SEA Auslese Februar 2020

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Google, Microsoft und Amazon erwachten im Februar aus dem Winterschlaf und brachten uns zahlreiche neue Funktionen und Updates mit. Neue Market Insights im Merchant Center und das Tracking von Micro-Conversions sind nur zwei der Highlights, die wir in der aktuellen SEA Auslese für euch zusammenfassen.

Google Ads

Digitalsteuer in Österreich

Die seit Januar 2020 geltende Digitalsteuer in Österreich wurde ursprünglich eingeführt, um global agierende Internetgiganten wie Google, Facebook, Amazon & Co. stärker zur Kasse zu bitten. Nun scheint es aber doch anders zu kommen. Google plant offenbar, die Digitalsteuer im Laufe dieses Jahres auf die Advertiser umzulagern. Damit würden Google Ads Schaltungen in Österreich um 5% teurer werden, so auch z.B. für deutsche Unternehmen, die in Österreich Anzeigen schalten. Auch Amazon und Facebook werden vermutlich früher oder später eine ähnliche Richtung einschlagen. Entschieden ist allerdings bislang noch nichts. Wir informieren euch selbstverständlich über die weiteren Entwicklungen.

Tracking von Micro-Conversions

Google Ads bricht die Conversion-Aktionen „Purchase“ und „Lead“ auf und macht es so einfacher, Micro-Conversions wie „In den Einkaufswagen“ oder „Bezahlvorgang starten“ zu tracken. Dank der granularen Optionen können auch kleinere Konten mit wenigen Leads oder Verkäufen von Smart Bidding profitieren. Auch Full Funnel Strategien lassen sich damit einfacher im Konto abbilden. Für die verschiedenen Phasen der Customer Journey können unterschiedliche Micro-Conversions definiert werden, die jeweils zur Optimierung und Erfolgsmessung herangezogen werden können.

Quelle: Google Ads

Wir haben die neuen Conversion-Aktionen schon in einigen Konten entdecken können. Wann sie für alle verfügbar sein werden, ist bislang noch nicht bekannt.

 

Shopping Ads nun auch in Gmail, YouTube und Discover

Ab dem 4. März werden Standard-Shopping-Kampagnen (Produkt- sowie Showcase-Anzeigen) auch in Gmail, YouTube und Discover ausgeliefert, wenn die entsprechende Option in den Einstellungen aktiviert ist. Wir konnten die Option schon eher in den Kampagnen sehen, also prüft unbedingt die Einstellungen eurer Shopping Kampagnen.
Reportet wird die Performance der Netzwerke leider nicht einzeln, sondern insgesamt als Display Netzwerk in den Segmenten dargestellt.

 

Neue Market Insights im Merchant Center

Im Tab „Wachstum“ findet ihr im Merchant Center einen neuen Bericht mit dem schönen Namen „Wettbewerbsfähigkeit des Preises„. Das Programm befindet sich aktuell noch in der Betaversion und muss aktiviert werden. Wie der Titel schon suggeriert, zeigt der Bericht, wie die eigenen Produktpreise im Vergleich zu denen der Google Shopping Konkurrenten dastehen. Die Auswertung erfolgt nach Kategorie, Land und Marke und von dort ausgehend auch runter bis auf die Produktebene.
Ein sehr spannendes Tool, dessen Ergebnisse aber wie immer mit Vorsicht zu genießen sind.
Je nachdem wie viele andere Händler die gleichen Produkte verkaufen und wie hoch bzw. niedrig das Suchvolumen ist, gibt es für einen Teil der Produkte auch keine verfügbaren Daten zur Wettbewerbsfähigkeit.
Wichtig für die Einordnung der Ergebnisse ist auch, dass es sich beim “aktuellen Vergleichspreis” um den durchschnittlichen nach Klicks gewichteten Preis handelt. Heißt also, dass beliebte Angebote stärker gewichtet werden und so eine Tendenz zu niedrigeren Preisen entsteht.

Quelle: Google Merchant Center

Und noch eine weitere Neuerung gibt es unter “Wachstum” zu sehen: In den Berichten zu Bestsellern sind Produkte enthalten, die derzeit in Shopping-Anzeigen in Deutschland, Frankreich, den USA und im Vereinigten Königreich am beliebtesten sind.
Sind die Produkte im eigenen Feed enthalten, sieht man schnell, ob sie von einem höheren Budget oder höheren Geboten profitieren würden. Alternativ eignet sich der Bericht auch als Anregung, wenn man das eigene Sortiment erweitern möchte. Mehr Infos findet ihr in der Google Hilfe.

