SEO Auslese Dezember 2018

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Google hat inzwischen über die Hälfte der in den Suchergebnissen angezeigten Websites auf den Mobile First Index umgestellt. Tendenz in 2019 steigend. Zudem wurden neue Rich Snippets für Fragen- und Antwortseiten sowie strukturierte Daten für Websites mit Live-Videos eingeführt. Google Maps hat mit „For you“ eine weitere Funktion, die den Dienst zu Reiseführer und Erlebnisplaner weiterentwickelt. Wer zum Jahresbeginn ein paar neue Ansätze für Keywordanalysen sucht, für den haben wir einige Denkanstöße zusammengefasst. Alle weiteren Neuigkeiten lest ihr in der aktuellen SEO Auslese.

News der Suchmaschinen

Neue Rich Snippets für Fragen- und Antwortseiten

Es gibt nun wieder eine neue Form von Rich Snippets für Fragen- und Antwortseiten. Google zeigt dabei eine Vorschau der Top-Antworten einer Website auf eine Frage an, damit Nutzer schneller zum gesuchten Inhalt kommen und ihre Frage somit schnell beantwortet wird. Damit man dort entsprechend mit angezeigt wird, müssen die zugehörigen Markups hinterlegt und die Einbindung mit dem Structured Data Testing Tool überprüft werden.

Beispiel eines neuen Rich Snippets mit Top-Antworten zu einer Frage (Quelle: webmaster-de.googleblog.com)

Beispiel eines neuen Rich Snippets mit Top-Antworten zu einer Frage (Quelle: webmaster-de.googleblog.com)

Einführung von strukturierten Daten für Livestreams

Google ermöglicht Websites mit Live-Videos eine auffälligere Kennzeichnung mit einer roten „Live“-Markierung in den Suchergebnissen. Eine Anleitung zur Implementierung der erforderlichen strukturierten Daten stellt Google in den Developer Guidelines zur Verfügung. Empfohlen wird außerdem die Verwendung des Markups „VideoObject“, um Google mitzuteilen, dass auf der Website ein Video vorhanden ist. Zusätzlich dazu kann die Indexing API genutzt werden, um mitzuteilen, wann der Livestream beginnt und endet sowie im Falle von Änderungen der strukturierten Daten.

Livestreams erscheinen nun auffälliger in den SERPs (Quelle: webmasters.googleblog.com)

Livestreams erscheinen nun auffälliger in den SERPs (Quelle: webmasters.googleblog.com)

Mobile First Index für weltweit über die Hälfte der in SERPs angezeigten Websites

Google gab im Dezember bekannt, dass mittlerweile für über die Hälfte der in den Suchergebnissen angezeigten Seiten weltweit die Mobile First Indexierung angewendet wird. Website-Betreiber werden über die Änderung weiterhin in der Google Search Console informiert. Auch mit dem URL-Inspektionstool kann geprüft werden, wann eine URL zuletzt gecrawlt und indexiert wurde. Websites, die kein Responsive Design nutzen, haben meist mit fehlenden strukturierten Daten und Alt-Texten für Bilder auf der mobilen Version zu kämpfen.

Grund für unterschiedliche Anzahl an Fehlern in alter und neuer Search Console

Der Grund für die unterschiedlichen Werte der Crawling-Fehler in der alten und neuen Search Console liegt an der Menge an URLs, die als Datenbasis dient. Die neue GSC bezieht sich nur auf die URLs, die auch indexiert und in der Google Suche angezeigt werden sollen. Der Bericht in der alten Search Console bezieht sich auf sämtliche URLs, die der Crawler finden kann.

Einige Reports in alter Search Console nicht mehr verfügbar

Seit dem 13.12. leitet Google einige Reports der alten Search Console auf die neue Version weiter. Betroffen sind vor allem die Reports zu Suchanalyse, Links zu ihrer Webseite, interne Links, manuelle Maßnahmen, Nutzerfreundlichkeit auf Mobilgeräten und der Indexierungsstatus. Wer sich mit der neuen Oberfläche noch nicht so angefreundet hat, sollte dies nun möglichst schnell nachholen.

