SEA News 02/2026: Werbung im AI Mode – erste Einblicke in kommende Entwicklungen

Zusammenfassen mit ChatGPT

Diesen Monat haben sowohl Google als auch Microsoft neue Anzeigenformate angekündigt. Microsoft erweitert Shoppinganzeigen außerdem um weiteres Bildmaterial und Google gibt uns in der EU einen Vorgeschmack, wie Shopping im AI Mode aussehen könnte. Außerdem bekommen wir über zwei neue Reports mehr Einblicke in den Unterbau bei Google Ads.

Ein neues Anzeigenformat für den AI Mode

Anzeigen im AI Mode stehen für die EU zwar noch in den Sternen, aber in den USA hat Google den Test eines neuen Shoppinganzeigen-Formats gelauncht. Es soll Inspiration und Aktion (also den Klick auf den Kaufen-Button) verbinden. 

In einer Beispieldarstellung von Google wird z. B. um Empfehlungen für solide Noise-Cancelling-Kopfhörer gebeten. Der AI Mode stellt daraufhin kurze Produktbeschreibungen für mehrere Kopfhörer zusammen, damit Nutzer*innen einen ersten Eindruck von den Eigenschaften und Stärken der jeweiligen Produkte bekommen. Unterhalb dieses organischen Bereichs ist ein deutlich kleinerer Bereich mit gesponserten Ergebnissen. Diese umfassen jedoch nur den Namen des Anbieters, den Produktpreis sowie grobe Hinweise zu den Lieferbedingungen.

Beispielhafte Einbindung von Shoppinganzeigen im AI Mode (Quelle: Google Ads & Commerce Blog)

Eine weitere Neuerung sind die sogenannten Direct Offers. Hier findet der Checkout-Prozess komplett innerhalb von Google statt und aktuell können Nutzer*innen auch nur mit Google Pay bezahlen. Dabei steht zur Debatte, wie sich diese Art von Kaufabschluss auf den durchschnittlichen Warenkorb auswirken wird. Wenn Nutzer*innen nicht den „Umweg“ über die Landingpage des Werbetreibenden nehmen, sinkt die Möglichkeit, Nutzer*innen dazu zu inspirieren noch weitere Produkte in den Warenkorb zu packen.

Nutzerführung bei Direct Offers (Quelle: Google Ads & Commerce Blog)

Gemischter Kampagnentest

Google Ads hat im Februar mit dem Kampagnenmix-Test einen neuen Experimentetyp angekündigt. Anders als bisher können hier alle Kampagnentypen (außer Display) in einem Experiment gegeneinander getestet werden. Zu finden sein wird die neue Option im Bereich „Benutzerdefinierter Test“ unter dem Namen „Gemischte Kampagnentypen“. Mit dem Experiment kann zum Beispiel strukturiert getestet werden, ob Demand Gen als Upper-Funnel-Kampagne Vorteile für die Bottom-Funnel-Kampagnen wie Suchkampagnen bringt.

Report für die Produktperformance

Google hat eine neue Berichtsansicht eingeführt, die an einem Ort zeigt, wie jedes Produkt über alle Kampagnen hinweg abschneidet, in denen es aktiv ist (z. B. Performance Max vs. Standard Shopping). Mit der Ansicht können wir die Produktperformance blitzschnell kampagnenübergreifend vergleichen oder unbeabsichtigte Überschneidungen erkennen.

Die verfügbaren Möglichkeiten im Report für die Produktperformance

Der Bericht kann über einen Klick auf einen beliebigen Produkttitel im Tab „Produkte“ aufgerufen werden. Voraussetzung ist, dass keine Kampagne ausgewählt wurde.

Placement Report für Performance Max

Google hat damit begonnen, den Bericht „Wo werden Anzeigen gezeigt“ für Performance Max mit Daten zu befüllen. Damit erhalten wir wieder ein bisschen mehr Einblick in die nicht mehr ganz so mysteriöse Blackbox und können über Placementausschlüsse auf Kontoebene unerwünschten Placements entgegenwirken. Aktuell können für die Placements nur Impressionen als KPI ausgewertet werden.

Der befüllte Placement-Report für Performance Max

Ausrichtung von Lookalikes

Google hat im Februar angekündigt, dass Lookalike-Segmente für Demand Gen überarbeitet werden. Lookalikes wechseln von der standardmäßigen, strikten „Targeting-Einschränkung“ auf Basis einer Quellenliste in einen „Vorschlagsmodus. Google wird diese Listen nur noch als Signale verwenden, um die Reichweite flexibler zu erweitern. Wir rechnen nach dem Wechsel mit einer breiteren Auslieferung und potenziell weniger Präzision im Vergleich zum alten, strikten Targeting. Bei dieser Anpassung bekommen wir jedoch die Möglichkeit, über ein Formular anzufragen, dass Lookalikes nicht auf den Vorschlagsmodus umgestellt werden.

Attribution bei App-Install-Kampagnen

Für den Kampagnentyp App-Installs hat Google eine grundlegende Veränderung bei der Attribution angekündigt. Conversions wurden bisher auf das Anzeigenklick-Datum attribuiert, in Zukunft werden Conversions dem Datum der eigentlichen App-Installation zugerechnet. Einen konkreten Stichtag hat Google für die Anpassung nicht kommuniziert, sodass Werbetreibende die Augen nach Schwankungen offen halten sollen.

Besserer Schutz für Google-Ads-Accounts

Google erhöht die Sicherheit von Konten mit der neuen Funktion „Genehmigung durch mehrere Parteien“, um Risiken wie die widerrechtliche Übernahme von Accounts zu minimieren. Risikoreiche Funktionen z. B. das Hinzufügen neuer Nutzer*innen, das Entfernen bestehender Nutzer*innen oder das Ändern von Nutzerrollen erfordern die Genehmigung eines zweiten Administrators. Google gibt dem gegencheckenden Admin 20 Tage Zeit, die Anfrage zu genehmigen oder abzulehnen. Ohne eine Reaktion innerhalb der 20 Tage wird die Anfrage automatisch blockiert.

Microsoft Ads

Neues Shoppinganzeigenformat

Auch bei Microsoft Ads gibt es diesen Monat News, denn das Werbenetzwerk hat Shoppinganzeigen mit mehreren Bildern ausgerollt. Voraussetzung für das Anzeigenformat ist, dass im Produktdatenfeed das Attribut additional_image_link mit passenden Bildlinks befüllt ist. Hinterlegt werden können bis zu zehn weitere Bilder neben dem Hauptbild im Attribut image_link. In der Shoppinganzeigen können dann neben dem Hauptbild drei weitere Produktbilder ausgespielt werden.

Darstellung der neuen Shoppinganzeigen mit mehreren Produktbildern

Lesetipps

Unser Lesetipp ist diesmal ein Beitrag von Search Engine Land zu Anzeigenauktionen bei Google Ads im KI-Zeitalter

TL;DR: Anzeigenauktionen funktionieren im KI-Bereich von Google etwas anders als im „normalen“ Google. Anstatt auf Basis von Keywords, wählt Google Anzeigen basierend auf der Nutzerabsicht aus. Um die Nutzerabsicht zu verstehen, teilt Google Suchanfragen in kleinere Unterthemen auf. Dieser Prozess wird als „Query Fanout“ bezeichnet. Google führt dann Suchanfragen für diese Unterthemen durch, um alle für die Nutzeranfrage und -absicht relevanten Informationen zu sammeln. Diese Informationen werden verwendet, um KI-Zusammenfassungen zu generieren und Anzeigen werden basierend auf der Nutzerabsicht platziert.

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