Basket Tracking im Affiliate Marketing

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Schon seit mehreren Jahren gibt es das sogenannte Basket Tracking im Affiliate Marketing. Trotz der relativ einfachen Integration und zahlreicher Vorteile sowohl für Merchants als auch Publisher kommt das Basket Tracking selten zum Einsatz. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über diese spezielle Methode des Trackings und erläutert Vor- und Nachteile.

Was ist Basket Tracking?

Das Basket Tracking funktioniert technologisch nicht anders als die normalen Tracking Methoden auch. Hierzu sei der ausführliche Artikel zum Affiliate Tracking ans Herz gelegt. Wie es der Name bereits andeutet werden im Vergleich zum normalen Tracking lediglich zusätzliche Informationen übergeben. Während übliches Tracking nur Auskunft über den Nettowarenwert des gesamten Warenkorbs gibt, ist mit dem Basket Tracking eine Darstellung der Transaktion auf Artikelebene möglich.

Zur technischen Integration muss der normale Tracking Code um einige Parameter erweitert werden. Für die Netzwerke affilinet, Zanox sowie Webgains hat Stefan das Vorgehen zur Implementierung des Basket Trackings bereits beschrieben. Mittlerweile wird das Basket Tracking bei fast allen größeren Affiliate Netzwerken, die in Deutschland eine Rolle spielen, unterstützt. Die nachfolgende Übersicht enthält Verweise zu den jeweiligen Dokumentationen.

Netzwerk Hinweise zum Basket Tracking
Tradedoubler http://dev.tradedoubler.com/tracking/advertiser/#Overview
Affilinet http://advertiser.affili.net/HtmlContent/de/downloads/Basket_Tracking_Documentation_DE.pdf
Zanox http://www.zanox.com/export/sites/zanox/ch/advertiser/jetzt-starten/hilfe/leitfaden/zanox_Startup_Help_Advertiser_DE.pdf
Webgains http://img.projecter.de/blog-material/webgains-items.pdf
Comission Junction Basket Tracking wird unterstützt. Dokumentation folgt.
Superclix Basket Tracking wird unterstützt. Hilfestellung nur durch Support.
Belboon Unterstützt derzeit kein Basket Tracking (Stand April 2015)

 

Vorteile für Merchants

Handhabung: Bei normalem Tracking ist das Storno-Management teilweise etwas mühsam, sofern es nicht automatisiert abgewickelt wird. Wird ein Teil der Bestellung durch den Kunden zurückgesandt, muss beim Sales Clearing der Restwert des Nettowarenkorbs erst berechnet werden. Mit dem Tracking auf Artikelebene entfallen zusätzliche Berechnungen.

Transparenz: Die zusätzlichen Daten schaffen eine hohe zusätzliche Transparenz zwischen Merchant und Publisher. Im Rahmen des regelmäßigen Stornos muss der Publisher bei normalem Tracking darauf vertrauen, dass geänderte Nettowerte korrekt berechnet wurden. Über das Basket Tracking wird der Vorgang des Sales Clearing wesentlich nachvollziehbarer. Ein Fakt, der eine gute Beziehung zwischen Merchant und Publisher fördert. Darüber hinaus erhält der Publisher deutliche Vorteile, wenn er mit zusätzlichen Informationen zum Warenkorb versorgt wird. Hiermit kann sich ein Merchant von seinen Wettbewerbern deutlich absetzen.

Präzise Vergütung: Im normalen Tracking muss mit Mischkalkulationen gearbeitet werden. Ein heterogener Warenkorb wird dabei mit einer durchschnittlichen Provision bedient. Mit dem Basket Tracking bekommt der Merchant nun allerdings die Möglichkeit, unterschiedliche Warengruppen mit verschiedenen Provisionen zu vergüten. Produkte aus Eigenproduktion mit hoher Marge können so beispielsweise höher bezahlt werden als Retailer Produkte, deren Beschaffungskosten tendenziell höher sind. Über eine individuelle Vergütungsstaffel kann den Publishern ein Anreiz geboten werden Produkte mit attraktivem Gewinn stärker zu bewerben.

Vorteile für Publisher

Die bereits erwähnte zusätzliche Transparenz kommt dem Publisher natürlich vollständig zu Gute. Darüber hinaus gibt es für Publisher noch weiteren Grund zur Freude, wenn das Basket Tracking eingesetzt wird.

Neue Optimierungsansätze: Während der Merchant schon immer durch zusätzliche Tracking Tools auf der eigenen Seite die Möglichkeit hatte, nachzuvollziehen, welche Waren durch welchen Affiliate verkauft wurden, konnten Publisher bisher maximal durch SubID Tracking nachvollziehen, durch welche Links und Zielseiten ein Verkauf zustande gekommen ist. Über Basket Tracking erfährt der Publisher nun genau, welche Produkte verkauft wurden. Diese Informationen helfen bei der Optimierung der Werbetätigkeiten.

Passen Texte und Bilder gut zu den Produkten, die meine Seitenbesucher kaufen? Möglicherweise gib es zusätzliche Informationen, die zu einem beliebten Produkt bereitgestellt werden können. SEA Publisher können ihre Werbeanzeigen deutlich besser aussteuern und optimieren.

Hat der Publisher einmal Informationen, welche Produkte gern in Kombination gekauft werden, kann er eventuell zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um das Cross Selling aktiv zu fördern. Je nach Partnershop lassen sich auch Rückschlüsse auf den sozialen und demographischen Hintergrund der umworbenen Seitenbesucher ziehen. Mit etwas Kreativität sind die Möglichkeiten des Publishers mit diesen Erkenntnissen, seinen Seitenbesuchern zusätzlichen Mehrwert zu bieten, beinah grenzenlos.

Attraktivere Vergütung: Auch von einer individuellen Vergütungsstaffel profitiert nicht nur der Merchant. Der Publisher gewinnt in dieser Situation ebenfalls, denn er kann seine Werbetätigkeit so ausrichten, dass er durch den Fokus auf attraktive Produkte von erhöhten Provisionen profitiert.

Nachteile

So viele Vorteile das Basket Tracking auch bietet, der Merchant sollte sich bewusst sein, dass er mit dieser Form des Trackings – wenn auch anonymisiert – Daten seiner Kunden preisgibt. In seltenen Fällen kann es darüber hinaus dazu kommen, dass Produkte im Shopsystem nicht einzeln an den Tracking Code übergeben werden können. Hier ist allerdings von Einzelfällen die Rede, weshalb in der Integration meist kein Hindernis liegt.

Fazit

Das Basket Tracking bringt viele Vorteile und zusätzliche Transparenz in ein Affiliate Programm, wovon die Performance profitieren kann. Lediglich der Datenschutz gegenüber den Shopkunden sollte berücksichtigt werden. Ein Hinweis auf die anonymisierte Weitergabe von Daten an Werbepartner in der Datenschutzerklärung ist in diesem Fall stark zu empfehlen.

Dieser Artikel wurde erstmalig am 14. November 2011 veröffentlicht und liegt nun in einer vollständig überarbeiteten Fassung vor.

Hannes war von März 2014 bis Juli 2016 Teil des Projecter Teams.

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