Der LinkedIn-Marketer-Leitfaden – Teil II

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Linkedin ist auf dem Weg der neue Social-Media-Superhero und gleichzeitig das beste Netzwerk für Unternehmen zu werden. Womit sich Unternehmen auf LinkedIn am besten präsentieren, erfährst du im zweiten Teil unseres LinkedIn-Marketer-Leitfadens.

auf dem Bild zu sehen ist ein kleiner Junge mit Superheldenmaske, der hinter sich ein Cape ausbreitet.

Bildquelle: T K Hammonds / Unsplash.de

Im ersten Teil unseres LinkedIn-Marketer-Leitfadens habe ich dir das generelle Potenzial für Unternehmen gezeigt. Im zweiten Teil beschäftigen wir uns nun etwas eingehender mit dem Netzwerk und betrachten LinkedIn-Gruppen, Publishing über Pulse, Fokusseiten und das Handling des Netzwerkes. Dem Thema Advertising widmen wir uns im dritten und vierten Teil der Serie.

Bloggen auf LinkedIn

Mit LinkedIn Pulse bietet das Netzwerk die Möglichkeit, eine Art Blog auf LinkedIn zu führen. Alllerdings steht diese Option zurzeit nur Personenprofilen auf LinkedIn zur Verfügung. Menschen wie du und ich haben über Pulse die Chance Meinungsartikel, Empfehlungen, Analysen oder auch einfach nur Geschichten auf LinkedIn zu veröffentlichen. Erfahrungswerte zeigen, dass über Pulse veröffentlichte Artikel auch gern mal durch die Decke gehen können. Enorme Reichweiten und verrückte Interaktionsraten sind die Folge. Besonders spannend wird dieses Format, wenn es um Personal Branding geht.

Wenn Unternehmen Meinungsartikel und co. direkt auf LinkedIn veröffentlichen wollen, steht ihnen nur die gewöhnliche Publishing-Funktion über ihre Unternehmensseite zur Verfügung. Klar, kannst du dort auch längere Texte als gewöhnlichen Post veröffentlichen, aber meine Erfahrungswerte zeigen, das das nicht gut angenommen wird. Nichtsdestotrotz kann dein Unternehmen von Pulse profitieren.

Pulse ist ein sehr spannendes Tool um eigenen Content reichweitenstark zu teilen und mit den Zielgruppen in Kontakt zu kommen. Es spricht nichts dagegen, einen sogenannten „Brand Ambassador“ im Unternehmen festzulegen, der über sein eigenes Profil Pulse nutzt und dabei klar im Namen des Unternehmens auftritt.

Linkedin Mobile Ansicht eines Pulse-Beitrages

Mobile Ansicht eines Pulse-Beitrages

Geschlossene Kommunikation über Gruppen

Neben einer eigenen Unternehmensseite, kannst du als Unternehmen auch kostenfrei eigene Gruppen betreiben. Diese Gruppen können sogar ganz offiziell gebrandet sein. Die Kommunikation mit den Zielgruppen ist innerhalb dieser Gruppen noch etwas direkter als das von der Unternehmensseite aus möglich ist. Vor dem Hintergrund, dass sich Interaktionen zuletzt immer stärker in private bzw. abgeschirmte, nicht öffentliche Räume zurückziehen, solltest du Gruppen auf LinkedIn nicht unterschätzen, wenn es um den Austausch mit deinen Zielgruppen und um relevante Inhalte für deinen eigenen Content geht.

Linkedin Publishing-Funktion innerhalb einer Gruppe

Publishing-Funktion innerhalb einer Gruppe

Fokusseiten zum Hervorheben von Produkten oder Geschäftsbereichen

Als Unternehmen kannst du außerdem sogenannte Fokusseiten erstellen. Mit ihnen gibt dir LinkedIn die Chance eigene Seiten für deine Produkte oder Unternehmensbereiche anzulegen. Auf ihnen kannst du dann ganz produktspezifisch kommunizieren. Das macht immer dann Sinn, wenn sich deine Zielgruppen nach deinen Produkten oder Unternehmensbereichen unterscheiden. Die Fokusseiten sind immer an deine Unternehmensseite angedockt. Du kannst bis zu zehn Fokusseiten mit einer Unternehmensseite verknüpfen. Deine Zielgruppen können einer Fokusseite genauso folgen, wie sie deiner Unternehmensseite folgen können. Und du kannst über deine Fokusseiten genauso Updates veröffentlichen wie über deine Unternehmensseite.

Verbindung mit anderen Unternehmen

Sogenannte „verbundene Unternehmensseiten“ sind andere Unternehmensseiten auf LinkedIn, die mit dem eigenen Unternehmen verknüpft sind. Das können etwa Partner, Zulieferer oder Tochterunternehmen sein. Unternehmen können darüber deren Unternehmensnetzwerk darstellen.

Verbundene Unternehmen der Bayer Unternehmensseite auf LinkedIn

Verbundene Unternehmen der Bayer Unternehmensseite auf LinkedIn

Erstellen von Landingpages

Mit dem LinkedIn Pipeline Builder erhältst du die Möglichkeit, kleine Landingpages innerhalb des Netzwerkes zu erstellen. Auf diesen Landingpages kannst du z.B. ein Angebot darstellen. User können deine Landingpages dann über eine Anzeige oder über ein gesponsertes Unternehmens-Update erreichen. Natürlich ist die Landingpage vorrangig für Job-Offerten gedacht, lässt sich aber ohne Probleme auch für andere Inhalte zweckentfremden. Über einen „I am interested“-Button auf der Landingpage kommt der User direkt in Kontakt mit einem Verantwortlichen im Unternehmen. Landingpages innerhalb von LinkedIn vergrößern deinen Spielraum deine Produkte und Dienstleistungen zu präsentieren. Üblicherweise machst du das auf deiner Website. Jedoch solltest du bedenken, dass Menschen auf LinkedIn i.d.R. unterwegs sind, um Updates ihres Netzwerkes zu konsumieren oder sich zu informieren oder zu lernen. Nicht jeder ist bereit, dies durch einen Besuch auf einer externen Website zu unterbrechen.

Handling

Das Community Management einer Unternehmensseite, also die Ansicht von Likes, Shares und Comments sowie die Möglichkeit auf Kommentare zu reagieren, findet im Bereich „Aktivitäten“ statt.

Hier erhältst du als Seiten-Administrator einen guten Überblick über alle Interaktionen und Erwähnungen und kannst von hieraus mit deinen Zielgruppen interagieren.

LI 2, Handling

Im Bereich „Analysen“ findest du das Reporting der Performance deiner Unternehmensseite und ihrer Beiträge. Hier kannst du neben Impressionen, Klickraten und Interaktionen auf deine Posts auch Statistiken zu den Besuchern deiner Unternehmensseite und Statistiken über deine Abonnenten finden. Außerdem kannst du auswerten, in welchen Tätigkeitsbereichen, Branchen, Ländern, Regionen, Karrierestufen und Unternehmensgrößen deine Abonnenten arbeiten. Deine Abonnenten gut zu kennen und zu beobachten, welcher deiner Inhalte bei deinen Zielgruppen ankommt und welcher nicht, gibt dir die Chance Inhalte zu produzieren, die die Bedürfnisse deiner Zielgruppen befriedigt und ihre Probleme löst. Außerdem helfen dir diese Informationen dein Targeting noch besser zu machen.

LI 2, Handling2

Auswertung der Performance eigener Inhalte auf Linkedin

Auswertung der Performance eigener Inhalte

Außerdem schlägt dir LinkedIn in diesem Bereich ähnliche Unternehmen vor, die du im Blick haben solltest. Von anderen zu lernen bzw. sich inspirieren zu lassen hat noch nie geschadet.

