Social Media für lokale Unternehmen

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Viele Betreiber lokaler Geschäfte befinden sich privat bereits auf sozialen Netzwerken, wie Facebook, und hinterfragen in diesem Zusammenhang, ob die Nutzung auch für das eigene Geschäft interessant sein kann. Dieser Frage geht der folgende Beitrag zu Social Media für lokale Unternehmen auf den Grund.

3 lokale Social Media Mythen, die keine Ausrede für mangelnde Aktivität sind

„Social Media ist nur etwas für große Unternehmen mit landesweiter Reichweite“

Natürlich kann ein stationärer Einzelhändler oder Dienstleister nicht die siebenstelligen Fanzahlen von Persönlichkeiten, Sportlern oder global agierenden Unternehmen, wie Coca Cola oder Red Bull, erreichen. Das muss jedoch auch gar nicht erreicht werden! Im Gegensatz zu den national agierenden Unternehmen stehen lokale Anbieter häufig viel näher zu ihren Kunden. Maßgeschneiderter Inhalt, welcher die Kunden interessiert, kann zu aktiven Diskussionen und Interaktion auch bei geringen Fanzahlen führen.

„Als kleines Unternehmen habe ich nicht genügend Themen für Social Media“

Dies ist eine der häufigsten Fehleinschätzungen und kann bereits mit einem eintägigen intensiven Workshop wiederlegt werden. Es gibt unzählige Themen im Unternehmensumfeld, welche für die Kunden interessant sind. Die Themenpalette reicht von der Vorstellung neuer Produkte, über die Beantwortung häufig gestellter Fragen bis hin zu der Organisation und Verbreitung von Veranstaltungen. Eine ausführliche Übersicht von 100 möglichen Themen hat Kollege Sebastian Socha auf seinem Blog veröffentlicht.

„Ich weiß nicht, wie ich meine Social Media Aktivitäten effizient organisieren soll“

Das Zauberwort für eine effiziente Nutzung der Social Media Kanäle lautet: Redaktionsplan. Ein strukturierter Redaktionsplan für alle Social Media Kanäle ermöglicht die übersichtliche Organisation der Inhalte. Lisett aus unserem Team hat darüber einen tollen Artikel geschrieben, der auch einen Redaktionsplan als Excel zum Herunterladen beinhaltet. Durch die Planung der Inhalte und Orte der Veröffentlichung ist es einfach, den Überblick zu behalten. Dadurch kann man die Themen langfristig vorbereiten und gewährleistet einen stetigen Austausch mit den Kunden.

Social Media Strategie für lokale Unternehmen

Besonders lokale Unternehmen verstehen sich häufig als Dienstleister am Kunden, um dadurch vermeintliche Nachteile von Shops und Dienstleistern aus dem Internet zu kompensieren. Diese Dialogfähigkeit kann ein Unternehmen mithilfe eines Auftritts auf Social Media Plattformen in das Internet transportieren und verlängern. Ein nachhaltiger Kundendialog auf Augenhöhe bindet dadurch Bestandskunden und ermöglicht die Erschließung von Neukunden durch Empfehlungen.

Zuerst sollte man sich als Unternehmen informieren, auf welchen Plattformen sich die eigenen Kunden primär aufhalten. Dies wird erfahrungsgemäß für viele Unternehmen der Marktführer Facebook, mit seinen 25 Millionen aktiven Nutzern in Deutschland, sein. Alternative Plattformen sind beispielsweise Facebook, Google+, Xing, LinkedIn, MeinVZ, Twitter, Youtube, MyVideo, Vimeo, MySpace oder Pinterest. Die kritische Masse an Nutzern aus der eigenen Region und Zielgruppe erreichen viele dieser Seiten jedoch nur selten. Auf Facebook kann das eigene Unternehmen als Seite angelegt werden. Um die Anzahl an „Gefällt mir“-Angaben auszubauen, sollte der Auftritt im Internet durch alle Kommunikationskanäle an die Kunden herangetragen werden. Newsletter und Hinweisschilder im Geschäft können dazu ein probates Mittel sein.

Nach der Festlegung des Netzwerkes sollte eine allgemeine Ausrichtung erfolgen, mittels derer alle Beiträge entweder zum Aufbau der Marke, zur Gewinnung von Kunden oder zur Befriedigung von Servicebedürfnissen zugeordnet werden können. Eines dieser drei Ziele sollte in den Mittelpunkt der Aktivitäten gestellt werden. Die Auswahl hängt dabei von der Zielgruppenstruktur und dem Geschäftsmodell ab. Zukünftige Beiträge sollten auf dieses Ziel ausgerichtet werden. Exemplarisch kann das Ziel des Ausbaus des Kundenstamms durch die Lancierung von speziellen Rabatten oder Veranstaltungen im Geschäft für Facebook Fans umgesetzt werden. Dadurch können Interessierte der Facebook-Seite zu tatsächlichen Kunden des Geschäfts umgewandelt werden.

