SEA Auslese Mai 2017

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Ein unscheinbarer Dienst, der es faustdick hinter den Ohren hat: „Purchase on Google“ ist nicht nur eine kleine Kampfansage an Amazon und eBay, sondern läutet fast schon eine Revolution im Einkaufsprozess ein. Mehr Informationen und Auswirkungen für Werbetreibende gesucht? Dann viel Spaß mit der SEA Auslese!

AdWords

Purchase on Google

Dass ein Besuch der Website des Werbetreibenden in naher Zukunft nicht zwingend nötig ist, zeigt die aktuelle Beta mit dem Namen „Purchase on Google“. Wie es der Name schon erahnen lässt, können Nutzer bei Google Shopping Ads, die den Vermerk „Buy on Google“ tragen, direkt aus den Suchergebnissen Einkäufe tätigen. Nutzer von Smartphones oder Tablets werden dabei auf eine Landingpage von Google weitergeleitet und können dort das jeweilige Produkt kaufen.

Purchase on Google

Purchase on Google: Bei mobilen Geräten und Tablets kann bei Shopping Anzeigen mit dem Label „Buy on Google“ direkt aus den Suchergebnissen ein Einkauf getätigt werden (Quelle: searchengineland.com)

Erste Tests fanden bereits im Juli 2015 statt, nun scheint die Entwicklung weiter vorangeschritten zu sein. Die Einkäufe werden dabei direkt an den Werbetreibenden weitergeleitet und auch das einwandfreie Tracking soll laut Google gewährleistet sein. Bedingung für den Buy-Button ist, dass der Nutzer das Bezahlsystem Google Wallet eingerichtet hat. Das Volumen dieser neuartigen Shopping Anzeigen scheint aktuell noch nicht immens groß zu sein. Wohin Google möchte, ist jedoch klar – sich weiter als Ökosystem profilieren und ein Abwandern zu eBay und Amazon verhindern. Ob diese Entwicklung für Werbetreibende nur mit Vorteilen verbunden ist, bleibt zu bezweifeln. Da die Nutzer nicht auf die eigene Website oder den Shop kommen, könnte dies Auswirkungen auf den durchschnittlichen Warenkorb haben und etwaige Mitnahmeeffekte bei Käufen reduzieren. Auch dürfte der Nutzer nicht automatisch in die Remarketing-Listen rutschen oder sich zum Newsletter anmelden. Fraglich bleibt auch, ob sich der Dienst „Purchase on Google“ so einfach für Deutschland umsetzen lässt – vor allem aus rechtlicher Sicht sind die Bedenken doch etwas groß.

Die Beta ist nur für ausgewählte Werbetreibende in den USA verfügbar. Interessenten können im Merchant Center einen Antrag auf Teilnahme einreichen.

Expanded Text Ads nun auch in DSA Kampagnen verfügbar

Die Expanded Text Ads, kurz ETA, sind seit wenigen Monaten der neue Standard bei den Textanzeigen. Bisher war es in DSA Kampagnen, sprich Kampagnen mit dynamischen Suchanzeigen, nur möglich die „alten“ Standardanzeigen zu erstellen. Nun können auch die ETA in DSA Kampagnen erstellt werden.

ETA in DSA Kampagnen

ETA können nun auch in DSA Kampagnen erstellt werden

Der Anzeigentitel wird wie bei den Standardsuchanzeigen automatisch generiert. Für die Beschreibung stehen dem Werbetreibenden nun 10 Zeichen mehr zur Verfügung (80 anstatt 70). Im Gegensatz zu den bisherigen Anzeigen wird die angezeigte URL dynamisch generiert. Wie sich die ETA von den bisherigen Anzeigen in einer DSA Kampagnen unterscheiden, zeigen diese beiden Screenshots:

Alte Textanzeigen bei DSA Kampagnen

neue ETA bei DSA Kampagnen

Alte Textanzeigen (oben) und neue ETA (unten) bei DSA Kampagnen

Smart Bidding: Update beim autooptimierten CPC

Der autooptimierte CPC, auch als enhanced CPC bzw. eCPC bezeichnet, ist eine flexible Gebotsstrategie bei AdWords. Sie ermöglicht, dass der maximale CPC unter Berücksichtigung der Kaufwahrscheinlichkeit um max. 30% erhöht werden kann. Klicks, deren Wahrscheinlichkeit zu einer Conversion geringer sind, werden mit einem niedrigeren Gebot versehen. Ab Juni wird die 30% Obergrenze sukzessive entfernt und AdWords kann den CPC uneingeschränkt erhöhen. Nichtsdestotrotz soll der durchschnittliche CPC der letzten 30 Tage sogar unter dem maximalen CPC liegen – zumindest in der Theorie.

