Lokale Strategien entwickeln

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Local SEO unterscheidet sich in vielen Faktoren von seiner großen Schwester, dem herkömmlichen SEO. So kann man Unterschiede z.B. in der Zielgruppe bzw. den Keywords der Zielgruppe erkennen. Beim lokalen SEO ist der Fokus auf transaktionsbezogene Keywords etwas verschoben, da die bereitgestellte Landingpage nur darüber informiert, wo die Transaktion abgeschlossen werden kann, sie aber nicht selbst anbietet oder anbieten kann. Fokus-Keywords unterscheiden sich deshalb oft durch einen Zusatz wie z.B. die Angabe eines geografischen Standortes. Bsp.: „schuhe kaufen leipzig“, „sattelschlepper mieten sachsen“ oder aber auch „tiefkühl spedition deutschland“. Diese Beispiel-Keywords zeigen also auch, dass der Begriff „Lokal“ sehr dehnbar ist.

Weitere Unterschiede zwischen Local und herkömmlichem SEO bestehen z.B. auch in der Situation des Nutzers, den Zielen, Möglichkeiten und dementsprechend auch in der Strategie.

Strategien entwickeln – Bestandsaufnahme

Bevor man mit der operativen Umsetzung der Maßnahmen beginnt, sollte natürlich klar sein, wen man wann erreichen will und was man dem Nutzer präsentieren möchte. Um hier Klarheit zu gewinnen, lohnt sich die Beantwortung der folgenden Fragen:

  1. Wo möchte ich (geografisch gesehen) Nutzer über die organische Suche akquirieren? -> Großraum Leipzig
  2. Was will ich mit meiner Webpräsenz im lokalen SEO erreichen? -> Kunden in Restaurant ziehen, Online-Reservierungen generieren
  3. Welche Nutzer möchte ich erreichen? -> 30-50, m/w, gehobenes Einkommen, …
  4. In welcher Situation befinden sich die Nutzer womöglich? (Straßenbahn, zu Hause, …) -> Recherche von zu Hause oder von der Arbeit, meist vom Desktop-Rechner, wenig hektisch
  5. Was wollen die Nutzer, welche ich als Zielgruppe definiert habe? -> Restaurant mit angenehmen Ambiente, unkomplizierte Reservierung, Übersicht über Menü und Preise
  6. Welche Inhalte muss ich den Nutzern bereitstellen, um ihren Absichten gerecht zu werden sowie meine Ziele zu erfüllen? -> Bilder des Restaurants, Übersicht über Menü inkl. Preisliste, Möglichkeit der Online Reservierung, Telefonnummer inkl. ClickToCall Button, ggf. auch Incentivierung „Wenn Sie in den nächsten 20 Minuten über unser Reservierungsformular buchen, erhalten Sie das erste Getränk gratis!“

Mit Hilfe der gefundenen Antworten auf die Fragen, kann man sich nun überlegen, wie man die Nutzer am besten akquiriert.

Ausgangspunkt für SEO Maßnahmen definieren

Zunächst sollte entschieden werden, welchen Ausgangspunkt man für die weiteren Maßnahmen nutzen will. Soll es etwa die eigene Webseite, eine Google My Business Seite oder gar eine externe Homepage, wie z.B. ein Bewertungsportal sein. Jede Variante hat seine Vor- und Nachteile:

Tabelle

Anhand der Tabelle kann man sich entscheiden, welche Möglichkeiten man in Anspruch nehmen will. In den meisten Fällen sollte zumindest die eigene Seite genutzt sowie ein My Business Account erstellt werden. Zweiteres bedeutet nur geringen Aufwand und sollte aufgrund des sehr guten Aufwand-Nutzen-Verhältnisses umgesetzt werden. Der dritte Punkt ist zwar fakultativ, dafür aber auch recht vielversprechend, wenn man die Profile auf den richtigen Seiten pflegt.

Strategien entwickeln

In vielen Fällen wird es Sinn machen, aus allen Rohren zu feuern, also alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Aber auch wie in anderen Disziplinen sollte man eine Möglichkeit nur nutzen, wenn man sich sicher ist, dass man die nötigen Ressourcen hat, um sie zu seinem Vorteil zu gestalten.

