SEA Auslese April 2019

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Microsoft Advertising

Bing Ads Rebranding

Aus gegebenem Anlass starten wir diesen Monat unsere Auslese nicht mit Google Ads, sondern mit Microsoft Advertising. Und nein, wir haben uns nicht verschrieben. Bereits letzten Montag erreichte uns unerwartet die Meldung über das Rebranding: Aus Bing Ads wird Microsoft Advertising.

Grund für das Rebranding ist vor allem, dass der Fokus auf die Verknüpfung der verschiedenen Produkte aus dem Hause Microsoft gelegt werden soll. Der Name Bing Ads wurde einst gewählt, um Search Advertising in den Vordergrund zu stellen. Mit der gestiegenen Anzahl an Services und deren Verknüpfung setzt Microsoft jetzt mit dem Rebranding ein Zeichen, wo es hingehen soll.

Neue “Action Extensions” verfügbar

Zur Feier des Rebrandings spendiert uns Microsoft neue Anzeigenerweiterungen für unsere Suchkampagnen: Mit den sogenannten „Action Extensions“ ist es möglich, einer Textanzeige einen von aktuell 70 vordefinierten Call-to-Actions hinzuzufügen. Die Erweiterung ist für Desktop und Mobilgeräte verfügbar.

Action Extensions können wie gehabt unter dem Tab “Anzeigenerweiterungen” erstellt werden. Da nicht nur ein CTA-Text, sondern auch eine Landingpage hinterlegt werden kann, eignet sich die Erweiterung unter anderem auch zur Kommunikation von Rabatten, Sales und anderen speziellen Angeboten. Aber auch Newsletter können so prominent beworben werden:

Zu sehen sind die neuen Aktionserweiterungen auf Microsoft Advertising

Laut Microsoft konnten dank des Einsatzes der Erweiterungen die Klickraten um rund 20% gesteigert werden.

Mehr als nur Google Ads Kopie

Ok, wir müssen gestehen, dass auch bei uns lange Microsoft Advertising als reiner Google Ads Klon galt. Und lange Zeit war es das auch. Aber wer unsere monatlichen Auslesen aufmerksam liest, wird bereits festgestellt haben, dass sich Microsoft immer mehr von Google abzuheben versucht und an einzigartigen Werbefunktionen arbeitet.

LinkedIn Zielgruppen-Targeting und die neuen “Action Extensions” sind nur eine Vorschau auf das, was Microsoft Advertising noch plant. Einer der spannendsten Tests sind sicherlich die 3D Anzeigen in den Bing Knowledge Panels, über die wir auch schon in unserer letzten Auslese berichtet haben. Bei unseren Kollegen von Searchengineland findet ihr eine Übersicht zu den aktuell laufenden Piloten wie z.B. Bild- und Videoerweiterungen für Suchkampagnen.

Wer das also noch nicht sowieso schon längst tut: Spätestens jetzt lohnt es sich, einen genaueren Blick auf Bing und Microsoft Advertising zu werfen und nicht mehr nur die letzten Google Ads Änderungen zu importieren.

Google Ads

OK Google: Neue Insights zur Sprachsuche

Denken wir an die Sprachsuche, denken wir höchstwahrscheinlich auch an lange Suchanfragen mit vielen Fragewörtern. Doch sieht die Realität wirklich so aus? Nicht ganz. Viele Annahmen zur Nutzung der Sprachsuche stellen sich als überholt heraus; der Unterschied zu traditionellen Suchanfragen ist geringer als gedacht. Bisher sind die Möglichkeiten zur kommerziellen Nutzung der Sprachsuche moderat – der Autor der Artikels rät deshalb dazu, sich nicht von reißerischen Statistiken irritieren zu lassen und angesichts fehlender Auswertungen einen eher individuellen Ansatz zu wählen.

Wie kennzeichnet man eigentlich Anzeigen bei Voice Assistant Ergebnissen?

Diese Frage stellt sich Google sicherlich schon seit einer Weile, aber insbesondere seit dem neuerlichen Aufkommen von Problemen bei der Kennzeichnungspflicht von Anzeigen bei Google Assistant Suchergebnissen. In diesem speziellen Fall geht es um Local Service Ads, einem Marketingprogramm von Google für Handwerker, Schlüsseldienste, etc. Bei der Suche mit dem Google Assistant war es für den Nutzer nicht ersichtlich, dass es sich bei den Ergebnissen um bezahlte Anzeigen handelte.

Google ist gesetzlich dazu verpflichtet, bezahlte Anzeigen in Suchergebnissen zu kennzeichnen. Dies gilt sowohl für die Websuche als auch für die Sprachsuche.

Bleibt spannend, wie Google das Problem lösen möchte.

Klage gegen Google – schon wieder.

Idealo verklagt Google und verlangt 500 Millionen Euro Schadensersatz. Es handelt sich hierbei nicht um ein Déjà-vu, sondern um eine erneute Klage gegen Google wegen unrechtmäßiger Vorteile beim eigenen Produkt- und Preisvergleichsdienst Google Shopping.

Idealo hängt sich mit seiner Klage an das bereits von der EU-Kommission geleitete Verfahren und die Bußgeldforderungen. Bereits 2017 wurde ein Bußgeld in Höhe von 2,42 Milliarden Euro gegen Google wegen Missbrauchs seiner marktbeherrschenden Stellung in Bezug auf Google Shopping erhoben.

Neue Vergleichsanzeigen bei Google Shopping

Wer in den letzten Tagen eine Produktsuche bei Google getätigt hat, dem ist wahrscheinlich schon ein Unterschied in der Darstellung der Produktanzeigen auf der Suchergebnisseite aufgefallen. Nun können Nutzer direkt auswählen, ob sie bei Google Shopping gelistete Produktangebote oder nur Angebote von Vergleichswebsites wie z.B. billiger.de angezeigt bekommen möchten:

Zu sehen ist die neue Vergleichsanzeige bei Google Shopping

Zu sehen ist die neue Vergleichsanzeige bei Google Shopping

Letztere sind ein neu eingeführtes Format namens Vergleichsanzeigen, welches ausschließlich Googles CSS Partnern zur Verfügung steht.

Vergleichswebsites können damit nun doppelt erscheinen: Sowohl im “Produkte”-Tab mit einzelnen Produktanzeigen als auch im “Preisvergleichswebsites”-Tab. Bei letzterem gelangt der Nutzer allerdings nach dem Klick nicht auf eine bestimmte Produktdetailseite, sondern auf eine übergeordnete Landingpage der Preisvergleichswebsite. Googles Empfehlung lautet, mindestens acht Produkte einer Produktkategorie abzubilden. Noch bessere Ergebnisse lassen sich jedoch mit mehr als 1.000 Produkte erzielen, da dadurch auch die Reichweite der Anzeigen deutlich erhöht wird.
Aktuell mutet das Design der Anzeigen noch etwas unzeitgemäß an, besonders im Vergleich zum deutlich ansprechenderen Look der PLAs.

Diese weitere Integrationsmöglichkeit von Vergleichswebsites in Google Shopping kann sicherlich als eine Auswirkung der Strafe der EU-Kommission betrachtet werden.

Bleibt abzuwarten, inwieweit diese Darstellung Einfluss auf die Standard Google Shopping Kampagnen haben wird.

Safari verschärft Tracking-Regeln

Safaris Intelligent Tracking Prevention (ITP) geht in die nächste Runde. Mit Version 2.1 werden 1st Party Cookies bereits nach 7 Tagen automatisch gelöscht. Jede Conversion, die erst nach sieben Tagen nach Anzeigenklick erfolgt, kann damit nicht mehr getrackt werden. Dies stellt vor allem für Unternehmen eine Herausforderung dar, die Produkte mit längeren Entscheidungs- und Kaufprozessen anbieten.

Es lohnt sich umso mehr, einen Blick in den Google Ads Attributionsbericht zu werfen. Dort kann das Zeitintervall ausgewertet werden, wie lange Nutzer durchschnittlich benötigen, um eine Conversion durchzuführen.

Zu sehen ist der Attributionsbericht bei Google Ads

In diesem Fall finden über 20% der Conversions erst nach mehr als 12 Tagen nach dem letzten Anzeigenklick statt. Mit ITP 2.1 werden diese Daten nicht mehr nachvollziehbar sein.

Der Anteil des Safari Browsers ist auf Desktop-Geräten vergleichsweise gering, verzeichnet aber bei Mobilgeräten einen Marktanteil von rund 26% in Deutschland.

Firefox arbeitet ebenfalls an ähnlichen Tracking-Beschränkungen. Aber auch Google wird sicher an Maßnahmen arbeiten, um dennoch ein korrektes Tracking zu ermöglichen. Wer sich mit alternativen Lösungen wie z.B. dem Server-to-Server-Tracking beschäftigen möchte, dem sei herzlich der Blogartikel unseres Affiliate und Webanalyse Head Ofs Stefan ans Herz gelegt.

Googles Smart Bidding betrachtet weitere Signale

Bald werden bei Googles Smart Bidding noch mehr Signale als bisher berücksichtigt. Hinzukommen werden vor allem Signale für App- und Shopping-Kampagnen wie z.B. mobile App-Bewertungen, Preiswettbewerbsfähigkeit und saisonale Leistungstrends.

Wann das Update kommt, wurde noch nicht exakt kommuniziert. Wir halten die Augen offen.

Geräteübergreifende Aktivitäten in Attributionsberichten

Seit dem 1. Mai 2019 werden in den Attributionsberichten bei allen Conversion-Messwerten auch geräteübergreifende Aktivitäten berücksichtigt. In der Zeit davor sind geräteübergreifende Conversions hingegen nur in den Conversion-Messwerten der Berichte „Geräte“, „Vorbereitende Geräte“ und „Gerätepfade“ enthalten.

Kurz-News & Leseempfehlungen

Die neuen Google und Microsoft Shopping Ads Benchmark Daten sind da. Dort können Daten wie durchschnittliche Klickraten, Kosten pro Klick, Budgets und Conversion-Rates für insgesamt 16 verschiedene Branchen betrachtet werden.

AMP Stories – ein Auswuchs von Googles AMP-Projekt – werden schon bald in die Googlesuche integriert. Auch für Werbetreibende spannend, da sich innerhalb der Stories Werbeanzeigen mit vorgefertigten CTAs platzieren lassen.

Google hat einen neuen Guide zur Verknüpfung von Google Ads und Google Analytics veröffentlicht. Spannend ist vor allem der Best Practice Part am Ende. Dort werden zum Beispiel verschiedene Reports in Google Analytics empfohlen, mit denen der Nutzertraffic besser bewertet werden kann.

Und last but not least: Es gibt mal wieder ein kleineres Update zu den Produktdatenspezifikationen bei Google. Diesmal betrifft es die Versandinformationen für Österreich, Belgien, Kanada, Irland und Polen. Ab dem 31. Juli 2019 müssen für alle Produkte zwingend die Versandpreise angegeben werden.

 

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Rebecca Seidel ist Senior Specialist SEA im Performance-Team von Projecter. Ihr Fokus liegt dabei insbesondere auf den Bereichen Video Advertising, Feedmanagement und Amazon PPC.

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  1. Hallo Rebecca,
    danke für die tolle Übersicht. Auf die Entwicklung von Sprachsuche und SEO bin ich sehr gespannt.
    Grüße aus Düsseldorf
    Mirzet