OpenAI monetarisiert, Google kontert – Willkommen zu den Ad Wars 2026 | Projecter Weekly #7 2026
OpenAI hat weitere Insights zu seinen Premium-Ads veröffentlicht und auch Google schläft angesichts des neu eröffneten Werbemarktes nicht.
Diese Woche erfahrt ihr außerdem …
🤖 Was Anthropic zum erfolgreichen Underdog KI-Anbieter macht,
🤳 Wie es um die Social-Verbots-Debatte in Deutschland steht,
🎁 Warum ihr die SMX gerade 2026 nicht auslassen solltet.
KI News
OpenAI gibt weitere Einblicke in seine Ads, Google kontert
OpenAI hat weitere Details zu den kommenden Anzeigen veröffentlicht, darunter auch einen Screenshot mit einer Beispielanzeige. Seit Februar 2026 testet das Unternehmen erstmals Werbeanzeigen in seinem Chatbot für Nutzer*innen der kostenlosen Version und des Spar-Abos in den USA.

Auf den ersten Blick erkennbar ist, dass sich die Ads klar von den Antworten durch die Kennzeichnung „Sponsored“ abheben und neben den Bestandteilen, die wir von Google-Anzeigen kennen, auch weiterführende Infos zu den Produkten angezeigt werden. Was die Ads zu den sogenannten „Conversational Ads“ macht: Nach dem Klick darauf sollen die User einen Dialog direkt im selben Chatfeld mit der werbenden Marke führen können. Das „Agentic Commerce Protocol (ACP)“ in Kombination mit dem Zahlungsdienstleister Stripe soll ChatGPT zukünftig zu einem umfassenden Einkaufsassistenten machen. Auf LinkedIn werden außerdem mittlerweile Ansichten der Ad-Einstellungen geteilt:

Quelle: Juozas Kaziukėnas auf LinkedIn
In Anbetracht der ersten Berichte zu Ad-Preisen positioniert OpenAI ChatGPT bewusst als Premium-Kanal. Das zeigen auch die ersten Werbekunden, zu denen z. B. Target, Ford und Adobe gehören. Die Personalisierung der Anzeigen ist standardmäßig aktiviert, User können sie aber auch ausschalten. Minderjährige sehen keine Ads; ebenso werden bei den Anzeigen Themen wie Politik, Gesundheit und Mental Health ausgeklammert und auch regulierte Branchen wie Finanzdienstleister sind ausgeschlossen.
Allen KI-Anbietern voran eröffnet OpenAI damit einen riesigen Werbemarkt – und Google schläft natürlich nicht. Laut Berichten von F.A.Z. Digitalwirtschaft hat der Suchmaschinenriese nur zwei Tage nach dem Werbestart in ChatGPT seine eigene KI-Werbestrategie für dieses Jahr öffentlich gemacht. Anders als OpenAI scheint Google weniger davor zu zögern, Werbetreibenden seine Platzierungen direkt in den KI-Antworten des AI Mode anzubieten, z. B. auch personalisierte Rabatte in Echtzeit. Die technische Grundlage dafür bietet das Universal Commerce Protocol (UCP); das Interesse an Googles Lösungen sei jetzt schon immens.
Die Investitionen in KI-gestützte Suchwerbung allein in den USA sollen laut Marktforscher*innen deutlich anziehen: von etwas über einer Milliarde US-Dollar im Jahr 2025 auf rund zwei Milliarden im laufenden Jahr – und bis 2029 sogar auf knapp 26 Milliarden US-Dollar. Prognostiziert wird ein kompletter Shift im Digitalmarketing hin zu KI-Assistenten. Dauert unserer Meinung nach noch eine Weile, aber die KI jetzt schon der Aufbereitung des eigenen Contents zu berücksichtigen, dürfte auf keinen Fall schaden.
PS: Ihr braucht Starthilfe für euer Unternehmen beim Thema KI? Meldet euch bei uns, wir helfen euch gern. 🤖 ✉️
Wenn wir schonmal beim Thema KI-Optimierung sind: So werdet ihr zur Quelle für ChatGPT & Co.
LinkedIn hat einen Guide veröffentlicht, der übersichtlich zusammenfasst, wie man eigene Inhalte für KI-Modelle fit macht. Zugegeben, die Tipps sind nicht neu. Aber wer einen kompakten Einstieg in das Thema sucht, für den bringt der Guide das Thema gut strukturiert auf den Punkt.
Ein wichtiges Learning: Startet wichtige Abschnitte mit einer prägnanten Antwort von 30 bis 80 Wörtern, bevor Ihr ins Detail geht. Warum? KI-Modelle lieben mundgerechte Info-Häppchen. Sie können sie extrem leicht extrahieren und als direkte Antwort ausspielen. So erhöht Ihr die Chance, dass euer Text in KI-Antworten zitiert.