Produkte manuell im Merchant Center anlegen

Feeds sind nicht mehr zwingend notwendig, um Produkte ins Merchant Center zu laden. Es ist nun auch möglich, die Produkte direkt anzulegen.
Für diese manuell eingereichten Produkte gibt es laut Google Hilfe allerdings einige Besonderheiten zu beachten:

  • Sie sind nicht für Anzeigen mit lokalem Inventar verfügbar.
  • Sie können nicht mit Inventar-Feeds kombiniert werden.
  • Sie verfallen nicht automatisch, sondern müssen entfernt werden (im Gegensatz zu Feed-Angeboten, die nach 30 Tagen verfallen).
  • Für diese Produkte gelten keine Feed-Regeln.

Diese neue Option eignet sich also insbesondere für Unternehmen mit einem sehr kleinen Produktkatalog oder für einzelne Produkte, die z.B. aus technischen Gründen nicht über den normalen Feed übergeben werden. Darüber hinaus ist das Anlegen und die Pflege der Produkte zu aufwendig, um es für ein größeres Sortiment manuell zu handhaben. Hier empfiehlt sich weiterhin die Nutzung von automatisierten Produktdatenfeeds.

MCC-Remarketing-Listen einfacher mit Unterkonten teilen

In der Vergangenheit war es sehr umständlich, Remarketing-Listen, die im Verwaltungskonto erstellt wurden, mit den Unterkonten zu teilen. Das hat sich jetzt geändert: In den Einstellungen des MCC-Accounts können nun per Opt-In alle Zielgruppen, die auf MCC-Ebene erstellt werden, automatisch für alle Unterkonten verfügbar gemacht werden.

Microsoft Advertising

Endlich übersichtlichere Shopping Kampagnen

Microsoft Ads hat sich der Shopping-Kampagnen angenommen und ein wenig an der Funktionalität geschraubt. Vor allem wurde die Übersichtlichkeit bei der Einteilung in Produktgruppen verbessert. Es gibt nun die Möglichkeit, zu filtern, zu sortieren und sich eine Listenansicht anzeigen zu lassen, um Bulk-Änderungen schneller und einfacher durchführen zu können.

Darüber hinaus können Skripte nun auch für Shopping-Kampagnen verwendet werden, um beispielsweise die Performance leichter überwachen und Gebotsanpassungen automatisch durchführen zu können.

Nutzerfreundliche Filterfunktion im Editor

Auch der Microsoft Editor hat ein Upgrade im Sinne der Nutzerfreundlichkeit erhalten. Die bislang sehr umständliche Filterfunktion wurde nun an die des Google Ads Editors angepasst, sodass beim Klicken in die Filterleiste ein Drop-Down-Menü mit den wichtigsten Filtern zum Auswählen erscheint. Das Frustrationslevel bei der Nutzung des Editors sinkt dank dieser Änderung immens.

Quelle: Microsoft Advertising Editor

 

IF-Funktionen bekommen ein Update

Anzeigentexte können nun in Abhängigkeit vom verwendeten Gerät oder Zugehörigkeit zu einer Zielgruppe ausgeliefert werden. Auch hier hat sich Microsoft von Google Ads inspirieren lassen. Der Import der Anzeigen aus Google Ads soll bei den IF-Funktionen nach Geräten problemlos möglich sein. Bei der Zielgruppen-basierten Ausspielung ist zu beachten, dass die Zielgruppen in Google und Microsoft identisch angelegt sein müssen, um ein Matching zu ermöglichen.

Wir empfehlen analog zu Google Ads als Fallback-Variante immer mindestens eine statische Textanzeige pro Anzeigengruppe aktiv zu haben.

Neue Anzeigenerweiterung “Made in USA”?

Auf Bing.com wurde eine neue Anzeigenerweiterung gesichtet – und zwar eine kleine Flagge mit den Worten „Made in USA“ daneben.

Quelle: Search Engine Land

Noch ist unklar, wie weit dieser Test momentan greift und in welchen Ländern die Erweiterung angezeigt wird. Search Engine Land konnte den Test bislang nicht reproduzieren.