Strukturierte Daten besser nicht über Google Tag Manager einbinden

Im einem Webmaster Hangout von John Müller (Webmaster Trends Analyst bei Google) hatte ein Nutzer gefragt, ob die Implementierung von strukturierten Daten mittels Google Tag Manager für die Suchmaschine gut bzw. interpretierbar ist. Müller riet daraufhin davon ab, da der Google Tag Manager eine JavaScript-Implementierung ist und es somit zu Problemen mit dem Rendering kommen kann. Das führt dazu, dass die strukturierten Daten nicht gelesen werden können bzw. mit einer gewissen Zeitverzögerung. Im Hangout wird auch nochmal auf das Dynamic Rendering hingewiesen, das zukünftig immer wichtiger wird.

Aktualisierung der Best Practices für Bilder

Google hat seine Best Practices Anleitung für Bilder aktualisiert. Ganz interessant ist der Bereich für die responsiven Bilder. Hat Google früher eher das <picture>-Element bevorzugt, ist jetzt auch eine Lösung mit <img srcset> in Ordnung, um Bilder in verschiedenen Größen auszuspielen.

Beta-Version von Googles WordPress Plugin Site Kit verfügbar

Google geht mit einer Beta-Version eines neuen WordPress Plugins an den Start und integriert dort die Daten aus der Search Console, Analytics, Pagespeed Insights und AdSense. Interessierte können sich über ein Anmeldeformular für die Nutzung registrieren.

Local SEO News

Google Maps goes Social

Im Oktober 2018 veröffentlichte Google die neue Follow-Funktion bei Google Maps Einträgen. So können Nutzer einzelnen lokalen Unternehmen folgen, womit sie immer die aktuellen News des Unternehmens (Veranstaltungen, Posts usw.) erhalten. Im Dezember ging Google nun einen Schritt weiter und veröffentlichte auch in Deutschland den „For You“ Tab.

Dieser personalisierte Bereich sammelt Vorschläge basierend auf den eigenen Präferenzen und dem Geschmack. Die Personalisierung funktioniert umso besser, wenn man auch die Follow-Funktion nutzt. Man kann aber nicht nur Unternehmen folgen, sondern auch Gebieten. Google zeigt also, dass es nicht nur ein Navigator sein will, sondern auch Reiseführer und Erlebnisplaner.

Tests für neues Bilder-Design in lokalen Suchergebnissen

Google testet ein neues Design für die Bilder-Integration im Google My Business Eintrag. Es wird wie bei den letzten Änderungen runder. Des Weiteren wird der Nutzer aufgefordert, Bilder hochzuladen, wenn noch keine vorhanden sein sollten.

Reaktion auf Nutzerbewertungen ebenso wichtig wie Anzahl der Bewertungen

BrightLocal veröffentlicht seit 2010 jährlich einen Bericht zur lokalen Suche. Die Studie basiert auf Ansichten einer Stichprobe von 1.000 US-amerikanischen Verbrauchern. Die Ergebnisse von 2018 drehen sich hauptsächlich um Reviews:

  • Nutzer interessieren sich für aktuelle Bewertungen. Gerade mal 40% der Nutzer berücksichtigen Bewertungen, die älter als 2 Wochen sind.
  • 27% suchen täglich nach lokalen Unternehmen (doppelt so viele wie 2017).
  • 56% suchen wöchentlich nach lokalen Unternehmen (2017 waren es 41%).
  • 18-34-jährige suchen am meisten nach lokalen Unternehmen.
  • 86% lesen gelegentlich die Bewertungen. Vor allem werden die Bewertungen von Restaurants und Cafés angeschaut, danach kommen Bekleidungsgeschäfte, Lebensmittelgeschäfte und Hotels.
  • 89% gaben an, dass sie sich auch die Antworten auf Bewertungen anschauen.
  • Der Einfluss von Bewertungen auf das Nutzerverhalten:
    • 91% der 18- bis 34-jährigen vertrauen auf Online-Bewertungen ebenso wie auf persönliche Empfehlungen.
    • Die Verbraucher möchten, dass die Unternehmen 40 Bewertungen erhalten, bevor sie der Gesamtbewertung der Sterne vertrauen.
    • Eine wachsende Anzahl von Verbrauchern muss mehrere Bewertungen lesen, um Vertrauen aufzubauen. 57% der Verbraucher nutzen kein Unternehmen mit weniger als 4 Sternen.

Zusammengefasst sind Bewertungen wichtig und ein starkes Entscheidungskriterium, ob ein lokales Unternehmen besucht wird oder der Nutzer sich überhaupt mit dem Unternehmen beschäftigt. Es reicht aber nicht nur aus, viele Bewertungen zu generieren, sondern auf diese auch zu reagieren.

Branchen Insights

Keyword-Recherche anhand der Customer Journey

Nutzer tätigen in den Phasen ihrer Customer Journey (u.a. Awareness, Consideration, Decision) unterschiedliche Arten von Suchanfragen, wie die untere Abbildung zeigt.

Suchanfragen entlang der Customer Journey, verkürzte Darstellung (Quelle: moz.com)

Matthew Kay ist der Meinung, dass sich zu viele Unternehmen bei ihrer Keywordstrategie auf die letzte Phase konzentrieren. Im zunehmend wettbewerbsintensiven Online-Bereich sollte der Nutzer besser in unterschiedlichen Phasen angesprochen werden. Ein Vorgehen für eine Keywordanalyse dazu hat Matthew bei MOZ beschrieben:

  1. Erstellung einer Keyword-Liste aus 15-20 Wörtern als Ausgangspunkt.
  2. Erweiterung der Liste um Vorschläge aus diversen Tools wie Google Search Console, Answer the Public usw. Dabei sollten auch unterschiedliche Begrifflichkeiten beachtet werden, die der Kunde eingibt, um nach einem Produkt oder einer Dienstleistung zu suchen („A more colloquial term for “biomass boilers” in the UK is “wood burners”)
  3. Ausschluss irrelevanter Keywords, Keyword-Liste nach Relevanz filtern, Keywords nach Themen sortieren und weitere Keywords hinzufügen, die der Kunde zu Beginn seiner Customer Journey eingeben könnte.
  4. Keywords mit Daten (z.B. Suchvolumen) aus zur Verfügung stehenden Tools anreichern.
  5. Kategorisierung der Keywords nach Phasen der Customer Journey. Dabei wird nicht jedes Keyword einer einzelnen Phase zugeordnet werden können.

Die Kategorisierung ist der entscheidende Schritt bei diesem Vorgehen, denn anhand dessen sollten sich die Inhaltstypen (Pillar page, Cluster page, Target Page, Track & monitor, Ignore) ausrichten. Als Ergebnis erhält man dann nachfolgende Darstellung für die durchgeführte Keywordanalyse. Im Beitrag gibt es eine kostenlose Vorlage in Form eines Google Sheets.

Ergebnis der Keywordkategorisierung anhand der Customer Journey (Quelle: moz.com)

Ergebnis der Keywordkategorisierung anhand der Customer Journey (Quelle: moz.com)

Ein anderer Artikel bei Search Engine Watch beschäftigt sich mit einem ähnlichen Ansatz.

Hier werden ebenfalls Hinweise gegeben, wie eine Keywordrecherche stärker auf die Intention des Suchenden ausgerichtet werden sollte. Der Artikel verdeutlicht, dass es nicht immer nur ums Suchvolumen geht, sondern einige Suchbegriffe, besonders Begriffe im Longtail-Bereich, näher an einer Conversion sind. Interessant ist vor allem der Ansatz nach Aufteilung von Keywords in weitere Unterkategorien nach der Absicht des Suchenden, den man für seine eigene Keywordanalyse berücksichtigen kann:

  • Branded: Sucher bevorzugen eine Marke.
  • Non-Branded: Noch keine Markenpräferenz.
  • Produkt: Interesse an einem Produkt oder einer Dienstleistung, die sie verkaufen.
  • Geschäftswert: Basierend auf den Preisen des Produkts oder der Dienstleistung (z.B. „Luxusuhren“ oder „Billigflüge“).
  • Wettbewerber: Bezug auf die Marke oder das Produkt der Wettbewerber.
  • Demografisch: Identifizieren den Suchenden (z. B. „Uhren für Männer“ oder „Musik für Kinder“).
  • Anlass: Bezug auf ein bestimmtes Ereignis oder einen bestimmten Zweck (z.B. „Halloween-Kostüme“).

Am Ende ist es wichtig, dass der Inhalt mit der Erwartung des Nutzers übereinstimmt.

Branchen News kurz & knapp

  • Alle Interessierten können bei Google Trends auch für 2018 wieder die am häufigsten gesuchten Begriffe weltweit und für Deutschland betrachten.
  • Beim Erstellen von Landingpages sind Workflows und Checklisten unabkömmlich. Bei morefire gibt es daher eine ausführlichen Anleitung, was bei der Erstellung und Qualitätskontrolle beachtet werden sollte.
  • Bloofusion hat die wichtigsten Faktoren bei der technischen Umsetzung der Paginierung zusammengefasst. Der Artikel richtet sich an Einsteiger.
  • Martin Brosy (Geschäftsführer bei cinestock.de) hat bei Xovi seine Meinung zum Thema Linkbuilding durch 301-Weiterleitungen geteilt.
  • Ahrefs hat global und für den US-Markt die Top100 Suchanfragen auf Amazon von 2018 veröffentlicht.
  • Für Daten-Nerds gibt es bei SEMrush eine Anleitung zur automatisierten Analyse von Suchergebnisseiten in großem Umfang mittels Google’s benutzerdefinierter Suchmaschine.
  • Wer WordPress auf Version 5 updaten möchte, findet bei Search Engine Journal ein paar nützliche Tipps, was im Vorfeld beachtet werden sollte.

Übrigens haben wir als Projecter einen Blick zurück nach 2018 sowie nach vorn für das Online Marketing im Jahr 2019 gewagt. Dieser findet sich als gesprochenes Wort in unserem Podcast wieder.


Ihr wollt für 2019 gerüstet sein und kein Online Marketing relevantes Event, Jahrestag oder Aktion verpassen? Dann schaut euch unseren Online-Marketing-Terminplaner an, darin findet ihr alle wichtigen Termine für 2019!

 

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Christin ist seit Dezember 2014 bei Projecter und inzwischen als Senior Specialist SEO tätig. Ihre Schwerpunkte liegen in der technischen Suchmaschinenoptimierung und in der effizienten Gestaltung von Analyseprozessen.

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  1. Hallo Christin.

    Interessanter Artikel.
    Sollte der Dienst nicht „Google My Business“ eingestellt werden, weil er nicht als Konkurrenzprodukt zu Facebook taugt??? Oder aheb ich das falsch verstanden?

    Bewertungen halte ich für sehr wichtig. In jedem Bereich / Geschäftsmodell. Denn es schafft Vertrauen. Problematisch sehe ich aber die Aktualität in einigen Branchen. Denn wer nicht im Hotelerie oder Gaststättengewerbe oder als Arzt (Jameda) tätig ist, der bekommt ja i.d.R. nicht derat häufig neue Bewertungen:

    Gruß, Robert

    • Hallo Robert,
      ich vermute, du meinst Google Plus richtig? In der Vergangenheit waren die beiden Dienste Google My Business und Google Plus quasi verbunden. Dem ist nun aber nicht mehr so. Google Plus wurde letztes Jahr eingestellt, wie du schon bemerkt hast. Google My Business existiert aber unabhängig davon weiter und wartet mit immer mehr spannenden Funktionen für Unternehmen auf.

      Bei den Bewertungen gebe ich dir Recht. Für einige Branchen bzw. Unternehmen ist es schwierig, in regelmäßigen Abständen aktuelle Bewertungen zu erhalten. Unternehmen könnten dem Thema aber proaktiv entgegengehen und ihre Kunden auf verschiedenen Wegen (z.B. per Newsletter oder im persönlichen Gespräch) darum bitten, eine Bewertung zu schreiben.

      Viele Grüße
      Christin