TrueView-Videokampagnen in Google AdWords Teil 2: Targeting

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Im ersten Teil der Serie “TrueView-Videokampagnen in Google AdWords” haben wir uns mit der Vorbereitung der Kampagnenerstellung sowie mit möglichen Anzeigeformaten beschäftigt. Im zweiten Teil soll es nun um Targetingmöglichkeiten gehen.

Targeting

Um eine erfolgreiche Aussteuerung der Anzeigen zu gewährleisten, ist es wichtig, passende Targetings zu hinterlegen. Besonders bei Videokampagnen kann bei falschem Targeting in kurzer Zeit sehr viel Geld ausgegeben werden. So wird zwar eine hohe Reichweite erzielt, allerdings nicht die richtige Zielgruppe erreicht.

Die Targetingmöglichkeiten bei TrueView-Videoanzeigen überschneiden sich mit jenen aus dem Google Displaynetzwerk. Allerdings funktionieren sie bei YouTube teilweise etwas anders. So ist beispielsweise als Ausrichtungseinstellung nur die Option “Ausrichtung und Gebote” zulässig. Das heißt: Die Hinzunahme jeder weiteren Targetingkategorie grenzt die Reichweite weiter ein. Es ist nicht möglich, lediglich Gebotsanpassungen vorzunehmen, wie es in Such- und Displaykampagnen der Fall ist.

Für eine sinnvolle Kampagnenausrichtung ist es daher empfehlenswert, unterschiedliche Anzeigengruppen für die jeweiligen Ausrichtungsmethoden anzulegen. Dies erleichtert die Optimierung und Steuerung der Kampagnen. Natürlich können in einer Anzeigengruppe auch verschiedene Targetings kombiniert werden. Dabei sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, dass die Reichweite der Kampagne nicht zu stark eingeschränkt wird.

Demografische Daten

Analog zum Displaynetzwerk können auch bei Videokampagnen Anzeigen nach Alter, Geschlecht und Elternstatus ausgesteuert werden. Bei Videoanzeigen besteht darüber hinaus die Möglichkeit, auch das Haushaltseinkommen in die Kampagnensteuerung mit einzubeziehen.

Interessen

Auch im Videonetzwerk begegnen uns die bekannten Zielgruppen aus dem Displaynetzwerk. Diese untergliedern sich in folgende Kategorien:

  • Zielgruppen mit gemeinsamen Interessen:

Diese Ausrichtung eignet sich vor allem für die Generierung von Reichweite, um bei den Nutzern beispielsweise die Markenbekanntheit und auch die Kaufbereitschaft zu steigern.

  • Kaufbereite Zielgruppe:

Diese Zielgruppen sind im Kaufprozess bereits weiter vorangeschritten und erzielen daher in der Regel höhere Conversion-Raten.

  • Benutzerdefinierte Zielgruppen mit gemeinsamen Interessen

Remarketing

Auch bestehende Remarketing-Listen können in Videokampagnen integriert werden. Folgende Listen sind verfügbar:

  • Video-Remarketing-Listen
  • Ähnlich wie Video-Remarketing-Listen
  • AdWords-Remarketing-Listen
  • Ähnlich wie Remarketing-Listen

Übrigens können seit Mai 2017 YouTube Remarketing-Listen nun auch für Suchkampagnen verwendet werden. Die Anzeigen  können damit also auch auf YouTube-Kanalabonnenten oder Nutzer, welche die Videos angesehen oder geliked haben, ausgerichtet werden.

Remarketing-Listen

Placements

Das Targeting von speziellen Placements ist insbesondere in Hinblick auf die jüngsten Probleme Googles bezüglich extremistischer Umfelder bei YouTube Ads ebenfalls sinnvoll.

Folgende Placement-Targetings sind möglich:

  • Youtube-Kanäle
  • Youtube-Videos
  • Websites (Displaynetzwerk)
  • Apps (Displaynetzwerk)

Passende Placements können zum einen mittels eigener Recherche identifiziert werden, hilfreich ist zum anderen aber auch die Suche mit Googles Planer für Display-Kampagnen.

Es ist weiterhin empfehlenswert, auszuschließende Placements hinzuzufügen. Auch wenn keine Placements manuell hinterlegt werden, so sollte die Aussteuerung der Anzeigen regelmäßig geprüft und unpassende Placements ausgeschlossen werden.

Kontextuelles Targeting: Themen und Keywords

Google bietet zahlreiche Themenkategorien zur Auswahl. Anzeigen können beispielsweise auf Oberkategorien wie “Computer und Elektronik”, “Haus und Garten” oder “Shopping” ausgerichtet werden. Innerhalb dieser großen Themenkomplexe können wiederum noch speziellere Bereiche ausgewählt werden.

Kontextuelles Targeting: Themen

Ebenfalls ist es möglich, in Videokampagnen Keywords zu hinterlegen, mit deren Hilfe die Anzeigen passend ausgerichtet werden. Diese funktionieren hier jedoch etwas anders als bei Suchkampagnen. Unter Umständen kann beispielsweise der aktuelle Browserverlauf herangezogen werden, was einem kontextuellen Targeting der vorherigen Suche entspricht.

Fazit:

Die Targetingmöglichkeiten bei TrueView-Videokampagnen sind mindestens ebenso zahlreich wie bei Displaykampagnen. Für eine erfolgreiche Anzeigenschaltung ist es unbedingt empfehlenswert, passende Targeting-Optionen zu verwenden, da sich die Videokampagnen sonst schnell zu einer Geldverbrennungsmaschine entwickeln. Allerdings sollte auch darauf geachtet werden, dass die mögliche Reichweite der Anzeigen groß genug bleibt, da mit jeder verwendeten Targetingmöglichkeit die Zielgruppe immer kleiner wird.

Ebenso sollte zusätzlich mit auszuschließenden Targetings gearbeitet werden, um beispielsweise die Ausspielung auf unpassenden Placements, Themen oder Zielgruppen zu verhindern.

Demnächst wird noch ein dritter Teil der Reihe erscheinen. In diesem wird es um Optimierungsmöglichkeiten und wichtige KPIs von TrueView-Videokampagnen gehen.

Rebecca Seidel ist seit November 2016 bei Projecter als Trainee im Bereich Online Marketing tätig. Ihr Fokus liegt dabei auf den Bereichen Suchmaschinenmarketing und Media Buying. Nach ihrem Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Universität zog es sie für etwas mehr wirtschaftswissenschaftlichen Input an die HTWK Leipzig.

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