Social Ads News 02/2026: TikTok goes Streaming und Meta streicht die Attribution
Neue Features und Werbeformate auf den Plattformen haben unser Social Ads Team im letzten Monat auf Trab gehalten: Meta schraubt an der Attribution und schlägt sich mal wieder mit einer Sammelklage herum. TikTok platziert sich zunehmend als Entertainment-Plattform und Google-Schreck, während Pinterest ab jetzt nicht mehr nur predicted, sondern mit euch noch besser vorausplant. Alle Updates findet ihr wie immer hier.
Meta
Harte Einschnitte bei der Attribution: Das Ende langer View-Fenster
Meta hat in den letzten Wochen größere Anpassungen an der Attribution vollzogen: Nachdem es bereits länger angekündigt wurde, hat das Unternehmen im Februar längere View-Through-Attributionsfenster dauerhaft entfernt. Konkret bedeutet das den Wegfall der 7-Tage- und 28-Tage-View-Fenster, was vor allem Awareness-Kampagnen trifft, da Conversions ohne direkten Klick nun deutlich seltener zugeordnet werden können.
Für euch heißt das: Werbeformate wie Reels könnten in euren Reports plötzlich „schlechter“ performen, obwohl sie im Hintergrund wertvolle Touchpoints liefern. Nichtsdestotrotz habt ihr lange View-Attributionsfenster bestenfalls schon länger aus euren Performance-Kampagnen verbannt, um euch von den schwindelnden Plattform-Metriken zu emanzipieren.
Eure Messstrategie solltet ihr nun noch stärker auf inkrementelle Lift-Tests sowie First-Party-Daten stützen und ggf. externe Attributionstools hinzuziehen. Diese Entwicklung zwingt Marketer weiter dazu, den Erfolg von Ads ganzheitlich über alle Channels und über den reinen Last-Click hinaus zu bewerten.
Die zweite große Änderung betrifft die Click-Conversions auf Meta. Ab sofort erfordert eine Click-Conversion bzw. Click-Through-Attribution auch einen tatsächlichen Link-Klick. Bislang zählten auch Interaktionen, wie Likes, Shares oder Kommentare als Klicks, sofern danach innerhalb des Attributionsfensters eine Conversion stattfand. Das führte schnell zu Missverständnissen, könnte man doch vom Naming annehmen, dass Nutzer*innen für Click-Conversion auch tatsächlich auf den ausgehenden Link klickte.
Diese weiteren Arten von Klicks können selbstverständlich auch einen Einfluss auf Conversions haben und werden deshalb, genau wie 5-sekündige Video-Views, nun unter „Engage-Through“-Conversions (bislang: „Engaged View“) gebündelt. Ziel ist es, die Messung im Ads-Manager transparenter zu gestalten und besser zwischen echtem Website-Traffic und reiner Beitragsinteraktion zu unterscheiden.

