Recap: Online Marketing Konferenz Lüneburg

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Bine und Lisett haben sich gestern kurz in ihre Uni-Zeit zurückversetzt gefühlt: Die Online Marketing Konferenz fand an der Leuphana Universität Lüneburg statt, im gefüllten Hörsaal, in dem einige sogar auf den Treppenstufen Platz genommen hatten und das Mittagessen gab’s in der Mensa. Hach…

Welche Learnings sie aus dem Tag mitgenommen haben, fassen sie in diesem Beitrag zusammen.

Der 1. Amazon-Affiliate war weiblich.

Die Keynote hielt Markus Kellermann. Zunächst hielt er eine Einführung in das Affiliate Marketing. Dabei ging er bis zum Ursprung zurück und erzählte, wie sich 1997 das Affiliate Marketing auf einer BBQ-Party begründetet: Eine Frau schlug Amazon vor, Bücher über ihr Blog anzubieten und durch den Verkauf Provision zu erhalten. Amazon war begeistert.

Selfie

Selfietime mit Markus Kellermann.

Kunden können an unterschiedlichen Stellen des Kaufentscheidungsprozess angesprochen werden.

Predictive Targeting (Gegenteil von Retargeting)

Das Prinzip erklärt sich wie folgt: Ein Nutzer besucht die Seite, der Nutzer wird markiert und sein weiteres Surfverhalten analysiert. Danach erfolgt ein Abgleich mit 32 Mio. adexda Nutzerprofilen, der adexda Algorithmus errechnet daraus statistische Zwillinge. Diese Zwillinge können über verschiedene Werbemittel als neue Nutzer für die Seite angesprochen werden.

Re-Engaging/ Kaufabbrecher (Optimierung der Conversion im Shop)

98% der potenziellen Käufer brechen den Kauf vorzeitig ab – diese Kunden sollen gewonnen werden. Ve Interactive hat VeContact entwickelt. Über Newsletter, die nach dem Kaufabbruch versendet werden, sollen die Kunden zurückgewonnen werden. Die Zahlen sprechen für sich: 32%Klickrate, 18% Conversionrate, 67% zurückgewonnene Kunden sind Neukunden

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt Remintrex mit Newslettern, die an Kunden, die sich noch nicht im Shop registriert haben, verschickt werden. (Die E-Mail-Adressen werden gewonnen, indem ermittelt wird, wo sich der Nutzer mit seiner E-Mail Adresse bereits registriert hat.)

Yieldify bietet ein Exit Intent Overlay an. Kurz vor Abbruch wird ein Banner eingeblendet und somit die Absprungquote reduziert.

Die Herausforderungen im Multi Device Tracking: Geräte werden individuell betrachtet, nicht übergreifend.

Timo Aden von Trakken sprach über Universal Analytics und wie das Tool Unternehmen hilft, die Wege des Nutzers zu ergründen und die Werbung auch auf äußere Faktoren, wie das Wetter, abzustimmen.

Klar ist, dass 90% der Nutzer bei der Recherche sequentiell vorgeht. Der Kaufprozess wird z.B. auf dem Handy gestartet und auf dem PC abgeschlossen

Herausforderung: Nutzer bei seine Wechsel zwischen den Geräten zu unterstützen.

Cross-Device Tracking

Timo Aden und Tom Alby sprachen in ihren Vorträgen über die Herausforderungen im Cross-Device Tracking.

Mit Universal Analytics findet ein Wechsel von der besuchsbezogenen zur besucherbezogenen Analyse des Userverhaltens statt. Der Mensch muss hinter den verschiedenen Devices erkennbar gemacht werden. Universal Analytics vergibt eine User-ID über die der User geräteübergreifend getrackt werden kann. Hier besteht jedoch das Problem des „Einloggens“ und der sich wiederholenden Frage nach dem Datenschutz. Das erste Problem kann durch Seiten, bei denen Anmeldungen obligatorisch sind (z.B. Dating) gelöst werden.

Nutzerdaten werden schon vor dem Besuch der Seite nötig.

Sebastian Loock, Geschäftsführer der web-netz GmbH hielt einen Vortrag zu geschlechtsspezifischen Daten, die in der Ansprache unbedingt beachtet werden sollen.

Kurz & knapp:

Werbewahrnehmung Frau

  • Frauen verbringen mehr Zeit in Online Shops als Männer (4,4 h bis 3,5 h)
  • Frauen haben einen durchschnittlich höheren Warenkorb
  • Frauen sind bereit, für das perfekte Produkt wesentlich mehr zu bezahlen
  • Frauen sind kommunikativer (word of mouth)
  • Frauen verarbeiten Bilder, Emotionen, legen Wert auf Ästhetik, sind stärker beeinflussbar, harmoniebedürftig
  • 2/3 nutzen Preisvergleiche, 53% schauen bei Amazon nach dem gewünschten Produkt

Werbewahrnehmung Mann

  • Männer wollen Fakten
  • Männer wollen reduzierte Webebotschaften, die auf Kernaspekte begrenzt und analytisch-logische sind
  • Männer haben eine selektive Wahrnehmung und höhere Wahrnehmungsschwelle,
  • Männer sind schwieriger zu interessieren, wollen vergleichen, nehmen ungern Hilfe an, brauchen weniger Bilder und kaufen zum Zweck

Was können wir daraus in Bezug auf Online Marketing lernen?

