Die unangefochtene Wahrheit zu 5 der populärsten Social Media Mythen

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Social Media ist heutzutage wichtiger als je zuvor. In Deutschland verwenden laut des Social-Media-Atlas der Agentur Faktenkontor neun von zehn Internetnutzern die sozialen Medien.

Dennoch umweht auch dieses Feld ein Hauch von Mythos, insbesondere im Hinblick auf die Nutzung im Marketing-Mix von Unternehmen. Wir stellen euch 5 noch immer populäre Mythen vor und räumen dann auch gleich mal damit auf.

1. Social Media? Das ist doch nur was für die jungen Leute!

Richtig ist sicher, dass jüngere Generationen affiner für die Nutzung sozialer Medien sind. Je nach Plattform bzw. Netzwerk zeigt sich das mehr oder weniger deutlich.

Die Plattform Imgur (spricht sich lt. Imgur übrigens /ˈɪmədʒəɹ/) wird beispielsweise zu 74 % von Usern unter 35 genutzt. Die Nutzung zur Promotion einer Brand oder eines Produktes für eine Zielgruppe über 35 wäre auf einer anderen Plattform also vermutlich besser aufgehoben.

Dennoch zeigen praktisch alle aktuellen Untersuchungen, dass auch ältere Generationen die sozialen Medien immer stärker in ihr Leben und ihren Alltag integrieren.

Zu sehen ist eine Grafik von Faktenkontor zur Social Media-Nutzung

Quelle: Faktenkontor

Laut Faktenkontor nutzen 85 % der befragten Personen über 60 Jahre die sozialen Medien. Die Spitzenreiter orientieren sich dabei an der generellen Nutzung sozialer Netzwerke in Deutschland.

Ein weiteres Beispiel, welches dem Mythos widerspricht, ist die Entwicklung der Nutzerschaft von Facebook. Hier dreht sich der Altersspiegel immer weiter in Richtung der älteren Nutzer, wohingegen viele Nutzer unter 18 Jahren nicht einmal mehr einen Facebook-Account besitzen.

Zu sehen ist eine Grafik von Faktenkontor zur Nutzung von Facebook durch zunehmen ältere

Quelle: Faktenkontor

Es wird also recht schnell klar, dass die sozialen Medien nicht nur von jüngeren Nutzern, sondern im Gegenteil mittlerweile immer stärker auch von älteren Personen im Alltag genutzt werden. Daher bietet der Bereich Social-Media-Marketing mittlerweile für fast jedes Produkt ein Netzwerk bzw. eine Plattform mit einer entsprechend relevanten Zielgruppe.

2. Na, wenn schon, dann müssen wir auf allen Plattformen aktiv sein! Oder?

Im ersten Punkt deutet es sich bereits an. Jede Plattform und jedes Netzwerk hat einen anderen Schwerpunkt. Dieser definiert sich nicht nur über das Alter, sondern auch über die Ziele des entsprechenden Online-Angebots.

Es ist daher vor allem wichtig, sich zu überlegen, welche Ziele man mit seinen Marketingabsichten verfolgt, um das richtige Netzwerk für einen optimalen Erfolg auszuwählen. Dabei sollte man hinterfragen, welche Nutzergruppen sich wo im Netz tummeln und wie diese am besten anzusprechen sind. Kann man das als Unternehmen oder Werbetreibender leisten?

Und welche Form von Werbung wird überhaupt angeboten? Was benötige ich für eine erfolgreiche Kampagne? Bilder, Grafiken, Video-Content? Kann ich das leisten und zwar auch in einem Umfang, der dem gewohnten Content-Empfinden der Nutzer entspricht? Diese Fragen sollte man sich stellen bei der Auswahl eines passenden Netzwerks.

Weniger passend ist es daher, einfach überall mitmischen zu wollen oder in ein Netzwerk zu rücken, nur weil dieses aktuell im Trend liegt. Damit fördert man langfristig weder den eigenen Erfolg noch trägt man zu einem angenehmen Nutzererlebnis innerhalb der Netzwerke bei. Genervt von sinnloser und schlecht umgesetzter Anzeigenschaltung in sozialen Netzwerken waren schließlich auch so gut wie alle Werbetreibenden irgendwann schon einmal.

3. Follow for follow

Unser dritter Mythos ist etwas fokussierter und bezieht sich für viele vor allem auf Instagram. Viele Nutzer, insbesondere diese, die das Netzwerk nicht auch zum privaten Vergnügen nutzen, glauben auch Mitte 2019 noch, dass es eine uneingeschränkt gute Idee ist, wahllos Profilen zu folgen, um selbst hohe Follower-Zahlen zu generieren.

Das funktioniert langfristig oft nicht nur nicht, sondern kann das eigene Profil eher schädigen, als einen positiven Einfluss zu haben.

Zu Anfang scheint es so, als würde diese Taktik funktionieren, doch gilt es folgende Gegenargumente zu berücksichtigen, bevor man (oder Bot) sich ans Werk macht und wild drauflos folgt:

  • Die eigene Audience kann über eine solche Taktik, besonders wenn man verbotenerweise Bots oder Networks für sich arbeiten lässt, die nur unzureichend „eingearbeitet“ sind, nachhaltig zerrieben werden. Man erreicht mit künftigen Postings zwar zumindest theoretisch mehr Menschen, jedoch vermutlich nicht die für den eigenen Unternehmenserfolg gewünschten Personen.

