LinkedIn Profile Targeting in Bing Ads

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Ende Oktober 2018 haben alle Online Marketers dieser Welt die Ohren gespitzt: Zwei Jahre nachdem sich Microsoft das Karriere-Netzwerk LinkedIn für beachtliche 26,2 Milliarden US-Dollar geschnappt hat, kündigte der Tech-Riese LinkedIn-basiertes Targeting für seine Werbeplattform Bing Ads an. Ein Alleinstellungsmerkmal, das Bing Ads einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber Google Ads bescheren könnte.

Im Rahmen einer Beta-Phase haben nun auch erste Werbetreibende in Deutschland Zugriff auf die neue Funktion in ihren Bing Ads-Konten. Was es mit dem LinkedIn Profile Targeting auf sich hat, wie es eingerichtet wird und welche Vorteile sich daraus für das PPC-Marketing ergeben, beleuchten wir in diesem Blogbeitrag.

Was verbirgt sich hinter LinkedIn Profile Targeting?

Mit dem LinkedIn Profile Targeting bietet Bing Ads eine spannende neue Targeting-Option bei der Anzeigenschaltung: Über Microsofts Werbeplattform lassen sich nun gezielt Nutzer ansprechen, die in

  • einem bestimmten Unternehmen,
  • einer bestimmten Branche oder
  • einem bestimmten Tätigkeitsbereich arbeiten.

Als Datengrundlage dienen dabei die Informationen, die die Nutzer in ihrem jeweiligen LinkedIn-Profil hinterlegt haben.

Das Targeting kann in klassischen Suchanzeigen, dynamischen Suchanzeigen sowie in Shopping-Kampagnen zum Einsatz kommen. Wichtig: Nutzer, die nicht in die ausgewählten LinkedIn-Profile fallen, lassen sich aktuell durch diese Funktion nicht aus der Kampagne ausschließen. Stattdessen wird die zielgerichtete Ansprache während der Beta-Phase nur über Gebotsanpassungen geregelt. Die Klick-Gebote für spezifische Unternehmen, Branchen und/oder Berufsgruppen lassen sich entweder um bis zu 900 % erhöhen oder um bis zu 90 % verringern (was beinahe einem Ausschluss gleichkäme). Standardmäßig voreingestellt ist eine Erhöhung des Gebots um 15 %.

Welche Ausrichtungsmöglichkeiten gibt es?

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Ausrichtungsmöglichkeiten für das LinkedIn Profile Targeting in Bing Ads, die ihr darüber hinaus beliebig miteinander kombinieren könnt:

  • Unternehmen
  • Branche
  • Stellenfunktion

Zur Einführung stehen rund 80.000 Unternehmen, 145 Branchen und 26 Stellenfunktionen zur Auswahl. Die Listen sollen kontinuierlich erweitert werden. Ihr könnt das Targeting sowohl auf Kampagnen- als auch auf Anzeigengruppen-Ebene anwenden. Wie üblich haben Einstellungen auf Anzeigengruppen-Ebene Vorrang gegenüber Einstellungen auf Kampagnen-Ebene.

LinkedIn Profile Targeting auf Kampagnen- und Anzeigengruppen-Ebene

LinkedIn Profile Targeting kann auf Kampagnen- und Anzeigengruppen-Ebene angewendet werden

LinkedIn Profile Targeting in Bing Ads einrichten

In bestehenden Kampagnen bzw. Anzeigengruppen
In einer bestehenden Kampagne oder Anzeigengruppe könnt ihr die neue Targeting-Option unter dem Reiter „Einstellungen“ definieren: Dort müsst ihr lediglich ganz nach unten zu “Kampagnenziele” bzw. “Anzeigengruppenziele” scrollen und auf „Zielkategorien bearbeiten“ klicken. Schon könnt ihr Unternehmen, Branchen und/oder Stellenfunktionen als Zielgruppe auswählen und dafür Gebotsanpassungen vornehmen.

 Auswahl der Zielgruppe über ein ausklappbares Menü, für Unternehmen über ein Suchfenster.

Für Branchen und Stellenfunktionen erfolgt die Auswahl der Zielgruppe über ein ausklappbares Menü, für Unternehmen über ein Suchfenster.

In einer neuen Kampagne
Beim Erstellen einer neuen Kampagne findet ihr die Auswahlmöglichkeiten für das LinkedIn Profile Targeting im letzten Schritt unter “Budget und Gebote”. Auch hier versteckt sich die Funktion unter dem Menüpunkt “Kampagnenziele → Zielkategorien bearbeiten”.

In einer neuen Anzeigengruppe
Ähnlich gestaltet sich das Ganze, wenn ihr das Targeting direkt beim Anlegen einer neuen Anzeigengruppe ergänzen wollt. Hier wählt ihr den Menüpunkt “Anzeigengruppenziele” aus und klickt dann auf “Zielkategorien bearbeiten”.

Nach der Zielgruppenauswahl kann die Gebotsanpassung vorgenommen werden

Sind die gewünschten Zielgruppen ausgewählt, könnt ihr die Gebotsanpassung vornehmen.

Möchtet ihr die einzelnen Gebotsanpassungen zu einem späteren Zeitpunkt gebündelt ändern, könnt ihr das im Reiter “Demografie” erledigen. Auch die Performance habt ihr dort in Form einer tabellarischen Auswertung und eines Liniendiagramms immer im Blick.

Fazit Vor allem, aber nicht nur für den B2B-Bereich interessant

Mit dem Targeting auf Basis von LinkedIn-Nutzerprofilen hat Bing Ads nunmehr ein interessantes Alleinstellungsmerkmal gegenüber Platzhirsch Google, der lediglich begrenzte demografische Targeting-Optionen in petto hat. LinkedIn zählt weltweit immerhin rund 575 Millionen registrierte Nutzer. Das bedeutet ein hohes Potential für Werbetreibende, wenn es darum geht, das Maximum aus dem Kampagnenbudget durch eine präzisierte Zielgruppenansprache herauszuholen.

Vor allem Werbetreibende, die sich im B2B-Umfeld bewegen, profitieren von der Verknüpfung des Karriere-Netzwerks mit Bing Ads. Schließlich steht ihnen mit LinkedIn Profile Targeting eine maßgeschneiderte Lösung für die zielgruppengenaue Aussteuerung ihrer PPC-Werbung zur Verfügung. Falls eure Zielgruppe noch nicht genau definiert ist, ihr also noch nicht wisst, welche Branchen oder Stellenfunktionen für eure B2B-Kampagne besonders relevant sind, könnt ihr die Zielgruppe mit der Option auch erst einmal nur beobachten, ohne eine Gebotsanpassung vorzunehmen.

Aber auch außerhalb des B2B-Bereichs bieten sich mit dem karrierebasierten Targeting spannende Einsatzmöglichkeiten für Werbetreibende. Ist eure Zielgruppe im Luxussegment verankert, könnte es sich beispielsweise lohnen, für Spitzenverdiener wie CEOs, Ärzte oder Anwälte ein höheres Gebot einzustellen.

Falls ihr außerdem im Bereich Social Media Advertising bei LinkedIn aktiv seid und hier bereits Insights über eure wichtigsten und relevantesten Zielgruppen gewinnen konntet, bietet es sich an, diese Erkenntnisse ebenfalls ins Zielgruppen-Targeting bei Bing Ads einfließen zu lassen. Andersherum können die Insights aus Bing Ads später sehr hilfreich in der Optimierung von LinkedIn-Kampagnen sein.

Nadine ist seit Februar 2019 für Projecter tätig und unterstützt das Team als SEA-Specialist im Bereich Suchmaschinenmarketing. Zuvor hat sie viele Jahre im Online-Marketing für ein Hamburger Verbraucherportal sowie für das Preisvergleichsportal billiger.de gearbeitet.

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