Anthropic geht seinen eigenen Weg
Dass die KI Claude von Anthropic ein ernstzunehmender Konkurrent auf dem Markt geworden ist, dürfte kein Geheimnis mehr sein: Jetzt hat das Unternehmen bei einer neuen Finanzierungsrunde nochmal 30 Milliarden US-Dollar eingesammelt und ist laut Doppelgänger Update mit einem Kapital von 380 Milliarden nicht mehr extrem weit entfernt von den 500 Milliarden von OpenAI. Microsoft und NVIDIA haben dabei ihre bestehenden Zusagen von allein 15 Milliarden eingelöst. Mehr zu den Lead-Investoren sowie eine gelungene Analyse des Mega-Deals solltet ihr direkt bei Philipp Klöckner selbst nachlesen – jedenfalls scheinen mittlerweile viele Unternehmen beim KI-Wettrennen nicht mehr nur auf OpenAI, sondern gleich auf mehrere Pferde zu setzen.
Anders als seine größten Konkurrenten OpenAI und Google verfolgt Anthropic aktuell konsequent die Strategie, dass Claude werbefrei bleibt, und bewirbt dies auch recht prominent – zuletzt z. B. in Werbespots beim Super Bowl. Auch der Fokus auf Ethik, Machtbegrenzung und gesellschaftliche Verantwortung ist im Vergleich bisweilen das Alleinstellungsmerkmal von Anthropic, etwa mit der regelmäßigen Aktualisierung von Claudes Constitution.
Dem gegenüber steht der Fakt, dass Anthropic aktuell der einzige Anbieter ist, dessen Modelle im Rahmen eines 200-Milliarden-Dollar-Auftrags in den geheimen Systemen des US-Verteidigungsministeriums genutzt werden – und dabei nun aufgrund seiner Prinzipien auf Schwierigkeiten stößt. So wolle Anthropic nicht, dass seine Modelle für autonome Waffensysteme oder zur massenhaften Überwachung von US-Bürger*innen genutzt werden. Das Pentagon droht daraufhin aktuell, das KI-Unternehmen als „Risiko für die Lieferketten“ einzustufen und die Nutzung von Anthropic-Modellen auch allen weiteren seiner Kooperationspartner zu untersagen. Wie es auch weitergeht, Anthrophic ist den Modellen der Konkurrenz laut Berichten „weit voraus“ und sieht sich offenbar in einer guten Position, um selbst das US-Verteidigungsministerium herauszufordern.

Die Umsetzung des AI Acts nimmt Form an: Bundesnetzagentur als zentrale Aufsichtsstelle
Das Bundeskabinett hat letzte Woche seinen Gesetzesentwurf für die Umsetzung der europäischen KI-Verordnung (AI Act) auf den Weg gebracht und schafft damit einen verbindlichen Rechtsrahmen für den Einsatz von KI. Die neu beschlossenen Vorschriften der Verordnung treten im August 2026 in Kraft und sollen einen europaweit einheitlichen Rahmen für die Entwicklung und den Einsatz von KI schaffen. KI-Anbieter werden dementsprechend zukünftig mehr in die Pflicht genommen; neben sogenannten Hochrisiko-KIs (z. B. Kredite, Personal oder die kritische Infrastruktur betreffende KIs) müssen auch normale Chatbots verschiedene Transparenzpflichten einhalten. Zentrale Aufsichtsstelle der Verordnung wird die Bundesnetzagentur.
Mehr KI News im Ticker
Was diese Woche noch so reingeflattert ist:
- Meta startet „Manus Agents“: Dabei geht es um KI-Agenten mit Langzeitgedächtnis, Tool-Integrationen und Steuerung via Messenger-Apps wie WhatsApp oder Telegram. OpenAI, Meta und Google setzen damit klar autonome Agents.
- Amazon plant einen KI-Lizenzmarktplatz: Dabei sollen Verlage ihre Inhalte direkt an KI-Unternehmen zum Modelltraining lizenzieren können.
- WordPress.com integriert einen eigenen KI-Assistenten: Er soll Texte überarbeiten, Designs anpassen, Bilder generieren und Inhalte erstellen können.
- OpenClaw-Gründer wechselt zu OpenAI: Der Wiener Entwickler Peter Steinberger, Erfinder des KI-Agenten OpenClaw, schließt sich OpenAI an. OpenClaw soll ein unabhängiges Projekt bleiben und in eine von OpenAI unterstützte Stiftung überführt werden.
Search 2026: Seid ihr bereit? 🚀

