Social Media Auslese Februar 2019

geschrieben am in der Kategorie Social Media Marketing von

Wer auf sozialen Medien Interaktionen erhalten will, für den ist letztendlich ein Netzwerk unumgänglich: Instagram. Dort wird nach neuesten Untersuchungen mehr als sechs Mal so viel Engagement wie auf Facebook erzeugt, trotz einer Milliarde weniger User. Facebook hat nicht nur mit niedrigem Engagement zu kämpfen, sondern wegen seiner angeblich marktbeherrschenden Größe auch mit dem Bundeskartellamt. Worum es dabei genau geht und warum sich Gruppen-Admins freuen dürfen, lest ihr in dieser Social Media Auslese.

Facebook

Neue Features für Gruppen

Beispiel für neue Gruppen Features auf Facebook

(Quelle: allfacebook.de)

„Building Communities“ ist eines der Mantren, die Facebook seit Anbeginn seiner Existenz genüsslich in großen Lettern kommuniziert. Um dieser Verantwortung auch gerecht zu werden, hat Facebook Gruppen, dem derzeit wohl mächtigsten Tool zum Aufbau von Communities, sechs neue Funktionen vorgestellt, auf die sich Admins demnächst freuen dürfen:

 

  1. Formatieren von Posts in Gruppen. (Texte können minimal bearbeitet werden, in Form von Zwischenüberschriften, Aufzählungen oder Quotes. Benutzer des Facebook Diensts „Workplace“ werden diese Funktionen bereits kennen)
  2. Mitglieder können in Gruppen für einen ausgewählten Zeitraum stumm geschaltet werden.
  3. Sollten Admins Beiträge von Mitgliedern nicht freigeben, kann bald ein Grund dafür angegeben werden.
  4. Die Auflistung der offenen Zutrittsanfragen von neuen Mitgliedern kann bald durchsucht werden.
  5. Die einzelnen Aktivitäten der Gruppen-Admin werden zukünftig in einer Liste zusammengetragen, um damit die Transparenz zu erhöhen.
  6. Unternehmen können offiziell Mitglieder von Gruppen werden.

 

Eine umfangreiche Einordnung dieser neuen Features findet ihr auf allfacebook.de. Grundsätzlich lässt sich durch diese Maßnahmen zweifelsfrei erkennen, dass Facebook aktuell enormes Potential in Gruppen sieht und diese dementsprechend auch für seine Nutzer attraktiv gestalten möchte. Wir dürfen gespannt sein, welche weiteren Funktionen Gruppenbetreiber in den nächsten Monaten erwarten werden.

Rollout des Brand Collabs Manager in Deutschland

 

Rollout des brand collab managers, zu sehen als Auswahl-Option auf Facebook.

(Quelle: facebook.com)

Wer einmal selbst aktiv an der Organisation eines Influencer Projekts beteiligt gewesen ist, wird wissen, wie intensiv die Recherche nach einem geeigneten Influencer sein kann. Umso hilfreicher ist es an dieser Stelle, wenn zeitintensive oder nervenaufreibende Rechercheprozesse von einer Plattform übernommen werden können. Eine dieser Plattformen will Facebook mit seinem Brand Collabs Manager sein. Das Tool soll es Unternehmen und Influencern vereinfachen, relevante Kooperationen herzustellen, sich gegenseitig auszutauschen und überhaupt den passenden Influencer zu finden. Das vielversprechende Tool war bereits seit längerer Zeit in den USA verfügbar und wird jetzt auch in Deutschland Schritt für Schritt ausgerollt. Solltet ihr selbst interessiert sein, könnt ihr euch über diese Landing Page registrieren.

Allfacebook.de hat einen genaueren Blick auf den Manager geworfen und gibt kleine Einblicke in die weiteren Funktionen. Dennoch muss die Frage gestellt werden, wie relevant der Brand Collabs Manager für Unternehmen sein wird, schließlich liegt der Fokus im Influencer Marketing eindeutig auf Instagram.

Facebook erhält sensible Informationen von Apps

„Theres an app for that” war eine der prägnanten Sätze eines bekannten Apple Werbevideos, als zur damaligen Zeit die Vielfalt des App Stores präsentiert wurde. In der Tat findet sich heute für jede erdenkliche Aufgabe eine App, sei es die Dokumentation der Menstruation, die Suche nach Immobilien oder die Messung der Herzrate. Die Nutzung von Apps ist dabei so sehr in das Leben der Menschen eingezogen, dass sie auch die persönlichsten Daten eintragen. Daten, die jeder Werbetreibender natürlich gerne in seine Datenbank sieht, um so noch zielgerichteter Anzeigen ausspielen zu können.

Zuletzt wurde öffentlich, dass einzelne Apps ihre Daten direkt an Facebook senden, ohne den Nutzer darüber zu informieren. Betroffen waren dabei die angesprochenen Apps zur Dokumentation der Menstruation, der Körperwerte und Immobiliensuche. Die Weiterleitung der Daten war nicht auf Personen mit einem Facebook-Profil beschränkt. Facebook selbst teilte mit, dass diese Maßnahmen gegen die Nutzungsordnung von Facebook widersprechen, sagte jedoch nichts dazu, warum diese Apps auf die Idee kamen, diese sensiblen Daten ausgerechnet an Facebook zu senden.

Bundeskartellamt vs. Facebook

Facebook als marktbeherrschendes Unternehmen zu bezeichnen, dürfte nur bei den Wenigsten ein Stirnrunzeln hervorrufen. Allein die 23 Mio. täglich und 32 Mio. monatlich aktiven Nutzer in Deutschland sollten diese These ausreichend stützen. Facebook selbst sieht das natürlich nicht so, schließlich konkurrieren sie in verschiedenen Bereichen mit zahlreichen Wettbewerbern um die Aufmerksamkeit der User (Tinder, Snapchat, YouTube, iMessage, ebay Kleinanzeigen, Vimeo usw.). Die Begrifflichkeit „marktbeherrschend“ ist aus dem Grund von Bedeutung, da das Bundeskartellamt genau mit dieser Argumentation zukünftig zwei Punkte verhindern will:

 

  1. Facebook soll die Zusammenführung der Daten eines WhatsApps-, Instagrams- und Facebook-Profils zu einem Datenprofil nur dann durchführen, wenn der entsprechende Nutzer seine Einwilligung dafür erteilt hat.
  2. Facebook soll nur dann die Daten eines Users durch Daten von Dritt-Webseiten erweitern, wenn der User auch an dieser Stelle eine Einwilligung erteilt hat.

 

Das Bundeskartellamt verbietet somit grundsätzlich nicht die Pläne von Facebook, seine Dienste zu kombinieren, sondern will den Nutzern lediglich mehr Macht über ihre privaten Daten geben. 12 Monate Zeit soll Facebook für die Umsetzung dieser Maßnahmen haben, jedoch ist das Unternehmen von Mark Zuckerberg bereits in Berufung gegangen.

Weitere Facebook News:

  • Facebook plant die Einführung eines Subscription Dienstes, ähnlich wie Patreon [The Verge]
  • Facebook bietet zukünftig lediglich Kampagnenbudget bei der Anzeigenschaltung an [Twitter / @hermanndigital]

Instagram

Instagram als Engagement-Hochburg

Zu sehen ist das Update des Social Leaderboards auf Twitter, Facebook und Instagram

(Quelle: axios.com)

Hinsichtlich der Größe der einzelnen Social Media Plattformen ist Facebook (noch) immer der Platzhirsch mit 2,32 Mrd. monatlich aktiven Nutzern. Anders sieht es hingegen aus, wenn man sich nicht die schiere Größe, sondern die Aktivität der User eines Netzwerks ansieht. Denn unter diesem Aspekt nimmt Instagram die Pole Position ein. Trotz der vergleichsweise „kleinen“ Nutzerbasis von ca. 1 Mrd. monatlich aktiver Nutzer werden auf Instagram sechs Mal mehr Interaktionen erzielt als auf Facebook. Grundlage für diese Aussage sind von CrowdTangle erhobene Daten auf den jeweiligen Plattformen im Zeitraum zwischen November 2018 und Februar 2019.

