Affiliate Marketing auf Facebook – Welche Möglichkeiten gibt es?

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In unserem Blogbeitrag Affiliate-Marketing Geschäftsmodelle fernab von Content-Webseiten hatten wir uns bereits mit einigen Möglichkeiten für Affiliates auf Facebook auseinander gesetzt. Dieser Beitrag soll die Thematik noch etwas tiefer beleuchten und euch aufzeigen, welche Monetarisierungsansätze für Publisher im Affiliate Marketing in Facebook stecken können.

Facebook Seite

Eine Möglichkeit, als Affiliate bei Facebook aktiv zu sein, ist der Aufbau einer eigenen Community. Hier werden Facebook-Seiten zu bestimmten Themen erstellt, mit regelmäßigen Inhalten befüllt und weiterentwickelt. Dabei bieten Seiten mit emotionalen, skurrilen und lustigen Themen sicherlich ein großes Potenzial, vor allem um organische Reichweite durch Teilen, Interaktion durch Kommentare und Wachstum von „Gefällt mir“-Angaben zu forcieren. Ein Beispiel dafür wären die Seite Dinge, die die Welt nicht braucht. Hier werden skurrile Produkte vorgestellt, womit man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt:

  • emotionale Aufhänger
  • Produktfokus

Thematisch passende Produkte werden der Community regelmäßig vorgestellt und dabei hin und wieder mit Affiliate-Links monetarisiert. Mit derzeit über 110.000 Fans hat das Projekt dabei eine sehr gute Reichweite und damit ein gutes Verdienstpotenzial für Affiliates.

Affiliate Marketing auf Facebook

Eine weitere Möglichkeit zur Nutzung einer Facebook Seite für Affiliate Projekte ist, sich damit einen zusätzlichen Traffic-Kanal aufzubauen. Dazu wird beispielsweise zu einer Website eine Facebook-Seite mit entsprechend großer Reichweite aufgebaut. Durch interessante und relevante Postings können Nutzer dann direkt auf Facebook angesprochen und zur eigenen Seite weitergeleitet werden. Dieser Traffic sollte dabei besonders gut konvertieren, haben sich die Personen doch bewusst entschieden sich mit der zur Website zugehörigen Facebook Seite zu verknüpfen: Sie sehen einen Mehrwert im Thema des Projektes und in dem, was auf Facebook gepostet wird. Da ist der Schritt zur Bestellung über die eigene Affiliate-Seite nicht weit. Allerdings ist der Aufbau einer solchen Community sehr zeitaufwändig. Auch hier sind das dahinterstehende Thema und der Mehrwert für die Nutzer ein Schlüsselindikator.

Als Paradebeispiel kommt mir da myDealZ in den Sinn. Diese haben auf Facebook eine enorme Reichweite und verweisen die User bei tollen Angeboten immer wieder auf das eigene Portal – und von dort aus ggf. weiter auf die Seite des Merchant. Sie differenzieren dabei sogar noch nach Themen und haben für verschiedene Bereiche, z.B. Sport, Fashion oder Entertainment separate Facebook Communitys aufgebaut. Damit steigt die Relevanz der Informationen auf diesen themenspezifischen Facebook-Seiten für die entsprechenden Nutzer, was auch den Erfolg der Maßnahmen steigert.

Affiliate Marketing auf Facebook

Facebook Anzeigenschaltung

Anzeigenschaltung ist, neben den klassischen Content-Seiten, schon immer ein heißes Affiliate-Eisen gewesen: Banner-Buchung, Adwords, Bing, Yahoo, Display via Postview, Retargeting und Co, usw. Entsprechend lässt sich das Modell auch auf Facebook anwenden. Das Grundprinzip ist einfach: Affiliates schalten Facebook-Anzeigen für den Merchant und bezahlen diese (CPC, CPM, oCPM, usw). Werden Verkäufe darüber generiert, erhält der Affiliate eine Provision. Die Differenz zwischen Provision (Einnahmen) und Werbeausgaben ist der Gewinn des Affiliates.