  • Anzeigentexte entsprechend formulieren!
  • Männer – Fakten, Frauen – Geschichte erzählen und Vertrauen aufbauen
  • Landingpages entsprechend gestalten
  • Newsletter anpassen

Ego-Netzwerk – wie sind meine Fans untereinander miteinander vernetzt? Ergibt sich daraus ein Wert?

Prof. Dr. Heitmann machte deutlich, dass Fans bestimmter Marken besonders treu sind. Zum Beispiel die Kunden von Harley Davidson: Sie fahren keine andere Motorrad Marke und stecken ihre Freunde sogar noch an. Die Markenreichweite auf die Fans wird damit um die Freunde der Fans erweitert. Freundschaften haben daher einen direkten Wert und damit langfristige Marketingwirkung. Dieses Social Enrichement sollten sich Unternehmen bewusst sein.

Der Effekt ist dabei umso höher, umso enger das Local Clustering (Freundschaftsnetzwerke in einem Gebiet) ist.

Schlange stehen vor der Mensa - wie in alten Uni-Zeiten.

Schlange stehen vor der Mensa – wie in alten Uni-Zeiten.

Penguin und Panda wollen gefüttert und versorgt werden.

Janike Bach & Marius Fröchling von der web-netz GmbH lieferten SEO – Input aus der Praxis und zwei Workarounds:

Panda Workaround

  1. Nur wirklich relevante Inhalte durch Google indizieren lassen (Impressum etc. no index)
  2. Niemals Duplikate schaffen (Herstellercontent umschreiben oder nicht in den Index lassen)
  3. Kein automatisch erstellter Content
  4. Seiten mit schlechten Nutzersignalen löschen oder nachjustieren

Unternehmen sollen SEO Landingpages schaffen und bloggen, bloggen, bloggen. Gerade Longtail ist hier das Zauberwort.

Pengiun Workaround

  1. Keine Links leichtfertig kaufen, tauschen oder mieten!
  2. Backlinkstruktur regelmäßig kontrollieren (Linkpflege)!
  3. Über PR-Maßnahmen valide Linkziele schaffen!
  4. Nachhelfen! (Content Marketing)

Content-Marketing-Formel

Diese lieferten Janike und Marius zum Abschluss ihres Vortrages. Die Gleichung für einen nachhaltigen SEO Workflow ist eigentlich ganz simple:

Inhalte erstellen (unter Berücksichtigung der Vorlieben und Erreichbarkeit der Zielgruppe)

+

Technische Optimierung (Inhalte für Google lesbar machen und entsprechend anreichern)

+

PR Outreach (Inhalte verteilen, plausible Kooperationen schließen)

+

Qualitätskontrollen (Projektmanagement durch SEO Kanäle)

=

Content Marketing

fvm.withgoogle.com

Käufer informieren sich online, kaufen dann offline, informieren sich über mehrere Geräte hinweg und bestellen dann telefonisch – zahlreiche Konstellationen sind möglich, wie online Werbung konvertieren kann.

Tom Alby von Google gab uns dieses Tool zur Hand. Mit Full Value of Mobile – fvm.withgoogle.com – kann der Wert der mobilen Werbung berechnet werden.

Fazit

Tolle Veranstaltung, wir kommen definitiv wieder! Ein großes Lob geht an die Organisatoren der Konferenz, die web-netz GmbH. Wart ihr auch in Lüneburg und habt wichtige Learnings mitgenommen? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Lisett gehört seit April 2013 zum Projecter Team. Neben dem Studium des Verlags- und Handelsmanagements hat sie berufliche Erfahrungen in verschiedenen Verlagen und im Handel gesammelt und dabei erste Kontakte mit dem Online Marketing geknüpft.

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  1. Hey Lisett 🙂

    Schöner und ausführlicher Recap von dir .. Ich habe deinen Recap auch mal in die Recap-Liste bei activetraffic mit aufgenommen 🙂

    http://www.activetraffic.de/online-marketing-news/01182_recap-3-online-marketing-konferenz-lueneburg-willkommen-an-der-leuphana-universitaet.html

    LG & bis nächstes Jahr?
    Florian

    • Hallo Florian,

      vielen Dank für die Aufnahme!
      Uns hat es wirklich sehr gut gefallen & wir haben jede Menge Wissen mitgenommen.

      Bis nächstes Jahr!
      Lisett