SEA Auslese März 2020

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Wie in vielen anderen Bereichen der Online Marketing Welt gab es auch im Suchmaschinenmarketing aufgrund der COVID-19 Verbreitung Einschränkungen. Neben der blockierten Anzeigenschaltung zu Atemschutzmasken oder dem Performance-Einbruch in vielen Branchen gab es jedoch auch Neuerungen beim Design der Attributionsreports und bei den Portfolio-Gebotsstrategien. Weitere Insights aus Google Ads, Microsoft Advertising und Amazon haben wir für euch in der aktuellen SEA Auslese zusammengefasst.

Google Ads

Verzögerter Google Support

Der Google Support für Google Ads und Google My Business wird bis auf Weiteres nur noch verzögert oder nicht verfügbar sein. Durch die aktuelle Situation arbeitet Google nur mit begrenzten Teams und angepassten Arbeitszeiten, was vor allem den Telefon- und Chat-Support betrifft, sodass dieser nur eingeschränkt oder gar nicht zur Verfügung steht. Durch das Kontaktformular soll der Support aber nach wie vor normal erreichbar sein.

In diesem Zusammenhang kann auch die Freigabe neuer Anzeigen in Nicht-Textformaten (wie Video- und Display Ads) derzeit länger als üblich dauern.

Informationsfenster auf Google Ads

Bildquelle: Google Ads

Erste Auswertungen zu Corona

Der Corona Virus könnte sich auch auf den Ad Spend auswirken. Laut Experten werden sich ggf. zum Beispiel die Werbeausgaben in den Bereichen Mobile Gaming & Streaming erhöhen, da die Konsumenten mehr Zeit zuhause verbringen und dadurch der Bedarf an Entertainment steigt.

Zu Beginn des Monats prognostizierte WARC, dass die Medienausgaben in diesem Jahr steigen werden, wobei sich diese höchstwahrscheinlich in die zweite Jahreshälfte verschieben werden. Um verlorene Geschäfte wieder auszugleichen, wäre es dann durchaus möglich, dass die Medienpreise durch den verstärkten Wettbewerb nach oben schnellen.

Eine erste Analyse der Auswirkungen der Coronakrise liefern die Kollegen von Onlinemarketing und OMR: sinkende Conversions (außer in den Bereichen Food, Healthcare, Media und Pharma), steigende CPCs und Kosten pro Conversion sowie ein steigender Wettbewerb.

Eine allgemeingültige Aussage zu treffen, wie Werbetreibende in der aktuellen Situation verfahren sollen, ist natürlich nicht möglich, da viele Variablen (Zielgruppe, Budget etc.) berücksichtigt werden müssen.

Diagramm zur Conversion Entwicklung während Covid-19

Bildquelle: onlinemarketing.de

Blockierte Ads im Zusammenhang mit COVID-19

Google hat verschiedene Maßnahmen ergriffen, um in Zeiten von Corona aktiv gegen Fehlinformationen und Verschwörungstheorien vorzugehen. Unter anderem werden von Google in diesem Zusammenhang Anzeigen blockiert. Darunter fallen auch Ads für Atemschutzmasken und andere medizinische Ausrüstung. Es soll damit unterbunden werden, dass Unternehmen Profit aus der Krise schlagen.

Google verschenkt Anzeigenbudget

Mit einem Budget von über 800 Mio. Dollar will Google kleine und mittlere Unternehmen, Gesundheitsorganisationen, Regierungen sowie Mitarbeiter des Gesundheitswesens unterstützen. Davon sollen allein 340 Mio. Dollar als Google Ads Guthaben für KMUs zur Verfügung stehen, deren Konten seit dem letzten Jahr aktiv sind. Weitere Voraussetzungen liegen uns aktuell nicht vor, weshalb eine Einschätzung, welche Unternehmen mit dieser Förderung unterstützt werden, nicht möglich ist. Die Benachrichtigung wird bei genehmigten Unternehmen im Google Ads Konto erscheinen und das Guthaben kann dann bis Ende 2020 über die verschiedenen Google Werbeplattformen genutzt werden.