Dieses Modell trifft man bei Facebook derzeit aber noch eher selten an. Der Grund ist, dass die Werbekosten für Affiliates meist nicht durch die Provisionen kompensiert werden können, weil:

  • die Werbekosten (z.B. CPCs) bei Facebook hoch sind
  • die Provision durch geringpreisige Produkte zu niedrig ist
  • Facebook-Werbung eher Display-Kampagnen als transaktionsbasierten Adwords-Anzeigen ähnelt, und so der Weg zu Conversion weit sein kann.

Gleichzeitig lassen nicht alle Merchants Anzeigenschaltung in sozialen Netzwerken zu, bzw. ist Direktverlinkung verboten, sodass der Weg zur Conversion noch länger wird.

Möchte man dieses Modell für sein eigenes Projekt nutzen, dann bedarf es einer sehr spitzen (geringe CPCs) Zielgruppe, gut konvertierenden Themen (nah am Kauf) und gleichzeitig Produkten, die eine hohe Provision (teure Produkte, Produkte mit hohen Provisionswerten) versprechen. Dann kann auch dieses Modell funktionieren.

Facebook Profil

Auch das eigene Facebook Profil könnte fürs Affiliate-Marketing genutzt werden. Zum einen natürlich, indem ich eine hohe Reichweite (viele Freunde) aufbaue und an meine Freunde entsprechende Produktempfehlungen ausspreche, so wie auch bei Facebook-Seiten. Durch den persönlichen Bezug („Freunde“) könnte das erfolgsversprechend sein. Aber Hand aufs Herz: Wenn einer meiner Freunde ständig Produkte posten würde, wäre das doch eher Spam. 😉

Deswegen eine zweite Idee: Man könnte auch passende Affiliate-Links in Diskussionen, Gruppen oder an Pinnwände von Seiten posten, wenn dort eine entsprechend große Reichweite und Themenbezug vermutet werden kann. Das klingt jetzt auch nach Spam und kann auch schnell in diese Richtung abrutschen, dann bringt es aber nichts. Und ich will auch auf keinem Fall zum „Rumspamen“ aufrufen! 😉 Deswegen sollten entsprechende Postings sinnvoll sein, die Diskussion anreichen und den Nutzern einen Mehrwert bieten. Hier zwei einfache Beispiele, die meine Idee verdeutlichen:

Affiliate Marketing auf Facebook

Warum nicht unter diesen Beitrag Affiliate-Links zu Ticketanbietern posten, welche Tickets für tolle Festivals verkaufen? Der Post sollte noch mit einem sinnvollen Mehrwert angereicht werden, z.B. einer Bewertung des Festivals oder Infos zu deren Headlinern. Wenn der Mehrwert groß ist und dadurch auch die Interaktion auf den eigenen Kommentar, dann hat man sogar die Chance der Top-Kommentar zu sein und damit die Sichtbarkeit des Kommentars mit dem Affiliate-Link deutlich zu steigern.

Ein weiteres Beispiel:

Affiliate Marketing auf Facebook

Zecken sind ein sehr emotionales Thema und sicherlich fürchten sich viele Leute vor Zeckenbissen, nicht zuletzt aufgrund der Krankheiten, die dadurch übertragen werden können. Warum also nicht in den Kommentaren zu diesem Beitrag hilfreiche Informationen zu Zeckenschutz-Produkten liefern, mit passendem Link zur entsprechenden Online-Apotheke?

Das sind zwei Beispiele, die auf der Hand liegen. Mit ein bisschen Kreativität kann man sicherlich noch mehr Ansatzpunkte finden. Dabei sollte man sich natürlich im Rahmen der Partnerprogrammrichtlinien und im rechtlichen Rahmen bewegen und so z.B. nicht vergessen, sein Profil mit einem Impressum zu versehen, da man ja damit gewerblich agiert.

Facebook Apps

Eigentlich sind Facebook Tab Apps tot, so zumindest meine Meinung und auch die vieler anderer. Glaubt man den Zahlen, so rufen nur 3 Prozent der Facebook Nutzer eine Facebook-Chronik auf, wovon wiederrum nur 1/3 auf einen Tab klicken. Der Vollständigkeit halber möchte ich dennoch diese Möglichkeit vorstellen.

Ähnlich den Social Commerce Apps, welche Shopkategorien, bzw. Produkte direkt in einer Facebook Tab App widergespiegeln, können das auch Affiliates tun: Shop-Lösungen auf Facebook-Seiten integrieren, bzw. Shop-Lösungen für verschiedene Seiten zum einfachen Einbau anbieten. Die hinterlegten Links können dabei natürlich auch Affiliate-Links sein.

