Recap: OMK 2018

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Der Herbst wird im Online Marketing traditionell mit der „Online Marketing Konferenz“ in Lüneburg eingeläutet. Dieses Jahr nahmen mehr als 1.200 Teilnehmer (Rekord!) an der Konferenz teil, um in den Hörsälen der Leuphana Universität den Vorträgen von Speakern aus der gesamten Breite des Online Marketings zu lauschen. Vom verflixten siebten Jahr war derweil nichts zu spüren.


Zugegeben, die Zugverbindung  Leipzig – Lüneburg ist vielleicht nicht die angenehmste Strecke (Zugausfälle bei Hin- und Rückfahrt waren uns ein treuer Begleiter), aber die Fahrt nehmen wir sehr gerne auf uns, um im beschaulichen Lüneburg einzukehren und den Speakerinnen und Speakern aus Wirtschaft und Wissenschaft an der örtlichen Universität in ihren Vorträgen beizuwohnen.

In vier Hörsälen gab es dieses Jahr insgesamt 36 Vorträge zu hören. Thematisch hätten die Inhalte kaum weiter über die Gesamtheit des Online Marketings verstreut sein können. Wer hier auf Deep Dives hoffte, war zwar an der falschen Adresse, aber deshalb war der Fokus auf Ganzheitlichkeit und kanalübergreifendem Denken gerechtfertigt.

Gleich geht’s los: Auftakt zur OMK 2018 in der Leuphana Universität Lüneburg.

Nach sieben Jahren OMK merkt man: Die Veranstalter der Agentur webnetz wissen, was sie tun. Das Event war eine runde Sache, die Organisation war reibungsfrei und selbst der Aftershow Party hat es an nichts gemangelt. Bevor wir uns aber bei den Sponsoren der alkoholischen Getränke bedanken, hier unsere OMK-Highlights:

1. Keynote: Digitalisierung – mehr Kopfsache als Technologie?

(Prof. Dr. Klemens Skibicki)

Die Keynote der OMK 2018 war vor allem eines: voll mit Metaphern zur Digitalisierung. So haben wir zum Beispiel gelernt, was Digitalisierung mit Tinder und günstigerer Wertschöpfung zu tun hat. Ganz einfach: Tinder hat Dating um ein Vielfaches günstiger gemacht. Es entstehen dank App weder Kosten noch Mühen bis zum ersten Date. Und bis dahin weiß man schon relativ genau, woran man ist. Während man beim Offline Dating ja zunächst ungewisser Dinge in eine Bar geht, Bier trinkt, womöglich stundenlang erfolglos herumsteht. Dating ist also effektiver geworden. Das gleiche gilt für die Digitalisierung im Unternehmen – es ergibt wirtschaftlich gesehen einfach keinen Sinn, nicht auf den Zug aufzuspringen. Unsere Lieblingsaussage war letztlich aber: Klassisches Marketing ist nichts weiter als Kaffeesatzlesen – du hast eigentlich keine Ahnung, was die Zeitungsannonce oder das Plakat für eine Performance hat und wen du damit erreichst. Unser Fazit: Ein gelungener Start in den Tag mit dem Herrn Professor auf den knarzenden Holzbänken im Hörsaal 2.

2. Content Marketing – Alter Hut oder heißer Shice?

(Adrienne Becker, Anna Marquardt)

Key Learning: „Heißer Shice“, na klar! Aber gerne auch mal hinterfragen.

Die beiden Speakerinnen aus den Bereichen SEO und Social Media haben sowohl unterhaltsam, als auch fundiert und seriös ihre Sicht auf das Content Marketing präsentiert. Dabei haben sie nicht nur ihre Herangehensweise an Cases dargelegt, sondern auch erklärt, wie sich Content auf verschiedenste Online Marketing Kanäle auswirkt und eigentlich auf der Metaebene eine Verbindung zwischen SEA, Social Media und SEO schafft. Ein kurzer Exkurs zur Anfertigung von Personas als nützliches Hilfsmittel bei der Erstellung von Content brachte dem ein oder anderen Zuhörer eine gewinnbringende Erleuchtung: Wenn eine Persona folgende Eigenschaften aufweist – 1948 geboren in Großbritannien, Vater zweier Kinder, in zweiter Ehe und Hundeliebhaber – denkt man dann zuerst an Prince Charles oder an Ozzy Osborne? Beide würden jedenfalls auf die Beschreibung passen!

