Social Media Auslese – Oktober 2018

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Die dem Herbst nur zu gern zugeschriebene Ungemütlichkeit durfte auch Mark Zuckerberg nach der Veröffentlichung der neuesten Quartalszahlern erfahren. Doch natürlich hat er bereits einen Plan, wie die Zukunft von Facebook, Instagram und WhatsApp aussieht. It’s all about Stories! Weitere Neuigkeiten, Entwicklungen und neue Features haben wir sorgfältig für Euch zusammengestellt.

Facebook

Neuer Quartalsbericht gibt Grund zur Sorge

Facebook MAUs Q3 2018 via Techcrunch

Facebooks MAUs von Q3/2016 bis Q3/2018 (Quelle: techcrunch.com)

Es war kein gewöhnlicher Earnings Call, den Mark Zuckerberg bezüglich des neuen Quartalsberichts von Facebook halten musste. Zwar konnte er Investoren immer noch ein deutliches Wachstum präsentieren, jedoch mit sichtbaren Schrammen und Kratzern. Auslöser für dieses Unbehagen waren mehrere Punkte, die dem Konzern eine zumindest spannende Zukunft bereiten dürften.

Grundsätzlich lässt sich beobachten, dass Inhalte immer öfter in Gruppen, Chats oder Stories geteilt werden. Da der News Feed bisher am stärksten monetarisiert wird, entwickelt sich hier ein Problem für Facebook. Für die anderen Bereiche wurden zwar erste Möglichkeiten der Bewerbung ermöglicht, jedoch bei weitem nicht in dem Ausmaß, wie man es bereits im News Feed gewohnt ist. Eine der größten Herausforderungen Facebooks liegt demnach in der Monetarisierung der neu etablierten Kommunikationswege. Ein weiteres Problem: Während in Regionen wie Asien noch ein immenses Wachstum an Nutzern beobachtet werden kann, stagniert der westliche Markt. In Europa hat sich die Anzahl der täglich aktiven Nutzer sogar um eine Million innerhalb der letzten drei Monate verringert. Das Ganze ist vor allem deshalb problematisch, da dieser Markt besonders erträglich ist und in den übrigen Märkten vergleichsweise wenig umgesetzt wird.

Die Zukunft von Facebook liegt daher nach eigenen Aussagen in den Bereichen Stories und Messaging, wobei nach aktuellem Stand 100 Milliarden Messages und 1 Milliarde Stories pro Tag veröffentlicht werden. In einem lesenswerten Statement auf Facebook hat Zuckerberg selbst noch weitere Einblicke zur Zukunft Facebooks gegeben.

Traffic Rückgang bei Facebook?

Dass sich Publisher, Seiten und sogar Influencer über den Rückgang von Traffic und Reichweite beschweren, ist kein neues Phänomen. Neu ist, dass Facebook offensichtlich selbst von diesem Problem betroffen ist. Nach Recherche der OMR ist der Traffic von Facebook innerhalb der letzten beiden Jahre beinahe um die Hälfte eingebrochen. Diese Daten stammen aus dem Analyse-Tool Similarweb und sollten allein deshalb mit Vorsicht genossen werden, da das Wachstum an neuen Nutzern im identischen Zeitraum, wenn auch minimal, weiterhin stattgefunden hat.

Das ändert natürlich nichts an der Tatsache, dass Facebook auf verschiedenen Stadtportalen Anzeigen für seine Plattform geschaltet hat. Normalerweise ein Schritt, der von der Konstellation eher anders herum erwartbar gewesen wäre und allein dadurch Spekulationen Luft zum Atmen gibt, was den Status Quo von Facebook in Deutschland angeht.

Reduzierung von Low Quality Ads

„Wellbeing Time“ ist eines der Zauberwörter in Facebooks App Imperium. Letztendlich geht es darum, den Nutzern eine möglichst angenehme Nutzererfahrung zu bieten, damit sie auch in den folgenden Minuten wieder das Smartphone in die Hand nehmen und einer ihrer Apps öffnen. Um das Nutzungserlebnis noch angenehmer zu gestalten, sollen zukünftig keine qualitativ schlechten Apps mehr im Feed erscheinen. Wie die genauen Spezifikationen für schlechte Werbung aussehen, wurde von Facebook hier veröffentlicht. Dabei handelt es sich um Anzeigen, die:

  • Interaktionsköder („Engagement Bait“) einsetzen
  • Informationen verstecken, die erst nach dem Klick sichtbar werden
  • Sensationshascherische Sprache verwenden

Prinzipiell finden an dieser Stelle die gleichen Punkte Anwendung, die Facebook bereits vor einigen Monaten Seitenbetreibern kommuniziert hat.

Downranking für kopierte Inhalte

Apropos, schlechte Qualität von Inhalten: Mindestens genauso ungern wie schlechte Anzeigen sieht Facebook kopierte Inhalte auf seiner Plattform. Nicht selten konnte man von Blogs und Facebook Pages hören, dass ihre Inhalte glanzlos kopiert und auf anderen Seiten aufgetaucht sind. Facebook will von nun an dagegen vorgehen und bestraft kopierte Inhalte mit beschränkter Reichweite bzw. Verbannung von der Plattform.

Facebook geht jetzt gegen kopierte Inhalte vor (Quelle: techcrunch.com)

Facebook geht jetzt gegen kopierte Inhalte vor (Quelle: techcrunch.com)

Bei diesem Schritt stellen sich uns jedoch folgende Fragen:

  1. Was ist mit Seiten, die keinen Pixel auf ihrer Seite hinterlegt haben (z.B. die Öffentlich-Rechtlichen) und gezielt von Seiten avisiert werden. Wie geht Facebook in dieser Situation vor? (Wir vermuten an dieser Stelle, dass Facebook Duplicate Content über den Pixel identifizieren möchte.)
  2. Was ist mit Remix Kultur? Das Internet lebt von Abwandlungen von fremden Inhalten. Ab welcher Grenze will Facebook hier Inhalte bestrafen?

Weitere News zu Facebook

Instagram

Instagram als Facebooks zukünftige Cash Cow

Selten stand Instagram in einem besseren Licht als in den letzten Monaten. Nicht nur, dass die Plattform im Gegensatz zu Facebook, Twitter und YouTube nicht von schlechter Presse betroffen war, ist es noch einer der wenigen Orte in der Social Media Landschaft, an dem eine positive Grundstimmung herrscht. Das gilt nicht nur für die Nutzer, sondern auch für die wirtschaftliche Bedeutung für Facebook. Basierend auf den veröffentlichten Quartalszahlen darf mit Recht angenommen werden, dass Instagram eine sonnige Zukunft bevorsteht, besonders deshalb, weil das Story Format eingeschlagen ist wie eine Bombe. Schätzungen zu Folge wird Instagram in zwei Jahren 30% des kompletten Umsatzes von Facebook ausmachen.

Erweiterte Instagram Analytics angekündigt

Mit großer Vorfreude erwarten wir die kürzlich von Facebook vorgestellten Erweiterungen der Instagram Analytics. Die bisher verfügbaren Statistiken haben vorrangig Informationen zu Reichweite und Followern geliefert. Mit der steigenden Bedeutung und Verwendung von Instagram durch Unternehmen wollen diese natürlich auch den Impact ihrer Aktivitäten genauer messen.

Facebook kommt diesen Nutzern entgegen und öffnet die einsehbaren Daten für Seitenbetreiber. Im Vordergrund steht dabei die Messung wirtschaftlicher KPIs. Zudem sollen folgende Optionen möglich sein:

  • Discover whether people who comment on or like Instagram posts have higher retention rates.
  • Compare the lifetime value of people who interact with your Instagram account to those who don’t.
  • Create segments: e.g., all the people who commented on one of your posts—and analyze the value they bring to your business.

