SEA-Auslese August 2019

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Während Microsoft und Amazon Ads scheinbar in Urlaubsstimmung waren, hat uns Google mit einer Vielzahl an Neuerungen und Änderungen versorgt. Einige spannende Features sind ins Konto eingezogen, andere wiederum mussten gehen. Die größte Änderung betrifft allerdings die Phrase und Modified Broad Keywords. Mehr dazu gibt es wie gewohnt in unserer SEA Auslese.

Google Ads

Google weicht Phrase und Broad Keywords auf

Letztes Jahr hat Google die Exact Keywords aufgeweicht, jetzt sind Phrase und Modified Broad an der Reihe. Auch diese werden nun mit gleichbedeutenden engen Varianten erweitert. Die Suchintention ist also entscheidend, nicht der genaue Wortlaut.
Google verhindert dabei aber, dass mehrere Keywords, die nun mit einer Suchanfrage übereinstimmen, miteinander konkurrieren. Wenn der Wortlaut einer Suchanfrage mit einem Keyword im Konto übereinstimmt, wird dieses Keyword bevorzugt und nicht eines, welches eine ähnliche Bedeutung hat.
Google erwartet dank dieser Umstellung einen Anstieg der Klicks von 3-4%.

Search Engine Journal hat drei Punkte zusammengefasst, die am besten noch vor den Neuerungen der Keyword-Optionen umgesetzt werden sollten:

  1. Wechsel zu automatisierten Gebotsstrategien
  2. Verwendung eines Non-Last-Click Attributionsmodells
  3. Automatisierte Berichte aufsetzen, um die Performance der Keywords und ihrer ähnlichen Varianten zu überwachen

Wer sich noch intensiver mit dem Thema beschäftigen möchte, wie sich die Einbeziehung ähnlicher Varianten bei Exact, Phrase und Modified Broad Keywords auswirkt, dem sei dieser Artikel von Searchengineland ans Herz gelegt.

Benutzerdefinierte Dimensionen in Google Ads

Ein neues Feature, das einige vielleicht bereits aus Google Analytics kennen, sind benutzerdefinierte Dimensionen. Es befindet sich aktuell noch im Beta-Stadium und ist zu finden unter Tools und Einstellungen > Einrichtung > Benutzerdefinierte Dimensionen.
Die Kampagnen können so z.B. nach Unternehmensbereichen, Produktlinien oder Marken geordnet und daraus einfach Berichte erstellt werden.

Quelle: Google Ads

 

Im Vergleich zu Labels besteht hier der Vorteil, dass auch sekundäre Dimensionen und damit mehrere Informationsebenen hinzugefügt werden können.

Neue Gebotsstrategie verfügbar

Die auf der Google Marketing Live angekündigte Gebotsstrategie „Conversionwert maximieren“ wurde jetzt ausgerollt und ist nun für alle Search-Kampagnen verfügbar. Ziel der Gebotsstrategie ist es, mit einem festen Kampagnenbudget das Maximum an Umsatz zu generieren. Ähnlich wie “Conversions maximieren” eignet sie sich also besonders gut für Kampagnen, die ein eingeschränktes Budget haben.

Bye bye beschleunigte Anzeigenauslieferung

Ab dem 17. September wird in Search- und Shopping-Kampagnen sowie in Kampagnen mit gemeinsamem Budget nur noch die Auslieferungsmethode „Standard“ möglich sein. Am 1. Oktober werden alle Kampagnen mit beschleunigter Auslieferung automatisch umgestellt.
Die Option „Beschleunigt“ wird aber vorerst weiterhin in Display- und Video-Kampagnen verfügbar sein.
Google rät schon lange davon ab, die beschleunigte Auslieferung zu verwenden, da es insbesondere bei Kampagnen mit eingeschränktem Budget zu weniger Klicks ,einem höheren CPC sowie einem schlechteren ROI führen kann.

Änderung bei den eindeutigen Produktkennzeichnung

Ab dem 30.09. treten Änderungen bei den eindeutigen Produktkennzeichnungen in Google Shopping Anzeigen in Kraft. Artikel ohne GTIN werden von da an nicht mehr direkt abgelehnt. Allerdings werden Artikel mit korrekten GTINs priorisiert und bevorzugt ausgespielt. Es werden also die Händler belohnt, die ihre Feeds sauber pflegen und alle notwendigen Werte übergeben.
Wird das Feld “identifier_exists” mit dem Wert “falsch” übergeben, obwohl der Artikel nachweislich eine eindeutige Produktkennzeichnung besitzt, führt das zu einer Ablehnung des Artikels.

Mehr Reichweite für App Kampagnen

Das Inventar von Googles App Kampagnen wird erneut erweitert. Anzeigen werden nun auch im Google Discover Feed, in der mobilen YouTube-Suche und als In-Stream Ads im Displaynetzwerk ausgestrahlt.

Neue Kontenübersicht in Verwaltungskonten

Google Ads hat eine neue Kontenübersicht in MCCs eingeführt, die Visualisierung und Navigation vereinfacht. Zu finden ist sie auf MCC-Ebene unter
Tools und Einstellungen > Einrichtung > Kontenübersicht. Nützlich ist, dass dort auch KPIs wie z.B. Kosten und Conversions direkt in der Strukturübersicht angezeigt werden können.

