Claude wird zum Coder, ChatGPT zum Doc | Projecter Weekly #2 2025

Zusammenfassen mit ChatGPT

Siri könnte bald eine etwas größere Hilfe als jetzt in eurem Alltag sein, denn Google und Apple haben einen Deal, der Alphabet ein Börsenhoch beschert hat: Gemini wird künftig in Apple-Produkten integriert sein. Auf Instagram zeigte sich CEO Adam Mosseri währenddessen eher weniger begeistert vom großen AI Trend.

Diese Woche erfahrt ihr außerdem …

🤖  welche Neuerungen Anthropic an den Start bringt,

👨‍⚕️  warum „Dr. KI“ in der EU noch auf sich warten lassen dürfte,

❌  ein Update zur Debatte um Elon Musks Grok.

Entwicklungen & Trends

ARD Trendradar 2026: Wer vertraut wem?

Der jährlich erscheinende ARD Trendradar soll Entwicklungen aufzeigen, die besonders relevant für die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind. Da das recht nah an unserer Lebenswirklichkeit als Medien-Konsument*innen ist, haben wir uns das mal näher angeschaut. Alle 20 Trends sind in der Grafik dargestellt. Bei den Fokustrends fällt auf, dass sich die meisten um Vertrauen, Daten und zuverlässige Quellen drehen.

Quelle: ARD Trendradar

Wie können wir sicherstellen, dass wir auch künftig zuverlässig erkennen, welche Informationen aus menschlichen Quellen stammen und vertrauenswürdig sind? Wie kann die Qualität von Medienprodukten gesichert werden und wie informieren wir uns in Zukunft? Hochrelevante Themen, die im Report mit weiteren Informationen angereichert und aufbereitet sind. Absolut lohnenswerte Lektüre! Hier geht’s zum vollständigen Report.

KI News

Nerd-Alarm bei Anthropics Claude (Code)

In den letzten Tagen häuften sich auffällig die Berichte über neue Produkte und Entwicklungen von Anthropic, die ihrem LLM Claude im Code-Bereich ein paar entscheidende Neuerungen spendierten. Expert*innen spekulieren, ob nun tatsächlich „The Year of Agentic AI“ angebrochen ist. KI-Agenten funktionieren zwar grundsätzlich schon ganz gut, sind aber häufig nur mit umfassenden technischen Kenntnissen erfolgreich zum Laufen zu bringen. Einfache Versuche, die über die Nutzeroberflächen der LLMs laufen, führen häufig eher zu Frust als zu brauchbaren Ergebnissen. Auch Claude Code richtet sich zwar momentan eher noch an Entwickler*innen, hat aber wohl ein Level erreicht, das den nächsten Sprung – Massenverfügbarkeit – glaubhaft macht.

Zudem stellt Anthropic seit neuestem das Tool Cowork für Mac-Nutzer*innen zur Verfügung, das in der lokalen Rechnerumgebung Dateien auslesen und bearbeiten kann – also agentisch agiert. Cowork ist zur Zeit nur für Claude-Max-Abonnent*innen verfügbar, soll aber zügig weiter ausgerollt werden.

Wenn ihr euch Claude spätestens jetzt mal genauer anschauen möchtet, empfehlen wir zum einen die Analyse von F.A.Z. Digitalwirtschaft, die ausprobiert haben, was man mit Claude und der Notizsoftware Obsidian anstellen kann, und zum anderen den ausführlichen Claude Code Guide von den Ainauten.

Apple und Gemini: It’s a match!

Läuft gerade für Google: Die Ankündigung, dass Googles Gemini künftig in Apple-Produkten integriert sein soll, hat den Börsenkurs von Google-Mutterkonzern Alphabet ordentlich nach oben befördert. Ironischerweise hat Alphabet damit Apple in der Börsenkapitalisierung überholt und gilt nun hinter NVIDIA als das zweitwertvollste Unternehmen der Welt. Google profitiert im Moment natürlich stark von Apples KI-Defiziten – es ist davon auszugehen, dass Apple weiterhin daran arbeitet, zentrale KI-Funktionen künftig auch ohne externe Hilfe anzubieten. Aus User-Sicht keimt vorsichtige Hoffnung, dass Siri sich vielleicht doch nochmal nützlich machen könnte, denn ein bisschen mehr Intelligenz würde ihr gut stehen.

Außerdem reagiert Apple auf die Konkurrenz durch Adobe und Canva und bündelt seine diversen Kreativprogramme mit neuen KI-Features künftig in einem Creator Studio für 129 Euro im Jahr, verfügbar ab 28. Januar. Für Student*innen soll es zudem ein deutlich vergünstigtes Angebot geben. Zur Erinnerung: Canva hatte im Herbst das Grafikprogramm Affinity kostenlos in sein Angebot integriert und damit wahrscheinlich vor allem bei Adobe für schlechte Laune gesorgt. Für alle, die mit Grafiken arbeiten (und dabei nicht nur auf LLMs setzen), sind das in jedem Fall gute Nachrichten, denn die Preise sinken und die Optionen wachsen.

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Elon hat’s schon wieder getan

Seit Tagen steht Grok, der KI Chatbot von Elons Musks Unternehmen xAI in der weltweiten Kritik, weil er es neuerdings möglich macht, Bilder hochzuladen und zu bearbeiten. Klingt auf den ersten Blick harmlos, kommt aber ohne größere (bzw. irgendwelche) Sicherheitsmaßnahmen aus, so dass damit problemlos anstößiger und pornografischer Content zu real existierenden Personen generiert werden kann. Trotz massivem Gegenwind beharrt Musk auf „Meinungsfreiheit“ und lehnt es bislang ab, korrigierend einzuschreiten. Ein Neujahrsdinner mit Donald und Melania Trump soll wohl Unangreifbarkeit demonstrieren.

Wen der aktuelle Stand der globalen Debatte und erste Versuche, Grok zu verbieten, interessiert, dem seien folgende drei Quellen ans Herz gelegt, die das jeweils detailliert aufarbeiten und analysieren:

Gemini und ChatGPT haben sich übrigens geweigert, ein Bild von Elon Musk in Badehose zu erstellen. Die Interpretation dieses kleinen Experiments lassen wir jetzt mal offen:

ChatGPT Health: OpenAI wird zum „Dr. KI“

OpenAI hat den Rollout von ChatGPT Health gestartet – eine dedizierte, gesicherte Umgebung innerhalb der Plattform, die speziell für Gesundheitsfragen entwickelt wurde. Statt nur Texte zu schreiben, füttert ihr die KI mit euren Laborwerten oder verknüpft sie direkt mit eurer Apple Watch. Die Idee dahinter: ChatGPT soll kein reiner Chat-Partner mehr sein, sondern die Zentrale für eure Fitness-Daten werden, die euch sagt, warum ihr heute eigentlich so müde seid – quasi Dr. Google, nur in schlau und individuell.

Bevor Ihr jetzt eure Blutwerte hochladet: Ob das Ganze für den europäischen Markt ausreicht, lässt OpenAI trotz einiger Sicherheitsvorkehrungen allerdings offen. Die DSGVO sieht extrem strenge Regeln für Gesundheitsdaten vor, und seit letztem Jahr kommt noch der EU AI Act oben drauf. Da ChatGPT Health mit hochsensiblen Patientenakten arbeitet, dürfte das Ganze als Hochrisikosystem eingestuft werden – und das bedeutet: richtig hohe Auflagen. Wann oder ob „ChatGPT Gesundheit“ überhaupt zu uns nach Europa oder Großbritannien kommt, dazu gibt es noch keine Angaben. In den USA müssen sich Interessent*innen aktuell auf eine Warteliste eintragen, um die Funktion nutzen zu können.

Suchmaschinen

Etwas nerdig, aber interessant: das Universal Commerce Protocol von Google

Google hat diese Woche das Universal Commerce Protocol (UCP) vorgestellt, einen neuen technischen Standard, der 2026 deutlich mehr Bewegung in das Thema Shopping über KI bringen könnte. Bisher fungierten KI-Assistenten als Suchmaschinen, die Produkte zwar finden, aber nicht selbstständig kaufen konnten. Mit dem UCP bekommen Online-Shops und KI-Assistenten eine gemeinsame Sprache und können miteinander kommunizieren. Durch das Protokoll können KI-Systeme dann Produktinformationen, Preise und Verfügbarkeiten nicht nur lesen, sondern den eigentlichen Kaufprozess inklusive Bezahlung im Auftrag der Nutzer*innen durchführen.

