Favorisierte Tweets

geschrieben am in der Kategorie Social Media Marketing von

Mit Sicherheit ist jedem Twitter-Nutzer schon einmal dieser kleine Stern aufgefallen, der erscheint, wenn man mit dem Mauszeiger über einen Tweet fährt. Er befindet sich direkt neben dem Button zum Retweeten und Antworten. Aber was genau bedeutet dieser Stern und wozu lässt sich die damit verbundene Funktion „Favorisieren“ nutzen? Dieser Beitrag versucht etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Wie schon erwähnt, dient das Stern-Symbol dazu, einen Tweet als Favoriten zu markieren. Tut man dies, wird er im eigenen Profil unter dem Tab „Favoriten“ gelistet.

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Favoritenlisten sind für jeden sichtbar, außer es handelt sich um ein geschütztes Konto oder einen geschützten Tweet, dann sehen nur die Follower des Twitternden seine Favoriten.

Das Favorisieren eines Tweets wird dem Absender per Mail und im @Verbinde Stream (Tab zwischen „Startseite“ und „#Entdecke“) angezeigt. Des Weiteren kann man sich für jeden Tweet anzeigen lassen, von wem und wie oft er retweetet und favorisiert wurde.

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Wie und wozu lassen sich Favoriten also nutzen? So viel vorweg: ein richtig oder falsch gibt es nicht. Sogar Twitter selbst legt sich da (bewusst) nicht fest. Hier nun die populärsten Möglichkeiten:

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Die wahrscheinlich ursprünglichste Möglichkeit ist die, mit dem Klick auf den Stern zu zeigen, dass einem der Tweet gefällt. Ähnlich dem Like-Button von Facebook. So gilt das Favorisieren in diesem Fall als Wertschätzung bzw. als positives Feedback für den Absender. Dabei unterscheidet sich diese Wertschätzung deutlich von einem Retweet, bei dem der Inhalt und Urheber des Tweets noch einmal weiter verbreitet werden.

Gründe, einen Tweet zu favorisieren aber nicht zu retweeten, gibt es viele. Zum Beispiel wenn er nicht in das Konzept meines Twitteraccounts passt. Jemand der nur über Hunde twittert, kann ein Tweet über Katzen gefallen, würde den aber an seine Follower (die ihm genau wegen seiner speziellen Ausrichtung folgen) nicht weitertragen. Andere Gründe können sein, dass man den Tweet zwar gut findet, aber nicht interessant genug, um ihn weiter verbreiten zu wollen. Oder der Inhalt des Tweets ist zu speziell – die Gefühlsäußerung eines Bekannten über eine Jobzusage beispielsweise.

Dienste wie Favstar oder die twittereigenen Top Tweets bei denen die aktuell beliebtesten und besten Tweets gelistet werden, nutzen Retweet-, Antwort- und Favoriten-Zahl für ihr Ranking.

Lesezeichen

Eine andere weit verbreitete Möglichkeit besteht darin, die Favoritenliste als Bookmarking Tool zu benutzen. Ähnlich Instapaper (ein Tool, mit dem man sich Webseiten zum später lesen speichern kann) lassen sich so Tweets mit interessanten Links zu Artikeln, Bildern, Videos etc. für die man gerade keine Zeit hat aber später noch ansehen möchte, markieren und in der Favoritenliste speichern. Wenn man vielen folgt, verliert man aufgrund der Fülle an Tweets schnell den Überblick –  durch die Favorisierung können Links dann später leicht wieder gefunden werden.

Diese Nutzung kann aber zu Missverständnissen führen, die dann auftreten, wenn der Absender von einer Wertschätzung ausgeht, der Markierende tatsächlich aber nur ein Bookmark zum später lesen setzen wollte (er weiß zu dem Zeitpunkt ja noch gar nicht, ob ihm z.B. der verlinkte Artikel wirklich gefällt).

Anderes

Mit etwas Kreativität lassen sich Favoriten auf Twitter aber auch noch anders einsetzen. Für Unternehmen, Dienstleister, Marken oder Produkte lässt sich die Favoritenliste auch gut zur Eigen-PR nutzen. Markiert man z.B. nur Tweets mit positiven Inhalten zum eigenen Produkt, wird die Favoritenliste schnell zur Seite für selbst selektiertes User Feedback umfunktioniert.

Für Privatpersonen kann die Favoritenliste auch eine Art „Über mich“ Sektion darstellen. Sie spiegelt dann alle Aktivitäten des Nutzers wieder, also was ihm gefällt, was er liest, was er macht – ähnlich der Facebook Timeline.

Die Favoritenfunktion lässt sich aber noch ganz anders nutzen. Auch als „passiver Part“, nämlich der, dessen Tweets favorisiert werden, kann man viel mit dem Wissen darüber anfangen, welcher Tweet wie oft und von wem favorisiert wird.

So gibt es die Möglichkeit, neue (Geschäfts-) Partner, Kontakte und Austausch zu finden. Denn wer einen deiner Tweets favorisiert, könnte auch noch an anderen deiner Themen interessiert sein.

Man kann die eigenen Tweets aber auch analysieren und dabei besonders auf die favorisierten eingehen. Diese können nämlich Indikatoren dafür sein, welche Inhalte bei den Followern am besten ankommen und Rückschlüsse auf ihre Interessen und Präferenzen zulassen. Dadurch kann man sich den Followern anpassen, bessere, bzw. besser zugeschnittene Inhalte posten und noch mehr Follower gewinnen. Achtung: man muss natürlich bei solch einer Auswertung berücksichtigen, dass manche Favoriten keine echte Wertschätzung, sondern lediglich Bookmarks sind.

Trotz der Möglichkeiten, die Twitter mit der Favoritenfunktion bereitstellt, werden Favoriten im Vergleich zu Retweets oder @-Replys verhältnismäßig wenig genutzt.
Nutzt ihr Favoriten auf Twitter? Wie setzt ihr sie ein und welche Möglichkeiten könntet ihr euch noch vorstellen, diese Funktion zu nutzen?
Ich freue mich auf euer Feedback!

Max gehörte von Oktober 2011 bis Oktober 2014 zum Projecter Team.

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  1. Hi Max,

    vielen Dank für diesen Beitrag. Ich schreibe gerade an einem „kleinen“ Beitrag zur Einbindung von Twitter in Unternehmen und dein Einwand Tweets durch die Favoriten-Funktion als Portfolio bzw. als Testimonial zu nutzen, finde ich super.

    Habe bisher noch nicht daran gedacht diese Funktion auf diese Weise zu nutzen. Bisher war sie für mich eher ein Bookmark für Tweets die ich später noch einmal gebrauchen könnte 😉

    Liebe Grüße,

    Patrick