Anja Halbauer

SEA Auslese Juni 2021

Herzlich Willkommen zu den SEA News zur Jahresmitte. Diesen Monat mit Video Action Campaigns, dem nagelneuen Ads Creative Studio, einem Update zum Microsoft Audience Network und dem neuen Google Partners Badge. Viel Spaß beim Lesen!

YouTube – Video Action Campaigns

TrueView for Action Campaigns werden Anfang 2022 in Video Action Campaigns umgewandelt. Bis zum 30. September 2021 können noch neue TVfA-Kampagnen erstellt werden, bestehende Kampagnen werden bis Anfang nächsten Jahres weiterlaufen.

Laut Google führen Video Action Campaigns zu 20% mehr Conversions pro Dollar im Vergleich zu TVfA. Darüber hinaus können die Anzeigen mehr Flächen und Formate nutzen.

Für diesen neuen Kampagnentyp ist ab sofort auch der Optimierungsfaktor verfügbar.

Grafik YouTube Video Action Campaigns
Quelle: Google

Außerdem werden bis Ende Juni alle Video-Aktionskampagnen und Discovery-Kampagnen mit Zielgruppenerweiterung automatisch auf „optimierte Ausrichtung“ umgestellt.

Ein weiteres YouTube Update gibt es für die Erweiterungen für Ähnliche Videos: Diese sind nun weltweit ausgerollt. Werbetreibende können damit in der mobilen YouTube App unter ihrer Videoanzeige eine Liste mit zwei bis fünf ähnlichen Videos einblenden. Diese sollen potentielle KundInnen zum Interagieren mit weiteren Creatives des Advertisers anregen. 

Neues Ads Creative Studio

Google hat für Ende Juli für Display- und Video-360-NutzerInnen ein zentrales Ads Creative Studio für Display-, YouTube- und Audio-Anzeigen angekündigt. Das Tool dient als Asset Management Hub, das die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Medien- und Kreativteams vereinfachen soll. Im September wird die Beta-Version dann für ausgewählte YouTube-Ads-Kundinnen und Kunden verfügbar sein.

Screenshot neues Google Ads Creative Studio
Quelle: Google

Google erschwert Android App Tracking

Google arbeitet weiterhin an dem App Tracking für Android Apps, um auch hier den Datenschutz für die User zu verbessern.

Das Thema wird jetzt Stück für Stück an die EntwicklerInnen der Apps weitergeben, so dass zum Ende das Jahres eine Umstellung spürbar wird und an der Transparenz durch die EntwicklerInnen gearbeitet werden kann. Im Vergleich zu Apple wird Google allerdings die NutzerInnen darauf hinweisen, dass sie aus-opten können. Auch eine Löschung der Daten nach Deinstallation soll dann wohl möglich sein.

Beta zum Ausgleich von Conversion-Verlusten durch Cookie-Banner

Neue Empfehlung zur Verwendung der Beta „Einwilligungsmodus„: Wie in unserer SEA Auslese im Mai bereits berichtet, können nun mit der Conversion-Modellierung Conversion-Lücken geschlossen werden, die durch die fehlende Nutzereinwilligung verloren gehen. Dazu ist eine Anpassung der Google-Tags im Google Tag Manager nötig. Bei der Beurteilung der Daten ist dann allerdings zu beachten, dass diese durch die Modellierung bzw. Schätzung schwammig sein könnten. 

Screenshot Google Ads Beta zum Ausgleich von Conversion-Verlusten durch Cookie-Banner
Quelle: Google Ads

Richtlinien für Masthead Ad angepasst

Alkohol, Glücksspiele, politische Inhalte und verschreibungspflichtige Medikamente dürfen nicht mehr über Masthead Ads auf YouTube beworben werden.

Nachdem Trump während den Wahlen 2020 die Mastheads für drei Tage lang exklusiv buchte, änderte Google bereits die Möglichkeit, Masthead Ads nicht mehr tageweise, sondern auch nach bestimmten Zielgruppen auszurichten. Das obige Themen nicht mehr beworben werden dürfen, ist nun ein weiterer Schritt zu einer besseren Nutzererfahrung.

Neue Google-Merchant-Center-Richtlinie

Ab dem 01.09.2021 straft Google HändlerInnen ab, deren Webseiten „ungenaue Produktverfügbarkeiten“ aufweisen. Kommt es zwischen der Produkt-Landingpage und dem Checkout zu uneinheitlichen Verfügbarkeiten, sprich, das Produkt ist an der Kasse plötzlich nicht mehr vorrätig, dann kann es zu einer Kontowarnung oder sogar zur Kontosperrung kommen. Die Thematik tritt beispielsweise auf, wenn Produkte für den User-Standort nicht vorrätig sind (IP-Detection), wenn sie nicht zur angegebene Adresse des Users geschickt werden können oder wenn sie im Verkaufsland nur in bestimmten Regionen verfügbar sind. Abhilfe bieten hier die regionalen Preis- und Verfügbarkeitsdaten

Vereinheitlichte Display-Kampagnen 

Zukünftig wird nicht mehr zwischen smarten und manuellen Display-Kampagnen unterschieden. Die Funktionen von smarten Display-Kampagnen sind jetzt Bestandteil einer vereinheitlichten Display-Kampagne. Diese nutzt die optimierte Ausrichtung, welche durch zusätzliche Zielgruppensegmente die manuell ausgewählten Zielgruppen ergänzt und letztendlich die Leistung der Kampagne steigert. Es bleibt spannend, ob demnächst auch die Standard-Shopping-Kampagnen mit den smarten Shopping-Kampagnen zusammengelegt werden.

