SEO News 03/2026: Wie KI die Google-Suche verändert & neue Erkenntnisse zur ChatGPT-Sichtbarkeit
Google möchte mit neuen Agent-Funktionen eine assistenzgestützte Suche einführen und Daten von Ahrefs zeigen euch, wie Marken in KI-generierten Antworten ihre Sichtbarkeit optimieren können. Parallel dazu gab es in den letzten Wochen zwei Google-Updates und neue Analyse-Features für die strategische SEO-Arbeit.
Googles Suche der Zukunft
Zwischen KI-Agenten und Echtzeit-Dialog
Die Art und Weise, wie wir suchen, steht vor einem fundamentalen Wandel. Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass Google die klassische Suchergebnisliste immer stärker durch interaktive KI-Erlebnisse ersetzt.
- Die Vision – von der Suchmaschine zum persönlichen Assistenten: Laut Robbie Stein (VP of Product bei Google Search) entwickelt sich Google weg von der reinen Keyword-Suche hin zu einer „agentischen“ Suche. Das heißt, die KI soll künftig nicht nur Links liefern, sondern komplexe Aufgaben übernehmen – z. B. die Planung und Buchung ganzer Reisen. Dabei rückt die natürliche Sprache in den Fokus: Nutzer*innen stellen keine Keywords mehr zusammen, sondern kommunizieren mit der Suche wie mit einem Assistenten.
- „Search Live“ – mit Google sprechen und sehen: Um diese Vision greifbar zu machen, rollte Google im März Search Live global in über 200 Ländern aus (überall dort, wo der AI Mode verfügbar ist). Dank des neuen Modells Gemini 3.1 Flash Live können Nutzer*innen nun in Echtzeit per Sprachbefehl oder Kamera mit der Suche interagieren. Ihr könnt z. B. die Kamera auf ein defektes Gerät richten und fragen: „Wie repariere ich das?“, während die KI visuelle Informationen und Weblinks kombiniert.
- Der „Google-Agent“: Passend zu den neuen Funktionen führt Google den User-Agent „Google-Agent“ ein. Im Gegensatz zu herkömmlichen Crawlern (wie dem Googlebot), ist dieser User-Agent benutzergesteuert. Das bedeutet, er wird aktiv, wenn Nutzer*innen eine Google-KI beauftragen, eine Aufgabe auf einer Website zu erledigen. Webmaster sollten ihre Log-Files nach dem String „Google-Agent“ filtern, um zu sehen, ob und wie KI-Agenten bereits mit ihrer Seite interagieren.
Stop Prompting, Start Thinking: Kostenfreies Webinar am 21. April
Nicht die KI ist das Problem für fehlenden Impact – viele nutzen sie einfach noch nicht richtig. Während die KI-Modelle sich rasant weiterentwickeln, schöpfen nur 5 % der Marketing-Teams bisher das volle Potenzial wirklich aus.
Unsere CEO Katja von der Burg und Nicklas Lindby, Engagement Partner bei Obsidian, zeigen euch in unserem nächsten AI Update am Dienstag, den 21. April, wie ihr die KI wirklich für euch arbeiten lasst. Freut euch auf gebündeltes Spezialwissen zum Thema AI & Automation aus unserer Agenturgruppe und erfahrt, wie ihr weg von einfachen Prompts hin zu echten „KI-Partnern“ kommt.
News der Suchmaschinen kurz & knapp
- Googles Update-Marathon: Unmittelbar nach dem Google Spam Update (24. bis 25. März) startete am 27. März bereits das große Core Update. Der Rollout des Core Updates wurde am 8. April abgeschlossen.
- Test von KI-Meta-Titles: Google geht über das bloße Kürzen von Meta-Titles hinaus und testet derzeit eine KI-gesteuerte, dynamische Anpassung der Titles in den Suchergebnissen. Laut einem Bericht von The Verge birgt dieses Experiment Risiken mit sich, da die KI die ursprüngliche Bedeutung von Artikeln verfälschen kann.