Smart Bidding: Conversions maximieren

Zusätzlich zur Anpassung des autooptimierten CPCs erblickt eine neue Smart Bidding-Strategie das Licht der SEA-Welt – Conversions maximieren. Die Gebote werden, wie es der Name bereits erahnen lässt, automatisch so festgelegt, dass bei einem gegebenen Tagesbudget die Anzahl der Conversions auf ein Maximum gesteigert wird.

Smart Bidding: Conversions maximieren

Conversions maximieren als neue Smart Bidding-Strategie

Um die Smart Bidding-Strategie „Converions maximieren“ nutzen zu können, muss die Kampagne zwingendermaßen mit einem eigenen Budget versehen werden. Greifen mehrere Kampagnen auf ein gemeinsames Budget zu, kann die Strategie nicht verwendet werden. Das Ziel der Gebotsstrategie geht mit steigenden Ausgaben einher, da versucht wird, das Tagesbudget komplett auszuschöpfen. Von daher ist bei dieser Strategie Vorsicht geboten.

Neue Anzeigenerweiterung bei Google AdWords: Promotion

Bereits im November 2016 wurden die Anzeigenerweiterung namens Promotion ausführlich getestet, nun steht sie Werbetreibenden in den USA offiziell zur Verfügung. Mit Hilfe dieser neuen Erweiterung können Sonderangebote oder Gutscheine ohne großen Aufwand in die Textanzeigen integriert werden.

Promotion Anzeigenerweiterung bei Google AdWords

Promotion Anzeigenerweiterung bei Google AdWords

Dabei konkurriert die neue Anzeigenerweiterung wie gehabt mit den anderen im Konto hinterlegten Erweiterungen. Sprich: Es kann nicht sichergestellt werden, dass diese stets mit ausgestrahlt werden. Große Ähnlichkeiten weist diese Erweiterung mit den Merchant Promotions auf, die im Merchant Center hinterlegt werden und in den Shopping Anzeigen erscheinen.

Shopping Anzeigen im Google Display Netzwerk

Dass Google die Verbreitung der Shopping Anzeigen weiter vorantreibt, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Nachdem diese nun auch in der Bildersuche ausgestrahlt werden, steht der Sprung ins Google Display Netzwerk kurz bevor. Im aktuellen Piloten mit dem Namen „Retail Shopping on Display“ können teilnehmende Werbetreibende die Ausspielung um das Display Netzwerk erweitern. Jedoch werden die Anzeigen nicht überall im Display Netzwerk, sondern lediglich bei ausgewählten Partnern aus dem Bekleidungs- und Interieur-Bereich angezeigt.

Retail Shopping on Display

Shopping Anzeigen im Display Netzwerk dank des Piloten „Retail Shopping on Display“ (Quelle: searchengineland.com)

Die teilnehmenden Werbetreibenden des Piloten „Retail Shopping on Display“ erzielen automatisch ab Mitte Juni Impressionen und Klicks aus dem Google Display Netzwerk. Sollte sich gegen eine Ausstrahlung entschieden werden, so kann in den Einstellungen ein Opt-Out erfolgen.

Neue Remarketing-Möglichkeiten: YouTube Zielgruppen, Custom Match für Google Shopping und In-market audiences für Suchkampagnen

Bisher konnten YouTube-Remarketing-Listen nur in Display- und Video-Kampagnen genutzt werden. Diese ändert sich nun, denn seit kurzem können diese Remarketing-Listen auch in den Suchkampagnen eingesetzt werden. In diese Remarketing-Liste fallen übrigens Nutzer, die sich die Videos oder Video Ads des Kanals angesehen bzw. mit diesen interagiert oder den Kanal an sich besucht bzw. abonniert haben. Diese Entwicklung ist spannend und wurde von vielen Werbetreibenden herbeigesehnt. Mit Hilfe dieser Remarketing-Listen können Kunden kanalübergreifend angesprochen werden, die bereits in Form von Videos oder Kanälen mit dem Unternehmen in Kontakt getreten sind. Vor allem bei erklärungsbedürftigen Produkten oder Produkten mit einer eher längeren Customer Journey dürfte dies von Vorteil sein. Erste Ergebnisse zeigen, dass die CTR dieser Remarketing-Listen im Vergleich mit den restlichen Nutzern mehr als doppelt so hoch waren.

Custom Match wiederum ist eine Form des Remarketings, die auf Nutzer fokussiert, die mit Hilfe hochgeladener E-Mail-Listen identifiziert werden können. Ab sofort können diese E-Mail-Listen auch für Shopping Kampagnen genutzt werden, wodurch Newsletter-Empfänger oder bereits bestehende Kunden nochmals mit Shopping Anzeigen angesprochen werden können.

