Recap: Data Driven Business Virtual 2020 – Digitale Konferenz mit Mehrwert in Zeiten von Corona

Über die Beschränkungen im Jahr 2020 in Bezug auf Zusammenkünfte sowie Treffen von Geschäfts- oder Privatkontakten wissen mittlerweile wohl alle Bescheid. Veranstaltungen werden abgesagt oder finden digital in einer völlig neuen Form statt. So auch die Data Driven Business Virtual 2020. Unter diesem Dach findet man nicht nur eine, sondern direkt zwei Konferenzen („Marketing Analytics Summit“ & „Predictive Analytics World Business“). Je nach Interessenslage kann man sich hier umfangreiches Wissen zu datengestütztem Marketing holen oder seine Lücken zu den Themen Predictive Analytics und Machine Learning schließen.

Logo der Data Driven Business Virtual 2020

Spannende Themen: von Datenschutz bis Kaufpsychologie

Über zwei Tage (vom 16. bis 17.11.2020) hat man bei bis zu fünf gleichzeitigen Tracks die Qual der Wahl. Insgesamt wird es bei über 50 Sessions keinesfalls langweilig. Die Themen sind dabei vielfältig. Im Bereich Marketing Analytics dreht sich viel um die Themen DSGVO und die nachgelagerte Frage, wie man verlässlich das Tracking weiter betreiben kann. Marco Szeidenleder gibt hier einen guten Einblick in das Thema des Server-side tracking, was von Google für den Google Tag Manager dieses Jahr mehr ins Bewusstsein gerückt wurde. Simon Pilkowski greift das Thema aus einer anderen Perspektive auf und zeigt, wie man als Konzern mit dem Thema Cookie Consent umgeht und wie man in relativ kurzer Zeit auf über 250 europäischen Webseiten ein entsprechendes Tool ausrollt. Till Büttner von DHL gibt währenddessen Denkanstöße, wie die DSGVO einen positiven Einfluss auf die Nutzung von z.B. Google Analytics hat bzw. Tracking im Allgemeinen und wie jeder und jede dazu beitragen kann, das Vertrauen in Tracking bei NutzerInnen zu stärken.

Christian Ebernicke begeistert mit zwei Sessions: Einerseits wie man es schafft, robuste Tracking-Setups zu erhalten und ein Chaos verhindert und andererseits, wie man CRM-Systeme für das Conversiontracking in Google Analytics oder Google Ads direkt einbinden kann.

Das Highlight der zwei Tage kam von Dr. Philipp Spreer. Er bringt in der letzten Session das Verhalten der NutzerInnen in den letzten fünf Wochen dieses Jahres in einen kaufpsychologischen Kontext zur Corona-Pandemie. Dabei stellt er NutzerInnengruppen vor und erläutert, wie man diese passend anspricht, um sie zur Conversion zu bewegen. Ein Beispiel ist die Gruppe „Prepper“. Hier passt der Leitspruch „MY home is my castle“ sehr gut. Das Ziel bei dieser Gruppe sollte darin liegen, Ängste proaktiv abzubauen sowie emotionale Vorbehalte anzusprechen und aufzulösen.

Thematisch stellt der Marketing Analytics Summit damit eine gute Zusammenfassung zu aktuellen Themen (Bsp.: Pandemie, Datenschutz und DSGVO im weitesten Sinne) und Dauerbrennern wie von Christian Ebernickel vorgestellt dar. Wer hier qualitativen Input erwartet hat, wurde nicht enttäuscht.

Digitale Konferenz und trotzdem nicht allein

Die große Frage, die sich jetzt noch stellt: Wie wird eine so große Konferenz in diesen aktuellen Zeiten umgesetzt und behält sie trotzdem ihre Attraktivität? Die erste Antwort ist im oberen Abschnitt bereits beschrieben: spannende Speaker, Themen und das nicht nur in Einzelfällen, sondern über die gesamte Dauer hinweg.

Weitere Punkte sind hier die technisch saubere Umsetzung und die Einbindung der Teilnehmenden. Ersteres lief super einfach und ohne Einschränkungen. Man bekam vorab eine E-Mail mit allen Infos und einem Link zum Login. Darüber kam man direkt in die Konferenzlobby, alles war verständlich und die wichtigen Infos auf einen Blick ersichtlich. Die Sessions waren durch wenige Klicks erreichbar. Die Übertragungen waren durchweg sehr gut und es gab keinerlei Unterbrechungen.

Das aktive Einbinden der TeilnehmerInnen ist schon eine größere Herausforderung. Bei einer Präsenzveranstaltung ist es ein Einfaches in einer Kaffeepause oder beim Mittagessen mit anderen ins Gespräch zu kommen, alte Kontakt aufzufrischen oder neue Kontakte zu knüpfen. Dafür hatte sich der Veranstalter eine Art Speeddating-/Networking-Kaffeepause einfallen lassen. Innerhalb der Konferenzoberfläche gab es die Möglichkeit, sich für 5 Minuten eine zufällige andere Person zulosen zu lassen und sich mit dieser in einem Vieraugengespräch über Themen auszutauschen. Voraussetzung war nur Kamera und Mikrofon am eigenen Gerät. Eine weitere Möglichkeit, nicht alleine die Konferenz zu genießen, waren Roundtable-Diskussionen die man aktiv mitgestalten konnte.

Fazit

Spannende Themen und Speaker, ein Programm wo man sehr genau seine thematischen Prioritäten setzen muss und eine technische saubere Umsetzung mit den Möglichkeiten, sich trotz digitaler Durchführung aktiv einzubringen und andere TeilnehmerInnen treffen zu können. Nächstes Jahr hoffentlich wieder von Angesicht zu Angesicht, für dieses Jahr war die Umsetzung inhaltlich und technisch sehr gelungen.

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