Das würde bedeuten, dass, wenn es gut läuft, einiges an Likes zusammenkommt, jedoch nicht mehr ohne Weiteres die Zielgruppe erreicht wird, in welcher man seine Marke stärken oder seine Produkte verkaufen will.

Das gilt auch für Einzelpersonen, die ihre Accounts monetarisieren wollen. Unternehmen und Agenturen versuchen mittlerweile möglichst genaue Informationen über die Audience eines Accounts zu erfragen, die über Like-Zahlen hinausgehen. Wichtig sind längst nicht mehr nur die reinen Like-Interaktionen, sondern auch die Personen hinter den Likes und Kommentaren, da diese am Ende das sind, was für ein Unternehmen relevant ist.

Auch die Reichweite einzelner Postings kann unter solch einem Vorgehen leiden. Selbst große Accounts können zum Teil keine großen Interaktionsraten vorweisen, da der Algorithmus hinter dem Instagram-Feed nach der Veröffentlichung nur 10 % der Follower eines Accounts anspricht. Je nachdem, wie diese reagieren, werden weitere 10 % angesprochen und so weiter.

  • Über unkontrolliertes Folgen kann man seinem Account (oder dem Account seines Kunden) unter Umständen auch schnell ein unseriöses Erscheinen verschaffen. Folgt ein Account beispielsweise 5000 Nutzern, kann selbst aber auch nicht mehr als mindestens 5000 Nutzer vorweisen, kann schnell der Eindruck entstehen, dass man vornehmlich über die hier besprochene „Follow for Follow“-Taktik an seine Followerschaft gekommen ist, nicht aber wegen guter Inhalte, die bestenfalls über den Account geteilt werden. (Das ist auch der Grund warum viele Bots eine Funktion hatten, welche ein automatisches Unfollow ausgelöst hat, wenn ein Kanal nicht zurückgefolgt ist, nachdem er durch einen Bot gefollowt wurde.)

Daher gilt: Lieber etwas Mühe investieren und guten Content mit Mehrwert produzieren, die entscheidenden Hashtags recherchieren und posten. Das bringt langfristig auf jeden Fall mehr. Passen die Inhalte zur anvisierten Zielgruppe und man nutzt eventuell noch die Instagram-Storys zum Push des eigenen Accounts, ist ein einigermaßen schnelles Wachstum auch ohne billige Tricks möglich.

Daher zum Schluss noch die absoluten Klassiker:

4. Social Media geht super schnell

Um die Sache kurz zu machen – nein, in den meisten Fällen geht Social Media nicht schnell. Zumindest nicht so schnell, wie viele noch immer glauben. Es reicht auch 2019 nicht aus, schnell mal irgendwas über die sozialen Medien zu teilen, um über virale Effekte schnell viel Reichweite und bestenfalls noch Absätze zu generieren.

Auf diese Weise wird weder ein Account schnell wachsen noch wird viel Reichweite zustande kommen. Wie bereits angedeutet, ist in praktisch jedem Netzwerk etwas Mühe und Ausdauer notwendig, um zu wachsen und realistische Erfolge zu erzielen. Sicher, es gibt schöne Beispiele von Accounts, die extrem schnelles Wachstum und hohe Erfolgsraten verzeichnen können (Das World Record Egg), aber auch hier verstecken sich Recherche, gute Kenntnis der Materie und Zielgruppe, viel Engagement und Glück hinter den guten Zahlen.

5. Social Media ist umsonst

Wer die eben beschriebenen Tugenden (Engagement und Ausdauer) nicht hat, oder wem schlicht die Zeit und das Glück fehlen, kann schon mal seine Zahlungsmittel zücken, denn Social Media ist zumindest für die meisten Unternehmen nicht mehr umsonst.

Der Grund dafür ist ganz einfach:

So gut wie jedes Netzwerk stellt privaten wie auch gewerblichen Nutzern eine ordentliche Auswahl an Mitteln zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung. Da aber auch diese Netzwerke ein unternehmerisches Ziel verfolgen, müssen sie die notwendigen Einnahmen anderweitig zu Stande bringen. In fast allen Fällen passiert das, indem Werbeplätze innerhalb der Netzwerke und ihren Partnern zur Verfügung gestellt werden, für die gezahlt werden muss. So weit so gut. Nun könnte man aber auf die Idee kommen, auf die Viralität der eigenen Inhalte zu setzen (was auch viele getan haben, die jetzt zurückbauen oder ganz die Tore schließen) und versuchen, die benötigte Reichweite organisch wachsen zu lassen. Da das aber dem Vorhaben Geld mit Werbung zu verdienen zuwiderläuft, sind die meisten Algorithmen so ausgerichtet, nur wirklich relevante Inhalte mit Reichweite auszustatten. Das sind die meisten Produktpräsentationen oder Artikel zu wirtschaftlichen Erträgen aus der Nutzung von Antimykotika in der traditionellen Landwirtschaft aber vermutlich nicht unbedingt. Zumindest nicht laut der Marker, die die Netzwerke nutzen, um eine Relevanz zu bemessen (z. B.: Interaktionsraten etc.). Daher bleibt es nicht aus, ein entsprechendes  Mediabudget einzuplanen, wenn man erfolgreich sein will.

Björn unterstützt das Projecter-Team seit Juni 2017. Nach dem Traineeship arbeitet er nun als Specialist im Bereich Social Media.

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