 

Amazon Advertising

Bei Amazon Ads tut sich gerade wieder sehr viel, es gab einige Updates, u.a.:

  • Vendoren Accounts bekommen nun auch Anzeigengruppen in Sponsored Products Kampagnen und können negative Keywords in automatischen Kampagnen hinterlegen.
  • Auch bei Sponsored Brands Kampagnen gibt es zusätzlich zur Keyword-Ausrichtung die Möglichkeit, die Anzeigen auf spezifische Produkte und Kategorien auszurichten. Außerdem gibt es dort nun ebenfalls einen Suchbegriffbericht und das mobile Anzeigenformat wurde aufgehübscht und vergrößert.
  • Sponsored Display ist jetzt in noch mehr Ländern verfügbar. Leider erstmal nur für Vendoren.
  • Advertising Berichte können auf Tagesebene gezogen und außerdem geplant erstellt werden.

Und auch die erfahrungsgemäß sehr pflegeaufwendigen Amazon Brand Stores dürfen sich über neue Funktionen wie Bulk-Uploads, Shoppable Images und den automatischen Ausschluss von ausverkauften Produkten freuen.

 

Weitere News & Leseempfehlungen

Search Engine Land hat einige Advertiser zu ihren Erfahrungen mit den neuen Discovery Kampagnen befragt. Insgesamt ist der Tenor sehr positiv und die Advertiser zufrieden mit den Ergebnissen. Die Kampagnen werden sowohl für Performance- als auch Awareness-Ziele eingesetzt. Bemängelt werden vor allem aber die geringen Insights, die Google gewährt. So sieht man bei Google Ads nicht, wie viel Traffic über den Discover Feed läuft und wie viel über YouTube und Gmail. Spannend ist auch, dass viele Advertiser zunächst mit den am besten laufenden Creatives ihrer Facebook-Kampagnen starten.

WordStream hat in einem Artikel die 3 vermeintlich größten Unterschiede zwischen Google Ads und Microsoft Advertising hinsichtlich der Performance-Optimierung gegenübergestellt. Kurz zusammengefasst betrifft das:

  • den Werbezeitplaner
  • die Ausrichtungsoptionen bei den Suchnetzwerkpartern sowie
  • die Auswahl an kaufbereiten Zielgruppen

In diesem Zusammenhang möchten wir noch auf den Unterschied bei den Countdown-Anzeigen hinweisen: Offenbar zählt Microsoft anders runter als Google, sodass man bei Microsoft einen Tag später als Endzeitpunkt einstellen muss, damit in den Anzeigen ein identischer Countdown ausgegeben wird.

Eine interessante Interpretation des Google Quartalsbericht, die nur auf dem Weglassen der CPC Entwicklung basiert, gibt’s bei den Online Marketing Rockstars zu lesen. Kurz zusammengefasst:

  • In den letzten Quartalen sank der Anteil neuer Paid Clicks drastisch, die CPCs stiegen wieder
  • Interpretation: Googles Plattform kann nicht unendlich wachsen, es wird immer deutlicher, dass Google weitere Monetarisierungskanäle benötigt
  • YouTube kann hier nicht allein kompensieren
  • Folgen für SEO: immer „verzweifeltere“ Innovationssuche seitens Google
  • Brand-Klicks werden für SEA immer teurer
  • weitere Monetarisierung über Hotelfinder, Reisesuchanfragen, Google Jobs

Im Rahmen der Coalition for Better Ads plant Google Chrome die Standards gegen zu aufdringliche Videowerbung zu verschärfen und störende Formate automatisch zu filtern bzw. zu blockieren. Ziel ist es, die User Experience zu verbessern, sodass weniger Nutzer Adblocker verwenden.

Zu den störenden Videowerbeformaten gehören demnach:

  • Lange, nicht überspringbare Pre-Roll-Ads
  • Mid-Roll-Ads
  • Große Display-Ads

Ab dem 5. August werden die verschärften Standards gelten. Google kündigte zudem an, auch YouTube auf die Einhaltung dieser Standards zu überprüfen.

Rebecca Seidel ist Senior Specialist SEA im Performance-Team von Projecter. Ihr Fokus liegt dabei insbesondere auf den Bereichen Video Advertising, Feedmanagement und Amazon PPC.

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