SEA News 01/2026: Agentic Commerce und verbesserte Datenschutzoptionen bei Google

Zusammenfassen mit ChatGPT

Zu Ende Januar hat Google eine Welle an Updates ausgerollt, die unser operatives Geschäft nachhaltig beeinflussen: allen voran das Universal Commerce Protocol, das den „Agentic Commerce“ einläutet, sowie neue Werkzeuge für eine präzisere Datensteuerung und rechtliche Sicherheit. 

Data Transmission Control: Das neue Privacy-Level im Consent Stack

Unter dem Namen „Data Transmission Control“ führt Google ein neues Feature im Consent-Stack ein. Es erlaubt Werbetreibenden, auf Tag-Ebene festzulegen, welche Daten (Ads, Analytics, Diagnose) überhaupt noch fließen dürfen, wenn Nutzer*innen ihre Einwilligung verweigern.

Es ist also quasi ein „Basic Consent Mode“ oben drauf auf dem „Advanced Consent Mode“. Ihr könnt nun präzise steuern, ob z. B. anonymisierte Pings für das Conversion-Modeling gesendet werden oder die Übertragung komplett gestoppt wird, bis ein Opt-in vorliegt. Das gibt euch maximale rechtliche Sicherheit in streng regulierten Märkten.

Das Universal Commerce Protocol (UCP): Shopping für die KI-Ära

In unserer letzten Ausgabe hatten wir es bereits in kürzerer Form vorgestellt: Google hat das Universal Commerce Protocol veröffentlicht, eine neue technische Basis, die es KI-Agenten ermöglicht, Produkte direkt in Chat-Umgebungen zu finden und Käufe abzuschließen. Dies ist der Startschuss für den „Agentic Commerce“.

Händler*innen müssen ihre Produktdaten künftig noch strukturierter bereitstellen, damit KI-Bots nicht nur den Preis kennen, sondern auch komplexe Fragen zu Kompatibilität oder Anwendung beantworten können, um den Check-out direkt im Dialog zu triggern. Mehr dazu, wie das UCP genau funktioniert, findet ihr in diesem Artikel von Search Engine Land.

Googles neues Universal Commerce Protocol (Quelle: Search Engine Land)

A/B-Tests für Produktdaten in Shopping-Anzeigen

Google testet außerdem das Feature „Product Data Experiments“. Damit könnt ihr erstmals direkt in Google Ads A/B-Tests für verschiedene Produkttitel und Bilder in Shopping-Kampagnen durchführen. Bisher war es schwierig, solche Änderungen am Feed ohne Risiko für die Live-Performance zu testen. Das Tool liefert nach etwa drei bis vier Wochen statistisch signifikante Ergebnisse zu Klickraten, Conversions und Kosten.

Unser Tipp: Da Produkttitel und Bilder die wichtigsten Hebel für die Aufmerksamkeit in Shopping Ads sind, könnt ihr nun datenbasiert entscheiden, welche Varianten am besten performen, ohne den gesamten Feed sofort dauerhaft ändern zu müssen. Das Feature befindet sich aktuell in einer limitierten Testphase für einen kleinen Teil der Händler*innen. Behaltet also euren „Experimente“-Bereich im Auge, um den Rollout für euer Konto nicht zu verpassen.

EU nimmt Googles KI- und Suchdaten unter die Lupe

Die Europäische Kommission hat formelle Verfahren eingeleitet, um Google im Rahmen des Digital Markets Act (DMA) zur Öffnung wichtiger Systeme zu zwingen. Im Fokus stehen zwei Bereiche: Erstens muss Google Drittanbietern den gleichen Zugriff auf Android-Hardware- und Software-Features gewähren, den auch eigene KI-Dienste wie Gemini nutzen. Zweitens wird konkretisiert, wie Google anonymisierte Suchdaten (Anfragen, Klicks, Ansichten) zu fairen Bedingungen mit konkurrierenden Suchmaschinen teilen muss.

Die Verfahren sollen innerhalb der nächsten sechs Monate abgeschlossen sein und könnten die Dominanz von Googles eigenem KI-Ökosystem auf Android-Geräten schwächen, was neue Werbeumfelder außerhalb der Google-Welt schaffen könnte.

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