Google I/O kapert die Suche und Musk verliert (endgültig) | Projecter Weekly #20 2026

Zusammenfassen mit ChatGPT

Google hat auf seiner Entwicklerkonferenz I/O 2026 das größte Suchmaschinen-Upgrade seit 25 Jahren verkündet – mit Gemini in jedem Touchpoint, einer Suchleiste, die offene Chrome-Tabs als Input nimmt, und Mini-Apps direkt aus der Antwort heraus. Was sich liest wie ein Feature-Feuerwerk, ist für das offene Web ein ziemlich harter Schnitt – und für SEO-Teams das Signal, dass die zweite, viel größere Welle nach den AI Overviews jetzt rollt.

Diese Woche erfahrt ihr außerdem …

 ⚖️  wie Elon Musks Klage gegen OpenAI ausging,

  🚿  wie die Stimmung bei Metas Personal ist (Spoiler: nicht gut),

  🛑  und warum Anthropic plötzlich Pro-Nutzer*innen einschränkt.

Entwicklungen & Trends

Google I/O 2026: Wenn die Suchleiste zum Chatbot wird

Wir haben extra den Versand unseres Newsletters um einen Tag geschoben, um die News von Googles Entwicklerkonferenz I/O 2026 mitnehmen zu können. In 90 Minuten Keynote hat der Konzern angekündigt, praktisch jedes eigene Produkt mit Gemini umkrempeln zu wollen – und das größte Suchmaschinen-Upgrade seit 25 Jahren verkündet.

Google I/O 2026 am 19. und 20. Mai

Die Suche akzeptiert jetzt lange, dialogische Anfragen, schluckt Text, Bilder, Dateien, Videos und sogar Chrome-Tabs als Input, baut bei wiederkehrenden Fragen sogenannte „Information Agents“, die sich proaktiv melden, und generiert für Vielsucher*innen on-the-fly „Mini-Apps“ als persönliche Dashboards. Die Suche ist kein Entry- oder Touchpoint mehr, sie ist die Antwort selbst. Das ändert für Marketing, SEO und Verlage praktisch alles.

Drumherum wird die KI-Schicht breiter gefüllt: Gemini 3.5 Flash schlägt laut Google das eigene 3.1 Pro im Coding und in agentischen Aufgaben, ist schneller und kostet weniger als die Hälfte. Gemini Omni Flash ist multimodal in alle Richtungen und generiert aus Text-, Bild-, Audio- und Video-Input direkt Video — ein klarer Sprung über das bisherige Veo hinaus. Und Gemini Spark läuft 24/7 in der Google-Cloud, schreibt Mails, baut Studienpläne, überwacht Kreditkartengebühren — Googles Antwort auf OpenClaw und Claude Cowork, angebunden an Docs, Gmail, Canva, Instacart und Co. Die angekündigten Smart Glasses kommen erst im Herbst, sind aber der angekündigte Frontalangriff auf Meta Ray-Ban. Auch Funktionen wie Spark werden erst in den USA und teilweise nur bei zahlenden Kund*innen ausgerollt, hierzulande dürfte sich in den nächsten Tagen (?) erstmal wenig ändern..

Zwei SEO-Expertenstimmen lassen sich vom Keynote-Hype weniger mitreißen: Johannes Beus (Gründer von SISTRIX) nennt die I/O eine „Such-Revolution vorerst vertagt“ — der AI Mode löst die klassische Suche eben noch nicht ab. Allerdings verändert Google die Suche selten in einem Schritt, sondern in vielen kleinen kontinuierlichen Anpassungen, und ist genau darin nach wie vor unschlagbar. Lily Ray (VP SEO & AI Search bei Amsive) zieht denselben Schluss aus US-Sicht — viele Unternehmen könnten kurz aufatmen, dass AI Mode nicht der neue Default ist, „but all of these new search features will absolutely continue to cut into organic traffic across the board„. Eine schärfere Gegenposition kommt von Blogger Tante in einem scharfen Post: Google erkläre dem offenen Web den Krieg.

„I tend to cry in the shower“: Wie es sich anfühlt, wenn Meta für die KI Platz macht

Die bei Meta angekündigte Entlassungswelle hat nun begonnen: Seit Mittwoch gehen nach und nach Kündigungs-E-Mails an rund 8.000 Mitarbeitende, etwa 10 % der globalen Belegschaft. Weitere 6.000 offene Stellen werden gestrichen, 7.000 Menschen in neue KI-Teams verschoben. In Summe sind das 14.000 umgeschriebene Karten auf der Konzern-Bühne.

Die Stimmungslage im Hauptquartier ist – wir zitieren – „downright rancid“. Einige Beschäftigte sollen aktiv um den „virtuellen Pink Slip“ und die 16 Wochen Mindestabfindung bitten, weil sie das interne Klima kaum noch aushalten. Eine Person, die über zehn Jahre bei Meta war, erzählt dem San Francisco Standard schlicht: „I tend to cry in the shower.“ Vor den Menlo-Park-Offices sollen tagelang große leere Kartons aufgetaucht sein, ohne dass jemand erklären konnte, wozu.

„I tend to cry in the shower“: Die Stimmung von Belegschaft, in einem Satz zusammengefasst.

Die Rechnung dahinter ist ungewohnt offen. Meta hat vergangene Woche das beste Quartal seiner Geschichte gemeldet (56,3 Mrd. $ Umsatz, 26,8 Mrd. $ Reingewinn) und kündigt für 2026 KI-Capex zwischen 125 und 145 Mrd. $ an — fast eine Verdopplung gegenüber 2025. Die geschätzten 7 bis 8 Mrd. $ Jahresersparnis aus den Entlassungen fließen nicht in Rücklagen, sondern in Rechenzentren und GPUs.

Demis Hassabis thinks AI job cuts are dumb! Nobelpreisträger und Google DeepMind-CEO Demis Hassabis hat dazu eine sehr andere Meinung und stellt in einem Wired-Interview die Logik solcher KI-Layoffs frontal in Frage — sie seien „dumb“ und Ausdruck von „a lack of imagination“. Statt Lohnkosten zu senken, sollten Unternehmen Produktivitätsgewinne in neue Forschung stecken: Bei DeepMind landen frei werdende Engineering-Stunden in Drug Discovery, nicht auf dem Arbeitsmarkt.

850 Mrd. $ für OpenAI, Verfahrenstechnik für Musk

Laut CNBC wird erwartet, dass OpenAI diesen Freitag den vertraulichen Antrag auf einen Börsengang einreichen wird — mit den Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley an der Spitze und einer Bewertung von über 850 Mrd. $. Das stützt sich auf 30 Mrd. $ annualisierten Umsatz, 900 Mio. wöchentlich aktive ChatGPT-Nutzer*innen und 50 Mio. Subscriber. Ziel sei ein Listing im vierten Quartal — wenn alles glattläuft, einer der größten Börsengänge der Geschichte.

Während die Bankenseite läuft, sieht es auf Justizseite eher blamabel aus. Die Geschworenen im Prozess Musk vs. OpenAI haben am Montag in unter zwei Stunden Musks 134-Mrd.-$-Klage gegen Altman und OpenAI gekippt — nicht inhaltlich, sondern wegen Verjährung der Vorwürfe. Drei Wochen Verhandlung, öffentliche verlesene Tagebucheinträge, ein OpenAI-CEO mit attestiertem „konsistenten Muster des Lügens“, ein Tesla-CEO, der sich vor Gericht selbst zum „selbstlosen Treuhänder der Menschheit“ stilisiert – und am Ende? Eine geplatzte Frist. Musks Anwalt will in Berufung gehen, die Richterin signalisierte schon mal, sie sehe ihre Position auch dort sehr gefestigt.

Was die Öffentlichkeit aus dem Verfahren mitnimmt, ist allerdings weniger das juristische Detail als die persönlichen Demontagen, die in drei Wochen unter Eid zu Protokoll gegeben wurden. Für eine Industrie, die parallel um Hunderte Milliarden an Kapital und politischem Vertrauen wirbt, ist die zertrümmerte Silicon-Valley-Fassade vermutlich der eigentliche Schaden – ausgerechnet kurz vor den anstehenden Börsengängen von Anthropic, OpenAI und SpaceX, die der Analyst Paul Kedrosky inzwischen als „Liquiditätsstaubsauger“ mit zusammen bis zu 5 Bio. US-$ Bewertung beschreibt.

