Recap: Online Marketing Konferenz Bielefeld 2016

Und Bielefeld existiert doch. Ich kann es beweisen denn ich war da zur ersten Online Marketing Konferenz Bielefeld. Mit Bielefelds Stadthalle haben die Organisatoren um Thorsten Piening eine gute Wahl getroffen. Zwei große Konferenzräume, mehrere kleine Seminarräume und ein großer Bereich zum networken boten viel Platz und schafften eine sehr angenehme Atmosphäre. Mit Stefan Wolk (Leiter Online Marketing Fielmann AG), Hakim Aceval (Head of Mid Market Sales Google Inc.), David Cordes (Digital Marketing Analyst Otto Group), Felix Beilharz (FelixBeilharz.de) und einigen mehr kamen sehr gute Speaker und Branchengrößen nach Bielefeld. Thematisch ging es von A wie Amazon Optimierung bis Z wie Zukunftsfähigkeit durch digitale Kompetenz. Eine ganze Reihe von Sessions bei denen für jeden Besucher etwas dabei gewesen sein dürfte.
Saal OMK Bielefeld
 
Für alle die nicht selbst anwesend waren, möchte ich hier kurz meine Learnings aus der Konferenz zusammenfassen:

1. Automatisch dynamisierte Webseiten können die Conversion Rate mehr als verdoppeln

In der Session „Data driven SEO als Conversion Booster“ von Herbert Hartung (CEO isa-media GmbH) ging es darum, wie es gelingt, dass Webseiten automatisiert für jeden Besucher individuellen Content ausspielen. Das heißt jeder User soll nur den Content angezeigt bekommen, der für ihn tatsächlich relevant ist. Hierzu empfiehlt Hartung eine Zielgruppenanalyse über empathische Methoden wie das Riemann-Modell und ein Rollen-Cluster. Hierbei geht es darum herauszufinden, wie die verschiedenen Zielgruppen ticken. In einem zweiten Schritt versetzt er die Seite in die Lage, jeden einzelnen Besucher aufgrund von Daten, die bei vorherigen Besuchen eingesammelt wurden, zu identifizieren. Der dritte Schritt ist das Regelwerk. Es erkennt den User, weiß durch die Analyse in ersten Schritt welche Inhalte er momentan benötigt und baut die Seite ad-hoc entsprechend dynamisch um. Am Ende sieht jeder User eine ganz auf ihn zugeschnittene Website. Was sich einfach anhört, ist nicht leicht umzusetzen. Besonders das Regelwerk erfordert eine ausgefeilte Strategie und ständige Anpassungen. Laut Hartung ist es ihm so bereits gelungen die Conversion Rate einer Websitevon 3% auf 8,5% zu steigern.

2. Keine Content Kampagne ohne Competitive Intelligence

Competitive Intelligence ist die Auswertung von frei verfügbaren Daten über die Wettbewerber. Philipp Klöckner (External Search Strategy Consultant u.a. Rocket Internet SE) plant keine Content Kampagne mehr ohne vorher die Kampagnen der Konkurrenz durchleuchtet zu haben. Sein Ziel ist es herauszufinden, was bei der Konkurrenz gut und was schlecht performt hat. Klöckner empfiehlt eine grundsätzliche Analyse allgemeiner SEO-KPI wie Traffic, Traffic-Quellen, Backlinks, Bounce-Rates, Verweildauern und Social Signals bei Kampagnenlandingpages. Darüber hinaus plädiert Klöckner für ein dauerhaftes Monitoring der Wettbewerber über intelligente Alerts, Newsletterabos, den regelmäßigen Blick in Unternehmens-, Handels- und Patentregister sowie in die robots.txt, die Sitemap usw. Eine nicht zu unterschätzende Quelle von Insights seien auch Portale wie Youtube, Slideshare und Kununu. Konferenzmitschnitte auf Youtube oder Präsentationen über Innovationen und Co., die auf Slideshare landen und Bewertungen ehemaliger Mitarbeiter enthielten oft interessante Informationen. Abschließend rät Klöckner dazu, sich auch die Display Ads, Facebook Ads, TV Ads usw. der Konkurrenz anzusehen, um daraus für eigene Maßnehmen zu lernen. Natürlich geht das beschriebene nicht ohne Tools. Welche Tools genutzt werden können und sollten, beschreibt Klöckner hier.

3. Acht Trends in der Online-Nutzung

In der Session „Conntected Consumer – das unbekannte Wesen“ von Walter Freese (Associate Director TNS Infratest Digital Centre) ging es um die TNS Infratest Studie „Connected Live“. Für die Studie wurden 60.500 Personen in 50 Ländern befragt. Laut Freese deckt die Studie damit gut 90% der Online User weltweit ab. Folgende 8 Trends wurden bei der Auswertung erkannt:

  1. Insgesamt scheint das Wachstum an Devices zu stagnieren. Allerdings ist weiterhin eine klare Umverteilung weg von stationären Rechnern hin zu mobile Devices zu beobachten.
  2. Die Anzahl der genutzten Netzwerke/Plattformen nimmt zu. Während 2014 durchschnittlich 6,2 Netzwerke und Plattformen genutzt wurden, waren es 2015 schon 8,5. Weltweit stehen Instant Messaging Dienste an erster Stelle. Es folgen Soziale Netzwerke, Gaming-Anwendungen und News-, Sport- und Wetterportale.
  3. Die parallele Nutzung mehrerer Devices steigt weiter. User erwarten, dass Dienste über verschiedene Geräte hinweg reibungslos funktionieren.
  4. Die Bewegtbildkommunikation verschiebt sich weiter vom klassischen TV zu on-demand Diensten wie Youtube, Online TV und Netflix sowie in soziale Netzwerke wie Facebook.
  5. Die Nutzung von Apps steigt zu Lasten mobiler Websites.
  6. User sind immer stärker bereit, personenbezogene Daten gegen einen Mehrwert wie individuelle Angebote zu tauschen.
  7. Kombinationen aus stationärem Handel und E-Commerce nehmen zu. Darüber hinaus steigt die Bedeutung von M-Commerce.
  8. User verlangen stärker nach disruptiven Geschäftsmodellen wie Airbnb, Uber, und dem DollarShaveClub.

 
OMKB 2016    OMKB 2016 Vortrag
Insgesamt war die OMKB 2016 eine sehr lohnenswerte Erfahrung. Ich habe mich wohl gefühlt und konnte einige neue Anregungen mitnehmen. Und am Ende gab es sogar noch eine Portion Zucker, um gestärkt den Heimweg anzutreten.
Kuchen

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vor 8 Jahren

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