzeigen im Bereich Wohnen, Arbeit & Kredite

Stellen-, Wohnungs- und Kreditinserenten dürfen ihre Anzeigen nicht mehr auf Grundlage demografischer Merkmale (Geschlecht, Alter, Eltern- und Familienstand oder Postleitzahl) schalten oder ausschließen. Dies ergänzt die bestehende Politik, die es verbietet, Ziele auf der Grundlage von Religion, ethnischer Herkunft, sexueller Orientierung, nationaler Herkunft oder Behinderung zu verfolgen. Das Update wird noch in diesem Jahr in den USA und Kanada eingeführt.

Microsoft Advertising

Neue bildbasierte Produktsuche auf Bing Shopping

Im Shopping-Bereich von Bing tut sich einiges – zukünftig soll es möglich sein, über die Shopping-Ergebnisse zur Bildersuche zu wechseln, um optisch ähnliche Produkte angezeigt zu bekommen und direkt kaufen zu können.

Die Neuerung beschränkt sich vorerst auf die Bereiche Bekleidung und Schuhe, soll aber für andere Bereiche wie beispielsweise Dekoration folgen. In Deutschland ist die Neuerung (noch) nicht verfügbar. Darüber hinaus plant Microsoft die Möglichkeit, in der Suche eigene Fotos hochzuladen, um darauf abgebildete Produkte zu finden.

Weitere Kurz-News & Leseempfehlungen

Google verabschiedet sich von Whitelist- & Blacklist-Begriffen

Auch die politischen Unruhen vom Juni gehen an Google nicht spurlos vorbei. So will sich der Konzern von den Begriffen „Whitelist“ und „Blacklist“ verabschieden und diese durch die neutraleren Bezeichnungen „Allowlist“ und „Blocklist“ ersetzen. Entwickler und das Team rund um den Google Chrome Browser sollen die Begriffe vermeiden und alle Referenzen im bestehenden Code mit der Zeit austauschen. Ob die Umbenennung Google-weit ausgerollt wird, ist noch unklar. Es setzt aber definitiv ein Zeichen.

Neue Ansicht der Anzeigenerweiterungen im Interface

Im Google Ads Interface haben die Anzeigenerweiterungen einen neuen Anstrich bekommen. Die einzelnen Erweiterungstypen sind nun als Blöcke zusammengefasst. Neben ausgewählten KPIs kann nun auch auf einem Blick nachvollzogen werden, welche Erweiterungen am leistungsstärksten sind.

Screenshot der neuen Ansicht der Anzeigenerweiterungen im Google Ads Interface

Quelle: Google Ads Interface (Screenshot)

Google löscht Standortverlauf automatisch nach 18 Monaten

Google kündigt eine neue 18-monatige Standardrichtlinie zum automatischen Löschen des Standortverlaufs an. Bei aktiviertem Standortverlauf werden Benutzerstandortdaten nach 18 Monaten automatisch entfernt. Benutzer können ihre Standortdaten auch manuell löschen oder die automatische Löschung so einstellen, dass sie alle drei Monate erfolgt.

Aktuell muss die automatische Löschung vom Benutzer noch aktiv eingestellt werden.

Dies ist Teil eines umfassenderen Maßnahmenpakets von Google, um den Nutzern nach mehreren Skandalen im Zusammenhang mit Standortdaten im vergangenen Jahr mehr Kontrolle über ihre (Standort-)Daten zu geben.

Policy Updates

Google hat eine neue Richtlinie angekündigt, nach der Google Ads Konten während der Untersuchungsphase vorübergehend gesperrt werden können, sollte „potenziell schädliches Verhalten“ der Werbetreibenden festgestellt werden.

Gleiches gilt für Accounts, die den Identitäts-Verifizierungsprozess nicht beenden. Dieser wird nun außerdem auch in Kanada, Indien, Russland und der Ukraine ausgerollt.

Auch sogenannte Clickbait Ads sollen künftig gesperrt werden.

Google testet Karussell-Ads in der Desktopsuche

Bereits im letzten Jahr testete Google Textanzeigen im Karussell-Format auf mobilen Endgeräten. Nun wurden auch Anzeigen in den Suchergebnissen unter der Rubrik “Andere suchten auch nach” via Desktop gesichtet.

Anzeigen auf lokalen Unternehmensprofilen

Google testet nach 2017 und 2019 erneut Anzeigen auf lokalen Unternehmensprofilen. Laut Google sind die Anzeigen diesmal kein Teil der Lokalen Kampagnen, sondern ein anderes Format. Derzeit ist der Test nur für eine sehr kleine Gruppe von Werbetreibenden freigegeben.

Die Anzeigen können vom Geschäftsinhaber nicht entfernt oder beeinflusst werden. In den aktuellen Tests scheinen die Anzeigen allerdings mit den Unternehmen selbst verbunden zu sein. Zum Beispiel wird der Nutzer über eine Groupon-Anzeige zu einer Seite geleitet, auf der ein Angebot für dieses Unternehmen zu sehen ist.

Rebecca Seidel ist Senior Specialist SEA im Performance-Team von Projecter. Ihr Fokus liegt dabei insbesondere auf den Bereichen Video Advertising, Feedmanagement und Amazon PPC.

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