SEA News – Kick-off 2026: Von ChatGPT Ads bis zu individuellen Reports bei Amazon
Willkommen zur ersten SEA-Ausgabe in 2026 – es wird Zeit für ein Update! Was hat sich über den Jahreswechsel auf den Plattformen so getan? OpenAI testet jetzt Ads in ChatGPT, Google hat das Universal Commerce Protocol veröffentlicht und Amazon kündigte für seine Werbeplattform neue Anzeigentypen und Optionen, wie eine individuelle Reporting-Oberfläche, an. Das und mehr haben wir wie gewohnt für euch zusammengetragen.
KI News
OpenAI bringt Werbung in ChatGPT
Laut OpenAI-Chef Sam Altman werden wir künftig Werbeanzeigen in der kostenlosen Version von ChatGPT angezeigt bekommen; außerdem startet OpenAI parallel dazu das neue, günstigere Abo-Modell, „ChatGPT Go“, das ca. 8 US-Dollar pro Monat kosten wird. In den USA läuft der Test der Anzeigen bereits. Die als „Sponsored“ gekennzeichneten Ads sollen am Ende der Antworten zu sehen sein. Diese sollen nicht durch die Werbung beeinflusst werden.
Altman hatte lange gezögert, Werbung in ChatGPT einzuführen, da er Ads in KI-Assistenten 2024 z. B. noch als „letztes Mittel“ bezeichnete, wodurch das Vertrauen der Nutzer*innen schwinden könnte. Doch auch OpenAI braucht Geld: Die Einnahmen der Abos sollen wohl bei weitem nicht ausreichen, um die Ausgaben für Rechenpower und Modelltraining zu decken. Zuletzt häuften sich außerdem die Abo-Kündigungen, während die Marktanteile von KI-Konkurrenten wie Google oder Anthropic stark gestiegen sind.
Mit OpenAIs Einstieg in Ads geht das große Interesse von Werbetreibenden an ChatGPT Hand in Hand: Den KI-Assistenten nutzen inzwischen rund 800 Millionen wöchentlich aktive Nutzer*innen. Dazu kommt, dass User bei KI-Assistenten ihre Produktwünsche und Anliegen offenbaren wie bei keiner Suchmaschine oder Plattform zuvor. Kein Wunder also, dass Altman dem irgendwann nachgibt. Wir halten euch auf dem Laufenden!
Das Universal Commerce Protocol von Google
Google hat diesen Monat das Universal Commerce Protocol (UCP) vorgestellt, einen neuen technischen Standard, der 2026 deutlich mehr Bewegung in das Thema Shopping über KI bringen könnte. Bisher fungierten KI-Assistenten als Suchmaschinen, die Produkte zwar finden, aber nicht selbstständig kaufen konnten. Mit dem UCP bekommen Online-Shops und KI-Assistenten eine gemeinsame Sprache und können miteinander kommunizieren. Durch das Protokoll können KI-Systeme dann Produktinformationen, Preise und Verfügbarkeiten nicht nur lesen, sondern den eigentlichen Kaufprozess inklusive Bezahlung im Auftrag der Nutzer*innen durchführen.
Google steht dabei nicht alleine da, sondern hat sich für die Entwicklung Partner wie Shopify, Paypal, Visa und Mastercard ins Boot geholt. Im Rahmen der Vorstellung des UCPs wurde auch ein neues Checkout-Feature vorgestellt, das in den USA für den AI Mode und die Gemini App gelauncht werden soll. Die Zahlung funktioniert zum Start erstmal nur über Google Wallet, Paypal soll folgen.
Google Ads
Whitepaper: Mehr Reichweite mit AI Max 🤖
Schluss mit der mühsamen Keyword-Recherche: Mit der Funktion AI Max lässt sich in Google Ads einfach erkennen, wonach die eigenen Kund*innen wirklich suchen. Die KI spielt eure Anzeigen passgenau aus und optimiert sogar Texte und Zielseiten für eine maximale Klickrate.
Wir haben die Funktion getestet und zeigen euch in unserem kostenfreien Whitepaper anhand echter Daten, ob sich der Einsatz für euer Budget lohnt und wie ihr mit AI Max starten könnt – jetzt herunterladen!
Local Inventory-Feeds
Anfang Januar gab Google eine große Änderung im Bereichs Feeds per E-Mail bekannt: Werbetreibende, die neben Produkten aus ihrem Onlineshop auch Produkte aus physischen Läden bewerben, müssen ab März sicherstellen, dass ihre lokalen Produkte separate Produkt-IDs besitzen, wenn sich deren Attribute von den Attributen de Online-Angebote unterscheiden. Google nutzt die Onlineprodukte Start März als Defaultprodukte. Unternehmen, die sowohl Online- als auch lokalen Bestand bewerben, sollten sich bereits jetzt um die Umsetzung der neuen Anforderung kümmern, um ihre Feeds weiter problemlos nutzen zu können.
Neue Möglichkeiten für Demand-Gen-Kampagnen
Für den Kampagnentyp Demand Gen haben wir (noch im Dezember) endlich die Möglichkeit erhalten, auf Kampagnenebene eine Ausrichtungsmethode festzulegen. Wie bei allen anderen Kampagnentypen können wir zwischen den Optionen „Interesse für oder Präsenz in meinem Zielgebiet“ oder “Präsenz in meinem Zielgebiet” wählen. Durch die Kontrolle über die Ausrichtungsmethode können Streuverluste reduziert werden.