KI News

Anthropic verschärft Claude-Limits – und OpenAI macht die Tür auf

Anthropic hat vor zwei Wochen die Reißleine der eigenen Subscription gezogen und diese Woche verkündet, wie es weitergeht: Ab dem 15. Juni bekommen alle zahlenden Claude-Pläne einen separaten „Agent-SDK-Credit-Pool“. Wer OpenClaw, Conductor, Zed oder Jean an Claude andocken will, zieht aus diesem zweiten Topf und nicht mehr aus dem regulären Chat-Kontingent. Hintergrund: Ein Mensch schreibt am Tag vielleicht ein paar hundert Prompts, ein autonomer Coding-Agent feuert Tausende. All-you-can-eat-Buffets funktionieren dauerhaft nur mit menschlicher Kundschaft. Die Reaktionen aus der Entwickler-Community sind erwartbar wenig erfreut, viele drohen mit dem Wechsel zu anderen Anbietern.

Genau da hängt sich OpenAI ein und bietet neuen Business-Kund*innen zwei Monate Codex gratis an. Die Taktik dahinter ist klar sichtbar: Die Power-Coder*innen, die Anthropic gerade ärgert, sind genau die, die OpenAI vor dem IPO für das Codex-Enterprise-Narrativ braucht.

Claude Codex for free? OpenAI versucht, Claude-Kunden abzuwerben.

Und die Pointe der Woche wollen wir euch nicht vorenthalten: Andrej Karpathy — Mitgründer von OpenAI der ersten Stunde, seit 2024 mit eigener Bildungs-Firma Eureka Labs unterwegs — startet diese Woche bei Anthropic im Pretraining-Team unter Nick Joseph. Sein Auftrag: Claude in die Pretraining-Pipeline einbauen, um Forschung zu beschleunigen. Sein Satz dazu: „The next few years at the frontier of LLMs will be especially formative.“ Anthropic, the place to be.

KI-Einsatz: USA top-down, China bottom-up

Peking hat diese Woche im 15. Fünfjahresplan Embodied AI zum ersten Mal als eigene Industriekategorie aufgeführt — und zur strategischen Priorität erklärt. Das Internet Observatorium sortiert die beiden Pole sauber: Die USA streiten darüber, ob KI Jobs kostet; China entscheidet, dass KI Jobs schafft — am Roboterband, in der Trainingsdaten-Fabrik, im Energienetz. AGIBOT ruft 2026 zum „Deployment Year One“ aus, die State Grid Corporation legt rund 1 Mrd. $ für etwa 8.500 Einheiten zur Netzsteuerung auf den Tisch. Der Economist bringt es in einem Satz auf den Punkt: „China wants more robots but not fewer workers.“ Robotereinsatz als Produktivitätsfaktor, nicht als Lohnkostensenker. Ob das in fünf Jahren noch aufgeht, ist eine andere Frage.

Ex-Google-Chef Eric Schmidt erntet in Tucson Buhrufe

Sechs Minuten lang nickte die Klasse 2026 der University of Arizona höflich. Dann kam Eric Schmidt — Ex-Google-CEO, heute KI-Vollzeit-Investor — auf KI und den Arbeitsmarkt zu sprechen. Ab da wurde es laut. Sein Reflex — „I understand that fear, but you still have choices“ — schluckte die Aula nicht. Die Buhrufe wurden lauter, je länger er sprach.

Die Kollegen aus dem Doppelgänger-Newsletter haben das gut eingeordnet: Es ist nicht nur ein Generationenmoment, sondern ein Symbol dafür, wie entkoppelt Tech-Eliten leben, wenn sie der Klasse von 2026 erklären, ihre Jobs könnten verschwinden, und das im selben Atemzug als „wundervolle Chance“ verkaufen. Schmidt steht vor dem Mikro, davor sitzt die erste Generation, die ihren Berufseinstieg explizit gegen KI-Substitutionsrisiken verteidigen muss — und die Konzerne, die das tun, sind dieselben, in die Schmidt investiert ist.

