Telefontracking in AdWords Kampagnen

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Das Tracking von Werbemaßnahmen ist ein wesentlicher Bestandteil, um den Erfolg von Kampagnen beurteilen zu können. Immer dann, wenn es zu einem Medienbruch kommt, wird es allerdings schwierig mit dem Tracking. Das ist auch dann der Fall, wenn Leads und Conversions nicht auf der Webseite, sondern per Anruf stattfinden.

Bereits 2012 hat Google deshalb das Telefontracking von AdWords Kampagnen in Deutschland eingeführt.
Die Funktionsweise ist schnell erklärt: Nutzer, die über eine AdWords Anzeige auf die Webseite kommen, wird eine Google Weiterleitungsrufnummer angezeigt. Bei dieser Telefonnummer handelt es sich um eine dynamisch generierte Weiterleitungsrufnummer, die ein genaues Tracking bis auf Keyword Ebene zulässt. Die Anrufe werden auf die reguläre Rufnummer umgeleitet.
Nutzer, die über andere Quellen auf die Webseite kommen, sehen die reguläre Telefonnummer des Unternehmens.

Mit Google Weiterleitungsrufnummern können zwei Arten von Anruf Conversions erfasst werden:

  • Über Anzeigen generierte Anrufe
    Hier werden Anrufe erfasst, die direkt über Nur-Anruf-Anzeigen oder Anzeigen mit Anruferweiterungen zustande kamen.
  • Anrufe bei einer Google Weiterleitungsrufnummer auf der Webseite
    Der Nutzer klickt auf die Anzeige, sieht die Google Weiterleitungsrufnummer auf der Webseite und wählt diese Nummer.

Voraussetzungen

Die Google Weiterleitungsrufnummer wird immer dann angezeigt, wenn ein Nutzer über eine AdWords Kampagne auf die Webseite gelangt. Dazu muss der Code zum dynamischen Generieren der Nummer auf der Webseite eingefügt werden. Das heißt auch, dass Rufnummern nur in Text- und nicht in Bildform auf der Webseite vorliegen dürfen.
Zusätzlich müssen im AdWords Konto die Anruferweiterungen genutzt werden, damit das Telefontracking funktioniert.

Google Weiterleitungsrufnummern sind derzeit in folgenden Ländern verfügbar:

Google Weiterleitungsrufnummern

Auswertung

Wird das Telefontracking per AdWords genutzt, stehen folgende Daten zur Auswertung bereit:

  • Telefon-Impressions
  • Phonethrough-Rate (PTR)
  • Anzahl der Anrufe
  • Startzeit, Ende
  • Status (entgangen oder erhalten)
  • Dauer (Sekunden)
  • Ortsvorwahl des Anrufers
  • Telefonkosten
  • Anruftyp

Kosten

Für die Nutzung von Google-Weiterleitungsrufnummern fallen keine Kosten an. Jeder Werbetreibende kann das Telefontracking per Weiterleitungsrufnummer einrichten.

Vorteile

  • Kostenlos verfügbar, es entstehen auch für die 0800 Weiterleitungsrufnummern keine Kosten
  • Genaue Auswertung bis auf Anzeigen- und Keyword Ebene im AdWords Account
  • Einfache Installation
  • Keine Buchung eines externen Telefontracking Anbieters notwendig

Nachteile

  • Tracking begrenzt auf AdWords, organischer Traffic oder von anderen Suchmaschinen wird nicht getrackt
  • Traffic von Google Display Kampagnen und von Keywords mit geringem Suchvolumen wird nicht erfasst
  • Lokale Rufnummern sind in Deutschland noch nicht verfügbar
  • Keine Übergabe des Umsatzes (Bei vielen Call Tracking Anbietern kann der Kundenbetreuer nach Beenden des Gesprächs per Telefontaste einen Umsatzwert angegeben.)
  • Nutzer sehen jedes Mal eine andere, dynamisch generierte Rufnummer. Sie dürften diese Rufnummer nicht einspeichern oder per Wahlwiederholung wählen, da diese Rufnummer dann womöglich nicht mehr funktioniert. Außerdem sollte die Rufnummer nicht außerhalb der AdWords Kampagne kommuniziert werden.

Fazit

AdWords hat mit den Weiterleitungsrufnummern eine Möglichkeit geschaffen, Anruf Conversions besser auswerten zu können. Aufgrund der Daten, die im AdWords Account zur Verfügung gestellt werden, können die Kampagnen konkreter bewertet und optimiert werden.
Dennoch hat das AdWords Telefontracking auch Schwächen, da es nur den Traffic von Suchkampagnen abbildet, keine lokalen Rufnummern verfügbar sind und der Umsatz nicht zurück übergeben werden kann.

Julia war von September 2009 bis Januar 2017 Teil des Projecter Teams.

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