SEO News 09/2026: Google baut Europas Suche um – und was hat ein Labrador mit SEO zu tun? 🦮
Letzten Monat hat sich die Suche an gleich mehreren Stellen verändert. Google baut seine Ergebnisseiten im Europäischen Wirtschaftsraum weiter um – mit spürbaren Folgen für Shopping, Hotels und andere Bereiche. Gleichzeitig testet der Konzern erstmals ein Modell, bei dem Publisher für ihren Beitrag zu KI-Antworten bezahlt werden. Dazu kommen neue Daten zur visuellen Suche in der Search Console, ein weiteres Spam Update und spannende Hinweise darauf, wie ChatGPT Inhalte für seine Suche findet.
News der Suchmaschinen
Google baut die Suche in Europa um, mit Folgen fĂĽr Shopping & Co.
Bereits im August haben wir über die EU-Strafe in Höhe von 890 Millionen Euro gegen Google berichtet. Einer der zentralen Vorwürfe: Google bevorzuge in seinen Suchergebnissen eigene Dienste gegenüber konkurrierenden Angeboten. Grundlage ist der Digital Markets Act (DMA), der für mehr Wettbewerb auf großen digitalen Plattformen sorgen soll.
Nun werden die konkreten Auswirkungen in den europäischen Suchergebnissen sichtbar. Google passt die Suchergebnisseiten (SERPs) schrittweise an, um die EU-Vorgaben zu erfüllen. Gleichzeitig warnt das Unternehmen selbst davor, dass einige Änderungen die Suche für Nutzer*innen weniger hilfreich machen könnte.
Was ändert sich?
- Shopping: Die bekannten organischen Produkt-Raster und „Popular Products“-Karussells sind im Europäischen Wirtschaftsraum weitgehend verschwunden. An ihre Stelle treten neue Einheiten, in denen Vergleichsdienste und Shops stärker nebeneinander stehen. Auch der Shopping-Tab ist in der bisherigen Form nicht mehr prominent in der Navigation zu finden. Bezahlte Shopping Ads bleiben bestehen.
- Hotels & Flüge: Google schränkt eigene Buchungs- und Vergleichsfunktionen ein. Dadurch erhalten Reiseportale und andere Vermittler mehr Platz in den Suchergebnissen. Für Hotels, Fluggesellschaften und andere Direktanbieter kann das bedeuten, dass Nutzer*innen häufiger den Umweg über Aggregatoren nehmen.
- Google Maps: Die Verknüpfung zwischen Websuche und Maps wird weiter eingeschränkt. Angezeigte Karten führen beispielsweise nicht mehr automatisch per Klick zu Google Maps.
- Wetter, Übersetzungen & Co.: Google öffnet auch direkte Informationsbereiche stärker für alternative Anbieter. Wo bislang vor allem Google-eigene Dienste sichtbar waren, können dadurch zusätzliche externe Angebote auftauchen.

Was bedeutet das fĂĽr SEO?
Besonders für E-Commerce-Websites verschieben sich die Voraussetzungen für organische Sichtbarkeit. Wer bislang viele Klicks über Googles kostenlose Produktflächen erhalten hat, sollte die Entwicklung in der Search Console genau beobachten. Gleichzeitig können Preisvergleichsportale und andere Aggregatoren als zusätzliche Quelle für Sichtbarkeit und Traffic wichtiger werden. Für Shops lohnt sich deshalb ein Blick darauf, über welche Vergleichsdienste die eigenen Produkte auffindbar sind.
News der Suchmaschinen kurz & knapp
- Neue Google Search Console Funktion: Google zeigt jetzt gesondert, wie Websites bei multimodalen Suchen über Google Lens, Circle to Search, hochgeladene Bilder oder die Chrome-Funktion „Dieses Bild suchen“ abschneiden. Der neue Filter ist sowohl im Leistungsbericht der Suche als auch im Bericht zu generativen KI-Funktionen verfügbar. Besonders für Online-Shops liefert die Funktion spannende Einblicke in die visuelle Produktsuche.

- Laufendes Spam Update: Seit dem 24. September rollt Google weltweit ein neues Spam Update aus. Der Rollout soll bis zu zwei Wochen dauern und ist aktuell noch nicht abgeschlossen.
- Knowledge Panel ≠Search Profile: Informationen aus einem Google Search Profile werden nicht automatisch ins Knowledge Panel übernommen, da Google dafür verschiedene Quellen heranzieht. Daher sollten konsistente Angaben über Search Profile, Wikipedia, Google Business Profile & Co. hinweg kontrolliert werden.
- Gemini Notebooks als Parasite SEO? Öffentlich freigegebene Gemini Notebooks können von Google indexiert werden und sogar als Quellen in AI Overviews auftauchen. Tests zeigen, dass sich dies potenziell für Parasite SEO bzw. „Parasite GEO“ ausnutzen lässt – wie lange Google die Indexierung in dieser Form zulässt, bleibt allerdings offen.
- Google warnt vor minderwertigem Programmatic SEO: John Mueller hat sich zu Programmatic SEO geäußert. Wenn der Ansatz vor allem darauf abzielt, möglichst viele Inhalte zu produzieren, verliere Google dadurch das Vertrauen in eine Website. Laut Mueller kann es lange dauern und aufwändig sein, dieses wiederherzustellen.
- Neue Kategoriefilter in Google Trends: Auf der Explore-Seite von Google Trends könnt Ihr Trends jetzt nach vordefinierten Themenbereichen filtern – sogar ohne vorher ein Keyword einzugeben. So lassen sich beispielsweise häufig gesuchte Begriffe innerhalb einer Branche, Region oder eines Zeitraums entdecken. Bei mehrdeutigen Keywords helfen die Kategorien außerdem dabei, irrelevante Suchinteressen auszublenden.
Branchen Insights
Google testet VergĂĽtung fĂĽr Inhalte in KI-Antworten
Google experimentiert derzeit mit einem neuen Vergütungsmodell für Publisher. Wie Digiday berichtet, erhalten ausgewählte Websites im Rahmen eines „AI Contribution Pilot“ Geld, wenn ihre Inhalte einen bedeutenden Beitrag zu KI-generierten Antworten leisten. Das betrifft dem Bericht zufolge unter anderem Gemini, AI Overviews und AI Mode.
Wie funktioniert das?
Google setzt dabei auf einen „Pay-per-Value“-Ansatz. Entscheidend soll also nicht allein sein, wie häufig ein Inhalt verwendet wird, sondern welchen Wert er für eine KI-Antwort liefert. Teilnehmende Publisher sehen dafür einen zusätzlichen Bereich in der Google Search Console, der monatliche Einnahmen ausweist. Wie genau Google den Wert eines Inhalts berechnet, bleibt allerdings eine Blackbox. Nach Angaben beteiligter Publisher fallen die bisherigen Zahlungen eher gering aus.
Was steckt dahinter?
KI-Antworten sind auf aktuelle und hochwertige Webinhalte angewiesen. Gleichzeitig können sie dazu führen, dass Nutzer*innen ihre Antwort direkt bei Google erhalten und die ursprüngliche Website gar nicht mehr besuchen. Das bisherige Tauschgeschäft „Content gegen Traffic“ gerät damit zunehmend unter Druck.
Der Pilot deutet auf ein mögliches neues Modell hin: Inhalte liefern den Rohstoff für KI-Antworten und werden dafür direkt vergütet. Noch handelt es sich um einen begrenzten Test mit ausgewählten Publishern. Spannend ist die Entwicklung trotzdem, denn Google behandelt den Beitrag von Webinhalten zu KI-Antworten damit erstmals sichtbar als eigenständigen wirtschaftlichen Wert.
Was hat ein Labrador mit SEO zu tun? 🦮
„Labrador“ ist der Name, den unabhängige Untersuchungen einem internen Such- und Abrufsystem von ChatGPT zuordnen. Analysen deuten darauf hin, dass OpenAI bei der Websuche nicht nur auf externe Suchanbieter setzt, sondern auch einen hauseigenen Suchindex nutzt. OpenAI selbst hat den Namen „Labrador“ und die genaue technische Architektur bislang nicht offiziell beschrieben.
Was bedeutet das fĂĽr SEO?
Ein gutes Google-Ranking ist nicht automatisch gleichbedeutend mit Sichtbarkeit in ChatGPT. Klassisches SEO bleibt eine wichtige Grundlage – künftig lohnt sich aber zusätzlich der Blick darauf, ob Inhalte für OpenAIs Crawler zugänglich sind und wie sie von ChatGPT gefunden, indexiert und als Quelle ausgewählt werden.



