Annalena Blau

Tipps fürs Homeoffice: Was echte Online-MarketerInnen empfehlen

Das große C hat den Arbeitsalltag vieler KollegInnen im Online-Marketing grundlegend verändert: Gerade winkt für viele nach der zeitweiligen Rückkehr ins Büro wieder das Homeoffice. Dabei stellt sich erneut die Frage nach einer gesunden Trennung von Arbeits- und Privatleben, dem richtigen Ausgleich und einer guten Selbstorganisation. Tipps gibt es viele, aber welche lassen sich realistisch umsetzen?

Erprobte Homeoffice-Tipps

Für viele von uns stehen erneut mehrere Wochen – oder Monate? – der Arbeit von zu Hause an. Auch wenn das mit Einschränkungen verbunden ist, konnten wir aus der ersten Homeoffice-Phase einiges lernen. Ich habe meine Kolleginnen gefragt, was ihnen wichtig ist, um ihren Arbeitsalltag auch in den eigenen vier Wänden erfolgreich zu organisieren. Dabei sind einige spannende Tipps zusammengekommen, die ich am Ende dieses Artikels für euch zusammengefasst habe. Aber lest erst einmal selbst, was die Projecters in den letzten Monaten gelernt haben.

Laura, Specialist Performance Marketing

Bequemes Sitzen & Bewegte Pausen
Laura ist SEA-Specialist und hat die Corona- und Homeoffice-Zeit mit einem Umzug begonnen. Ihr sind vor allem ein gut ausgestatteter Arbeitsplatz und regelmäßige Bewegung wichtig:

„Ich habe auch bedingt durch unseren Umzug an diversen Orten gesessen und gearbeitet (Couch, Küchentisch, Bett) aber ein ordentlicher Tisch und ein höhenverstellbarer Stuhl sind super wichtig für mich. So kann ich Nackenverspannungen und Spannungskopfschmerzen gut vorbeugen.

Auch Bewegung ist mir wichtiger geworden. Zu Beginn der Homeoffice-Zeit schaffte ich nicht selten nur 100 bis 200 Schritte am Tag (Bett, Toilette, Kühlschrank, Tisch, Kühlschrank, Bett). Da ich so gut wie keinen Sport treibe, sind kleine Spaziergänge in der Mittagspause jetzt Pflicht, um in Bewegung zu kommen und frische Luft zu schnappen. So kann ich energiegeladen in die zweite Tageshälfte starten!“

Lisa, Trainee Content & Creative

Ein ausgeklügeltes To-Do-System
Lisa ist Trainee im Content & Creative-Team und musste ihr Homeoffice mehrmals umverlegen, da sie ebenfalls in Umzügen steckte. Um trotzdem perfekt organisiert zu sein, legt sie besonderen Wert auf ihre Tagesstruktur:

„Ich habe aktuell nur mein Schlafzimmer auch als Arbeitszimmer zur Verfügung und kann Arbeit und Privates daher nicht wirklich trennen. Deshalb habe ich ziemlich schnell für mich erkannt, dass ich unbedingt eine geregelte Struktur brauche:

Dafür mache ich mir jeden Tag, entweder am Abend oder direkt am Morgen eine To-Do-Liste. Ich kategorisiere meine Aufgaben nach Prio 1, 2 und 3. Prio 1 wird entsprechend zuerst erledigt, dann 2, dann 3.

Sollte ich eine Aufgabe auf meiner Liste an dem Tag nicht schaffen (was leider oft vorkommt, weil ich mir tendenziell zu viel vornehme), dann rutscht diese Aufgabe am Tag darauf automatisch eine Prio höher.

Außerdem schreibe ich auf meine Listen nicht nur To-Dos für die Arbeit, sondern auch Termine wie Arztbesuche oder Freizeitaktivitäten, wie ein Treffen mit meiner besten Freundin. Dadurch versuche ich automatisch auch ein bisschen auf die Work-Life-Balance zu achten.

Jede Kategorie hat bei mir eine Farbe: Alles, was die Arbeit betrifft, ist blau, alles, was meine Bachelorarbeit betrifft grün, Termine sind orange etc. Das heißt, ich kennzeichne die To-Dos auf meiner Liste immer mit einem Textmarker in der jeweiligen Farbe, damit ich auch sofort auf einen Blick erkenne, was für den jeweiligen Tag ansteht und wie sich meine Zeit auf die einzelnen Bereiche verteilt. Was außerdem wichtig ist: Überlegen, wie lange die einzelnen Aufgaben dauern und immer einen zeitlichen Puffer einplanen!

Und noch ein wichtiger Tipp: Wenn ich Feierabend mache, räume ich meinen Schreibtisch danach immer auf. So ist alles fertig für den nächsten Tag und eine körperliche Aufgabe wie Aufräumen hilft dem Körper dabei, auch innerlich Ordnung zu schaffen und Ruhe zu finden.“

Werkstudentin Content & Creative

Grenzen ziehen
Mara ist Werkstudentin und schafft sich ganz bewusst eine Trennung von Arbeit und Privatem:

„Da ich kein gesondertes Arbeitszimmer habe, verstaue ich alles, was mit Arbeit zu tun hat, in einem Schrank, sobald mein Feierabend begonnen hat. Ganz nach dem Motto: ‚Aus den Augen, aus dem Sinn.‘ Das hilft mir, Arbeits- und Privatsphäre gut voneinander zu trennen.“

Specialist Performance Marketing & Nachhaltigkeitsmanagment

Abstand vom Bildschirm
Pia ist Performance-Specialist und verantwortlich für das Nachhaltigkeitsmanagement. Sie hat in ihrem Ehrenamt einen guten Ausgleich zur Arbeit im Homeoffice gefunden:

„Mir hilft es, wenn ich abends noch mal vor die Tür komme. Was mich raus treibt, ist mein Ehrenamt im Tierheim – ich gehe dort mit Hunden spazieren. Also zwei bis drei Mal die Woche rauf aufs Fahrrad und dann noch ein langer Spaziergang. Das pustet einem den Kopf nach der vielen Bildschirmzeit ordentlich durch und man kommt automatisch auf andere Gedanken.

Ansonsten achte ich aber auch darauf, dass ich nach dem Feierabend nicht mehr allzu sehr auf Bildschirme schaue. Malen, Nähen, Kochen oder natürlich Putzen sind dann mit einem guten Podcast meine Abschalthilfen.“

Becca, Trainee Online Marketing

Ordnung und Denkpausen
Becca ist SEA-Trainee und braucht Ordnung für einen produktiven Alltag im Homeoffice:

„Am Ende des Tages räume ich immer meinen Arbeitstisch auf. Damit schalte ich gedanklich von der Arbeit ab. Ich finde, man sollte aber auch akzeptieren, dass der Tagesablauf im Homeoffice einfach anders ist als im Büro. Ich mache öfter Pause, arbeite dafür ein bisschen länger. Man arbeitet auch im Büro nicht acht Stunden komplett in Stille und ohne Unterbrechung oder Störung.“

Hanna, Werkstudentin PSW und Performance Marketing

Körper & Geist im Einklang
Hanna ist Werkstudentin und freut sich bei der Arbeit zu Hause über alles, was auch dem Körper guttut:

„Zwischen der Projecter-Arbeit und Masterarbeit lege ich meistens, wenn nicht sogar immer, irgendeine körperliche Aktivität an: sei es eine kleine Yoga-Runde mit YouTube zuhause, Joggen im Park oder auch nur ein kurzer Gang zum Supermarkt, um den Naschvorrat aufzufüllen.

Außerdem habe ich noch eine Sache neulich für mich entdeckt: Sich auch im Homeoffice so anziehen, als würde man ins Büro kommen bzw. in die Bibliothek gehen, anstelle den ganzen Tag in einer Gammelhose am PC zu hocken. Allein das Outfit versetzt mich also in den Arbeitsmodus.“

Ulrike, Team Lead People & Operations & Assistentin der Geschäftsführung

Balance ist alles
Ulrike ist Team Lead des People- & Operations-Teams, Assistentin der Geschäftsführung und Mutter zweier Kinder. Sie hat einige Strategien in petto, um ihren Arbeitsalltag mit dem Familienleben in Einklang zu bringen.

„Ich lege mir selbst eine feste Zeit für meinen Arbeitsbeginn fest und mache ab dann auch nichts mehr im Haushalt. Auch wenn die Wäsche darauf wartet gelegt zu werden und der Geschirrspüler noch nicht leergeräumt ist.

Ich habe zum Glück die Möglichkeit, einen separaten Arbeitsbereich zu haben. Das ermöglicht sowohl mir als auch meinem Mann und den Kindern die Trennung zwischen Arbeitsleben und Privatleben. Am Anfang stand immer noch alles auf dem Küchentisch, aber auch wenn es nervig war, habe ich alles nach Feierabend immer komplett aus dem Sichtbereich geräumt.

Ich finde es schwierig, bei der Arbeit im Homeoffice den Cut zu ‚Ich mache jetzt Feierabend‘ zu finden. Was mir ganz gut hilft, ist, die Kinder zu ihrer üblichen Zeit aus Schule und Kindergarten abzuholen. Dazu muss ich sowieso vom Schreibtisch aufstehen und der kurze Weg zu Fuß hilft manchmal schon aus, um in eine Art Feierabendgefühl zu kommen.

So schön es ist, im Homeoffice arbeiten zu können, schätze ich es doch sehr, mindestens ein Mal in der Woche ins Büro zu fahren. Auch wenn es mehr Aufwand ist, denn ich muss meinen Rechner, meine Unterlagen, USB-Hub, Netzteil, Headset auch immer mit dabeihaben. Doch der Austausch mit meinem Team, wenn auch selten und auf Distanz, tut einfach gut.“

4 Regeln für das Überleben im Homeoffice

1. Richtet euch einen dezidierten Arbeitsplatz ein.

2. Behaltet eine Routine bei.

3. Macht Feierabend – und zwar wirklich!

4. Sucht euch einen regelmäßigen Ausgleich.

Alles in allem können wir dankbar sein, dass uns das Homeoffice aktuell als Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Nehmt euch also die Zeit, herauszufinden, welche Methoden und Herangehensweisen euch im Alltag weiterbringen. Seid nicht zu hart zu euch selbst – auch im Büro sind wir, wie Becca sagt, nicht dauerhaft zu 100 Prozent produktiv. Wenn ihr mehr zu einer gesunden Arbeitseinstellung auch in schwierigen Zeiten lesen möchtet, schaut euch gern diesen Artikel an. Dabei sind sowohl die Akzeptanz unserer veränderten Lebenssituation als auch ein entspannter Umgang mit der eigenen Unsicherheit wichtig, um sich auf Neues und eine positive Entwicklung einzulassen. Wir lernen jeden Tag dazu – und sollten öfter stolz auf uns sein.

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