Außerdem erlaubt es Google Ads nun auch, Google Maps als Werbekanal explizit auszuwählen oder auszuschließen. Auch durch diese Funktion können Streuverluste minimiert werden. Zusätzlich kann die Performance von Demand-Gen-Kampagnen verbessert werden, falls der Kanal Google Maps nicht gut performt und deswegen von der Bewerbung ausgeschlossen werden sollte.

Updates für Performance-Max-Kampagnen
Google Ads hat für Performance-Max-Kampagnen den Import von Videos vereinfacht. Bislang konnten Videos nur über einen direkten Upload von Videodateien in Google Ads oder über YouTube verfügbar gemacht werden. Seit Dezember können Videos über den Tab „Soziale Medien“ aus sozialen Netzwerken oder über den Tab „Merchant Center“ aus dem mit dem Account verbundenen Merchant Center gewonnen werden. Google vereinfacht auf diesem Weg die Distribution von Creatives und spart uns gleichzeitig Zeit.

Kleine Kundenabgleichslisten
Google hat uns Ende Dezember noch mit einem kleinen Weihnachtsgeschenk überrascht und die Mindestanzahl an Personen für Kundenabgleichlisten auch für Display- und Videokampagnen von 1000 auf 100 gesenkt. Für kleinere oder nischigere Unternehmen mit kleineren Kundenlisten wird so der Einstieg in die Kampagnentypen am oberen Funnel vereinfacht.
Neuer Reiter „Investitionsstrategie“
Google hat den Empfehlungstab erweitert. Im Reiter „Investitionsstrategie“ gibt Google Ads Empfehlungen, in welchen Kampagnen zusätzliches Budget eingesetzt werden kann, um die Leistung des Kontos zu steigern. Über ein Dropdown-Menü können Klicks, Conversions oder Conversion-Wert als primäre Kennzahl gewählt werden.

Microsoft Ads
Priorität von Suchkampagnen und Performance Max im Vergleich
Navah Hopkins, die Microsoft Ads Liaison, hat im vergangenen Monat die Priorität von Suchkampagnen und Performance Max konkretisiert. Dabei haben Suchkampagnen mit genau passenden Keywords immer Vorrang vor Performance Max. Bei allen anderen Kombinationen entscheidet der Anzeigenrang darüber, welcher Kampagnentyp eine Anzeige platzieren darf.
Auch in Copilot werden Anzeigen aus Suchkampagnen mit genau passenden Keywords geschaltet, jedoch schätzt Hopkins die Möglichkeit, dass eine Konversation ein genau passendes Keywords triggern kann, als sehr gering ein. Performance Max und breiter streuende Keywords haben hier eine höhere Chance, Anzeigen zu platzieren.
Amazon Ads
Amazon Ads Unboxed
Ende letzten Jahres fand Amazon Ads Unboxed statt, das Event, auf dem Amazon neue Lösungen für Amazon Ads vorstellt. Die drei spannendsten Ankündigungen wollen wir euch kurz vorstellen, auch wenn diese noch nicht alle für den deutschsprachigen Markt verfügbar sind:
Sponsored Products Videoanzeigen
Amazon bietet mit Sponsored TV zwar bereits einen Weg an, um mit Video-Content zu werben, aber der Kampagnentyp konzentriert sich auf den Upperfunnel-Bereich. Anzeigen aus Sponsored TV Kampagnen werden bei Prime Video, Twitch und weiteren Streamingdiensten platziert, was gewisse Anforderungen an das Videomaterial nach sich zieht, die nicht für alle Werbetreibenden machbar sind.
Der neue Anzeigentyp „Sponsored Products Videoanzeigen“ wird in der Produktsuche von Amazon ausgespielt und ist daher deutlich weiter unten im Salesfunnel angesiedelt. Für Werbetreibende, die sofort ROI sehen möchten, ist er deutlich attraktiver als Sponsored TV. Sponsored Products Videoanzeigen sind aktuell aber erstmal nur als Beta in den USA verfügbar.

AI Prompts via Sponsored Products
Amazon testet aktuell in den USA das Schalten von Anzeigen bei Rufus, Amazons KI-Kaufberatung, mit den Kampagnentypen „Sponsored Products“ und „Sponsored Brands“. Selbst einbuchen kann man die Prompt-Anzeigenplatzierungen nicht. Sobald Sponsored Products und Sponsored Brands in Prompts Anzeigen schalten, kann man dies über einen Bericht einsehen und die Performance überprüfen.

Individuelle Berichte
Endlich, endlich, endlich können wir uns eigene Berichte in Amazon-Ads-Accounts erstellen, statt vorgefertigte Berichte zu gesponserten Anzeigen nutzen zu müssen. Die neue Reportingoberfläche ist nämlich bereits live für den deutschsprachigen Markt. Das bietet natürlich deutlich mehr Möglichkeiten und Insights beim Reporting.






