SEO Auslese Januar 2018

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Bereits der Anfang des neuen Jahres erfüllt lang erhoffte SEO-Wünsche: Die neue Google Search Console wurde ausgerollt und stellt neben neuen Funktionen auch endlich Daten der letzten 16 Monate zur Verfügung. Auch PageSpeed Insights arbeitet mit einer verbesserten Datenbasis und ermöglicht so fundiertere Optimierungsempfehlungen. Zudem wird Pagespeed ab Juli offizieller Rankingfaktor für die mobile Suche. Alle Details und weitere wichtige Neuerungen erfahrt ihr in der aktuellen Auslese.

News der Suchmaschinen

Google launcht neue Search Console

Was sich viele SEOs lange gewünscht haben, ist nun endlich in Erfüllung gegangen: Die neue Search Console stellt Daten der letzten 16 Monate zur Verfügung, während bisher nur ein Rückblick auf die letzten 90 Tage möglich war. Damit stellen nun auch Vorjahresvergleiche kein Problem mehr dar. Die Oberfläche wurde komplett überarbeitet und ist jetzt übersichtlicher, nach wie vor gibt es aber ein Tabellenlimit von 1.000 Seiten für die angezeigten Berichte. Aktuell ist die neue Search Console noch im Beta-Stadium, da noch nicht alle angedachten Funktionen verfügbar sind. Diese werden nach und nach im Laufe des Jahres hinzugefügt, weshalb die alte Oberfläche bis dahin noch bestehen bleibt. Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es beispielweise folgende Neuerungen:

  • Überprüfung, welche Seiten indexiert sind
  • Informationen zur Behebung von Indexierungsfehlern
  • Optimierte Vergleichsmöglichkeiten für Gerätetyp, Suchtyp und Zeiträume
  • Schneller Überblick mit Anpassung des neuen Dashboards
  • Fehlerberichte mit Teamkollegen teilen

Abbildung 1: Oberfläche der neuen Google Search Console

Abbildung 2: Wichtige Informationen auf einen Blick im neuen Dashboard zur Indexabdeckung

Abbildung 3: Neue und schnellere Vergleichsmöglichkeiten in der Search Console

Pagespeed wird ab Juli offizieller Rankingfaktor für die mobile Suche

Google hat Mitte Januar im Webmaster Central Blog bekannt gegeben, dass Pagespeed ab Juli 2018 ein Rankingfaktor für die mobile Suche sein wird. Schon länger wurde dieser Faktor für die Desktop-Suche einbezogen. Das „Speed Update“ soll nur Seiten betreffen, die eine sehr langsame Nutzererfahrung bieten, zudem bezieht es nur einen Bruchteil der Suchanfragen mit ein. Der verwendete Standard für alle Seiten ist gleich, unabhängig von der eingesetzten Technologie. Eine langsame Seite kann trotzdem ein hohes Ranking aufweisen, wenn sie dem Nutzer relevanten Content zur Verfügung stellt.

Zudem weist Google auf die Tools Chrome User Experience Report, Lighthouse und PageSpeed Insights hin, um die Performance einer Webseite zu prüfen.

Da in der Branche bereits etwas Verwirrung aufgetreten ist, hat Barry Schwartz (CEO von RustyBrick) auf Search Engine Roundtable nochmals verdeutlicht, dass es bei dem Update lediglich um das Ranking geht, nicht aber um die Indexierung von Webseiten.

Accelerated Mobile Pages bald mit Publisher-URL anstelle von Googles URL

Ein für News-Publisher aktuell sehr ärgerlicher Nachteil von Accelerated Mobile Pages dürfte bald behoben sein. Google gab vor kurzem bekannt, dass daran gearbeitet wird, die URL des Veröffentlichers aus dem AMP-Cache anzuzeigen und nicht mehr die Google URL. Eine aktuelle Beispiel-URL für eine AMP-Seite sieht folgendermaßen aus: https://www.google.de/amp/s/amp.n-tv.de/wirtschaft/Air-Berlin-Inventar-findet-reissenden-Absatz-article20269276.html

Der Start für das Rollout ist für die zweite Jahreshälfte angedacht.

PageSpeed Insights mit verbesserter Datenbasis

Eine ebenfalls erfreuliche Nachricht gab es von Google zu den PageSpeed ​​Insights. Diese greifen nun auf die Daten des Chrome User Experience Reports zurück. Mithilfe dieser Datenbasis will Google Entwicklern bessere Empfehlungen ermöglichen. Zudem wurde der Optimierungsfaktor so angepasst, dass er besser auf reale Daten abgestimmt ist. Der Report wurde um einige Daten erweitert und gliedert sich in nun folgende Abschnitte (siehe nachfolgende Abbildung):

  • Geschwindigkeitswert
  • Optimierungsfaktor
  • Seitenaufbauverteilungen
  • Seitenstatistiken
  • Optimierungsvorschläge

Abbildung 4: Neue Daten in den Google PageSpeed Insights

Weitere Informationen zu den Werten und Änderungen können über die Übersichtsseite von PageSpeed Insights abgerufen werden.

Google My Business News: Upload von Videos & Einblendung von Reviews von Drittanbietern

Die lokalen Suchergebnisse werden immer umfangreicher. In anderen Ländern zeigt Google neben den eigenen Bewertungen im lokalen Eintrag bereits Reviews von Drittanbieterseiten an. Voraussetzung für die Berücksichtigung ist das Hinterlegen entsprechender Review-Markups. Die Bewertungen lassen sich auch nach Quelle filtern. Für Hotels beispielsweise erscheinen auch Bewertungen von Booking.com, TripAdvisor oder Expedia.

Abbildung 5: Bewertungen von Drittanbietern im lokalen Eintrag (Quelle: searchenginejournal.com)

Noch inoffiziell ist hingegen die Neuigkeit, dass Google My Business Einträge für bestimmte Branchen mit einem Video versehen werden können – davon berichtet SEO Südwest. Es ist bisher noch nicht bekannt, für welche Länder und Branchen dieses Feature freigeschaltet werden soll. Ein großer Vorteil davon wäre, eine weitere Präsentationsmöglichkeit für Produkte und Dienstleistungen in Form von Bewegtbild zu haben.

Branchen Insights

Diskussion um die Verwendung von Verzeichnissen oder Subdomains

Juan Gonzalez hat sich auf Sixtrix mit der unter einigen SEOs ausgebrochenen Diskussion um die Behandlung von Subdomains und Unterverzeichnissen durch Google auseinandergesetzt.

Google selbst bzw. John Müller (Webmaster Trends Analyst bei Google) sagt, dass beide Varianten die gleichen Chancen haben und somit keine bevorzugt wird. In der Realität sieht es jedoch anders aus, wie einige eindrucksvolle Beispiele in dem Artikel zeigen. So ermöglichte der Umzug des T-Online Ratgebers von der Subdomain auf ein Unterverzeichnis deutlich bessere Rankings.

Abbildung 6: Umzug von Subdomain auf Unterverzeichnis bei t-online.de (Quelle: sistrix.de)

Juan führt für solche Entwicklungen zwei Gründe an, wobei der Hauptgrund in der Webseite selbst liegt.

  1. Bei einem Wechsel von Subdomain auf Unterverzeichnis werden meistens Verbesserungen und/oder Neuerungen vorgenommen, die zu einem besseren Ranking beitragen können.
  2. Vorhandene Systeme sind nicht für Subdomains optimiert, da diese komplexer sind, mehr Zeit sowie spezielle Content-Management-Systeme benötigen.

In einigen Fällen ist der Einsatz von Subdomains sinnvoll. Im Artikel wird darauf am Beispiel vom Guardian eingegangen.

Case Study zu Googles Questions & Answers Feature

Moz hat sich in einer kleinen interessanten Case Study mit der Nutzung der Fragen- und Antworten-Funktion im lokalen Eintrag von Unternehmen beschäftigt. Basis der Case Study sind 20 Branchen aus San Francisco, davon jeweils die Top 10 Unternehmen. Für diese wurde geprüft, wie viele Fragen gestellt, wie viele davon beantwortet wurden und wer (Local Guides, Inhaber oder zufälliger Nutzer) die Beantwortung übernimmt. Die wichtigsten Erkenntnisse lassen sich so zusammenfassen:

  • Während viele Fragen gar keine Antworten erhielten, bekamen andere fünf, zehn oder mehr.
  • Unternehmensinhaber beantworteten keine Fragen.
  • Local Guides beantworteten die meisten Fragen.
  • Es herrscht in der Öffentlichkeit noch eine gewisse Unklarheit über die Verwendung des Features.
  • Für einige Branchen gab es weit mehr Fragen als für andere (z.B. für Hotels und Restaurants).
  • Besonders große Brands lassen Fragen einfach unbeantwortet.

Die komplette tabellarische Übersicht ist im Artikel zu finden.

Moz gibt zudem ein paar interessante Gedanken zu dem Feature mit auf den Weg. So zum Beispiel wie die Erwartungen zur Echtzeit-Beantwortung von Fragen wie „Haben Sie jetzt geöffnet?“ sind oder das Unternehmen nur über die Google Maps App auf einem Android-Telefon oder -Tablet über neue Fragen benachrichtigt werden. Einen Bereich in der Desktop-Oberfläche von Google My Business gibt es aktuell nicht.

Zum Schluss werden noch einige Hinweise gegeben, wie Unternehmen dieses Feature handhaben sollten, so dass keine Nutzerfragen vernachlässigt werden.