Neues Design der Attribution-Reports

Der Bereich Attribution wurde im Google Ads Interface überarbeitet. Zunächst einmal die offensichtliche Titeländerung: aus „Attribution für das Suchnetzwerk“ wurde schlicht „Attribution“. Durch das Entfernen von “Suchnetzwerk” aus dem Titel wird gleichzeitig die zunehmende Bedeutung der Optionen außerhalb des Suchnetzwerks impliziert.

Auch insgesamt wurden die Optik und Berichte verschlankt und übersichtlicher gestaltet. Dies hat aber auch zur Folge, dass einige Übersichten rausgestrichen wurden oder sich jetzt an anderer Stelle befinden. Die Option, zu den alten Berichten zurückzukehren, ist nicht mehr möglich.

Attribution Reports auf Google Ads

Bildquelle: support.google.com

Shopping Ads in Gmail

Standard Google Shopping Kampagnen können nun auch, wie für Anfang März angekündigt, auf Gmail ausgespielt werden. Die Placements YouTube, Gmail und Discover sollten nicht automatisch angewählt sein, sodass in den Einstellung aktiv ein Häkchen gesetzt werden müsste.

Auswahl von Werbenetzwerken in Google Ads

Bildquelle: Google Ads

Bericht zum Kundenwert

Beim “Kundenwert” wird anhand von anonymisierten, aggregierten Kundendaten die Kundenaktivität der letzten 12 Monate ausgewertet, um abzuschätzen, welche gemeinsamen Eigenschaften Kunden mit einem hohen Umsatzpotenzial haben. Man kann sich unter anderem demografische Merkmale wie Alter, Geschlecht oder Zielgruppen mit gemeinsamen Interessen, Geräten und Standorten aufschlüsseln lassen.

Der Kundenwert steht aktuell nur Konten zur Verfügung, deren Kampagnen mindestens 15 Monate lang laufen, da Google Verlaufsdaten benötigt, um das Kaufverhalten von Kunden zu erfassen. Für die Datenanalyse ist ebenfalls ein höheres Conversion-Volumen erforderlich.

Bericht zum Kundenwert in Google Ads

Bildquelle: Google Ads

Beta: Conversion Value Rules

Mit den Conversion Value Rules sollen Werte für Conversion-Events angepasst werden können. Bisher können diese lediglich auf Basis von Geräten und Standorten festgelegt werden. Eine Ausweitung der Anpassung auf Grundlage von Zielgruppen soll ebenfalls erfolgen. Durch die Regeln bekommt der Werbetreibende bessere Einblicke und somit die Möglichkeit, nach hochwertigen Conversions zu optimieren.

Screenshot der Conversion Value Rules in Google Ads

Bildquelle: searchengineland.com

Ausbau der Portfolio-Gebotsstrategien

Bis dato konnten nur die Portfoliostrategien „Ziel-ROAS“, „Ziel-CPA“, „Klicks maximieren“ und „Angestrebter Anteil an möglichen Impressionen“ gebündelt auf mehrere Kampagnen angewandt werden. Nun sind auch „Conversions maximieren“ und „Conversion-Wert maximieren“ als neue Portfoliostrategien hinzugekommen, die sich zudem auch mit gemeinsamen Budgets kombinieren lassen.

Portfolio-Gebotsstrategien bei Google Ads

Bildquelle: Google Ads

Vereinfachter Prozess bei abgelehnten Anzeigen

Google Ads macht es ab sofort leichter, Einspruch gegen abgelehnte oder eingeschränkt freigegebene Anzeigen wegen vermeintlicher Richtlinienverstöße einzulegen. Der gesamte Prozess ist jetzt direkt in die Google Ads-Oberfläche integriert, sodass der Umweg über den Support entfällt. Einfach über den Status einer abgelehnte Anzeige fahren und auf den Link “Einspruch einlegen” klicken.

