SEA Auslese Juni 2019

geschrieben am in der Kategorie SEA von

Nach der Google Marketing Live (hier geht’s zum Recap, die wichtigsten News findet ihr in der letzten Auslese) ist vor dem Sommerloch – oder doch nicht? Auch im Juni ging es heiß her in der SEA Welt. Wir haben uns natürlich trotz der warmen Temperaturen wieder auf News-Suche begeben und für euch die wichtigsten Infos zusammengetragen. 

Mozilla Firefox – Enhanced Tracking Protection

Diese News hat die erhitzen Gemüter nicht gerade abgekühlt: Anfang Juni machte Mozilla Firefox seinen bereits letztes Jahr angekündigten verbesserten Tracking-Schutz wahr. Die neueste Version des Browsers sperrt Third Party Cookies per Default Einstellung. Das gilt zunächst für alle neuen Nutzer, wird aber im Laufe der nächsten Monate auch für bestehende Nutzer ausgerollt. Firefox arbeitet dafür auf Grundlage der sogenannten Disconnect-Liste, wo die blockierten Trackingdomains zu finden sind. Darunter befinden sich auch die großen Dienste wie Google Ads und Facebook. Google Analytics steht ebenfalls auf der Liste, soll aber laut Firefox-Entwicklern analog zu Safaris ITP außen vor gelassen werden:

Der Gesamtanteil von Mozilla Firefox in Deutschland beträgt aktuell rund 27%. Im mobilen Bereich sind es allerdings nur 1,6%

Google Ads

Google testet neue Darstellung der mobilen Textanzeigen

Einen Test, den die meisten Advertiser vermutlich nicht gerne sehen werden, hat im Juni SEMrush in der mobilen Suche entdeckt:

Unter der gewohnten Textanzeige auf Position 1 wurden weitere bezahlte Anzeigen in einer Art Textanzeigen Karussell dargestellt. Das Format ist bislang eher von Shopping Anzeigen bekannt und funktioniert dort auch gut. Wir bezweifeln allerdings, dass Nutzer ebenso mit einem Karussell aus einfachen Textanzeigen interagieren werden wie mit Produktanzeigen. Sollte diese Darstellung also tatsächlich ausgerollt werden, würde das sicherlich drastische Auswirkungen auf die Klickrate und einhergehend auch auf die Conversions von mobilen Suchanzeigen fernab von Position 1 haben.

Unsere Vermutung ist allerdings, dass es nur bei einem Test bleiben wird. Wir halten weiterhin die Augen offen.

YouTube Lead Form Ads

Google reichert YouTube Ads mit einem neuen Performance Format zur Leadgenerierung an: YouTube Lead Form Ads ermöglichen das Ausfüllen von Formularen, ohne die YouTube Seite oder App verlassen zu müssen. Dass das gut funktioniert, kennen wir bereits vom Pendant aus dem Social Ads Bereich, den Facebook Lead Ads. 

Einen spannenden Einblick in das sich noch in der Beta befindliche Format hat PPC HERO zusammengestellt. Insgesamt gestaltet sich die Erstellung noch etwas umständlich und unausgereift, auch können bislang nur Name, Email-Adresse, Telefonnummer und Postleitzahl abgefragt werden. Für eine Beta-Version erscheint das aber noch vertretbar. 

Wir sind auf jeden Fall sehr gespannt auf das Format und stimmen PPC Hero zu, dass es „the next big thing“ für YouTube Ads werden könnte. 

Änderungen bei Portfoliostrategien

Ab Juli gibt es Änderungen bei zwei Portfoliostrategien in Google Ads. Zum einen kann eCPC nicht mehr als Portfoliostrategie angelegt werden. Bestehende Strategien werden im Laufe des Jahres in eCPC Strategien auf Kampagnenebene umgewandelt. Außerdem verschwindet die Option „Zielausgaben pro Tag“ bei der Klicks Maximieren Strategie.

Monatsbudgets für Suchkampagnen

Bislang war die Option nur für YouTube Kampagnen verfügbar, ab sofort kann aber auch für Suchkampagnen ein Monatsbudget festgesetzt werden. 

Monatsbudgets für Suchkampagnen in Google Ads

Das Budget wird dabei nicht gleichmäßig auf die Tage verteilt, sondern von Google automatisch auf Basis des Traffics und der Qualität ausgegeben. Wir haben die Option bislang noch nicht in allen Konten gesehen, sie wird aber vermutlich bald komplett ausgerollt.

Neue Auswertungsmöglichkeit für Shopping Kampagnen

Ab sofort steht der Landingpage-Bericht nun auch für Shopping Kampagnen zur Verfügung. Da wir den Report schon gerne für die Optimierung der Suchkampagnen nutzen, freuen wir uns umso mehr, dass er nun auch für Standard und Smart Shopping Kampagnen genutzt werden kann. So ist schnell ersichtlich, welche Produkt-Landingpages die meisten Conversions generieren oder wo zum Beispiel die mobile Geschwindigkeit noch ein Problem darstellt. Jetzt fehlt uns eigentlich nur noch eine Anreicherung des Berichts mit Google Analytics Daten, um auch das Nutzerverhalten auf der Seite besser einschätzen zu können.

Microsoft Advertising

Local Inventory Ads in den USA

Microsoft hat gute Neuigkeiten für alle Händler mit stationären Ladengeschäften: Local Inventory Ads haben offiziell die Beta Phase verlassen und stehen nun für alle Nutzer zur Verfügung. Leider beschränkt sich das Gebiet vorerst auf die USA, das Format soll aber zukünftig in weiteren Ländern ausgerollt werden. Local Inventory Ads sind eine spannende Möglichkeit, um Online to Offline (O2O) Maßnahmen sinnvoll und messbar umzusetzen. Nutzer in der Nähe des jeweiligen Ladengeschäfts sehen dann in den Shopping Anzeigen einen Hinweis darauf, dass das Produkt auch in einem stationären Geschäft verfügbar ist. Basis dafür ist ein Feed mit lokal erhältlichen Produkten, von denen auch der aktuelle Lagerbestand übermittelt werden muss. 

Zu sehen sind Local Inventory Ads in den USA

Quelle: Microsoft

Zusätzlich zum lokalen Feed müssen die im Google My Business Konto hinterlegten Infos zu den Geschäften an Microsoft Advertising übermittelt werden. 

Für Werbetreibende, die bereits Local Inventory Ads bei Google Ads nutzen, ist es also denkbar einfach, diese auch auf ihre Microsoft Werbemaßnahmen zu erweitern.

Wir haben bereits positive Erfahrungen mit lokalen Kampagnen bei Google gesammelt und freuen uns schon darauf, das Format hoffentlich auch bald bei Bing ausgiebig testen zu können.

Bing Shopping in den Niederlanden verfügbar

Seit Ende Juni ist Bing Shopping nun auch in den Niederlanden verfügbar. Aktuell handelt es sich noch um einen Piloten, die Option muss also erst vom Microsoft Ansprechpartner freigeschaltet werden.

Preiserweiterungen im Editor verfügbar

Es lohnt sich mal wieder ein Update des Microsoft Advertising Editors anzustoßen, dort werden mit der aktuellen Version nämlich auch endlich Preiserweiterungen unterstützt. 

Das vereinfacht die Erstellung und Verwaltung der Anzeigenerweiterung immens.

Verbesserter Empfehlungen-Tab

Auch Microsoft hat in den letzten Monaten viel Arbeit in KI generierte Empfehlungen investiert. Auf Kampagnen- und Anzeigengruppenebene finden sich im Empfehlungen-Tab nun neue Filtermöglichkeiten nach folgenden Kategorien: Reparaturen, Gebote und Budgets sowie Keyword- und Zielgruppentargeting. Microsoft gibt damit analog zu Google mal mehr oder weniger sinnvolle Hinweise zur Optimierung der Kampagnen. Eine sehr hilfreiche Funktion, um schnell einen Überblick zu bekommen, aber auch hier ist unsere Empfehlung, die Infos gründlich zu checken und nur mit Bedacht anzuwenden. 

Paralleles Tracking und neue URL-Optionen für Kampagnen

Microsoft Ads zieht auch beim Thema Parallel Tracking nach. Aktuell ist es noch eine Beta, aber im Laufe des Jahres wird es wohl für alle Accounts ausgerollt. Paralleles Tracking heißt im Prinzip, dass nach dem Anzeigenklick die Landingpage direkt aufgerufen wird, das Klicktracking läuft dabei im Hintergrund ab. Das sollte zu einer schnelleren Ladezeit der Seiten führen. Bei Google ist die Option für Search Kampagnen seit letztem Herbst aktiv, seit Mai auch bei Display Kampagnen. 

Außerdem kommen neue Einstellungsmöglichkeiten in den URL-Optionen für Kampagnen: Ein festes URL Suffix Feld sowie weitere benutzerdefinierte Parameterfelder.

Amazon Advertising

Amazon Prime Day(s)

Am 15. und 16. Juli findet der diesjährige Amazon Prime Day statt, wobei mittlerweile getrost von den Prime Days gesprochen werden kann. Denn Amazon verlängert die Laufzeit nochmal um 12 auf insgesamt 48 Stunden. Neu ist außerdem, dass nicht alle Deals nur auf der Amazon Website verfügbar sein werden. So soll es Deals in Online Shops geben, die ausschließlich bei Bezahlung mit Amazons Bezahldienst Amazon Pay verfügbar sind.

Aber nicht nur die Konsumenten fiebern auf die Zeit der spannenden Deals hin, auch für Advertiser ist der Prime Day je nach Produktkategorie die lohnendste Zeit im ganzen Jahr. 

Auch wenn die eigenen Produkte kein Teil der Prime Deals sind, kann es sich unter Umständen dennoch lohnen, in dieser Zeit die Advertising Maßnahmen zu erhöhen.

Amazon Besucher haben am Prime Day eine noch höhere Kaufbereitschaft, sodass auch andere Produkte mit gekauft werden, die kein spezieller Prime Deal sind. Da in dieser Zeit der Traffic deutlich höher als an anderen Tagen ist, sollten auf jeden Fall die Tagesbudgets und Gebote im Blick behalten werden, um einerseits zu hohe Kosten zu vermeiden, andererseits aber auch durch den höheren Werbedruck nicht an Sichtbarkeit und lohnender Reichweite zu verlieren. 

Lesetipp: Der Toolanbieter Sellics hat einen hilfreichen Blogartikel mit vielen Tipps & Insights zum Prime Day verfasst. 

Kurz-News & Leseempfehlungen

Der neue Market Finder von Google hilft Unternehmen dabei, neue Märkte für ihre Produkte zu finden und liefert praktische Statistiken und Insights direkt mit. 

Und gleich noch eine spannende neue Plattform von Google: Create with Google ist für die kreative Community konzipiert und ein Ort voller Inspiration, nützlicher Informationen und Tipps rund um die Umsetzung kreativer Kampagnen. Noch sind nicht alle Funktionen verfügbar, reinschauen lohnt sich aber trotzdem. Spannend sind zum Beispiel das YouTube Mockup Tool oder der Creative Downloads Bereich, um mehr über erfolgreiche YouTube Kampagnen zu lernen.

Einen sehr interessanten Beitrag zu Googles Custom Intent Zielgruppen gibt es bei SEMrush zu lesen. Besonders spannend finden wir die Ideen für Multichannel Kampagnen am Ende des Artikels.

Google testet offenbar gerade wieder eine neue automatisierte Anzeigenerweiterung: In den USA wurden kürzlich Suchanzeigen gesichtet, in denen die wöchentlichen Seitenaufrufe angezeigt wurden. 

Die Online Marketing Rockstars haben eine schöne Übersicht zu den Plattformen zusammengestellt, die aktuell Shoppable Ads anbieten. 

Bisher zwar nur über Display & Video 360 (ehemals DoubleClick Bid Manager) verfügbar, aber trotzdem spannend und vielleicht auch irgendwann mal in Google Ads möglich: YouTube Livestreams und interaktive 3D-Elemente in Display Ads.

 

Bild

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren

Rebecca Seidel ist Senior Specialist SEA im Performance-Team von Projecter. Ihr Fokus liegt dabei insbesondere auf den Bereichen Video Advertising, Feedmanagement und Amazon PPC.

Einen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder