SEO Auslese Dezember 2019

geschrieben am in der Kategorie SEO von

Ein Dezember ohne Rückblicke und umfangreiche SEO-Trends-Berichte für 2020 wäre kein typischer Dezember. Wir haben zusammengefasst, was es neben diesen Artikeln für Neuerungen und spannende Tipps für SEO gibt. So wurde das große BERT Update nun weltweit ausgerollt und die Google Suche erfreut sich eines neuen Features: Der Veranstaltungsfunktion. Darüber hinaus gibt es Informationen über das Suchverhalten im Jahr 2019 und einen Rückblick zu den Google My Business Features, die 2019 ausgerollt wurden.

News der Suchmaschinen

Eines der größten Google Updates „BERT“ wurde weltweit ausgerollt

Das Google Update BERT wurde weltweit in über 70 Sprachen ausgerollt – auch in Deutsch. Das Algorithmus-Update für die Google Suchmaschine bewirkt, dass Suchanfragen und die semantischen Zusammenhänge noch genauer verstanden werden. In diesem Zuge hat Googles Webmaster John Müller in einem Tweet bestätigt, dass das Update keinen Effekt auf die Indexierung von Webseiten hat. Sollte es doch zu Sichtbarkeitsverlusten gekommen sein, dann hat das andere Ursachen.

Googles Veranstaltungsfunktion nun auch in Deutschland ausgerollt

Google rollt die Veranstaltungsfunktion in der Suche auch in Deutschland und Spanien aus. Wenn man nach „Veranstaltungen in der Nähe“ oder zum Beispiel „Konzerte“ sucht, zeigt Google auch entsprechende Ergebnisse an (s. Screenshot). Direkt in der Suche werden Details zur jeweiligen Veranstaltung sowie Links zu Websites mit weiteren Informationen und Möglichkeiten zum Kauf von Eintrittskarten angezeigt.

Veranstaltungen in der Google Suche (Quelle: Google Developers)

Wie bekommt man seine eigene Veranstaltung in den Suchergebnissen gelistet? Hierfür stellt Google ein entsprechendes Event Mark-up (auch strukturierte Daten genannt) bereit, das auf der jeweiligen Veranstaltungs-Webseite hinzugefügt werden muss. In der Search Console gibt es auch einen entsprechenden Bericht mit Impressionen, Klicks und Fehlermeldungen zu den einzelnen Veranstaltungen.

Preis und Verfügbarkeit von Produkten nun auch in der Google Bildersuche

Search Engine Land berichtet, dass Google in der Bildersuche nun auch Preise und die Verfügbarkeit bei Produkten anzeigt, wenn es sich bei den Ergebnissen um Onlineshops handelt. Die Daten werden aus dem Schema Mark-up für Produktseiten gezogen und für die Suche aufbereitet. Dank der Erweiterungen in der Bildersuche möchte Google sie stärker „shoppable“ machen. Für E-Commerce Shops wird demnach die Bilder-Optimierung immer wichtiger, da sie eine potenzielle Traffic-Quelle ist.

Produktpreise und -verfügbarkeit in der Google Bildersuche (Quelle: Google Bildersuche)

Strukturierte Daten (auch Mark-up genannt) waren im Jahr 2019 das große Thema. Google nutzt die Informationen verstärkt zur Verbesserung seiner Suchergebnisse – ob nun für die Darstellung von Veranstaltungen, in der Bildersuche oder für Featured Snippets (Suchergebnis, das eine direkte Antwort auf die Suchanfrage gibt).

Google gibt Empfehlungen für die Auszeichnung von paginierten Seiten

Im März 2019 gab Google bekannt, dass die Auszeichnung rel=next/prev für paginierte Seiten schon lange nicht mehr berücksichtigt wird. Der Grund dafür ist, dass die Websites in der heutigen Zeit so gut strukturiert sind, dass die Suchmaschine diese Auszeichnung nicht mehr benötigt, um eine paginierte Seite zu identifizieren.

Website-Betreiber fragten sich nach dieser Neuigkeit, welche Lösung für Inhalte, die über mehrere Webseiten gehen, die Beste ist. Googles Webmaster John Müller hat auf einer Konferenz Empfehlungen gegeben, bald soll es dazu auch einen umfangreichen Online-Artikel geben.

Die wichtigsten Empfehlungen kurz zusammengefasst:

  • Links für Paginierung natürlich setzen
  • Saubere URLs nutzen – mit wenigen Parametern
  • Paginierte Seiten sollten indexierbar sein

News der Suchmaschinen kurz & knapp

  • Das Jahr 2019 ist vorbei – Zeit um mit den Google Core Updates Search Engine Land blickt noch einmal zurück und fasst alle Updates übersichtlich zusammen.
  • Googles Search Console sammelt alle relevanten Nachrichten auch direkt in der Search Console und versendet sie nicht nur per E-Mail. Ein Filter ermöglicht es, die Nachrichten nach Relevanz zu sortieren.
  • Strukturierte Daten (schema.org) sollten auch auf AMP-Webseiten hinterlegt werden. Es reicht nicht aus, wenn die strukturierten Daten auf der dazugehörigen Desktop-Webseite vorhanden sind.
  • Google und Bing aktualisieren beide fast gleichzeitig den User Agent ihrer Bots für Desktop und Mobile. Die Aktualisierung sollte in 99% der Fälle kein Problem bei den Website-Rankings mit sich bringen.
  • Einen umfangreichen Artikel zum Knowledge Graph hat Hubspot veröffentlicht. Dabei wird gezeigt, welche Rolle Entitäten spielen und woher die Informationen für das spezielle Suchergebnis gezogen werden.

Local SEO News

Google My Business 2019 – Ein Rückblick

Bei der Optimierung für lokale Suchanfragen kommt keiner um Google My Business herum. Die Relevanz eines Google My Business Eintrags für gute lokale Rankings hat über die letzten Jahre zugenommen und das zeigt sich bei den vielen Features, die Google im Jahr 2019 veröffentlicht hat. Search Engine Land hat sich die Mühe gemacht und hat das Jahr nochmal Revue passieren lassen. Die wichtigsten Fakten fassen wir für euch zusammen:

  • Google My Business Inhaber können seit Februar direkt in der Google Suchoberfläche auf Nutzerbewertungen reagieren. So spart man sich das Login in die Google My Business Oberfläche.
  • Restaurant-Einträge werden um ein Bilder-Karussell mit beliebten Gerichten erweitert. Die Auswahl der Bilder für die bebilderte Speisekarte passiert über Machine Learning.
  • Die neuen Features Short Name, Darstellung des Logos, Willkommensgruß für Follower und weitere Neuerungen sollen Unternehmen bei der Markenwahrnehmung und Interaktion mit den Nutzern helfen.
  • Bei manchen lokalen Suchanfragen erscheint nun unter dem Local Pack ein weiteres Element „Suche anhand von Fotos“. Die Relevanz für Bilder in Google My Business Einträgen wurde durch dieses Feature verstärkt.
  • Ab Dezember werden neu hochgeladene Bilder automatisch als Post ausgespielt. Der Post ist dann sieben Tage aktiv und kann vom Inhaber nicht gelöscht werden.

Der lokale Google-Algorithmus einfach erklärt

Anfang Dezember bestätigte Google ein Local Algorithm Update, das das Verständnis der Suchmaschine für semantische Zusammenhänge verbessert. In diesem Zuge fragten sich viele Website-Betreiber mit lokalen Standorten, wie dieser Algorithmus generell funktioniert. MOZ hat in einem Whiteboard Friday Video die drei Faktoren, auf den der Algorithmus basiert, vorgestellt:

  1. Relevanz: Die Suchmaschine stellt sich die einfache Frage, ob das Unternehmen das anbietet, wonach der Suchende sucht.
  2. Nähe: Bei lokalen Suchanfragen zeigt die Suchmaschine die Unternehmen an, die für den Suchenden nicht nur am schnellsten zu erreichen sind sondern auch das Bedürfnis des Suchenden am besten erfüllen kann. Sucht beispielsweise ein Nutzer nach einem Bäcker, dann werden sehr nahgelegene Bäckereien angezeigt, um den Hunger schnell zu stillen. Sucht dagegen ein Nutzer nach Laufschuhen, dann werden auch Unternehmen in einem größeren Entfernungsradius angezeigt.
  3. Bekanntheit: Der Algorithmus sucht hier nach den Unternehmen, die im entsprechenden Gebiet am beliebtesten und angesehensten sind. Vertrauenselemente wie Bewertungen und der allgemeine Online-Auftritt werden hier eine große Relevanz haben.

Branchen Insights

Erkenntnisse aus 700.000 Best-Performer-Artikelwebseiten

SEMrush hat sich 700.000 Online-Artikel angeschaut, die eine sehr gute Performance aufweisen (50.000 – 500.000 monatliche Besucher), um herauszufinden, ob es Gemeinsamkeiten bei diesen Artikeln gibt. Die interessantesten Fakten kurz zusammengefasst:

  • Lange Artikel mit mehr als 3.000 Wörtern weisen eine dreimal bessere Traffic-Performance auf als Artikel mit 1.000 Wörtern.
  • Artikel mit langen Hauptüberschriften (14+ Wörter) weisen eine zweimal bessere Performance auf.
  • Artikel mit Auflistungen („Top 10 Tipps für…“), Ratgeber und How-to-Artikel weisen eine stärkere Nutzerinteraktion als anderen Artikel-Typen auf.
  • Strukturierte Artikel mit Zwischenüberschriften und Listen generieren mehr Traffic und Social Media Shares.

Die Studie zeigt, auf was es bei einem guten Online-Artikel ankommt. Dennoch sollte bei der Wahl der Wortzahl, Länge der Hauptüberschrift und Strukturierung stets individuell entschieden werden, was sinnvoll ist. Letztendlich soll der Artikel die Fragen der Nutzer bestmöglich beantworten. Dafür müssen nicht immer mehr als 3.000 Wörter notwendig sein.

Die Gemeinsamkeiten von Top-Performer-Artikeln (Quelle: SEMrush)

Google rechnet mit 2019 ab – Erkenntnisse aus dem Suchverhalten

Google hat seine „Think with Google 2019 Research“ veröffentlicht. Dafür untersucht Google die Suchanfragen der letzten zwölf Monate und fasst die Erkenntnisse zusammen. Hier ein paar spannende Fakten (viele Infos sind auf den US-Markt bezogen):

  • „Einfache“- und „Idee“-Suchanfragen auf dem Smartphone sind über 60% gewachsen (Beispiele: „Einfache Ideen zum Abendessen“, „Einfache Malideen“).
  • 45% der weltweiten Online-Shopper kaufen zwar online, holen die Ware aber lieber im lokalen Laden ab.
  • 50% der Online-Shopper sagen, dass ihnen Bilder bei der Kaufentscheidung geholfen haben.
  • „Best“- und „right now“-Suchanfragen auf dem Handy sind um 125% gestiegen (Beispiel: „best phone right now“).
  • „Where to buy“- und „near me“-Suchanfragen sind um über 200% gestiegen (Beispiel: „where to buy stamps near me“).
  • 27% der Weltbevölkerung nutzen Voice Search.

Branchen News kurz & knapp

  • Transkripte von Podcast-Folgen können für 15% mehr Traffic und zu 50% bessere Rankings für die jeweiligen Suchbegriffe sorgen, so wie MOZ es in einer Whiteboard Friday Folge vorstellt.
  • DOM, HTML, JavaScript – Was bedeuten die Begriffe und was haben sie mit dem Rendering zu tun? Search Engine Journal klärt auf und schreibt auf lockere Art und Weise, wie die Google Suchmaschine Webseiten rendert und wo sie an ihre Grenzen kommt.
  • Der SEO-Experte Eoghan Henn hat auf Twitter von einem Kundenfall berichtet, bei dem durch das Löschen von informationsorientierten Inhalten auf dem Online-Shop der Traffic eingebrochen ist. Grund dafür war, dass die Kategorieseiten auf dem Shop und die Startseite wichtige Rankings verloren haben, weil die informativen Inhalte für positive Signale im Shop gesorgt hatten. Das Learning: Der wahre Wert einer informativen Webseite muss nicht immer auf der eigenen Performance basieren, sondern im zusätzlichen Traffic, den konvertierende Zielseiten aufgrund ihrer Existenz generieren.
Nico ist seit 2016 Teil des Projecter-Teams, verantwortet als Team Lead SEO den SEO-Kanal und betreut zahlreiche Kunden im Bereich Suchmaschinenoptimierung und Projektmanagement. Darüber hinaus spricht Nico als SEO-Spezialist regelmäßig auf Branchenveranstaltungen, schreibt Gastartikel für Marketing-Magazine und gibt SEO-Workshops an Schulen.

Einen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder