Digitales Deutschland – Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2018

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Wie war das nochmal mit dem Neuland? Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2018 zeigt einmal mehr, wie sich der Alltag der Deutschen ins Netz verlagert. Zum ersten Mal sind neun von zehn Bundesbürgern online – ein Rekordwert. Wie die Republik das Web im Detail nutzt, erfahrt ihr im Folgenden.

Kurzfassung

  • Das Web ist fester Bestandteil des Alltags, vor allem die mobile Nutzung ist vom Trend zum Mainstream avanciert.
  • Neben Messengern hat medialer Konsum Konjunktur. Vor allem Musikstreaming wird zunehmend Normalität. Ein knappes Drittel der Deutschen schaut regelmäßig nonlinear auf Netflix, Amazon Prime & Co.
  • Die Early Adopter (14 bis 29 Jahre) nutzen Sprachassistenten massiv. In dieser Zielgruppe lassen die sozialen Netzwerke Instagram und Snapchat den Marktführer Facebook weit hinter sich.

Neun von zehn Deutschen sind online

Diese Zahl wird die Überschriften dominieren: 90,3 % der Deutschen nutzen das Internet zumindest selten. Hochgerechnet entspricht das 63,3 Millionen Menschen – 900.000 mehr als in der Vorjahresstudie. Bei den 14- bis 59- Jährigen beträgt die Online-Durchdringung annähernd 100 %. Nur die Generation 60+ ist hier die Ausnahme: Bei den 60- bis 69-Jährigen ging die Internetnutzung sogar um 5 Punkte auf 82 % zurück.

Auffällig ist die starke Zunahme der täglichen Internetnutzer: Aktuell sind 77 % der Deutschen täglich im Netz – ein Plus von 3,8 Millionen Menschen (Vgl. 2017). Die durchschnittliche Nutzungsdauer pro Tag klettert dabei um 47 Minuten auf 3 Stunden und 16 Minuten.

Wie lässt sich dieser steile Anstieg erklären? Ein Zusammenhang mit der mobilen Nutzung liegt nahe. 71 % der Deutschen nutzen das Internet unterwegs, das sind 15,3 % mehr als im Vorjahr. Hier haben die Forscher auch die Fragestellung angepasst: Erstmalig wurden explizit Kommunikation über Messenger wie WhatsApp und gezielte Informationssuche abgefragt.

Die Bundesbürger sind also massiv mobil – Eine bezeichnende Entwicklung vor dem Hintergrund, dass erst 11 Jahre vergangen sind, seit Steve Jobs mit seinem „One More Thing“ das erste iPhone präsentierte. Heute ist das Smartphone bei den 14- bis 29-Jährigen zum festen Bestandteil des Alltags geworden. Mit 5:53 Stunden täglich führen sie die Onlinestatistik an und werden in der Studie als Generation „Head Down“ bezeichnet.

Onlinestudie von ARD und ZDF zur Onlinenutzung

Wie verbringen wir Zeit im Netz? Die wichtigsten Befunde der ARD/ZDF-Onlinestudie zeigt die obige Infografik. (Quelle: ard-werbung.de)

 

Videonutzung wächst vor allem bei Early Adoptern und Frauen

Wie verbringen wir unsere Zeit im Web? Vor allem Chatdienste wie WhatsApp sowie der Konsum von Video- und Textcontent sichern sich den Löwenanteil. Letzteres ist im Vorjahresvergleich um 37 % gewachsen. Besonders die junge Zielgruppe schaut zeitversetzt: Im Bevölkerungsschnitt nutzen 31 % der Deutschen nonlineare Videoplattformen wie Amazon Prime oder Netflix mindestens einmal pro Woche. Der größte Zuwachs liegt bei der weiblichen Zielgruppe (+10 %-Punkte) und bei den Unter-30-Jährigen (+22 %-Punkte).

Musikhören im Netz ist fester Bestandteil des Medienalltags

Musikstreaming hat Hochkonjunktur und Dienste wie Spotify, Apple Music oder Amazon Music sahnen besonders ab. Im Durchschnitt nutzen 38 % der Deutschen den ein oder anderen Streamingdienst (2017: 27 %), die 14- bis 29-Jährigen legen nochmal um 15 % zu und sind aktuell bei 79 %. Dieses Jahr fragte die Studie auch zum ersten Mal, wie viel Musik die Deutschen über YouTube hören. Die Plattform schlägt die übrigen Streamingdienste um Längen und liegt bei 48 %. Gerade Googles Suchalgorithmus und das positive Markenimage würden die User begeistern. Das hat YouTube auch erkannt und bietet mit „YouTube Music“ ein Abomodell für Musikliebhaber an.

Als nächstes sprechen die Forscher vom „Audible Turn“. Radiokonsum verlagert sich zunehmend ins Netz und findet dort eine große Zielgruppe. So hören 98 % der Jugendlichen zumindest selten Onlineradios. Der Markt ist mit fast 900 Livestreaming-Anbietern ausgesprochen vielfältig.

Obwohl die Studie sich für die Attraktivität von Podcastangeboten ausspricht, ist die Gesamtnutzung im Vorjahresvergleich um 2 %-Punkte auf 11 % im Bevölkerungsschnitt zurückgegangen. Bei den Early Adoptern fiel sie sogar um 5 %-Punkte auf 22 %. Der Hype um Podcasts geht trotz allem weiter. Auch Google steigt mit eigener App und einem Förderprogramm in den Podcastmarkt ein.

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold? Im Netz könnte man dieses Sprichwort auch umdrehen, denn Sprachassistenten kommen im Mainstream an. 33 % der Deutschen haben sie bereits genutzt, unter den 14- bis 29-Jährigen ist der Wert mit 61 % fast doppelt so hoch. Zum ersten Mal haben auch smarte Lautsprecher wie Amazon Echo eine Rolle in der Studie gespielt. Mehr als jeder 20. Deutsche (6 %) hatte mit ihnen Kontakt. Auffällig ist, dass Amazons Alexa zwar im Durchschnitt bekannter ist, aber Siri von Apple häufiger genutzt wird. Persönlich denke ich, dass Apple von seiner starken Position im Smartphone-Segment profitiert – schließlich ist Siri auf jedem iPhone vorinstalliert.

Goodbye Facebook – Hallo Instagram und Snapchat

Die Onlinecommunity Facebook hat weiterhin die meisten User, doch die andauernden Skandale fordern ihren Tribut. So verliert sie im Vorjahresvergleich 2 %-Punkte (2018: 31 %, mindestens einmal pro Woche genutzt) und liegt bei den Early Adoptern weit hinter Instagram. 62 % der unter-30-Jährigen nutzen den Fotodienst mindestens einmal wöchentlich – ein Plus von 14 %-Punkten -, Snapchat ist mit 55 % ein starker Verfolger.

Max ist seit Januar 2018 im Projecter-Team. Im Bereich Content & Creative betreut er die Onlinepräsenzen mehrerer Fachmessen, unter anderem der EXPO REAL, Europas größter Fachmesse für Immobilien & Investment. Er wirkt regelmäßig an Consulting-Projekten mit, sein Steckenpferd ist die Persona-Erstellung.

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