Vorüberlegungen für das Aufsetzen einer internationalen Webseite

Marcus Pentzek (Teamlead SEO bei der UDG United Digital Group) hat auf ryte einen umfassenden Artikel zum Thema internationale Webseiten verfasst. Er geht dabei von der Situation aus, dass noch keine Webseite vorhanden ist und beschreibt verschiedene Aspekte über neun Themen hinweg, die im Vorfeld im Rahmen der internationalen Strategie betrachtet werden sollten. Er geht ebenfalls auf Besonderheiten von internationalen Suchmaschinen außerhalb von Google ein. Folgende Empfehlungen gibt er mit auf den Weg:

  • Kleinschreibung in URLs verwenden, um Duplicate Content zu vermeiden.
  • Keine Sonderzeichen in URLs oder Domainnamen verwenden, sondern deren Entsprechungen in lateinischen Buchstaben. Suchmaschinen kennen diese und erschließen somit die korrekte Schreibweise.
  • Verwendung einer Ein-Domain-Strategie mit z.B. Unterverzeichnissen für Sprachversionen.
  • Nutzung einer generischen Top-Level-Domain (.com), insofern mehrere Suchmärkte anvisiert werden.
  • Vorzugsweise Nutzung von Subfoldern zur Abbildung verschiedener Sprachversionen anstelle von Subdomains (die chinesische Suchmaschine Baidu bildet eine Ausnahme, hier lieber mit Subdomains arbeiten)

Besonders umfangreich werden verschiedene Konzepte für die Wahl von Language- und Geo-Targeting für internationale Webseiten beschrieben. Zum Schluss werden noch ein paar Gedanken zu hreflang aufgezeigt.

Branchen News kurz & knapp

  • Google verkaufte 2017 etwas mehr als 6 Millionen Smart Speaker.
  • Moz erklärt im Detail, was mobile-first indexing bedeutet und was konkret zu tun ist. Bei einer responsiven Webseite steht die Pagespeed Optimierung an erster Stelle. Für separate mobilen Seiten haben sie eine Liste mit Maßnahmen zusammengestellt.
  • Über nationalpublicmedia.com können ein paar interessante Zahlen zu Smart Speakern in den USA eingesehen werden.
  • Progressive Web Apps erhalten laut Google keine Rankingvorteile. Zudem ist das Crawlen und Rendern solcher Anwendungen aufwendiger als für HTML-Seiten.
  • Bei den internetwarriors gibt es einen umfangreichen Leitfaden zum Linkbuilding mit zahlreichen Tipps.
  • Moz stellt in einem aktualisierten Artikel kostenfreie und nützliche Local SEO Tools und Widgets vor.
  • Sistrix hat sich in einem Artikel mit kurzem Praxisbeispiel mit der Verwendung einer 302-Weiterleitung beim Website-Umzug auseinandergesetzt.
  • SEMrush stellt einige weniger bekannte Techniken vor, die dabei helfen sollen, anvisierte Featured Snippets zu erobern.
  • Google stellt in einem umfangreichen Blogbeitrag alle relevanten Informationen zu Featured Snippets zusammen und gibt zudem einen Ausblick über die Weiterentwicklung dieser Formate. Eine Zusammenfassung dazu findet sich bei t3n.

Content Marketing kurz & knapp

  • Mercedes hat eine ganz interessante Gewinnspiel-Aktion zum Super Bowl Beim „Last Fan Standing“ gewinnt derjenige, der am längsten mit seinem Finger sein Smartphone Display berührt. Twittert der Nutzer seine Teilnahme gibt es noch fünf Minuten Timeout für einen Klogang o.Ä. Sollte in bestimmter Zeit kein Gewinner feststehen, ermittelt der Zufall. Zu gewinnen gibt es einen Sportwagen.
  • Kooperation von Adidas und den Berliner Verkehrsbetrieben: ein Sneaker, mit dem man bis zum 31. Dezember 2018 in allen BVG-Fahrzeugen des Bereichs AB kostenlos fahren darf, weil in eine der Zungen ein Jahresticket eingenäht ist. Die Kampagne sorgte für reichlich Aufsehen im Netz. Viele äußerten sich kritisch und fanden die Aktion lächerlich, nicht zuletzt da Leute sogar vor dem Store gecampt hatten, um als erste diese Sneaker zu kaufen.
  • H&M geht mit dem achten Label auf den Markt: Nyden. Das Besondere: Die Mode wird von Influencern designt und von Big Data beeinflusst.
  • t3n berichtet über ein kostenloses eBook mit Tipps zur Erstellung von Infografiken. Es umfasst 110 Seiten und ist auf Englisch.

Online Marketing Kalender

Der Redaktionsplan enthält noch Lücken, die mit kreativen Kampagnen gefüllt werden müssen? Dann lohnt sich ein Blick in unseren Projecter Online-Marketing Terminplaner 2018! Alle wichtigen Termine des Jahres im Überblick – und das Beste: Mit nur wenigen Klicks lassen sich diese in euren Google Kalender kopieren!

Online Marketing Kalender 2018

 

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Christin ist seit Dezember 2014 bei Projecter und als Account Managerin tätig. Ihre Schwerpunkte liegen in der Suchmaschinenoptimierung und im Affiliate Marketing.

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