Recap – Social Media Week Hamburg 2016

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Die Social Media Week Hamburg machte ihrem Namen alle Ehre. Hamburg ist für sein wechselhaftes Wetter bekannt. Abwechslungsreich, spannend und erfrischend waren auch die Vorträge und Panels, die uns auf dieser gelungenen Konferenz geboten wurden. Wir fassen unsere Learnings vom Besuch der Veranstaltung zusammen und ziehen ein Fazit zu unseren Eindrücken.

How To: Online Hass bekämpfen

In sympathischer Art und Weise informierte uns Franzi von Kempis (Chefredakteurin von MESH Collective) darüber, wie sie und ihre Kollegen Hass im Netz identifizieren und damit adäquat umgehen. Die folgenden Praxistipps helfen Social Media-Spezialisten, kritische Themen zu bewältigen:

  • Zuallererst gilt es, Ruhe zu bewahren und am besten sachlich zu bleiben 🙂

How to Online Hass bekämpfen

  • In Ruhe sollten Informationen, Fakten und Quellen überprüft werden. Dafür gab Franzi von Kempis uns folgende Tools an die Hand: Google Bilder, YouTube Data Viewer und WolframAlpha. Mit diesen Tools lassen sich die Quellen von Bildern, Metadaten von Videos und das Wetter überprüfen. Dadurch kann jede Person feststellen, ob ein bestimmtes Posting zu einem kritischen Thema die Wirklichkeit widerspiegelt oder aus einem bestimmten Kontext genommen wurde.
  • Die Kommentare dürfen nicht ignoriert werden!
  • Während des ganzen Prozesses ist es ratsam, kritisch zu bleiben. Dabei behandelte sie ebenfalls die Frage, wie ein Troll von einer Person unterschieden werden kann, die das Thema ernsthaft diskutieren will. Eine konkrete Regel gibt es nicht, mit der Erfahrung entwickelt sich das Gefühl dafür. Einen Tipp teilte Franzi von Kempis jedoch mit uns: Sobald sich während der Diskussion im Netz erkennen lässt, dass der negativ eingestellte Nutzer das Thema nicht wirklich besprechen will, sondern nur diskutieren will, sollte bzw. darf der Social Media Manager die Diskussion beenden.

It’s all about storytelling – Chancen und Grenzen eines Multi-Brand Facebook Channels

In einer Session mit Laura-Jane Freutel von Olympus und Svenja Teichmann von crowdmedia beschäftigten wir uns mit der Frage, wie Multi-Brand Unternehmen Facebook-Seite(n) effektiv einsetzen können: Ist eine Global Page Facebook-Seite oder mehrere Facebook-Seiten für jede Marke sinnvoll? Wie der Titel bereits erkennen lässt, gibt es sowohl Chancen, als auch Grenzen beim Einsatz einer Multi-Brand Facebook-Seite. Bei der Multi-Brand Facebook-Seite werden u.a. Ressourcen gespart und die Marke wird gestärkt. Allerdings ist es schwierig, bei diesem Ansatz zielgruppenspezifisch mit den Facebook-Fans zu kommunizieren. Nach Laura-Jane Freutel ist das Augenmerk auf ein übergeordnetes Thema zu richten: Im Fall von Olympus wären das nicht die einzelnen Marken mit produktspezifischen Features, sondern das Thema „Fotografie“ allgemein, das alle Produkte in dem Segment betrifft.

WhatsApp als Kommunikationskanal zwischen Kunden und Unternehmen

Eine sehr spannende Session führte Torben Tost (Marketing Communications und Marketing Manager vom Hamburg Airport) über den Messenger-Dienst WhatsApp als Kommunikationskanal zwischen Kunde und Unternehmen. Am Anfang des Vortrags referierte Torben über den Status Quo von Messaging-Diensten. Dabei nehme WhatsApp aktuell den ersten Platz unter den Messaging-Diensten ein.

WhatsApp Vortrag

Im zweiten Teil erklärte er anhand von Best Practice-Beispielen, wie das Hamburg Airport WhatsApp für verschiedene Kommunikationszwecke, u.a. Streiks und Events, bereits erfolgreich verwendet hat. WhatsApp kristallisierte sich dabei nicht nur als Service für Kunden heraus, sondern auch als Mittel, um Kollegen aus anderen relevanten Bereichen auf dem gleichen Stand zu halten. Nach Torben sprechen fünf Gründe für WhatsApp als Kommunikationsmittel zwischen Kunde und Unternehmen:

  1. Persönliche und direkte Kommunikation
  2. Keine Streuverluste, denn die Personen (Kunden oder Kollegen), die sich für WhatsApp-Benachrichtigungen anmelden, ergreifen selbst die Initiative, um Updates zu einem bestimmten Ereignis zu erhalten
  3. „Gelernter Kanal“, d.h. WhatsApp nutzen mittlerweile unterschiedliche Altersgruppen aktiv
  4. Schnell und unkompliziert
  5. Nicht jede Beschwerde wird zum Shitstorm

Bei der Umsetzung stehen folgende Formate zur Verfügung: Broadcast-Listen, Chatnachrichten und Gruppenchats.

Employer Branding via Instagram – Spielerei oder wichtiges Tool im War for Talents?

Das Thema „Social Recruiting“ zog sich als roter Faden durch die Social Media Week Hamburg. Wie das Foto-Netzwerk Instagram für die Stärkung der Marke eines Arbeitgebers eingesetzt werden kann, erklärten Kristina Kobilke (Expertin für Digitales Marketing, Trainerin und Coach) und Verena Traub (Interim Manager und freie Beraterin für Employer Branding und Recruiting). Als Hauptargument, warum Unternehmen diesen Kanal immer mehr in Betracht ziehen sollten, führten die Speakerinnen an, dass Instagram aktuell laut Nutzerzahlen mehr als Xing und Twitter genutzt werde.

Nachdem die Speakerinnen die Grundlagen von Employer Branding erklärt hatten, stellten sie dem Publikum die Vorgehensweise bei der Konzeption einer Employer Branding-Strategie für Instagram vor: Diese beinhalte die interne und externe Analyse, eine Strategie- bzw. Zieldefinition, die Einrichtung eines Profils, die Konzeption der Inhalte (Storytelling), den Followeraufbau und das Monitoring.

Hinsichtlich des Storytelling könne Instagram auf folgende zehn Arten befüllt werden: Mit produktspezifischen oder kundenzentrierten Inhalten, mit dem Office-Hund, mit Zitaten (u.a. von Mitarbeitern), Repostings (Bürosituationen, Posts von Mitarbeitern), Mitarbeiter-Takeovers, Events, Essen, Mitarbeiter-Fotos und Inhalten über die Herstellung des Produktes bzw. der Dienstleistung (Arbeitssituationen).

Bezüglich des Followeraufbaus zeigen sich folgende Strategien als empfehlenswert: Gute Inhalte, Promotion von Owned/Paid Media, Hashtags, soziale Interaktion, Influencer und Tools. Hinsichtlich des letzteren Punktes wurden Tools wie VSCO Cam, Canva, Replay, Iconosquare und Hootsuite sowie Google Analytics empfohlen.

Anschließend fassten die Speakerinnen drei relevante Aspekte bei der Umsetzung von Employer Branding-Maßnahmen auf Instagram zusammen:

  1. Interdisziplinäres Arbeiten, d.h. unternehmensübergreifende Zusammenarbeit
  2. Netzwerken und Geben
  3. Geschichten erzählen

Keys to success: Pinterest erfolgreich nutzen

Jana Würfel (Partnermanagerin Growth Pinterest Deutschland) ließ uns in ihrem gelungenen Vortrag an Inisghts und Best Practices zum Thema „Pinterest“ teilhaben. Zunächst handelte sie die drei Säulen eines erfolgreichen Accounts ab (Profil & Boards, Pins, Search & Seasonality) und verdeutlichte dann mit Rules Of Thumb und Empfehlungen, worauf es beim Aufbau einer Pinterest-Präsenz ankommt. Abschließend fasste sie die anstehenden Neuerungen bei Pinterest zusammen und gewährte damit einen spannenden Einblick in die Zukunft der visuellen Suchmaschine (u.a. Promoted Pins, Animated Gifs, Buy Button).

Pinterest Hamburg

Snapchat für Erwachsene

Wer sich Snapchat bisher verweigert hat, der wird nach diesem Vortrag die Finger nicht mehr von der App lassen können. In unterhaltsamer Art und Weise brachten Djuren Meinen (snapchat: djure) und Kixka Nebraska (snapchat: kixka) uns die Welt des Ephemeral Content näher. Während Kixka sich vor allem auf beeindruckende Insights konzentrierte, gewährte uns Djure mittels Live-Workshop bunt und in Farbe einen Einblick in die Hauptfunktionen der App und gab einige hilfreiche Kniffe preis.

Best Practice Hamburg Airport

Bloggen von unterwegs: Periscope, Tumblr, Instagram und AudioguideMe

Als App-Empfehlung aus dem Vortrag von Tobias Schwarz (Netzpiloten) nehmen wir AudiguideMe mit. Auch auf der Social Media Week eignete sich diese App besonders gut, um sich zwischen den Vorträgen auf dem Weg zu den Konferenz-Locations ein paar Sehenswürdigkeiten „anzuhören“. Mobiles Bloggen funktioniert also auch sehr gut über Audioformate!

AudioguideMe Hamburg

Fazit

Wir ziehen insgesamt ein absolut positives Fazit zur Social Media Week 2016 in Hamburg! Die sehr ansprechende Speakerbesetzung und die Tatsache, dass alle Vorträge frei zugänglich für jedermann waren, hat uns umso mehr von dieser gelungenen Veranstaltung überzeugt.

Das rechtzeitige Anmelden im Voraus ist definitiv unser Learning für das nächste Jahr. Wer die Deadline verpasst, hat zwar immer noch eine Chance auf Restplätze. Jedoch sollte auf diese gerade bei den besonders beliebten Vorträgen nicht unbedingt spekuliert werden.

HamburgHamburg

Die gesplitteten Locations ließen sich zu Fuß gut erreichen und boten eine schöne Gelegenheit, in den Pausen Hamburgs Szeneviertel St. Georg zu erkunden. Ohne Frage – wir sehen uns nächstes Jahr wieder!

Gaini gehört seit Dezember 2015 zum Projecter-Team. Als Specialist betreut sie Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen im Bereich Suchmaschinenmarketing. Die ersten Berufserfahrungen hat Gaini im Bereich Marketingkommunikation gesammelt. Im Rahmen des Studiums und der Praktika wurde ihr Interesse an Online Marketing immer mehr verstärkt.

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