Nico Erpel

SEO Auslese September 2019

Google hat sich im September mächtig ins Zeug gelegt, was die Bekanntmachung von Neuheiten und Anpassungen betrifft. Ein neues Core-Update wurde angekündigt, es wurde der eine oder andere neue Meta Tag vorgestellt und die alte Search Console Oberfläche nun endgültig in den Ruhestand geschickt. Diese und viele weitere SEO Neuigkeiten fassen wir wie gewohnt für Euch zusammen.

News der Suchmaschinen

Neue Meta-Angaben zur Kontrolle der Snippet-Darstellung

Im Laufe des Jahres soll es neue Meta-Angaben zur Kontrolle der Snippet-Darstellung in den Google Suchergebnissen geben:

Die einzelnen Meta-Angaben können auch kombiniert werden, wie es dieses Beispiel verdeutlichen soll:
<meta name=“robots“ content=“max-snippet:50“, max-image-previwe:large“>
Zudem gibt es auch die Möglichkeit, mit dem HTML-Attribut „data-nosnippet“ Textbereiche zu markieren, die nicht als Snippet-Auszug genutzt werden sollen:
<p><span data-nosnippet>SEO mit Projecter</span> macht Ihre Website in der organischen Suche nachhaltig sichtbarer.</p>

Das September 2019 Core Update

Google bestätigte über ihren Twitter Account am 24. September, dass ein neues Core Update ausgerollt wurde. Aktuell gibt es aber noch keine Informationen darüber, was angepasst wurde. Google verweist lediglich auf den im August veröffentlichten Guide zu Core Updates. Mehrere Quellen gaben zudem an, dass keine großartige Veränderungen in der organischen Sichtbarkeit zu vermerken sind. Anscheinend wirken sich die Änderungen dieses Mal geringer oder auch verzögerter aus als bei den letzten Core Updates.

Großes Update für die Bewertungen in Rich Snippets

Rich Snippets in Form von Bewertungen sind in den Suchergebnissen sehr beliebt, da sie für mehr Aufmerksamkeit und höhere Klickraten sorgen. Um solch ein Rich Snippet zu erhalten, musste der Website-Betreiber lediglich strukturierte Daten hinterlegen. Es kamen mit der Zeit beliebte Methoden auf, um die Bewertungen positiv zu beeinflussen. Um das eigennützige Verhalten der Website-Betreiber zu unterbinden, spielte Google für die Bewertungen ein neues Algorithmus-Update aus. Folgende Websites sind von dieser Neuerung betroffen:

Seitdem das Algorithmus-Update ausgerollt wurde, zeigt MOZ in einer spannenden Auswertung, dass der Anteil der Suchergebnisse mit Bewertungen um sieben Prozentpunkte gesunken ist. Googles Webmaster John Mueller bestätigte jedoch, dass Website-Betreiber keine Abstrafungen bei den Rankings zu befürchten haben. Es handelt sich lediglich um eine Verbesserung der Suchergebnisse mit realitätsgetreueren Bewertungen.

Nur noch 32% aller Suchergebnisse besitzen nach dem Update Bewertungen.

Neue Link-Attribute veröffentlicht

Google hat auf seinem Blog neue Link-Attribute veröffentlicht. Zu dem bisher etablierten „nofollow“ Attribut kommen nun zwei weitere, die ab sofort von Google als Ranking-Hinweis gelesen werden:

Ab dem 01. März 2020 sind dann alle drei Attribute auch für das Crawling und Indexing relevant. Welchen Einfluss diese Anpassung mit welcher Gewichtung auf das Ranking hat, wird von Google bisher nicht kommuniziert. Darüber hinaus gab Google bekannt, dass das „nofollow“ Attribut kein zwangsläufiger Befehl ist, sondern lediglich ein Hinweis, den der Crawler befolgen kann, aber nicht muss.
Moz hat die Änderungen übersichtlich in einer Tabelle zusammengefasst:

Übersicht über die Anpassungen der Link-Attribute

Was sollten Website-Betreiber nun tun?

Produkt-Karussell für die organische Suche

Google hat angekündigt, dass bis zum Jahresende global ein neues Suchergebnis-Feature für Produkte ausgerollt wird. Was im ersten Moment wie ein Screenshot von Google Ads aussieht, sind in Wirklichkeit organische Produkt-Placements.

Screenshots für die drei Varianten der organischen Produkt-Placements

Es gibt 3 Varianten:

Was muss eingerichtet werden, damit Google die eigenen Produkte im Karussell anzeigt?

News der Suchmaschinen kurz & knapp

Titles werden zukünftig mit vier Zeichen weniger in den Suchergebnissen angezeigt.

Local SEO News

Die Rolle von Branchenverzeichnissen in der lokalen Suche

Ein Optimierungsfaktor für die lokale Suche ist die Konsistenz der Unternehmensdaten in Branchenverzeichnissen (Gelbe Seiten, Yelp usw.) In Deutschland ist die Anzahl an Verzeichnissen schon unübersichtlich – in den USA noch viel schlimmer. Viele Unternehmen fragen sich natürlich, inwiefern sich der Aufwand lohnt, diese Daten zu pflegen, vor allem mit dem Blick darauf, dass der Faktor immer mehr an Gewichtung verliert (laut MOZ Local Ranking Factor Studie).
Greg Sterling von Search Engine Land ist der Frage nachgegangen und hat Meinungen von Local SEOs gesammelt. Unter den wichtigsten Einträgen werden folgende Plattformen, auch Horizontals genannt, gesehen: Google My Business, Bing, Facebook, Apple Maps und Yelp (auf den amerikanischen Markt bezogen). Die Local SEOs sind sich einig, dass die Bereinigung der Verzeichnisse für die lokale Suche wichtig ist, aber nicht mit der höchsten Priorität versehen werden sollte.
Neben den Horizontals sollten aber auch die Verticals beachtet werden, damit sind branchenspezifische Verzeichnisse gemeint, wie z.B. Ärzte- und Anwaltsverzeichnisse. Wie die eigenen Verticals identifiziert werden können, hat May Bowling mit folgenden Empfehlungen zusammengefasst:

Restaurant-Empfehlungen im Discover-Feed von Google

Im September wurden im Google Discover-Feed häufiger Empfehlungen für Restaurants entdeckt. Ist das der Start einer neuen Plattform für die Anzeige von lokalen Standorten? Dazu hat sich Google bereits nicht geäußert. Mit Sicherheit kann gesagt werden, dass Branchen, die regelmäßige Besuche von Kunden erwarten können (Restaurants, Hotels usw.) im Discover-Feed auftauchen werden.

Branchen Insights

Vier Monate Google Jobs – Zeit für eine Abrechnung

Im Mai 2019 rollte Google ihren eigenen Jobsuche-Service weltweit aus. Nun sind vier Monate vergangen – Zeit mit Google Jobs abzurechnen. Genau das hat Searchmetrics gemacht und hat untersucht, welche Sichtbarkeits-Entwicklungen die anderen großen Job-Portale nach dem Release hinnehmen müssen.

Google Jobs Darstellung in den Suchergebnissen

Searchmetrics hat für diese Analyse die Rankings von hunderttausenden Suchbegriffen angeschaut, für die Job-Portale ausgespielt wurden. Die Gewinner in der organischen Suche, also die nicht in Google Jobs als Stellenangebot erscheinen, sondern in der klassischen Suche  (Snippet) sind: Indeed, stepstone und Kimeta. Gewinner ist aber hier das falsche Wort, da sie eigentlich die Verlierer sind, da ihre Suchergebnisse unter denen von Google Jobs erscheinen. Nicht nur die Sichtbarkeit der organischen Rankings leidet darunter, sondern auch die Anzahl an Klicks. Aktuell bietet Google über dem Stellenangebots-Fenster ein weiteres („Stellenangebote suchen bei“) an, um dem Nutzer die Möglichkeit zu bieten, schnell auf die Job-Portale zuzugreifen. Für die großen Mitstreiter ist das wahrscheinlich ein kleiner Trost.
Es gibt aber auch wahre Gewinner, die sich der Suchmaschine Google beugen und demnach präsent bei Google Jobs angezeigt werden: Xing, Stellenanzeigen.de und LinkedIn.

Job-Portale, die vom Google Jobs Service profitieren

Aktuell haben 23 Stellenbörsen Beschwerde bei Google eingereicht. Sie werfen Google einen Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung vor. Es bleibt also spannend, wie sich die Zukunft für Job-Portale weiterentwickelt und wie das Urteil der Beschwerde ausgehen wird.

Das Leistungsschutzrecht und die verschwundenen Snippet-Beschreibungen

Im April 2019 wurde die EU-Urheberrechtsreform beschlossen und nun werden die ersten Auswirkungen deutlich. Bereits im Oktober tritt in Frankreich das neue Leistungsschutzrecht in Kraft, das Teil der Reform ist. Das Leistungsschutzrecht fordert zusammengefasst von Google und anderen Suchmaschinen, für die Inhalte zu zahlen, die sie im News-Bereich nutzen (Bilder, Textauszug usw.) Google reagiert nun damit, dass die Google News Ergebnisse fortan nur noch die Überschrift anzeigen, also sehr stark beschnitten werden.

Google-News Suchergebnisse mit Vorschaubild und Textauszug

Google bietet den Verlagen und Publizierenden die Möglichkeit an, Google zu erlauben, dass die Artikelbilder genutzt werden können. Zudem können sie die Länge der Auszugtexte bestimmen. Wir wagen mal einen Blick in die Kristallkugel und gehen davon aus, dass alle Medien die Verwendung des Artikelbildes erlauben werden, weil sonst mit einbrechenden Klickraten zu rechnen ist. Das Gleiche gilt wohl für die Auszugstexte. Sobald ein Verlag Google die Erlaubnis gibt, werden die anderen mitziehen müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Zusammengefasst wird sich also mit großer Wahrscheinlichkeit in den Google News Suchergebnissen nichts ändern.
Es bleibt spannend, wie Deutschland die Situation in Frankreich beobachten wird. Vielleicht wird es Anpassungen der Gesetze geben, denn bis Anfang 2021 muss das Leistungsschutzrecht EU-weit in Kraft treten.

Branchen News kurz & knapp

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2 Kommentare
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Alexandra
Alexandra
vor 1 Jahr

Google ist einfach King. Eine tolle Suchmaschine, in der man wirklich alles findet. Ich kann mir einen Tag ohne Google nicht vorstellen. Toll, dass Anpassungen gemacht werden um die Usererfahrung zu verbessern. Für Webmaster ist es einfach wichtig am Ball zu bleiben und alle Änderungen zu verfolgen.

Pigmentfleck
Pigmentfleck
vor 1 Jahr

Sehr interessanter Artikel vor allem das Thema der neuen Link-Attribute und die Auswirkungen auf das Ranking wird spannend werden. Mich machen diese Änderungen bei und deren möglicher Einfluss auf das Rankingergebnis immer richtig unruhig. Aber am Ende stelle ich immer wieder fest, stimmt der Content und hat die Seite keine groben handwerklichen Fehler gibt es zwar Schwankungen im Ranking, nach 8 bis 10 Wochen war ich aber immer wieder da wo ich vorher war oder besser. 😉