Einmalige vs. Fortlaufende Optimierung

Eine wichtige Unterscheidung in der Strategie ist die Dauer der SEO Maßnahmen. Bei einer Strategie eines einmaligen Setups wird einmalig alles auf Local SEO ausgerichtet und dann auf den Erfolg gewartet. Dazu zählen die Eintragung der Seite in lokale Verzeichnisse und Bewertungsportale, das Anlegen einer entsprechenden Google My Business Seite sowie dem Setup der eigenen Webseite. Wenn alles eingestellt ist, bleibt abzuwarten wie erfolgreich die Maßnahmen sind. Bei einer fortlaufenden Optimierung folgt dann auch die Vermarktung der eigenen Webseite, dass Sammeln von Bewertungen auf entsprechenden Bewertungsportalen oder auch die Vermarktung auf jenen. Für eine fortlaufende Optimierung müssen definitiv mehr Ressourcen bereitgestellt werden, die Erfolgsaussichten sind aber auch höher.

Onpage vs. Offpage

Wie im klassischen SEO kann auch die Unterscheidung zwischen On- und Offpage Optimierung im Local SEO getroffen werden. Zum Onpage Bereich zählt nur die Optimierung der eigenen Webpräsenz. Google Tools und externe Webseiten zählen demnach zum Offpage Bereich. In fast allen Fällen macht die Verwendung beider Bereiche Sinn. Neben Backlinks und Mentions, welche das Google Ranking der eigenen Seite positiv beeinflussen, spielen hier auch Bewertungen und Nutzermeinungen eine sehr wichtige Rolle, da sie eine wichtige Wirkung auf den Nutzer und damit auch auf die Conversionwahrscheinlichkeit haben. Die Generierung solcher Bewertungen ist also auch in die Strategie einzuordnen.

Barnacle SEO

Eine weitere Möglichkeit ist es, sich auf anderen Webseiten „einzunisten“ mit parasitärem Marketing. Was ziemlich eklig klingt, ist anders beschrieben die Nutzung der Stärke anderer Webseiten, indem man sich Nennungen sichert. Dazu kann man z.B. anderen Webseiten Bilder, Videos oder Texte bereitstellen, welche den Nutzern der anderen Seite einen wesentlichen Mehrwert bieten und eine entsprechende Nennung einfordern. Diese Strategie gehört nicht zwangsweise in den Bereich Local SEO, kann aber durchaus auch Erfolg bringen, wie uns einst Rand Fishkin berichtete.

Zusammenspiel mit anderen Maßnahmen

Unter Umständen kann es auch sein, dass Local SEO Maßnahmen gar nicht so relevant für das eigene Geschäft sind oder andere Marketing-Kanäle effizienter sind. Auch dies muss natürlich ausgewertet und bewertet werden. Kommt man zu der Erkenntnis, dass die Maßnahmen für Local SEO zu viele Ressourcen binden und sich nicht rechnen, dann sollte man auch die entsprechenden Konsequenzen ziehen. Andernfalls kann Local SEO auch andere Maßnahmen unterstützen. So kann z.B. im Zusammenspiel mit einer Offline Kampagne Suchvolumen generiert und die Nutzer dann mit einer entsprechend optimierten Landingpage zum Konvertieren gebracht werden.

Zusammenfassung

Wer im Text eine Blaupause für seine Strategie im Local SEO erwartet hat, der muss an dieser Stelle leider mit der Enttäuschung leben. Die Möglichkeiten sind recht vielfältig, vor allem im Bereich der Offpage Strategie im Local SEO. Hier muss anhand der Ziele, Zielgruppen, Ressourcen und vor allem des Geschäftsmodells die individuelle Strategie entwickelt und bestritten werden.

Wichtig ist, dass man sich an jeder Stelle bewusst darüber ist, welches Ziel man erreichen und wen man ansprechen möchte. Unter diesen Voraussetzungen steht dem Erfolg nichts im Wege.

Stefan ist seit November 2011 Teil des Projecter-Teams. Mit seinem Interesse an der „Maschine“ Internet ist er dort auch gut aufgehoben. Stefan ist ursprünglich als Werkstudent auf der Suche nach Praxiserfahrung zu Projecter gekommen und hat im Oktober 2011 sein Bachelor-Studium der Angewandten Mathematik abgeschlossen. Nach Traineeship und vier Jahren als Account Manager leitet Stefan seit Februar 2016 den Affiliate Kanal und das Analytics Team.

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  1. Ist die Tabelle von Dir? Respekt! Super dargestellt. Kann ich das ggf verwenden?
    LG
    Agnes