- Google veröffentlicht Patent zur KI-generierten Webseitenerstellung: Das beschreibt, wie die Suchmaschine künftig dynamische und personalisierte Landingpages erstellt, falls die Originalseite eines Unternehmens technische oder inhaltliche Mängel aufweist. Hierzu berichteten wir bereits ausführlicher in unserem Weekly Newsletter #12.
- Update in den Bing Webmaster Tools: Im AI-Report sind jetzt die Suchanfragen mit den Landingpages verknüpft. Klickt ihr auf ein Keyword, das für eine KI-Antwort genutzt wurde, seht ihr nun auch, welche Seite(n) dafür verlinkt wurden.
- Google Search Console führt automatische Filter für Brand- und Non-Brand-Keywords ein: Der Filter erkennt selbstständig verschiedene Varianten und Falschschreibweisen der Brand, was die Auswertung des organischen Traffics künftig beschleunigen kann.

Sichtbarkeit bei ChatGPT: Was die Daten von 75.000 Marken verraten
Ahrefs hat in einer Analyse untersucht, wie Marken in KI-Antworten präsenter werden können. Ein wichtiges Learning vorab: Das Ziel „Position 1 bei ChatGPT“ gibt es in dieser Form nicht. Laut einer Studie von SparkToro liegt die Wahrscheinlichkeit, bei 100 identischen Abfragen die exakt gleiche Markenliste zu erhalten, bei unter 1 %. Es geht also nicht um Positionen, sondern um probabilistische Sichtbarkeit.
Das sind die Hebel, die laut der Ahrefs-Analyse den größten Einfluss auf eure Sichtbarkeit haben:
- Der YouTube-Faktor: YouTube ist eine wichtige Quelle für das Training von Sprachmodellen. Wer hier erwähnt wird, wird auch häufiger bei ChatGPT genannt.
- Mentions statt nur Backlinks: Während Google stark auf Links setzt, achtet die KI vor allem auf die Erwähnung der Marke im gesamten Web. PR und Content Marketing gewinnen an Bedeutung.
- Relevanz von Reddit: Als eine der Hauptquellen für aktuelle Zitate bleibt Reddit ein entscheidender Ort für Authentizität.
- Content-Struktur: Da 44,2 % der Zitate aus dem ersten Drittel eines Textes stammen, sollte die Kernbotschaft früh platziert werden. Aktive Formulierungen und klare Fragen in den Überschriften helfen der KI, eure Inhalte besser zu erfassen.
Und noch eine Leseempfehlung: Passend zu diesem Thema empfehlen wir euch einen Beitrag von Kevin Indig. Dieser liefert Erkenntnisse darüber, wie KI Texte liest und wie ihr eure Sichtbarkeit bei ChatGPT verbessern könnt.
Branchen Insights
Google vs. Open AI
Der Kampf um die KI-Vorherrschaft spitzt sich zu: Während ChatGPT im Februar mit einem Marktanteil von rund 80 % noch einsam an der Spitze thronte (Gemini lag bei 7,5 %), zeigen die Wachstumsraten ein anderes Bild. Google Gemini wuchs im Jahresvergleich mit +643 % stolze 17-mal stärker als der Konkurrent von OpenAI.
Warum Google das Rennen für sich entscheiden könnte, zeigt eine Analyse von Sistrix:
- Kostenvorteil: Dank eigener Hardware (TPUs) produziert Google KI-Antworten bis zu 5-mal günstiger als OpenAI.
- Ökosystem: Gemini ist bereits in Gmail, Docs und Android integriert – OpenAI muss Nutzer*innen mühsam zur Installation einer eigenen App bewegen.
- Daten-Zugriff: Während OpenAI teure Verträge mit Verlagen schließt, nutzt Google seine Rolle als Suchmaschine, um Daten effizienter zu aggregieren.
Aber: Für SEO-Expert*innen ist dieser Sieg ein zweischneidiges Schwert. Daten von Sistrix zeigen auch, dass durch die Integration von KI-Antworten (AI Overviews) die Klickraten auf Platz 1 um bis zu 60 % einbrechen können.