Quelle: Searchengineland

Verkürzte Darstellung von Textanzeigen

Scheinbar kommt es in letzter Zeit häufiger vor, dass Suchanzeigen bei Google verkürzt angezeigt werden. Sowohl Headlines und Descriptions werden immer häufiger abgeschnitten und mit drei Punkten am Ende versehen. Betroffen sind vor allem mobile Anzeigen ab Position 3 bzw. Anzeigen, die ohne Erweiterungen ausgespielt werden.
In dem Zusammenhang weist Searchengineland darauf hin, dass es sinnvoll sein kann, nicht immer die gesamte maximale Zeichenanzahl zu nutzen, insbesondere da es beim Abschneiden eher um Pixel als um eine bestimmte Zeichenanzahl geht und bei breiteren Zeichen mehr Pixel verwendet werden. Auch Google empfiehlt, die Zeichenzahl von 33 bei einer Zeile nicht zu überschreiten, wenn der Text nicht verkürzt werden soll. Ebenfalls ein spannender Tipp: Wird in der Anzeigenvorschau in Google Ads die vollständige Überschrift angezeigt, gibt Google an, dass die Anzeige vermutlich auch live nicht verkürzt dargestellt wird.

Microsoft Advertising

Zielgruppen auf Kampagnenebene

Wieder eine dieser Funktionen, von denen man dachte, die müsste doch eigentlich schon längst existieren: Die Zielgruppen-Ausrichtung kann jetzt auch auf Kampagnen-Ebene, nicht mehr nur auf Anzeigengruppen-Ebene erfolgen. Das vereinfacht die Verwaltung und ist auch sinnvoll hinsichtlich der teilweise geringeren Datenmengen auf Anzeigengruppenebene.

Amazon Advertising

Updates bei Sponsored Product Ads

In Kampagnen mit automatischer Ausrichtung können ab sofort unterschiedliche Gebote für diese vier Ausrichtungsarten vergeben werden: close match, loose match, substitutes und complements. Oder schön auf Deutsch: genaue Übereinstimmung, entfernte Übereinstimmung, Ersatz und Ergänzungen. Eine spannende Änderung, die dafür sorgt, dass wir deutlich mehr Kontrolle über die automatischen Kampagnen bekommen.
Außerdem gibt es bei der Produktausrichtung die Möglichkeit, Artikel mit oder ohne Prime Versand zu targeten sowie bestimmte Genres bei Büchern und Altersgruppen bei Spielzeugen.

Kurz-News & Leseempfehlungen

Am 9.9.2019 werden Anrufberichte auf Anzeigen oder Erweiterungsebene durch Anrufberichte auf Kontoebene ersetzt. Wenn weiterhin Anrufberichte erfasst werden sollen, muss nichts unternommen werden. Die Umstellung erfolgt automatisch. Deaktiviert werden kann es in den Kontoeinstellungen.

Google testet eine neue Darstellung lokaler Suchergebnisse im Karussell-Format. Dieses beinhaltet neben organischen Ergebnissen zum Swipen auch einen einzigen Anzeigenplatz an oberster Position.

Ab sofort können auf dem „Übersicht“-Tab in Google Ads auch Filter verwendet werden. Damit entwickelt sich dieser Bereich immer mehr zu einem nützlichen Tool, um schnell Veränderungen zu erkennen und sich einen Überblick über die Performance zu verschaffen.

Eine schöne Übersicht zu den Sichtbarkeitsmetriken im Google Suchnetzwerk hat Searchengineland zusammengestellt. Am Ende des Artikels gibt es auch Tipps, wie mit Hilfe dieser Metriken Wachstumschancen identifiziert werden können.

Bloofusion hat einen Einsteiger-Guide zum Thema „Werben auf Amazon“ veröffentlicht. Die wichtigsten Werbeformate werden kurz erklärt und auf die Unterschiede zu Google Ads eingegangen.

YouTube hat die erfolgreichsten Bumper Ads des letzten Jahres gekürt.

AdStage hat einige Learnings aus über 33 Millionen Anzeigenimpressionen and knapp 1 Millionen Klicks bei YouTube geteilt. Folgende Benchmarks sind dabei herausgekommen:

  • CPC: $2.33
  • CPM: $8.00
  • CTR: 0.38%

Während der CPC in den letzten Quartalen nach und nach gesunken ist (in Q2/2018 lag er noch bei $3.73), steigt die Klickrate seit Q1 2019 kontinuierlich an.
Ein Grund dafür sind sicherlich Formate wie TrueView for Action, die die Interaktionsrate bei YouTube erhöhen sollen.

Und passend dazu gibt Searchengineland einige Tipps, wie YouTube auch für Nicht-Videokampagnen genutzt werden kann. Angesprochen werden z.B. verschiedene Displayformate, in denen Videos eingebunden werden können sowie die Nutzung von YouTube-Remarketinglisten.

Rebecca Seidel ist Senior Specialist SEA im Performance-Team von Projecter. Ihr Fokus liegt dabei insbesondere auf den Bereichen Video Advertising, Feedmanagement und Amazon PPC.

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  1. Sehr guter Bericht zum derzeitgen Stand der Online Ads verschiedener Anbieter