Neben den Youtube-Remarketing-Listen und der Nutzung von Custom Match im Shopping bekommen die klassischen Suchkampagnen in naher Zukunft Zuwachs – und zwar durch die In-market audiences. Dem ein oder anderen Werbetreibende sind diese bereits aus den Display- und Video-Kampagnen bekannt. Mit ihrer Hilfe können Nutzer angesprochen werden, die mit großer Wahrscheinlichkeit kurz vor Abschluss eines Kaufs stehen. Diese Informationen erhält Google durch die Analyse der Sucheingabe sowie dem aktuellen Surf-Verhalten der Nutzer.

Neues Interface für Gebotsanpassungen

Werden die Gebote manuell geregelt, so kommt es vereinzelt dazu, dass die Anzeigen nicht erscheinen, da die Gebote unterhalb der Gebote für die erste Suchergebnisseite liegen. Um diesen Umstand zu umgehen, kann sich der Werbetreibende die zusätzlichen Spalten „Geschätztes Gebot für erste Seite“, „Geschätztes Gebot für obere Positionen“ bzw. „Geschätztes Gebot für oberste Position“ einblenden lassen und hat somit die Möglichkeit, die Gebote adäquat zu regeln. Nun hat Google ein neues Interface für die Gebotsanpassung ausgerollt, das Abhilfe schafft:

Altes Interface für die Gebotsanpassung

neues Interface für die Gebotsanpassung

Altes Interface (oben) vs. neues Interface (unten) für die Gebotsanpassung

Wie im Screenshot ersichtlich, wird beim Anpassen des CPCs nun direkt angezeigt, welches Gebot mindestens notwendig ist, um mit der Anzeige auf der ersten Suchergebnisseite bzw. oberhalb der organischen Suchergebnisse zu erscheinen.

Anzeigentest mit acht Textanzeigen

Aktuell testet Google – wieder einmal – verschieden Versionen der Darstellung der Textanzeigen auf den Suchergebnisseiten. Anstelle der bisher sieben wurden im Test acht Textanzeigen angezeigt. Dabei blieb die Anzahl der Textanzeigen oberhalb der organischen Ergebnisse gleich, dafür erhielten die Anzeigen am Ende Zuwachs. Anstelle von drei wuchs die Anzahl auf vier. Dieser Test dürfte einige Werbetreibende aufhorchen lassen: Im Zuge des Wegfalls der Textanzeigen in der rechten Spalte hatten viele Bedenken, dass die reduzierte Anzahl der Anzeigen zum großen Nachteil werden könnte. Von daher dürften sich diese über den aktuellen Test freuen. Ganz im Gegenteil natürlich zu den SEOs, die eine solche Entwicklung zu Lasten der organischen Ergebnisse sehen.

Neue Beta: Dashboards

Den Kollegen von den Internetkapitänen ist in den letzten Wochen eine neue Beta-Funktion unter die Augen gekommen – die Dashboards. Diese basieren auf dem Berichtseditor und ermöglichen das Erstellen und Speichern von Übersichten, Charts, Tabellen und Notizen.

Dashboards bei Google AdWords

Dashboards bei Google AdWords (Quelle: internetkapitaene.de)

Die Dashboards können individuell angelegt und zugleich als PDF gespeichert werden. Auch können diese wie Berichte geplant und regelmäßig verschickt werden.

Bing Ads

Ende der Standardtextanzeigen

Nachdem die ETA die alten Standardtextanzeigen bei AdWords abgelöst haben, zieht Bing Ads nun nach. Ab dem 31. Juli können nur noch die neuen ETA erstellt werden. Die alten Anzeigen laufen noch weiter, können jedoch auch nicht mehr angepasst werden.

Bing Shopping bei der Bildersuche

Nicht nur Google setzt auf die Verzahnung der Bildersuche und Shopping Anzeigen, auch die Kollegen von Bing Ads treiben dies weiter voran. Dort können die passenden Produktanzeigen zu den jeweiligen Bildern angezeigt werden, die den Suchenden direkt auf die Produktdetailseite des Online Shops leiten.

 

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Johannes ist im Oktober 2014 als Trainee im Projecter-Team aufgenommen worden. Seit September 2015 betreut er als Account Manager nun Kunden in den Kanälen SEA und Affiliate Marketing. Während seines BWL-Studiums hat er bereits erste Erfahrungen im Online-Marketing gesammelt. In mehreren Praktika konnte Johannes schon in die Tiefen von AdWords, BingAds & Co. abtauchen und seine Kenntnisse weiter ausbauen.


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