SEO Auslese November 2019

Wie die Monate zuvor blieb der November nicht ohne die Bekanntgabe eines neuen Google Core Updates, dieses Mal betrifft es die Optimierung der Suchergebnisse für lokale Suchanfragen. Drei Jahre hat es gedauert, bis der Local Search Algorithm ein neues Update bekommen hat. Des Weiteren könnte eine neue Kennzeichnung im mobilen Chrome Browser zukünftig die Relevanz für Seitenladegeschwindigkeit deutlich verstärken. Viele weitere SEO-Neuigkeiten vom November haben wir für euch zusammengefasst.

News der Suchmaschinen

Mobiler Chrome Browser wird zukünftig langsame und schnelle Webseiten anzeigen

Google hat angekündigt, dass langsame und schnelle Webseiten zukünftig gekennzeichnet werden. Die Nutzer sollen während des Ladens einer Webseite Informationen erhalten, ob diese langsam oder schnell zur Verfügung gestellt wird. Schnelle Webseiten sollen beispielsweise mit einem grünen Ladebalken angezeigt werden (siehe Screenshot rechts) und langsame Webseiten erhalten den Hinweis „Lädt üblicherweise langsam“ (siehe Screenshot links). Während Letzteres auf Nutzer schon abschreckend wirken kann, ist fraglich, ob die Änderung der Farbe des Ladebalkens den mobilen Nutzern überhaupt auffällt.
Die finale Form der Kennzeichnungen steht noch nicht fest. Dass es aber solche eine Kennzeichnung geben wird, ist ziemlich sicher. Aus diesem Grund sollten Website-Betreiber die Optimierung der Website und vor allem der Ladegeschwindigkeit nicht vernachlässigen. Google gab zudem bekannt, dass weitere Kennzeichnungen geplant sind. Eventuell können wir nächstes Jahr mit einem allgemeinen Score für jede Webseite rechnen.

Beispiel für die geplante Kennzeichnung von langsamen und schnellen Webseiten (Quelle: Chromium Blog)

Indexierungsprobleme durch vorübergehende Nutzung des „noindex“ Meta Tags

Google aka Webmaster John Müller rät davon ab, den Indexierungsstatus einer URL häufig zu ändern. Wird eine URL (öfter) vorübergehend auf „noindex“ gesetzt, reduziert Google die Crawling-Häufigkeit dieser URL. Das bedeutet, dass die Webseite von der Suchmaschine erst später gelesen wird. Das führt zu erheblichen Verzögerungen bei der erneuten Indexierung, wenn die Seite wieder auf „index“ gesetzt wird.
Vor allem Online-Shops nutzen gern diesen Wechsel zwischen „index“ und „noindex“, um Kategorieseiten aus den Suchergebnissen verschwinden zu lassen, die vorübergehend keine Produkte in dieser Kategorie anzeigen. Eine bessere Lösung wäre, die Kategorieseite im Index zu belassen und den Besucher zu informieren, dass bald wieder Produkte in dieser Kategorie zu finden sein werden. Des Weiteren kann der Shop-Besitzer dem Besucher verwandte Produkte für ein besseres Shop-Erlebnis anzeigen.

Google veröffentlicht neues Audit-Tool

Vielen SEOs wird Googles Lighthouse bekannt sein. Das Open-Source Tool, das über ein Chrome-Plugin sowie über die Chrome DevTools aufgerufen werden kann, bietet einen super Überblick über den aktuellen Status einer Webseite. Verschiedene Faktoren wie SEO, Ladegeschwindigkeit und Usability werden bewertet und zeigen dem Anwender schnell die größten Potenziale für eine einzelne Webseite auf.
Nun hat Google die Lighthouse Infos sowie weitere Messwerte aus anderen Google Reportings im neuen Tool „Measure“ übersichtlicher dargestellt und mit mehr Informationen zu den einzelnen Messwerten ausgestattet. Die Faktoren werden beispielsweise nach der Einfluss-Stärke für bessere Rankings sortiert. Die Ergebnisse lassen sich ebenfalls herunterladen.

Auszug aus einem Report vom Tool Measure (Quelle: Measure)

News der Suchmaschinen kurz & knapp

Local SEO News

Größtes Local Algorithm Update seit 2016

Im November haben viele Unternehmen mit lokalen Standorten große Ranking-Schwankungen bei Suchbegriffen mit lokaler Intention bemerkt. Viele sprachen von einem anstehenden Update des lokalen Algorithmus. Am 2. Dezember 2019 hat Google dies bestätigt.
2016 rollte Google das letzte Update für den lokalen Algorithmus aus – das Update ist auch unter dem Namen „Possum“ bekannt. Dabei entschied Google, dass der wichtigste lokale Ranking-Faktor der Standort des Nutzers ist. Nach dem Update wurden häufiger Google My Business Einträge zu generischen Suchbegriffen angezeigt, wenn ein lokales Geschäft das Gesuchte anbietet. „Possum“ war also der Startschuss für den mit den Jahren immer stärkeren Einfluss von lokalen Suchergebnissen.
Das neue „Bedlam“ Update hebt die Suchergebnisse noch einmal auf ein höheres Level. Der Google Algorithmus versteht nun auch Synonyme und verwandte, im Kontext stehende Begriffe bei Suchanfragen mit lokaler Intention.

0% Webseite-Traffic über E-Mail und Anzeigen bei lokalen Unternehmen

Die „Google Analytics for Local Business Study” schaute sich die Performance von über 11.000 lokalen Unternehmen (USA, Kanada, Australien, UK) an, um Erkenntnisse zu mobilen Zugriffen, Zugriffsquellen und der allgemeinen Performance zu gewinnen.
Die Studie zeigt, dass im Durchschnitt 414 Webseitenbesuche pro Monat generiert wurden. Unterteilt in Branchen generierten Autohändler, Hotels und Restaurants die meisten Zugriffe.  Interessanter waren die Ergebnisse aufgeteilt nach Marketing-Kanälen. Die Hälfte des Traffics stammte aus Suchmaschinenergebnissen, gefolgt von direkten Zugriffen. E-Mails, Paid-Kanäle (Werbeanzeigen, gesponserte Posts) und Display-Werbung generierten dagegen keinen Traffic.

Durchschnittlicher Traffic-Anteil nach Kanälen von lokalen KMUs (Quelle: Search Engine Land)

Eine eindeutige Erklärung zu finden, ist nicht möglich. Ein Grund könnten die fehlenden Ressourcen sein, um bezahlte Anzeigen zu schalten oder einen regelmäßigen Newsletter verschicken. Die Studie wirft auf jeden Fall viele Fragen zu den digitalen Marketingaktivitäten von KMUs mit lokalen Standorten auf und zeigt, dass der digitale Fortschritt noch nicht überall angekommen ist. ­­

Branchen Insights

Strukturierte Daten nutzen, um Google Actions zu bauen

Google gab bekannt, dass Google Actions nun mit strukturierten Daten gebaut werden können. Somit ist das Thema nicht mehr nur bei den Programmierern angesiedelt, sondern gibt nun auch Marketern die Möglichkeit, Google Assistent Programme zu erstellen. Google Actions sind Funktionen, die durch die Sprachausgabe mit dem Google Assistent ausgelöst werden, wie zum Beispiel: „Hey Google, wie wird das Wetter heute?“.
Search Enginge Land zeigt in einem ausführlichen Artikel, wie strukturierte Daten für Podcasts, FAQs, How-to-Anleitungen, Rezepte und News in Google Actions umgewandelt werden können. Wird ein FAQ-Schema eingesetzt, dann kann das in eine Google Action umgewandelt werden, damit die Antworten laut vorgelesen werden, wenn ein(e) Suchende(r) eine verwandte Sprachabfrage tätigt. How-to-Anleitungen können ebenfalls durch den Google Assistent vorgelesen werden, sobald der Website-Betreiber die Schema-Richtlinien für How-to-Inhalte einhält. Worauf alles zu achten ist, wird in dem Artikel übersichtlich zusammengefasst.
Die Bekanntgabe von Google zeigt mal wieder, wie groß das Potenzial von strukturierten Daten ist. Sie helfen nicht nur Suchmaschinen, die Inhalte auf einer Webseite besser zu verstehen und in Suchergebnissen auf Position 0 zu landen (in Form von bereits angezeigten Antworten zur Suchanfrage), sondern werden für Voice Search zukünftig immer relevanter.

Ex-Googler räumt mit SEO-Mythen auf

Google hasst deine Website, Google Ads hat keinen Einfluss auf SEO und den „Freshness-Bonus“ bei neuen Webseiten gibt es gar nicht. Jeder Marketing-Kanal hat mit Mythen zu kämpfen. Ein Ex-Googler hat sich die zehn größten Mythen herausgesucht und bringt Licht ins Dunkel. Es folgt eine Zusammenfassung der spannendsten Erkenntnisse:

Branchen News kurz & knapp

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Michael
Michael
vor 1 Jahr

Danke für die super Zusammenfassung. Schön, dass mal mit SEO Mythen aufgeräumt werden kann.