Suchmaschinen

The Economist baut eine zweite Seite nur für KI-Agenten

Wir haben in den vergangenen Wochen ausführlich darüber geschrieben, wie AI Overviews und KI-Antworten den klassischen Klick-Pfad zerlegen. Das britische Wochenmagazin The Economist hat darauf nun eine Antwort gefunden, die einerseits radikal pragmatisch klingt und andererseits ziemlich konsequent ist: Das Magazin baut gerade an einer zweiten Version seiner Seite nur für KI-Agenten. Die Version für Menschen bleibt visuell, narrativ, magazinartig. Die Version für KI bietet Q&A-Strukturen, klare Frage-Antwort-Schichten, am liebsten reinen Text. Beides wird parallel produziert und gepflegt. Erster Anwendungsfall ist Marketing- und B2B-Sales-Material vor der Paywall, da ein wachsender Teil der B2B-Käufer*innen die Recherche heute mit ChatGPT, Gemini oder Claude beginnt. Wenn eine Seite dann nicht „agent-readable ist“, taucht sie in der Antwort nicht auf.

Josh Muncke, VP Generative AI bei The Economist Group, formuliert es deutlich: „Agents want clear structure, questions and answers, ideally text“, nicht Karussells und Feature-Art. Spannend ist gleichzeitig der zweite Aspekt: Das Magazin hat seine Produktentwicklung in kleine, KI-fähige „Pods“ umgebaut, sein CarPlay-App-Projekt fünf Monate früher gelauncht und „doubled technology velocity“ erreicht. Wer als Publisher oder Marke jetzt nicht parallel an einer Agent-Schicht arbeitee, sagt Berater Alessandro De Zanche im Artikel sinngemäß, riskiere „technical invisibility“.

Social Ads

Metas vollautomatischer Produktkatalog: bequem, aber gefährlich generisch

Meta hat ein Feature ausgerollt, das auf den ersten Blick nach Effizienzgewinn klingt: KI-Crawler ergänzen Produktkataloge automatisch direkt von eurer Webseite. Lücken im Feed schließen sich von selbst, der manuelle Aufwand im Feed-Management sinkt deutlich. Das Problem: Die KI wählt zwar Produkte, liefert aber Standard-Designs, die im Newsfeed kaum noch Aufmerksamkeit bekommen. Genau hier setzen Tools wie Confect.io an, mit denen sich aus den automatisch gezogenen Rohdaten in Echtzeit veredelte Anzeigen bauen lassen.

Wir haben das schon mit vielen unserer E-Commerce-Kunden getestet, unter anderem auch Silkes Weinkeller. Das Hauptziel war es hier, sich von den standardmäßigen, rein weißen Produktbildern abzuheben. Die Zahlen aus der Confect-Case-Study zeigen: Durch die Nutzung von Confect zur Optimierung der Katalog-Anzeigen (Dynamic Product Ads) auf Meta verbesserte sich die Performance signifikant, mit einer Steigerung des ROAS (Return on Ad Spend) um +71 %. Die Anzeigen hoben sich im Feed der Nutzer deutlich stärker ab als herkömmliche Katalog-Anzeigen. Vollautomatisch personalisiert nach Rebsorte, Region und Verfügbarkeit.


Case Study von Confect und Projecter über unseren Kunden Silkes Weinkeller

Wir freuen uns sehr, das Projecter mittlerweile sogar offizieller Confect Certified Catalog Ads Partner ist. Gemeinsam mit Confect.io können wir für euch kreative, performante Social-Ad-Lösungen entwickeln und noch mehr aus euren dynamischen Kampagnen herausholen. Meldet euch einfach bei uns! ✉️

Und noch ein Take-away für euch: Metas KI ist auf jeden Fall ein guter Start für die Datenbasis – aber das Problem, dass sich die Ads damit zu wenig von anderen abheben, löst sie nicht. Wer im Feed auffallen will, muss selbst aktiv werden oder Tools wie Confect nutzen.

Geht Metas Copy-Paste-Wahn nach hinten los? Instagrams „Instants“-Fehlstart

Was Meta wirklich gut beherrscht, ist Produkt-Spionage bei der Konkurrenz. Nach den Stories (Snapchat) und den Reels (TikTok) knöpft sich Instagram nun die nächste Kategorie vor: spontane, ungefilterte Momentaufnahmen im Stil von BeReal und Snapchat. Das neue Feature heißt „Instants“ — und sorgt seit dem globalen Rollout für Frust in den DM-Inboxen. Das Prinzip: Foto direkt aus der App, keine Galerie, keine Filter, kein Edit. Das Bild landet im Posteingang gegenseitiger Follower und verschwindet nach dem ersten Ansehen oder nach 24 Stunden.
Das Problem ist das Interface — so unübersichtlich, dass tausende Nutzer*innen unabsichtlich unvorteilhafte Schnappschüsse an ihre Kontakte schicken, ohne es zu merken. TechCrunch läuft heiß mit Anleitungen, wie man Instants wieder loswird.

Ganz ehrlich? Das ist nur ein Symptom von Metas aktueller Identitätskrise. Eine Funktion einzuführen, bei der die Nutzer*innen als Erstes den „Aus“-Schalter suchen, ist ein PR-Desaster. Und der eigentliche Feed? Verwaist 2026 zur Werbewüste, auf der niemand mehr private Momente teilt, weil alles auf maximale Performance getrimmt ist. Zuckerberg versucht jetzt krampfhaft, das „echte Leben“ in die DMs zu schieben — mit einem Schnellschuss, der den Blutdruck hochtreibt. Wer es wegklicken will: in den Inhaltseinstellungen unter „Instants im Posteingang ausblenden“.

Instagrams neue „Instants“ (Quelle: Instagram)

Mehr Social Media News im Ticker

📉 Instagram entfernt Bot- und Spam-Accounts en masse. Große wie kleine Accounts verlieren über Nacht spürbar Follower — die Plattform räumt auf. Reichweitenzahlen werden wieder etwas ehrlicher, im Algorithmus-Zeitalter aber ohnehin weniger aussagekräftig.

🎯 TikTok-Ranking 2026: Laut Sprout Social wiegen Rewatches und Saves im Algorithmus am stärksten, Likes verlieren an Bedeutung. Die In-App-Suche wird zum echten Discovery-Kanal (Captions in natürlicher Sprache helfen beim Ranking). Und entgegen jedem anderen Plattform-Trend bleiben Hashtags auf TikTok wichtig — drei bis fünf, kein Trend-Spam.

Lesetipps & Empfehlungen

Falls ihr noch ein paar Minuten übrig habt …

📖 Simon Willison über Vibe Coding und Agentic Engineering: Einer der schärfsten Köpfe der KI-Tooling-Szene sortiert in seinem Substack-Beitrag, wo der Unterschied zwischen „ein bisschen rumprobieren“ und seriösem agentischen Arbeiten liegt – und gibt sehr ehrlich zu, dass die beiden Modi für ihn in der Praxis längst zusammenrutschen.

📖 „I’m a Normie. Can Normies Really Vibe Code?“ Wired-Autor Chris Colin, dezidiert kein Coder, versucht per Vibe Coding eine Datenbank für die kleinen bürokratischen Demütigungen des Alltags zu bauen: Kündigungs-Hotlines, Cookie-Banner, Verbraucher*innen-Sludge. Lustig, ehrlich und nebenbei ein guter Reality-Check, was Vibe Coding 2026 tatsächlich kann — und wo es weiter scheitert. Schöne Ergänzung zu Simon Willison.

📖 Generative KI trifft Frauenjobs: F.A.Z. Digitalwirtschaft mit Zahlen, die hängen bleiben: 29 % der frauendominierten Berufe sind automatisierungsgefährdet, gegenüber 16 % bei männlich geprägten Tätigkeiten. Die Verwaltungs- und Büroarbeit – historische Eintrittsbranche in die Mittelschicht – trifft es zuerst.

📖 Is Meta really dying? Andrew Hutchinson antwortet auf eine NYT-Kolumne von Julia Angwin, die Meta in die „Zombie-Era“ einsortiert hat. Sein Konter: Selbst mit 20 Mio. DAUs weniger in Q1 erreicht Meta noch fast die Hälfte der Weltbevölkerung – und investiert massiv in den nächsten Layer (KI, Wearables, Robotik).

📖 Slop sells? Wie KI-Bücher Amazon fluten – und wer kassiert: OMR-Daily-Recherche von Marie Traub darüber, wie KI-generierte „Bücher“ Amazons Bestseller-Listen kapern, YouTube-Coaches angeblich 1.000 €/Monat versprechen – und Sebastian Fitzek für sein „Therapie“-Debüt pro Exemplar gerade einmal 35 Cent bekommen hat.

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