LI 2, Handling3

Im Bereich „Administrator-Tools“ kannst du Menschen, dir mit dir die Unternehmensseite betreuen fünf verschiedene Rollen mit unterschiedlichen Rechten zuweisen: vom Pipeline Builder-Administrator über den Sponsored Content-Veröffentlicher bis zum Designierten Administrator. Um eine Rolle innerhalb der Unternehmensseite einnehmen zu können, muss der designierte Rolleninhaber über sein privates Profil mit einem der aktuellen Administratoren verbunden sein.

Die Möglichkeit, Beiträge vorzuplanen, erleichtert einem Community Manager regelmäßig das Leben. Einige Plattformen, darunter Facebook, erlauben das Vorplanen direkt auf der Plattform. LinkedIn bietet diese Funktion bisher leider noch nicht. Hierfür seien Tools wie Hootsuite empfohlen.

LinkedIn vs. XING

Bleibt noch die spannende Frage nach der Sinnhaftigkeit einer LinkedIn-Präsenz in der DACH-Region, wenn es doch XING gibt. Ehrlich gesagt wirkte XING schon immer etwas aufgeräumter und benutzerfreundlicher als LinkedIn. Das ist heute nicht mehr so. XING scheint sich weiterhin eher als Recruiting-Plattform zu betrachten, denn als Content-Plattform. Während LinkedIn ein sehr starkes Augenmerk auf die Optimierung in Richtung Content-Plattform gelegt hat, hat XING sich auf den Bereich Recruiting und Events konzentriert und ist zugegebenermaßen in beiden Bereichen spitze.

Wenn ich meinen XING-Newsfeed betrachte, geht es dort doch eher um Benachrichtigungen wie „Kontakt A hat einen neuen Kontakt“, „Kontakt B hat seine Berufserfahrung aktualisiert“ oder „Kontakt C findet den Beitrag D interessant“. Als News-Hub taugt XING im Vergleich zu LinkedIn eher weniger.

Vielleicht liegt es auch an XINGs gängelnder Art, die Mitglieder durch allerhand Einschränkungen zu zahlenden Kunden machen zu wollen. Nicht zuletzt der stark eingeschränkte Funktionsumfang für Basis-Mitglieder lässt die Plattform auch für Content-Publisher immer unattraktiver werden.

Zusammenfassend stelle ich fest, dass sich LinkedIn in der DACH-Region gegen XING bislang behaupten konnte und mit Blick auf die Nutzerzahlen drauf und dran ist, XING zu überholen.

Werde aktiv!

Laut einer Statista-Umfrage aus dem Jahr 2017 ist LinkedIn auf Platz zwei hinter Facebook, wenn es um die wichtigsten Social Media Plattformen für das Marketing weltweit geht. Das Netzwerk wächst aktuell um zwei neue Nutzer pro Sekunde. Das ist keine verwunderliche Tatsache, wenn man einmal ganz objektiv betrachtet, was derzeit auf LinkedIn los ist. Die Plattform wird hinsichtlich Usability, Funktionsumfang und Content immer attraktiver. Es ist höchste Zeit, LinkedIn ganz aktiv in die Unternehmenskommunikation einzubeziehen. Sei es in Form einer eigenen Unternehmensseite oder einer Gruppe. Geh rein, sei aktiv und interagiere mit deinen Zielgruppen. Es wird nicht mehr lange dauern bis LinkedIn im Business-Umfeld Facebook ernsthaft die Stirn bietet.

Es sei dir auch der dritte und vierte Teil dieses Leitfadens ans Herz gelegt. Beide Teile beschäftigen sich mit LinkedIn als Social Advertising Plattform. Du erfährst, wie du Reichweite für deinen Content aufbaust, deine Produkte verkaufst und Leads generierst.

André ist seit Mitte 2015 Account Manager bei Projecter und zuständig für die Bereiche Social Media Marketing, Suchmaschinenoptimierung und Content Marketing. André hat Marketingkommunikation studiert und treibt als Dozent an verschiedenen Hochschulen die Ausbildung im Social Media und Content Marketing voran.

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