Auch Facebook Cashback-Lösungen sind als Tab App vorstellbar: Nutzer, die über diese Apps kaufen, erhalten einen Teil der Provision zurück. Oder Nutzer haben durch eine Facebook-Schnittstelle die Möglichkeit, sich gegenseitig Produkte zu empfehlen und dabei noch Prämien o.ä. für die Empfehlungen zu verdienen. Eine ähnliche Lösung dafür hält aklamio bereit: Nutzer bekommen Prämien, wenn sie Produkte auf Facebook empfehlen und einer ihrer Freunde dieses kauft. Aklamio bekommt eine Provision, weil sie die technische Basis und entsprechende Schnittstellen für dieses System zur Verfügung stellen.

Facebook und Affiliate Marketing…

…lassen sich miteinander verbinden. Ich hoffe, ich konnte euch das mit meinen vier Ideen verdeutlichen. Es gibt sicherlich noch viel mehr Möglichkeiten und kreative Ansätze, um Facebook aber auch andere Social Media Plattformen als Affiliate sinnvoll zu nutzen. Wenn ihr dazu weitere Ideen habt oder schon verschiedene Dinge ausprobiert habt, dann berichtet uns doch in den Kommentaren davon! 🙂


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Daniel war von Juli 2012 bis Januar 2016 Teil des Projecter Teams.

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  1. Wie könnte eine Facebook-Seite zur Traffic-Generation für eine Firmenwebsite aussehen? Wenn ich lediglich Angebotsinformationen poste, werde ich nicht viele Likes und Traffic bekommen. Eventuell mit Neuigkeiten aus der Region oder allgemeines zur Branche? Lohnt es sich, durch Anzeigen Likes zu erkaufen?

    • Hi Daniel,

      das ist eine sehr schwierige Frage, da diese so allgemein ist. Hier hilft es dir sicher, zielorientiert vorzugehen.
      1. Welches Ziel verfolgst du mit der Facebook-Seite: Traffic auf die Website generieren
      2. Um dieses Ziel zu erreichen benötigst du Fans. Also ist dein primäres Ziel der Fan-Aufbau.
      3. Deshalb: Welche Fans willst du erreichen, die du dann wiederrum auf deine Seite schicken möchtest?
      4. Welche Interessen haben diese Fans?
      5. Davon ausgehend: Welche Inhalte sind für diese interessant?

      Diese und weitere Fragen helfen dir dabei, zielgerichtet vorzugehen, deine potenziellen Fans kennenzulernen und dann eine entsprechende Strategie zu erarbeiten.
      Neben Inhalten, welche für deine Fans relevant sind, aber auch mit der Firmenwebsite und der Firmen-CI (CI, nicht nur CD) übereinstimmen, kann es sinnvoll sein, auch durch Anzeigen das Wachstum der Seite in relevanten Zielgruppen auch durch Anzeigen zu forcieren. Ggf. ist es aber günstiger, Nutzer gleich via Anzeige von Facebook auf die Firmenwebsite zu leiten. Hier musst du schauen, welche Strategie du fahren möchtest, welche deiner Zielstellung eher entspricht und welche nachhaltiger ist.

      Ich hoffe, ich konnte dir helfen, Daniel.

      • Sehr gut geschrieben Daniel. Genauso ist es. Plumpe Werbung ist out. Content ist King. Marktnischen-Content und dann Affiliate-Promotion rein. Anders geht es nicht mehr…. Plumpes „Hey, schaut mal was ich gefunden habe… –> Affiliate Link“ ist voll Neanderthaler….

  2. Hallo, ich habe vor kurzen eine Seite eröffnet, die sich mit Gewinnspielen beschäftigt, welche per Lead vergütet werden. Als ich nun durch Facebook meine Seite Promoten lassen wollte, wurde mir bei den Zahlungsinformationen angezeigt „Dieses Konto zum Werben für nicht kommerzielle Zwecke verwenden“.
    Allerdings wäre es doch dann ein kommerzieller Zweck oder liege ich da falsch?

    • Hey Christian,

      da hast du recht. Das wäre durchaus ein kommerzieller Zweck.

      Beste Grüße

      Stefan