Warum ist diese Meldung interessant? Eine Plattform erhält seine Relevanz nicht nur durch seine reine Anzahl an Nutzern. Entscheidend ist ebenso, wie intensiv die Plattform genutzt wird, denn die Intensität lässt ebenso Aussagen über die Nutzungsdauer der App und somit die Attraktivität für Ersteller von Inhalten zu.

Mehr als Spenden – der Donate Sticker kommt!

Sticker und Stories sind die moderne Liebesgeschichte der Social Media Neuzeit. Nichts passt besser zusammen als die beiden Elemente und nichts unterhält Menschen mehr, als ihre vergänglichen Geschichten mit einem hübschen Sticker aufzuwerten.  Story und Sticker Fans dürfen sich bald auf einen besonders neuen Sticker freuen: den Donate Sticker! Demnach soll es ermöglicht werden, mit Hilfe des Donate Stickers Personen bzw. Organisationen monetär zu unterstützen.

zu sehen ist ein Beispielbild zum Thema Instagram Fundraisers

(Quelle: techcrunch.com)

Das praktische daran für Facebook? Die dafür notwendigen und lukrativen Zahlungsdaten der User können es zukünftig vereinfachen, weitere Commerce Features zu etablieren.

Weitere Instagram News:

  • Pinstagram – Collections können (demnächst) veröffentlicht werden [allfacebook.de]
  • Instagram integriert IGTV in den Feed und hofft dadurch auf Wachstum [omr.com]

Influencer Marketing

The State of Influencer Marketing 2019

Um den passendsten und ertragreichsten Kanal für die eigene Unternehmenskommunikation zu wählen, ist es elementar, sich mit den in Frage kommenden Plattformen intensiv auseinanderzusetzen. Eine, wenn auch nicht klassische, Plattform sind mittlerweile Influencer geworden. Ein neuer „Kanal“, der neben seinem großen Potential auch bedeutende Risiken mit sich bringt, denn in wohl keinem Gebiet finden sich derzeit mehr schwarze Schafe als im Influencer Business.

HypeAuditor hat sich den derzeitigen Stand der Influencer etwas intensiver angesehen und dabei fünf interessante Erkenntnisse zusammengefasst, die dabei helfen sollen, die Geschehnisse im Influencer Marketing besser einzuordnen :

 

  1. Die Nutzer von Instagram werden älter. 45% der Nutzer sind zwischen 25 und 34. Diese Entwicklung verwundert nicht, ist aber dennoch im Auge zu behalten.
  2. Die durchschnittliche Engagement Rate aller Influencer wächst. Der geringste Anstieg der Interaktionen ist bei Nano-Influencern vorzufinden.
  3. Gerade einmal 40% aller Influencer weisen keine Anzeichen für unsaubere Maßnahmen auf bzgl. Interaktionen und Follower-Wachstum.
  4. Beinahe ein Viertel aller Influencer weisen verdächtige Wachstumsraten auf.
  5. Fast 40% aller Influencer greifen auf fragwürdige Methoden zurück, um die Anzahl ihrer Kommentare zu steigern.

 

Der vollständige Report kann an dieser Stelle heruntergeladen werden.

LinkedIn News:

Sonstige News:

Ecki startete im Juni 2016 zunächst als Trainee und ist nunmehr Account Manager bei Projecter. Dabei ist er zuständig für die Bereiche Social Media und SEO. Vor Projecter studierte er an der Hochschule Anhalt Online Kommunikation. Privat ist er noch immer auf der Suche nach dem heiligen Snapchat Gral.

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