Statusbericht zu IGTV

Groß waren die Augen in der Social Media Branche als Instagram Mitte dieses Jahres auf die Bühne stieg und IGTV vorstellte. Nachdem einige Monate ins Land gezogen sind, lässt sich ein erstes Fazit zur Popularität des inoffiziellen YouTube Konkurrenten gewinnen. Und es sieht nicht rosig aus: Laut eines Berichts des NYMag bewegen sich selbst die großen YouTuber sehr spärlich auf der Plattform.

Wer sich dennoch für ein Engagement bei IGTV entscheidet, sollte sich dieses Interview von onlinemarketing.de mit Philip Papendieck lesen.

Instagram Post Calculator

Jede Influencer Marketing Kampagne landet schließlich an dem Punkt, an dem über die Vergütung des Influencers verhandelt wird. An dieser Stelle treten üblicher Weise folgende Punkte auf:

  • Unternehmen denken oft, dass sie zuviel Budget für den Influencer einplanen
  • Influencer vermuten, dass sie sich unter Wert verkaufen

Abhilfe kann an dieser Stelle ein Tool schaffen, das beiden Parteien zu einem gemeinsamen Nenner verhilft. Der Post Calculator von buzzweb errechnet nach Eingabe des Instagram Handles basierend auf Reichweite, Interaktion und Branche des Influencers, was ein Post auf dem Profil wert ist. Selbstredend lässt sich über die Empfehlungen des Tools streiten, dennoch kann damit besonders unerfahrenen Influencern und Unternehmen der Einstieg in ein faires Influencer Marketing ermöglicht werden.

Der Sponsored Post Calculator in der Anwendung

Der Sponsored Post Calculator in der Anwendung (Quelle: buzzweb.pro)

Influencer Marketing

  • Mehrere Influencer haben in Zusammenarbeit mit Lidl eine Kollektion entworfen, die ab kommendem Frühjahr erhältlich ist [W&V]
  • Influencer betreuen die Instagram Profile von gestressten Hotelgästen [W&V]
  • Unbekannte Regionen und Städte in Deutschland sollen durch Micro-Influencer an Bekanntheit gewinnen [W&V]
  • Kann Influencer Marketing SEO schaden? [SEJ]
  • Asics & die Zusammenarbeit mit Micro-Influencern [digiday]
  • Influencer unter Druck – Abmahnungen wegen Werbung [DLF Nova]
  • Tiefgekühlte Influencer – Luca wirbt für Pizza bei Rewe [W&V]

Content Marketing

  • Eine Website, die gelegentlich mal offline geht? Will eigentlich niemand, aber kann natürlich auch ein interessanter Ansatz sein, wenn man über Solaranlagen & Co. schreibt und die Seite von Solarenergie betrieben wird. Nein, das ist kein wirrer Gedanke, sondern Realität. Dieses Magazin zeigt den aktuellen „Akkustand“ an und geht unter Umständen erst dann wieder online, wenn die Anlagen in Barcelona ausreichend Energie gesammelt haben.
  • Die Washington Post zeigt neun verschiedene Möglichkeiten, wie Inhalte alternativ aufgebaut sein können. Sehr inspirierend!
  • Podcasts sind mittlerweile so groß geworden, dass sich selbst Unternehmen wie Audi nicht mehr davor verstecken können. In Zusammenarbeit mit dem Produktionsstudio 4000Hertz wurden mehrere Folgen zum Thema Elektromobilität produziert.
  • An dieser Stelle kommen viele Punkte zusammen: Sex, Sticker & Influencer! Durex kombiniert zwei Trends (Sticker & Influencer) miteinander und will mit zwei Influencern außerdem Jugendlichen die Angst nehmen, in der Öffentlichkeit Kondome zu kaufen.
  • 90er Partys waren gestern. 90er Webseiten sind der neue Hit! Adidas erstellt passend zum Revival seiner in den 90ern beliebten Sneakern eine entsprechende Landing Page.

 

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Ecki startete im Juni 2016 zunächst als Trainee und ist nunmehr Account Manager bei Projecter. Dabei ist er zuständig für die Bereiche Social Media und SEO. Vor Projecter studierte er an der Hochschule Anhalt Online Kommunikation. Privat ist er noch immer auf der Suche nach dem heiligen Snapchat Gral.

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