Screenshot Vereinheitlichte Display-Kampagnen  von Google Ads
Quelle: Google Ads

FAQ zu Performance Max Campaigns

Google hat vor Kurzem weitere Rollouts für Performance-Max-Kampagnen angekündigt.  

Dies hat das Search Engine Journal zum Anlass genommen und all das gesammelte Wissen rund um Performance Max in einem Artikel mit uns geteilt. 

Zusammenfassend lieferte der neue Kampagnentyp, welcher in Search, Display, YouTube, Gmail und Discovery ausgeliefert wird, deutlich bessere Ergebnisse im Vergleich zu Non-Brand-Search- und Display-Kampagnen. Negativ aufgefallen sind, wie bei vielen komplett automatisierten Kampagnentypen, die Reporting-Möglichkeiten: Es gibt zum aktuellen Zeitpunkt keine Auswertungen zu Zielgruppen, Keywords, Geräten und Asset Groups (Anzeigen). Auf dem Google Marketing Livestream wurde Besserung hinsichtlich der Reporting-Transparenz versprochen – wir können also nur hoffen, dass sich Google das User-Feedback zu Herzen nimmt und uns zukünftig in die Blackbox schauen lässt. 

Regeln für Conversion-Werte

Damit lassen sich Conversion-Werte so anpassen, dass die relativen Werte auf Grundlage bestimmter Bedingungen (Standorte, Geräte, Zielgruppen) erfasst werden.

Das heißt, man wählt eine primäre Bedingung aus den Werten Standorte, Geräte oder Zielgruppen aus und legt dann eine Wertanpassung dafür fest.

Screenshot Regeln für Conversion-Werte in Google Ads
Quelle: Google Ads

AAR-Update

Nach und nach streicht Google einzelne “Automatisch angewandte Empfehlungen”, kurz AAR, aus dem Cockpit: „Ausschließendes Keyword hinzufügen“ wird komplett eingestellt und muss ab dem 21.7.21 wieder manuell verwaltet werden. Die AAR-Option „Passende Wortgruppen oder weitgehend passende Varianten von Keywords hinzufügen“ wird durch „Weitgehend passende Varianten von Keywords verwenden“ ersetzt. Das passt zu Googles Plänen, den Einsatz von Keywords mit dem Matchtype “broad” zu pushen.

Außerdem taucht im Empfehlungs-Tab jetzt auch ein Hinweis zu geplanten automatischen Anwendungen des aktuellen Tages auf.

Screenshot Google Ads AAR-Update
Quelle: Google Ads

Neue Kriterien für Google PartnerInnen 

Ab Februar 2022 gilt laut einer Google-Benachrichtigung der neue Google-PartnerInnen-Status. Das neue Logo erhalten die besten drei Prozent der Agenturen. Zu den neuen Kriterien zählen die jährlichen Google-Ads-Ausgaben, die Anzahl der zertifizierten Account Strategists eines Google-Ads-Verwaltungskontos und ein Optimierungsfaktor von mindestens 70%. 

Microsoft Advertising 

Audience Network komplett ausgerollt

Ab sofort sind in Deutschland neben den Display-Erweiterungen in den Suchkampagnen auch ganze Native-Ads-Kampagnen im Audience Network möglich. Microsoft verspricht 4,4 mal mehr Brand Conversions und außerdem eine sichere Werbeumgebung dank IAS-zertifiziertem Inventar, vielfältige Targeting-Möglichkeiten und Microsoft First-Party-Daten. Ein Test lohnt sich auf jeden Fall, da aktuell noch auf günstige Klickpreise aufgrund der Early-Adopter-Phase zu hoffen ist.

Screenshot Native-Ads-Kampagnen im Audience Network von Microsoft Ads
Quelle: Microsoft Advertising

Intelligente Shopping-Kampagnen

Microsoft Advertising hat mal wieder nachgezogen und das Pendant zu Googles Smart Shopping Campaigns gelauncht. Die Intelligenten Shopping-Kampagnen sind aktuell noch nicht in allen Konten und Ländern verfügbar, sollen aber in Kürze komplett ausgerollt werden.

Screenshot Microsoft Ads Intelligente Shopping-Kampagnen
Quelle: Microsoft Advertising

Kurz-News & Leseempfehlungen

Bloofusion hat eine schöne Zusammenfassung relevanter KPI’s erstellt. Zum Einstieg für Azubis und Trainees sicher nicht schlecht: https://blog.bloofusion.de/kpis-fuer-google-ads-kampagnen/

Laut einer Studie zu Fake-News-Webseiten von Search Engine Land finden 48% der Anzeigenauslieferungen auf „False, Misleading, Clickbait-y, and/or Satirical ‘News’ Sources“ statt. Dies zeigt mal wieder, wie wichtig Ausschlusslisten sind und dass Automatisierung (noch) auf uns angewiesen ist.

In drei Schritten zur perfekten digitalen Marketingstrategie: Mit welchen Kampagnen welche Marketingziele erreicht werden, könnt ihr in Googles Marketing Strategy Guide nachlesen.

Die EU-Kommission untersucht Googles Online-Werbetechnologie und hat nun auch ein Kartellverfahren eingeleitet. Es wird geprüft, ob Google eigene Technologiedienste für Online-Anzeigen zu lasten konkurrierender AnbieterInnen, Werbungtreibender und Online-VerlegerInnen bevorzugt hat.
Die Beta des Microsoft Advertising Keyword-Planers ist jetzt in allen Microsoft Advertising Konten verfügbar.

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