Unser SEA Manager 2026 Starter Pack steht – und eines der allerwichtigsten Tools für unser Q1 ist ganz klar das Ticket für die SMX München, bei der wir jedes Jahr dabei sind. Diesmal steht unsere Team Lead SEA Laura Nelle auf der Bühne und zeigt, wie Demand Gen und Video Assets die Strategie revolutionieren.
Die SMX München vom 10. bis 11. März 2026 bringt über 70 Sessions, Deep Dives und Roundtables zu SEO, PPC, Ecommerce, Content & AI zusammen – der Treffpunkt für alle, die Search strategisch weiterdenken wollen.
Sehen wir uns dort? 🚀 Infos und Tickets gibt’s hier 👉 smxmuenchen.de
Übrigens: Mit dem Code „projectermuc26“ bekommt ihr 15 % Rabatt auf den Ticketpreis – let’s go! 🤫
Social Media
Jugendschutz 3.0: SPD plant Social-Media-Verbot für unter 14-Jährige
Die SPD-Bundestagsfraktion bringt mit einem neuen Positionspapier nun auch Bewegung in die deutsche Debatte: Ein striktes Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren steht im Raum. Außerdem schlägt die Partei ein Stufenmodell vor:
- Unter 14 Jahre: Komplettes Nutzungsverbot für Plattformen wie TikTok oder Instagram.
- 14 bis 16 Jahre: Verpflichtende Jugendversionen der Apps. Diese müssen ohne „Sucht-Features“ wie Endlos-Scrollen, Autoplay oder algorithmische Personalisierung auskommen.
- Ab 16 Jahre: Algorithmische Feeds sollen standardmäßig deaktiviert sein (Opt-in-Pflicht).
Um diese Verbote wirksam durchzusetzen, plant die SPD eine Verifizierung über die EUDI-Wallet (EU Digital Identity Wallet). Das würde bedeuten, dass Jugendliche unter 16 Jahren nur über den Identitätsnachweis ihrer Erziehungsberechtigten Zugang erhalten.
Vizekanzler Lars Klingbeil unterstützt den Vorschlag und mittlerweile hat auch Bundeskanzler Friedrich Merz seine Unterstützung für ein Verbot von Social Media für Kinder und Jugendliche generell öffentlich gemacht. Kritiker*innen warnen weiterhin davor, dass dadurch der Aufbau von Medienkompetenz erschwert würde. Zudem bleibe unklar, wie Plattformen technisch verhindern wollen, dass Jugendliche die Sperren einfach umgehen.
Ein digitaler eiserner Vorhang: Russland riegelt WhatsApp, Facebook und Instagram ab
Im Februar hat die russische Regierung den Zugang zu WhatsApp, Facebook und Instagram für die eigene Bevölkerung nahezu vollständig gekappt. Während Facebook und Instagram bereits seit 2022 als „extremistisch“ eingestuft waren, markiert die Totalblockade von WhatsApp – dem mit über 100 Millionen Nutzer*innen wichtigsten Messenger des Landes – einen radikalen Wendepunkt in der russischen Internetpolitik.
Die russische Medienaufsicht Roskomnadzor hat die Domains der Meta-Dienste aus dem nationalen Domain-Name-System (NDNS) gelöscht. Das Ergebnis: Ohne komplexe VPN-Workarounds sind die Dienste für Durchschnittsnutzer*innen unerreichbar – es geht also von der Zensur zur Isolation. Die Bevölkerung soll stattdessen die staatseigene Messenger-App MAX nutzen.
Zuckerberg sagt im Prozess um Social-Media-Suchtpotenzial aus
Im aktuellen US-Prozess um das Suchtpotenzial sozialer Medien hat Meta-CEO Mark Zuckerberg erstmals persönlich ausgesagt und Meta gegen die Klage einer 20-jährigen Frau verteidigt. So brachte er z. B. an, dass der Facebook-Konzern keine Ziele für Nutzungszeiten seiner Apps mehr setze. Dennoch räumte er Mängel bei der Alterskontrolle der Nutzer*innen seiner Netzwerke ein. Die aktuellen Verfahren könnten wegweisende Wirkung für ähnliche Klagen haben.
Lesetipps & Empfehlungen
Brauchen wir 2026 überhaupt noch eine Website?
Die kurze Antwort: Ja. In einer aktuellen Folge des Podcasts „Search Off the Record“ gehen Martin Splitt und Gary Illyes vom Google Search Relations-Team der Frage nach, ob das Web im Zeitalter von Apps, Social Media und KI-Chatbots am Ende ist. Die Experten sind sich einig: Das Web ist nicht tot, aber seine Rolle wandelt sich radikal. Die Website von 2026 fungiert weniger als klassische „Broschüre“ für menschliche Besucher*innen, sondern vielmehr als hochstrukturiertes Daten-Interface für KI-Agenten. Sie bleibt die einzige „Single Source of Truth“, die ihr selbst kontrolliert – und die KIs als verlässliche Wissensquelle dient. Hört doch selbst mal rein. 🎧