3. Synergien zwischen SEO und SEA: 6 praktische Beispiele

(Anna Marquardt, Nico Loges)

Key Learning: Keyword Planer ist nicht gleich Keyword Planer

Keyword-Recherche steht im SEA gleichbedeutend für den Google Keyword Planer. Im SEO nutzt man dagegen meist andere Tools. Das sollte aber nicht bedeuten, dass beide Kanäle nicht auch mal einen Blick in die jeweils anderen Tools werfen sollten. Die beiden Speaker aus den Bereichen SEA und SEO haben in ihrem Plädoyer für die engere Zusammenarbeit zwischen den Kanälen allerhand Beispiele angebracht, die in der täglichen Arbeit am Google Ads Account, bzw. bei der Content-Erstellung für die Website leicht implementiert werden können. Dazu zählte beispielsweise auch der Vergleich der Top Organic und Top Paid Keywords – sind diese Deckungsgleich oder zeigen sich hier Potentiale für den jeweils anderen Kanal? Aber auch der Blick auf die Suchergebnisseite als Ganzes sollte nicht vernachlässigt werden: Sind die SERP-Texte und SEA-Headlines aufeinander abgestimmt oder kommt es hier womöglich zu gegensätzlichen Aussagen?

4. Markenführung im digitalen Zeitalter: Kompass für mittelständische Unternehmen

(Christopher Spall)

Key Learning: “Marken werden durch Menschen gemacht!”

Dieses Zitat gilt laut Christopher Spall nach wie vor. Jedoch wird die Markenführung komplizierter, da immer mehr Parteien mit auf dem Platz stehen. Aus diesem Grund ist für den Aufbau einer Marke ein Kompass notwendig, mit dem man die Orientierung auf das Wesentliche nicht verlieren sollte.

Dabei rückte Christopher Spall in seinem Vortrag die folgenden Punkte in den Fokus der Betrachtung:

  • Identität ergründen: “Male nicht die Früchte an, sondern erkunde die Wurzeln.” Laut Spall ist die Voraussetzung für den Aufbau einer glaubwürdigen Marke, sich das Selbstbild und das Fremdbild der eigenen Marke bewusst zu machen und diese anschließend zusammen zu bringen. Eine glaubwürdige Marke kann in einem umkämpften Wettbewerb weitgehend ähnlicher Produkte den entscheidenden Vorteil generieren, der von Konkurrenten nur schwer nachahmbar ist. Dabei sollten lieber Ecken und Kanten herausgestellt werden, wenn sie der Wiedererkennung dienen.

Identität = Kompass + Kopierschutz für die Marke

  • Finde die Nr. 1 Position in einer bestimmten Kategorie: Ein Mensch nimmt täglich durchschnittlich rund 5.000 Marken wahr, behält aber nur fünf im Gedächtnis. Ziel ist, die stärkste Kategorie herauszuarbeiten, in der man erfolgreich ist. Niemand interessiert sich für den Zweitbesten. Auch den alleinigen Fokus auf Tradition reicht nicht aus. Ein Unternehmen sollte in der Lage sein, sich in einem einzigen Satz zu beschreiben, wofür man steht, um als Marke im Kopf der Menschen zu bleiben.

  • Lebensgefühl der eigenen Marke definieren: Empathie und Gefühle sind Komponenten, die vor der Übernahme durch Maschinen nach wie vor sicher sind. Vielmehr wird deren Bedeutung in Zukunft noch weiter steigen. Menschen arbeiten im Zuge des Digitalisierungswandels immer mehr mit Maschinen, demzufolge müssen Marken diese Lücke schließen.

Gefühlsmarken und -menschen werden die Stars von morgen sein!

Sarah ist seit Oktober 2017 als Trainee Teil des Projecter Teams. Sie übernimmt die Betreuung von Kunden in den Bereichen Social Media Marketing und Suchmaschinenmarketing

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