Google steht dabei nicht alleine da, sondern hat sich für die Entwicklung Partner wie Shopify, Paypal, Visa und Mastercard ins Boot geholt. Im Rahmen der Vorstellung des UCPs wurde auch ein neues Checkout-Feature vorgestellt, das in den USA für den AI Mode und die Gemini App gelauncht werden soll. Die Zahlung funktioniert zum Start erstmal nur über Google Wallet, Paypal soll folgen.

Whitepaper: Mehr Reichweite mit AI Max 🤖

Schluss mit der mühsamen Keyword-Recherche: Mit der Funktion AI Max lässt sich in Google Ads einfach erkennen, wonach die eigenen Kund*innen wirklich suchen. Die KI spielt eure Anzeigen passgenau aus und optimiert sogar Texte und Zielseiten für eine maximale Klickrate.

Wir haben die Funktion getestet und zeigen euch in unserem kostenfreien Whitepaper anhand echter Daten, ob sich der Einsatz für euer Budget lohnt und wie ihr mit AI Max starten könnt – jetzt herunterladen.


Whitepaper „AI Max im Praxistest“ 

Social Media

Macht Instagram nun eine Kehrtwende von KI?

Zum Jahresauftakt hat sich Instagram-CEO Adam Mosseri über die neue, stark von KI beeinflusste Social-Media-Landschaft zu Wort gemeldet. Da der massenhafte KI-Content die Inhalte unglaubwürdig und reproduzierbar macht, lautet seine Botschaft: „Wir werden uns weiterentwickeln müssen, und zwar schnell.“ Was genau er damit meint, ist: 

„Relatively quickly, AI will create any aesthetic you like, including an imperfect one that presents as aesthetic. At that point we’ll need to shift our focus to who says something instead of what is being said.“

 – Adam Mosseri auf Instagram

Es geht quasi um eine „Umkehr der Beweislast“. Statt mühsam KI-Fakes zu jagen, will Instagram künftig Echtheit belohnen. „Imperfektion wird zum Signal“, so Mosseri. Das kann folgendes bedeuten:

Fitness-App Strava denkt über Börsengang nach

Wir berichteten schon öfters: Strava ist im Bereich der themenspezifischen sozialen Netzwerke ein spannender Akteur mit mittlerweile 50 Millionen aktiven Nutzer*innen und wächst weiterhin solide, auch angetrieben durch den in der Corona-Pandemie entstandenen Lauf-Boom. Nun überlegt Strava Berichten zufolge, 2026 einen Börsengang anzustreben.

Mit dem eingenommenen Geld könnten u. a. weitere Zukäufe finanziert werden, wie z. B. die Übernahme von Runna, einer KI-gestützten App für Trainingspläne. Größter Konkurrent Garmin kann zwar mit hochwertiger Hardware punkten, die hauseigene App „Garmin Connect“ ist allerdings seit Jahren eine Enttäuschung und die sozialen Features darin werden kaum angenommen. Auch wenn die Analyst*innen noch streiten, ob der Börsengang eine gute Idee ist, sollte Strava auf jeden Fall noch gutes Wachstumspotenzial haben. 

Die Fitness-App Strava erwägt Berichten zufolge einen Börsengang in 2026.

Pay-to-Link: Macht Meta Link-Posts auf Facebook für Unternehmen kostenpflichtig?

Meta scheint die Zügel für Unternehmen massiv anzuziehen und experimentiert aktuell damit, die Anzahl organischer Link-Posts für Business-Seiten radikal zu begrenzen. Wer kein kostenpflichtiges „Meta Verified“-Abo besitzt, könnte künftig auf nur noch zwei Link-Posts pro Monat beschränkt werden.

Ein Unternehmenssprecher von Meta begründet den Test damit, prüfen zu wollen, „ob die Möglichkeit, eine größere Menge an Beiträgen mit Links zu veröffentlichen, für Abonnenten von Meta Verified einen echten Mehrwert darstellt“. Aber vermutlich handelt es sich hier um einen taktischen Zug, mit dem Meta seinen Umsatz durch die Verified-Pakete im Wert von ca. 15 bis 500 Euro monatlich drastisch erhöhen könnte – ohne Rücksicht auf Unternehmen, die auf Klicks angewiesen sind. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Lesetipps & Empfehlungen

Falls ihr noch ein paar Minuten übrig habt …

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