Social Media Auslese Dezember 2019

geschrieben am in der Kategorie Social Media Marketing von

2019 ist vorbei und es war in allen Belangen ein ereignisreiches Jahr. Skandale und Aufreger, spannende News und neue Funktionen der Plattformen und tiefgreifende Diskussionen über den Umgang mit selbigen haben das Social Media-Jahr geprägt. Die letzten News der vergangenen Dekade lest ihr in unserer Auslese.

In der folgenden Ausgabe liefern wir euch noch einmal einige spannende Infos zu allen aktuell relevanten Netzwerken, darunter unter anderem zu:

  • neuen Reporting-Funktionen bei Facebook
  • dem Umgang von Facebook mit nicht freigegebenen Standortdaten
  • dem Einsatz von KI im Kampf gegen Diskriminierung auf Instagram
  • zum Verhältnis Twitter und Politik

In diesem Sinne freuen wir uns auf weitere spannende Jahre im Social-Media-Kosmos.

Facebook

Facebook – der Standortdatenspeicher ohne Opt-out

In einem Dokument, das kürzlich durch den US-amerikanischen Senator Josh Hawley veröffentlicht wurde, räumt Facebook ein, Standortdaten der Nutzer auch dann zu sammeln, wenn diese die Standortfunktion in den Einstellungen vorab deaktiviert haben.

Wie bei t3n zu lesen, handelt es sich zwar „nur“ um grobe Daten zum Standort, dennoch will sich Hawley dafür einsetzen, mit dem Kongress gegen ein solches Verfahren vorzugehen, da den Nutzern mangels einer Opt-out-Funktion die Kontrolle über die eigenen Daten entzogen würde.

Die Standortdaten werden laut des Netzwerkes vor allem erhoben, um personalisierte Werbung ausspielen und sich darüber finanzieren zu können. Auch diene die Erhebung der Daten der Sicherheit der Nutzer, da so bei ungewöhnlichen Anmeldungen ein Hinweis an die Nutzer ergehen könnte. Über den Prozess der Erhebung gibt es ebenfalls eine Auskunft durch Facebook: Rückschlüsse auf die Standorte werden etwa über die Auswertung der IP-Adressen beim Zugriff auf die Unternehmens-Server gezogen.

Darüber hinaus wird ausgewertet, an welchen Veranstaltungen und Events die Nutzer Interesse zeigen und wo diese wann stattfinden, genauso werden Infos aus Marketplace-Verkäufen ausgewertet und den Nutzerprofilen zugeordnet. Wird ein Nutzer auf einem Foto markiert, nutzt das Netzwerk auch die eventuell ersichtlichen Standortdaten in der hochgeladenen Datei und ordnet diese zu.

Facebooks „Topics and Trends“ 2020

 

Quelle: Facebook

Facebook hat seinen jährlichen „Topics and Trend“-Report veröffentlicht und die Ergebnisse sind wie immer sehr spannend. Nachhaltigkeit ist – wenig überraschend, aber trotzdem durch eindrucksvolle Zahlen belegt – DAS weltweite Trend-Thema.

Was darüber hinaus ebenfalls thematisiert wurde und wie die Zahlen zustande kommen, könnt ihr hier nachlesen: 2020 Topics and Trends Report

Neue Reporting-Möglichkeiten bei FB

Wie das Search Engine Journal berichtete, stellt Facebook nun 3 neue Reporting-Tools zur Verfügung

  • Erstellen eigener benutzerdefinierter Metriken für Reports
  • Conversion Path Reporting: noch bessere Einblicke in den Conversion-Weg der Kunden nach Touchpoints
  • Kontoübergreifendes Reporting innerhalb eines Business Managers

 

Markiert zu sehen ist die Möglichkeit eigene Metriken zu erstellen, die im Report gemessen werden sollen und eine Spalte, welche den Namen der entsprechenden Accounts zeigt. So kann die Performance verschiedener Konten schnell, einfach und direkt verglichen werden. Quelle: SEJ

Instagram

Instagram Fact-Check

Schon vor einiger Zeit führte Instagram einen Fakten-Check durch Dritte auf der eigenen Plattform ein. Bislang wurden nur Beiträge aus den USA gecheckt, nun berichtet Social Media Today, dass das Programm auf weitere Länder ausgerollt wurde. Falsche Infomationen werden markiert, die Nutzer haben aber auch die Möglichkeit zu prüfen, wieso ein Posting geflaggt wurde.

Faktencheck auf Instagram. Das Netzwerk erweitert ein Programm, um falsche Informationen in Postings durch Dritte aufdecken zu lassen. Quelle: Social Media Today

Künstliche Intelligenz im Kampf gegen Diskriminierung

Da es neben den vielen weiteren Quellen von Hass und Diskriminierung auch auf Instagram offenbar viele Menschen gibt, die nicht wissen, dass es nicht einmal im Internet nicht cool ist, sich wie ein Idiot aufzuführen, schafft die Plattform laut The Verge Abhilfe. Neben ähnlichen Funktionen in den Kommentaren und der Möglichkeit, die eigenen Bullies zu bannen, rollt Instagram nun in einigen Ländern ein KI-Feature aus, das warnt, wenn der eigene Post z.B. diskriminierend ist. (Posten kann man dann im Zweifel aber trotzdem.)

Global kommt das Ganze dann in den nächsten Monaten zum Einsatz.

Wird erkannt, dass eine Caption beleidigend oder diskriminierend ist, zeigt Instagram in einigen Ländern nun eine Warnung an, die den Nutzer darauf hinweist. The Verge berichtet, dass bereits gute Erfahrungen gemacht wurden, die User anzustoßen und zum Überdenken des eigenen Postings zu bewegen. Quelle: The Verge

Altersabfrage auf Instagram

Laut Reuters verlangt Instagram künftig eine Altersangabe bei der Erstellung neuer Accounts. Nach eigener Aussage soll das dabei helfen, keine unpassende Werbung an Minderjährige auszuspielen und außerdem weitere fördernde Maßnahmen mit sich bringen. Erfahrungsgemäß ist es natürlich nicht schlecht zu wissen, wie alt seine Nutzer sind – vor allem aus Marketinggründen.

Andere

 TikTok präsentiert die 100 besten Videos aus diesem Jahr. Möglicherweise eine hilfreiche Anlaufstelle, um die Plattform ein bisschen besser zu verstehen.

 Unter dem Namen Bluesky will Twitter einen offenen und dezentralen Social-Media-Standard entwickeln.

 Twitter hat nach seiner Ankündigung des Verbots politischer Werbung nun auch eine feste Definition von dem abgelegt, was genau darunter zu verstehen ist.

Björn unterstützt das Projecter-Team seit Juni 2017. Nach dem Traineeship arbeitet er nun als Specialist im Bereich Social Media und unterstützt Kunden auf nationaler und internationaler Ebene.

Einen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder