Recap: M3-Campixx – Die Human Marketing Konferenz! Der Mensch im Mittelpunkt – durch und durch.

geschrieben am in der Kategorie Aus dem Agenturleben von

Janine und ich haben schnell gemerkt, dass ein normales Recap für eine so unkonventionelle (Un-)Konferenz nicht möglich ist. Bei den zwei Tagen M3-Campixx standen keine Marketing-Strategien, sondern der Mensch im Mittelpunkt – der Mensch als Arbeitnehmer, der Mensch als Teil einer Zielgruppe, der Mensch als Ideenquelle. Deswegen wollen wir im Recap auch darauf eingehen, was die M3-Campixx mit uns als Menschen gemacht hat. Also quasi ein (Un-)Recap.

Networking

Start: Networking, im wahrsten Sinne des Wortes

Bea: Ich muss zugeben, bei den klanghaften Titeln der einzelnen Sessions war mir nicht immer gleich klar, was hinter dem Thema steht und wie es mit Human Marketing in Verbindung gebracht wird. Nach den Sessions war ich vollkommen überzeugt vom gesamten Konzept der M3 Campixx.

Mein erstes (Workshop-) Highlight war Jens Altmanns Thema „Personalisiert & Anonymisiert – Zukünftige Fußspuren um Internet“ in dem er sehr persönlich davon erzählt hat, wie er sich vom anonymen Nutzer zum sehr bewusst auftretenden und authentischen Nutzer gewandelt hat, was seine Beweggründe waren und wohin es ihn gebracht hat – nämlich dazu Leute kennenzulernen, die so sind wie er und mit denen er jetzt in seiner Selbstständigkeit „geilen Scheiß“ machen kann und wird. Jens hat dabei aber auch sehr gezielt die Diskussion unter den Teilnehmern angestoßen, wie weit man bei der Personalisierung gehen kann und sollte und wo Medienkompetenz fehlt und nachgeholt werden muss. Gute Sache! Und wohl Teil eines Experiments, wie er in seinem Recap schreibt – ich bin gespannt.

Was war dein Highlight des ersten Tages?

Janine: Am Samstag jagte ein Highlight das Nächste. Mit der Idee, uns auf die einzelnen Workshops aufzuteilen, haben wir das Maximum aus der (Un-)Konferenz rausgeholt, wie Maja und Marcel von Ranking-Check das auch genutzt haben. Das hat super funktioniert. Karl Kratz hat den Großteil der Teilnehmer mit seinem Workshop Onlinethinketing angezogen. Sein Versprechen, nach 45 Minuten „online“ anders zu denken, wurde eingehalten. Wie, das wird er sicher selbst einmal veröffentlichen 😉 aber es war definitiv ein Highlight. Das bestätigt auch Eric Kubitz.

Ein weiterer Höhepunkt war Kurt Simon Harlinghausen mit seinem Social Media Strategie Workshop. Er hat es geschafft, dem Buzz Wort Marketing 3.0 Leben einzuhauchen. Mit Beispielen aus der Praxis hat er gezeigt, dass es bei Social Media Marketing allein um den Menschen geht und auch nur so erfolgreich sein kann. Human Marketing ist hier Programm.

Du selbst hast Dich dem Experiment M3Campixx gestellt und mit einem eigenen Workshop teilgenommen. Wie hast Du den Vortrag erlebt?

Bea: Ja stimmt, das war natürlich auch ein persönliches Highlight für mich, ganz vergessen ;). Ich hab in meiner Session dargestellt, wie wir bei Projecter unser Recruiting voranbringen und unser Team kontinuierlich aufbauen. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem Wissensmanagement und der –vermittlung bei uns in der Agentur. Das schöne an meinem Vortrag: zeitgleich referierte Karl Kratz ;), sodass bei mir nur eine Hand voll, dafür wirklich interessierte und engagierte Leute dabei waren. So wars ein klasse Workshop mit viel Austausch aus dem ich auch eine Menge mitnehmen konnte. Die Gespräche aus den Workshops wurden nahtlos auch in den „Freizeit“-Teil der Campixx weitergeführt. Beim Bier auf dem Steg während wir Ines Schaffranek und Kai Spriestersbach beim JetLeven zugeguckt haben.

JetLeven

Kai beim JetLeven

Aber ich muss sagen, der Sonntag hat (trotz Schlafmangel) den Samstag noch getoppt. Alexander Posselts Satz „Frauen bleiben der größte Trend im eCommerce – nur spricht da keiner drüber“ hab ich mir groß aufgeschrieben. Er referierte darüber, wie man seine Zielgruppensegmente und deren Umfeld analysieren muss, um seinen Shop genau daran anzupassen. „Zielgruppe Frauen“ klang bisher für mich nach „ich mache Produkte für Frauen“ und nicht nach „Ich mache Produkte für Frauen, die diese für ihre Eltern, Kindern, Männer kaufen“. Klasse Vortrag. Und dann kam Kai Paulsen mit dem Mood-Management.

Aber, da das einer der wenigen Vorträge war, den wir zusammen besucht haben, frag ich dich: Was hast du daraus mitgenommen?

Janine: Hach, Kai Paulsen – das sympathische Duracell-Häschen. Wer hier nicht motiviert den Workshop verlassen hat, ist selbst Schuld. Seine Motivation, die kleinen Glücksmomente des Alltags – liebevoll die Glücksnuggets genannt – wieder bewusster wahrzunehmen, ist ihm mehr als gelungen. Nach dem Motto: „Viele kleine Glücksnuggets machen auch einen Klumpen Gold“ stand die Lustgewinnung – sich auf schöne Dinge im Alltag zu konzentrieren und sich zu konditionieren – im Mittelpunkt.

Die Aufgabe, die eigenen Stressengel auszumachen, sorgte kurzzeitig für einige Fragezeichen in den Gesichtern der Teilnehmer. Gemeint sind die Personen, die es schaffen, uns im Alltag zu verärgern. Die wissen, welche Knöpfe man drücken muss.

Die Antwort folgte prompt und ließ sich sowohl privat als auch beruflich bestens anwenden. „Keiner ärgert Dich. Du lässt Dich ärgern“. Klingt erst mal nach Worthülse aber Kai gab noch einige Werkzeuge mit, wie man sich dagegen schützen kann.

Welche Vorträge haben für Dich das Thema Marketing 3.0 und Human Marketing am besten umgesetzt?

Bea: Das Duracell-Häschen 😀 trifft es gut. Für mich hat der Vortrag von Anthony-James Owen „Make Marketing not War – Guerilla Marketing in der Praxis“ das noch sehr anschaulich umgesetzt – wenn auch wieder aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Anhand vieler konkreter Beispiele hat er gezeigt, wie man das, was schon da ist, in Marketing umsetzen kann. In dem man Erwartungen bricht und Überraschungseffekte nutzt. Auch hier muss man sich mit dem Menschen auseinandersetzen: Was erwartet dieser von einem Produkt oder einer Marke? Und wie kann ich das bewusst brechen um so aufzufallen? Ob gut oder schlecht, ist erstmal egal.

Guerilla Marketing

Guerilla Marketing- Nutzen was schon da ist.

Die Quote: „Wenn die Hälfte deines Umfeld sagt, dass du das wirklich nicht machen kannst, dann wird es gut. Wenn es alle sagen, solltest du nochmal drüber nachdenken.“

Und auch die letzte Session hat noch einmal das Motto der M3Campixx unterstrichen. Die – wie ich jetzt in Jens Altmanns Recap gelesen habe – spontan zusammengewürfelte Podiumsdiskussion zum Thema Work Life Balance und wie sie jeder für sich umsetzen kann und sollte.

Ich bin gerade unsicher, ob wir hier ein greifbares Bild dieser Konferenz abgeben, aber wenn ich mir die anderen Recaps so durchlese wird mir klar, dass es allen ähnlich geht: alle waren total beeindruckt von den Ansätzen, Denkweisen und Menschen die sie kennengelernt haben. Und so geht es mir auch. Ich denke allergrößtes Highlight dieser (Un-)Konferenz sind die persönlichen Learnings die man für sich mitnimmt.

Meine waren:

  • Gib Stressengeln keine Chance
  • Lerne NEIN zu sagen
  • Organisiere dich und halte dich daran
  • Mache Zielgruppen nicht an stupiden Zahlen fest, sondern betrachte den Menschen und seine Lebenssituation
  • Denke nicht nur an Innovation sondern auch daran, Unnützes wegzulassen (auch ein schöner Vortrag zur Blue Ocean Strategie von Matthias Mehlich)
  • Kreativität auf Druck geht nicht, schaffe dir Freiräume und nutze Werkzeuge
  • Werde authentischer im Netz, um die Leute zu erreichen die das Gleiche wollen wie du
  • Ok… das wird zuviel.

Was waren deine Learnings?

Janine: Das fasst es ganz gut zusammen, Bea 😉 Da ich aus der Start-Up Szene komme, ist mir vor allem Harlinghausen’s Schlusswort hängen geblieben „Done is better than Perfect“. Der Satz ziert die Eingangshalle bei Facebook. Dinge einfach angehen und ausprobieren. Sicherlich gilt dieser Ansatz nicht für alle Lebenslagen. Im Online Marketing ist der Anspruch die perfekte Strategie zu entwickeln nicht immer zielführend. Kleine Projekte, langfristig ausgelegt, angehen. So schafft man Raum für Flexibilität und kann erfolgreich sein.

Work Life Balance

Podiumsdiskussion zum Thema Work Life Balance

Wir scheinen überzeugt zu sein. Wirst Du beim nächsten Mal wieder dabei sein?

Bea: Super gerne. Auch wenn Marco in seiner Abschlussrede noch nicht ganz sicher war, wie es weitergehen wird: Ich finde den Ansatz der M3 Campixx, den Mensch in den Mittelpunkt zu stellen, sehr erfrischend und bin mit viel Inspiration aus der Konferenz, tschuldigung (Un-)Konferenz gegangen. Ein riesengroßes Dankeschön an Marco, Stefan und das Team, das dieses Event möglich gemacht hat. Ich als Teilnehmer bin mehr als begeistert. Nicht zuletzt wegen der Location am See. Im Sommer. Und – das muss ich auch noch sagen – wegen großartiger Gespräche in den Pausen. Tolle Sache, gerne mehr davon!

Dein Fazit?

Janine: Human Marketing wurde an diesem Wochenende gelebt. Marco und sein Team haben es geschafft, an diesem Wochenende nicht nur SEOs anzusprechen, sondern haben unterschiedliche Online Marketer zusammengeführt, Raum zum Netzwerken und für persönliche Gespräche geschaffen. Die Themen waren so vielfältig wie die Teilnehmer. Das hat man nur selten. Ich hoffe ihr bleibt am Ball. An Unterstützung wird es hoffentlich nicht Mangeln.

In diesem Sinne bis zur nächsten (Un-)Konferenz, wir wären gerne dabei!

Beatrice war von Januar 2012 bis März 2014 Teil des Projecter Teams.

Einen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder