Social Media Auslese September 2022

Mit den Collaborative Ads von Meta gehen Marken und Händler*innen demnächst Hand in Hand. Außerdem macht das Unternehmen das Erstellen von Reels noch einfacher und unterstützt Brands und Creator speziell auf Instagram mit neuen Funktionen. TikTok schaut sich einiges bei BeReal ab, während LinkedIn mit einem neuen Ad-Format strahlt und den Fokus ab sofort ebenfalls stärker auf Videoinhalte legt. Das und viele weitere News aus diesem Monat gibt’s für euch wie immer in unserer Social Media Auslese.

Meta

Kollaborative Ads für Marken und Händler*innen

Diese neue Funktion wird Unternehmen, die ihre Produkte bei vielen verschiedenen Händler*innen anbieten, glücklich machen: Mit den Collaborative Ads können Marken und Händler nun auch bei ihren Meta-Anzeigen zusammenarbeiten.

Und so funktioniert das Ganze: Ein*e Händler*in teilt das entsprechende Segment seines Katalogs, der im Commerce Manager hinterlegt ist, mit dem Unternehmen. Das Unternehmen kann dann auf dieses Katalogsegment Anzeigen schalten und so User gezielt zu den jeweiligen Händler*innen weiterleiten. So können z. B. Lebensmittelmarken durch die Schaltung von Ads direkt auf ihre Produkte bei bestimmten Lieferdiensten aufmerksam machen. Indem ein Zwischenschritt bei der Bestellung entfällt, profitieren auch die User davon, denn diese können daraufhin ganz einfach und mit wenigen Klicks bestellen.

Beispiel-Ad zur Brand Akemia Headphones (Quelle: Meta)

Standortkarte für dynamische Ads

Wie es aussieht, hat Meta eine zusätzliche Option für Conversion-Kampagnen aktiviert. Denn nun können statische Karten zu einer dynamischen Anzeige hinzugefügt werden. Hiermit kann den Kund*innen direkt in Carousel Ads angezeigt werden, wo sich der nächste lokale Shop befindet. Die Option könnte einigen bekannt vorkommen, denn eine ähnliche Option gab es bereits in Form von Store Ads. Die Funktion hat allerdings einen Haken: Standortkarten können für individualisierte Platzierungen bei einer benutzerdefinierten Anzeigengestaltung nicht verwendet werden.

Die Option einer Standortkarte in den Carousel-Optimierungen (Quelle: Facebook Business Manager)

Die Carousel-Karte kann in Verbindung mit der Standortkarten-Option auch eine Wegbeschreibung und weitere Informationen anzeigen. Über die Option „Store-Standort“ können Werbetreibende u. a. ihre Informationen, wie die Adressen oder Öffnungszeiten der jeweiligen Stores, verwalten. Meta scheint die Option in immer mehr Werbekonten auszurollen.

Beschreibung zur Standortkarte (Quelle: Facebook Business Manager)

Neue Kampagnenziele im Meta Business Manager vollständig ausgerollt

Mit dem Ziel, optimale Kampagnen-Setups anzubieten, hat Meta die Kampagnenziele von elf auf sechs Ziele reduziert, welche auch als „Outcome-Driven Ad Experiences“ (ODAX) bekannt sind. Nun können Werbetreibende zwischen den Zielen Bekanntheit, Traffic, Interaktionen, Leads, App-Promotion und Umsatz wählen. Die Veränderungen betreffen vor allem Online Marketer, die überwiegend mit Nachrichten, Video Views und Conversion-Kampagnen arbeiten.

It’s all about the Reels

In Facebook und Instagram ist das das Erstellen von Reels ab sofort noch einfacher möglich als zuvor. In den Facebook-Einstellungen können Nutzer*innen nun mit nur einem Klick ihre Videos in Reels umwandeln, welche dann zur Bearbeitung in den Entwürfen bereitstehen.

Auch Instagram setzt den Fokus weiterhin auf den Upload von Reels und testet derzeit die Funktion „Share this story as a reel“, um Inhalte aus den Stories in Sekundenschnelle auch als Video in den Feed zu befördern.

„Liked by creator“

Instagram testet die neue Funktion „Liked by creator“, mit der User direkt sehen können, welcher Kommentar dem Creator gefällt. TikTok-Nutzer*innen ist diese Funktion wieder einmal nicht ganz unbekannt – dort sehen sie schon lange, welche Kommentare von den Creatorn aktiv supportet werden.

Neue Funktionen für Brands und Creator

Viele Dienstleister*innen und Brands werden sich über diese bald verfügbare Instagram-Funktion freuen: Das Unternehmen arbeitet an einem Call-to-Action-Button, mit dem Follower direkt unter dem jeweiligen Post zum nächsten Schritt aufgefordert werden. Sie können somit direkt unter dem Post entscheiden, ob sie beispielsweise neue Informationen per WhatsApp oder Direct Message anfordern oder einen Termin buchen wollen. Das macht die Kontaktaufnahme mit potenziellen Kund*innen noch einfacher.

Auch für Creator wird es demnächst leichter, neue Werbepartnerschaften und somit Kund*innen zu gewinnen. Instagram arbeitet nämlich an noch einem neuen Feature, und zwar an der Erstellung eines Media Kits direkt in der App. Das zeigt potenziellen Kund*innen alle wichtigen Informationen und Links auf einem Blick.

TikTok

Das kommt uns bekannt vor: TikTok Now

Auch TikTok erkennt den Erfolg von BeReal an und zieht nun mit. Das neue Tool „TikTok Now“ ermöglicht die gleichen Funktionen wie die App BeReal: Mit der Front- und der Rückkamera wird ein Moment festgehalten und mit Freund*innen geteilt. Bei TikTok Now sind jedoch nicht nur Fotos, sondern auch kurze Videos möglich – das könnte TikTok Now vielleicht sogar noch etwas interessanter machen. Aber wird es an den Erfolg von BeReal herankommen? Wir werden sehen.

View History

Eine TikTok-Neuerung folgt der nächsten: Bald ist es möglich, zu sehen, wer sich eure letzten TikToks angeschaut hat – und zwar mit dem Einschalten der „Post View History“ in den TikTok-Einstellungen. Diese Funktion wird derzeit noch getestet. Sie könnte von Vorteil für Creator sein, da sich dadurch die Zielgruppen ihrer Posts genauer identifizieren lassen.

TikTok als Suchmaschine

Mittlerweile ist bekannt, dass TikTok vor allem von der Generation Z verstärkt als Suchmaschine genutzt wird. TikTok unterstützt dies natürlich und führt direkt eine neue Änderung ein: Der „Suchen“-Button ist nun noch prominenter auf der Startseite zu finden.

Vorsicht ist jedoch bei den Suchergebnissen selbst geboten: einer NewsGuard-Analyse zu Folge enthält jedes fünfte TikTok-Video Fehlinformationen. Da gibt es also noch einiges zu tun.

LinkedIn

Automatische Untertitel

Videoinhalte scheinen für LinkedIn immer wichtiger zu werden. Das zeigt auch die neue Funktion der „Auto Captions“, also der Erstellung automatischer Untertitel für Videos. Diese Funktion macht es Nutzer*innen nicht nur einfacher, Videoinhalte nun auch unterwegs und ohne Ton anzusehen, sie stärkt auch die Barrierefreiheit. Bisher ist dieses neue Feature jedoch noch in Arbeit und wird nur vereinzelt sowie bisher ausschließlich für englischsprachige Inhalte angeboten.

Ad-Format für eBooks, Fallstudien & Co.

Im September ist das neue und von einigen unserer Kolleg*innen heiß erwartete Document-Ads-Format bei LinkedIn freigeschaltet worden. Das Anzeigenformat war bereits letztes Jahr im Beta-Test für einige User verfügbar und wurde nun vollständig im Kampagnen-Manager ausgerollt. Aber was genau sind Document Ads und welche Vorteile bringen sie mit sich?

Bei dem Format handelt es sich um eine Anzeige, in der Nutzer*innen Dokumente lesen oder herunterladen können ohne die Plattform zu verlassen. Darunter fallen eBooks, Fallstudien, Broschüren, Infografiken, Analyseberichte oder auch Präsentationen.

Dabei können die Werbetreibenden entscheiden, ob sie die Dokumente mit einem LeadGen-Formular – zunächst nur für Mobilgeräte verfügbar – verknüpfen oder ob die User frei auf die Inhalte zugreifen können. Ersteres könnte interessante Leads mit sich bringen, während Letzteres die Möglichkeit bietet, den Bekanntheitsgrad der eigenen Person bzw. der Brand zu steigern. Das Ad-Format wird im Newsfeed der LinkedIn-Mitglieder platziert. Die Inhalte sind für diese somit gut sichtbar und einfach erreichbar.

Und sonst so?

Über den Erfolg der neuen Trend-App BeReal haben wir schon in unserer August-Auslese berichtet. Laut der Financial Times plant die App nun die Einführung von Paid Features, z. B. in Form von Abonnements. Ads sollen laut BeReal jedoch nicht geschaltet werden.

Über den Autor

Clara Steffes
Social Media Redakteurin/Texterin
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