SMM für lokale Unternehmen - Moritzbastei Leipzig

Um als lokales Unternehmen in der Informationsflut im Facebook Newsfeed nicht unterzugehen, sollten die Inhalte zur Interaktion anregen. Der sogenannte Facebook Edgerank bewertet die Relevanz einer Nachricht für einen Nutzer anhand der Interaktion in der Vergangenheit. Dabei wird die Reaktion anderer Nutzer auf den speziellen Beitrag, aber auch historische Werte des Nutzers im Verhältnis zu der Seite und dem Beitragstyp (Bild, Text, Video) hinzugezogen. Daher können auch verhältnismäßig kleine Seiten eine hohe Reichweite erlangen, indem die Beiträge zu überdurchschnittlicher Interaktion anregen.

Besonders für Aktionen oder zur Erreichung neuer Nutzer können auch Facebook Anzeigen ein probates Mittel sein. Mit Anzeigen können auch potentielle Kunden erreicht werden, welche die eigene Seite noch nicht mit „Gefällt mir“ markiert haben. Der Vorteil von Facebook Anzeigen ist die Möglichkeit zur Aussteuerung nach geografischen und demografischen Merkmalen, welche mit Interessen angereichert werden können. Dadurch kann die Reichweite sehr zielgerichtet ausgedehnt werden.

Um die Effekte und Sinnhaftigkeit der Aktivitäten bewerten zu können, ist eine regelmäßige Kontrolle von wichtigen Kennzahlen entscheidend. Dies kann auf Facebook übersichtlich in den Seitenstatistiken erfolgen. Diese zeigen die Aktivität der Fans und Reichweite der Beiträge. Dadurch können Beiträge und Zeiten ermittelt werden, die bei der eigenen Zielgruppe besonders gut funktionieren. Exklusive Aktionen für Facebook Fans ermöglichen auch die Abschätzung der direkten Umsatzwirkung.

Zeit zum Anpacken und Starten der Social Media Aktivitäten

Eine aktive Social Media Präsenz, die zum Umsatz des Unternehmens beiträgt und die Bekanntheit des Geschäfts steigert, ist eine stetige Entwicklung. Daher sollte mit einer großen Portion Geduld, aber auch viel Mut und Offenheit an die neuen Aufgaben im Social Web herangegangen werden. Sind die ersten Zweifel und Vorurteile abgelegt, können Kunden langfristig gebunden, permanent erreicht und neu gewonnen werden.

Steffen unterstützt seit November 2012 das Projecter-Team. Ihn verschlug es bereits 2007 im Zuge seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften nach Leipzig. Über ein Auslandsstudium im Marketing und die Google Online Marketing Challenge war der Weg zum Online Marketing bei Projecter nicht weit.

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  1. Ich finde, dass der Google Algo soziale Signale immer noch viel zu wenig ernst nimmt. Es ist m.E. nur noch eine frage der Zeit, bis sich hier richtig was tut und dann aber mit nem Knall. Lieber jetzt schon anfangen, insofern kann ich nur zustimmen: Social Media anpacken!

  2. Google Plus ist viel zu unübersichtlich, Facebook ist in dem Sinne viel interessanter aufgebaut. Ist da bei google plus überhaupt was los?

    • Google+ ist in bestimmten Branchen, beispielsweise im Online Marketing sehr aktiv. Betrachtet man jedoch den privaten Sektor, ist es auf Google+ eher ruhig. Die Entwicklung muss man in den nächsten Jahren noch abwarten.

  3. Da kann ich Dir nur zustimmen, lieber Steffen. Sehr ausführlicher Artikel und toll geschrieben! Du triffst es auf dem Punkt und genau dass ist es, was ich meinen Kunden vermitteln möchte. Die Möglichkeiten oder Plattformen sind da, das Potential ist gegeben und es war noch nie so „einfach“ seine Kunden zu erreichen und auf Ihre Bedürfnisse einzuegen. Man benötigt nicht immer die großen fünf bis sechsstelligen Werbebudgets, es funktioniert auch mit kleinem Geld. Wichtig ist es authentisch zu bleiben und dem „Fan“ einen Mehrwert zu bieten. Liebe Unternehmen, ihr müsst zum Kunden gehen und dort stattfinden – nicht umgekehrt! Und wenn ihr da angekommen seit: „Macht es richtig oder lieber gar nicht“.