Sammelklage wegen Datenmissbrauchs: Meta in der Defensive
In Deutschland rollt eine gewaltige juristische Welle auf Meta zu, da eine großangelegte Sammelklage des Verbraucherschutzvereins (VSV) wegen systematischen Datenmissbrauchs nun auch für Privatnutzer*innen zugänglich wird. Hintergrund ist der Vorwurf, dass User keine echte Wahlmöglichkeit hatten, der weitreichenden Profilbildung für personalisierte Werbung zu widersprechen.
Für EU-Werbetreibende kann das langfristig bedeuten, dass die Targeting-Optionen noch weiter eingeschränkt werden. Sollte die Klage Erfolg haben, könnte das „Pay or Consent“-Modell von Meta weiter unter Druck geraten und die Verfügbarkeit von Third-Party-Signalen für eure Kampagnen massiv einschränken.
Es ist für euch jetzt wichtiger denn je, verstärkt auf First-Party-Daten und die Conversion API (CAPI) zu setzen, um unabhängiger vom reinen Pixel-Tracking zu werden. Vertrauen und Transparenz im Umgang mit den Daten eurer Kund*innen werden ein immer stärkerer Wettbewerbsvorteil.
TikTok
Streaming Ads: Die Berlinale als Launchpad
TikTok hat im Rahmen der Berlinale 2026 neue Werbelösungen speziell für die Entertainment-Branche vorgestellt: Mit den neuen „Streaming Ads“ und den Formaten Multi-Show Experience sowie Media Card können Streaming-Dienste und Filmstudios ihre Kataloge interaktiv direkt in der App präsentieren. Nutzer*innen können durch Kachel-Karussells wischen und Trailer ansehen. Die Grenzen zwischen Entdeckung und Konsum verwässern so fast vollständig und das enorme Potenzial von Communities wie #FilmTok wird nutzbar. Die Formate sind darauf optimiert, virale Momente aus Serien oder Filmen direkt in Abos oder Ticketverkäufe zu verwandeln.
Für euch als Marketer außerhalb von Hollywood zeigt das den Weg: Interaktive Add-ons, die die User auf der Plattform halten, erhalten auch 2026 die höchste Relevanz. TikTok beweist einmal mehr, dass es sich von der reinen Social-Media-App zur zentralen Schnittstelle für Entertainment entwickelt (hat).
Neue Daten aus dem Februar belegen, dass TikTok für die Gen Z und Millennials endgültig zur primären Suchmaschine aufgestiegen ist: 50 % der 16- bis 24-Jährigen starten ihre Brand-Suche nicht mehr bei Google. Das hat massive Auswirkungen auf euer Ad-Targeting: TikTok Ads sind kein „Nice-to-Have“ mehr, sondern ein Pflichtbaustein, um User im Moment der aktiven Intention abzugreifen.
Mit TikTok Search Ads könnt ihr noch granularer in das Targeting durch konkrete Keywords eingreifen, damit ihr sichtbar seid, wenn eure Zielgruppe sucht. Die Performance von Kampagnen, die Search Ads integrieren, zeigt laut aktuellen Reports eine doppelt so hohe Kaufbereitschaft im Vergleich zu reinem Feed-Targeting.
Wichtig für den Erfolg: Ihr müsst eure Creatives so gestalten, dass sie konkrete Suchanfragen beantworten und relevante Keywords nicht nur in den Captions, sondern bestenfalls auch als Text-Overlay im Video oder dem Static Image enthalten. Mehr Infos zum Thema findet ihr hier und hier.
Thought Leadership als neuer Standard: Vertrauen schlägt Logo
LinkedIn veröffentlichte im Februar neue Einschätzungen zu Daten, die zeigen, dass 95 % der „hidden buyers“ (Entscheider*innen, die schwer über klassische Sales-Wege erreichbar sind) deutlich durch Thought Leadership beeinflusst werden können. Das fördert LinkedIn durch noch mehr Möglichkeiten, Beiträge von Branchenexpert*innen und eigenen Mitarbeitenden direkt zu sponsern, ohne dass diese zwingend mit dem Unternehmen verknüpft sein müssen. Der Trend geht weg von der polierten Corporate-Message hin zur authentischen Expert-Voice: Laut LinkedIn-Report ist das Vertrauen in Menschen 2026 die wichtigste Währung im B2B.
Für eure Paid-Strategie bedeutet das: Investiert weniger in klassische Image-Anzeigen und mehr in eure Corporate Influencer*innen und pusht das ganze mit Thought Leader Ads. Wer die menschliche Komponente vernachlässigt, wird im lauten Rauschen des Newsfeeds zunehmend ignoriert.

Der neue Media Planner: Prognosen direkt im Ads Manager
Letzten Monat hat Pinterest mit dem globalen Rollout des Media Planners ein zentrales Tool für die strategische Vorplanung direkt in den Ads Manager integriert. Das neue Feature ermöglicht es euch, die geschätzte Reichweite und Frequenz eurer Kampagnen vorab auf Basis historischer Plattformdaten zu simulieren.
Für euch bedeutet das mehr Sicherheit bei der Budgetierung, da ihr besser abschätzen könnt, wie viel Budget nötig ist, um eure Zielgruppe in einem bestimmten Zeitraum zu erreichen. Besonders für die Planung von Peak-Zeiten wie Ostern oder Weihnachten könnt ihr so Szenarien durchspielen und eure Strategie bereits mehrere Wochen vor dem Start finalisieren.

Ob Tracking-Einschnitte bei Meta oder die Search-Revolution auf TikTok, klar bleibt vor allem: Wer sich auf veraltete Metriken und Strategien verlässt, wird abgehängt. Erfolg im Performance Marketing braucht authentische Gesichter, relevante Ads und eine solide, ganzheitliche Messstrategie. Wenn ihr euch jetzt fragt, wie ihr das alles unter einen Hut bekommen sollt, schreibt uns einfach. Wir helfen euch gerne bei allen Social-Ads-Herausforderungen. 💌