Hinweis: Aufgrund der COVID-19 Situation kann die Bearbeitung von Berufungen länger als üblich dauern.

Bearbeitung abgelehnter Anzeigen in Google Ads

Bildquelle: Google Ads

Microsoft Advertising

Neuer Microsoft Ads Newsletter

Microsoft hat einen neuen Newsletter gestartet. Der Newsletter „Microsoft Advertising Insider “ erscheint alle zwei Wochen und soll uns über die neuesten Produktnachrichten von Microsoft Ads, Branchentrends und Insights auf dem Laufenden halten. Toller Nebeneffekt: Für jede Anmeldung werden 10 Bäume gepflanzt!

Erweitertes Redesign

In den letzten Monaten hatten einige ausgewählte Nutzer bereits das Vergnügen, eine erste Vorschau auf das neu gestaltete Microsoft Ads zu bekommen. Nun wurde bekannt gegeben, dass das neue Design auf noch mehr Funktionen und Navigationspunkte ausgeweitet wurde. Die Vorschau des Redesigns beinhaltet jetzt auch Suchbegriffe, Änderungsverläufe, Berichte und Dimensionen.

Amazon Advertising

Corona Auswirkungen am amerikanischen Markt

Amazon hat scheinbar seine Google Ads Maßnahmen rapide heruntergefahren und fokussiert sich insgesamt, wie auch in anderen europäischen Ländern, auf die Lieferung von notwendigen Produkten für den täglichen Bedarf. Wir dürfen gespannt sein, ob Amazon auch am deutschen Markt die Search-Sichtbarkeit reduziert. Hier lohnt es sich, einen Blick in die Auction Insights bei den Kunden zu werfen.

Sponsored Brands Ads

Amazon hat die mobile Darstellung der Sponsored Brands Ads angepasst. Sie sind nun höher als vorher, was die CTR um ca. 13% erhöhen soll. Wir empfehlen einen Blick darauf zu werfen, ob das hinterlegte Logo den Richtlinien entspricht. Falls nicht, werden die Anzeigen weiterhin im alten, kleineren Format ausgeliefert.

Weitere Kurz-News & Leseempfehlungen

Auf einer Hilfeseite des Google Supports findet man Best Practices zum Thema “Wie navigiere ich meine Kampagnen durch die Krisenzeit”.

Im Google Ads Interface gibt es jetzt die Möglichkeit, die Daten aktualisieren zu lassen, ohne die Website neu laden zu müssen.

Google Ads Interface

Bildquelle: Google Ads

Die Deadline für die Umstellung auf das Parallele Tracking bei Videokampagnen wurde aufgrund der aktuellen Situation verlängert. Die neue Frist ist nun der 15.06.2020. Paralleles Tracking ist für Such-, Shopping- und Display-Kampagnen für alle Konten bereits aktiviert und nur für Videokampagnen bisher noch optional.

Auch YouTube drosselt die Bildqualität und verzichtet auf HD-Streaming. Videos sollen demnach weltweit nur noch in der Standardauflösung ausgeliefert werden.

Google hat angekündigt, CTAs in YouTube auch für die Formate der Bumper- und nicht-überspringbaren Anzeigen einzuführen.

Der Empfehlungs-Tab ist nun auch in der Google Ads App angekommen. Keine große Überraschung, so wie Google den „Opti-Score“ gerade pusht. Insgesamt ist die App mittlerweile wesentlich übersichtlicher und benutzerfreundlicher geworden. Und der Dark Mode ist nun auch verfügbar.

Google arbeitet weiter fleißig an den App Kampagnen. Folgende Updates erwarten uns in den nächsten Wochen: ein erweitertes Asset Reporting, Anzeigenvorschauen und Open Testing Ads, um z.B. mehr Beta Nutzer anzulocken. Außerdem wird es ein gaming-spezifisches Reporting in Google Analytics geben, womit das In-App-Verhalten und User Funnel-Metriken speziell für Gaming-Apps (z.B. Engagement und Monetarisierung) analysiert werden können.

Google Ads hat die Anzahl der Konten, mit denen im Berichtseditor gearbeitet werden kann von 10 auf 200 erhöht. Besonders spannend für Agenturen und große Unternehmen, die so einen besseren Überblick über die Kunden im MCC behalten und kontoübergreifende Analysen durchführen können.

Google verbietet ab dem 26. Mai 2020 Anzeigen für den Erwerb von Dokumenten, die auch direkt über die Regierung beantragt werden können. Das gilt zum Beispiel für neue Personalausweise oder den Führerschein. Es soll dadurch vermieden werden, dass Drittanbieter Kosten für den Nutzer aufschlagen, wenn der Service auch kostenfrei über die Regierung verfügbar wäre. Anbieter wie Reisebüros, Anwälte und Berater sollen weiterhin problemlos Anzeigen für diese Themen schalten können, da sie den Nutzer beim Erwerb der Dokumente unterstützen.

Die Kollegen von Adseed haben das Tool ExclusionSites.com getestet. Hiermit können nicht performante oder unerwünschte Placements identifiziert werden, z.B. mobile Apps, Placements zum Thema Waffen, Dating usw. Auch eigene Listen können hinzugefügt werden und mit den von ExclusionSites angebotenen Placements kombiniert werden. Das Tool scheint kostenfrei zu sein, man muss sich lediglich ein Konto anlegen. Einziger Haken: Es gibt (noch?) keine deutschsprachigen Placements.

Der Keyword Research Guide von SEMRush bietet einen guten Überblick, was man bei einer Keyword Recherche alles beachten muss. Nicht nur für SEOs einen Blick wert!

Wie man Call-to-Action im Marketing richtig einsetzt, verrät dieser Artikel. Neben Tipps, wie man CTA-Elemente auf der Website gestalten kann, gibt es auch Beispiele für Formulierungen, die man, je nach Kontext, in den Anzeigen verwenden kann.

Über ein Skript kann man sich die Auswertung der Performance von RSAs vs. ETAs auf Basis der Suchbegriffe erstellen lassen. Das Skript kann zwar nicht viel Neues, vereinfacht aber das eigene Anlegen von Excel Sheets zur Auswertung und spart somit sicher einiges an Zeit.

Eine kleine Übersicht der 5 häufigsten Fehler im E-Commerce Retargeting und To Do’s, wie man diese umgehen kann, kann in diesem Artikel nachgelesen werden.

Eine Erläuterung, warum die Verwendung von Conversions, die aus Google Analytics in Google Ads importiert wurden, nicht sinnvoll ist, gibt uns ein Artikel aus dem Search Engine Journal.

In dieser Zusammenfassung findet man eine kleine Übersicht, welche Fehler man beim Aufsetzen und Optimieren von Display Kampagnen vermeiden sollte.

In dieser Übersicht zu Google Ads CVR Benchmark Daten gibt es interessante Einblicke in die Conversion Rates von Search und Display Kampagnen, aufgeteilt nach 20 Branchen. Grundlage bilden dabei Daten aus den USA.

Search Engine Land hat sich mit dem Import von Google Ads Kampagnen in Microsoft Ads beschäftigt und einen Guide inklusive Checklisten verfasst. Darin geht es um den Import in den Live-Account (also nicht via Editor) und welche Punkte man vor und nach dem Import unbedingt prüfen sollte.

Google hat in einem Blogartikel eine Reihe von Aktivitäten gegen Langeweile aufgelistet. Wie wäre es also mit einer faszinierenden Streetview-Tour oder einer schönen Erinnerungs-Diashow, wenn das nächste Mal Netflix überlastet ist?!

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Madeline ist seit Januar 2020 bei Projecter tätig und unterstützt das Team als SEA Specialist im Bereich Suchmaschinenmarketing.

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