Stefan Elbinger

Mehrfach-Conversions in Google Analytics verhindern

Google Analytics (GA) ist ein großartiges Tracking-Tool, wenn es darum geht, die NutzerInnenbewegungen auf der eigenen Webseite detailliert zu erfassen. Dazu gehört auch die Funktion des Erweiterten E-Commerce-Trackings. Gerade für WebseitenbetreiberInnen, die Produkte über ihr Seite vertreiben, ist diese Funktion eine gute Möglichkeit, mehr Informationen über Bewegungen der NutzerInnen im Online-Shop zu erfahren und den Kaufprozess auswerten zu können.

So gut Google Analytics Daten liefert, so anfällig für Probleme kann es sein. Mehrfach-Transaktionen sind dabei ein Problem, welches die Conversion-Berichte völlig durcheinanderbringt und die Daten stark verfälschen kann. Unter Mehrfach-Transaktionen versteht man die Erfassung einer Transaktion in Tracking-Tools wie GA, obwohl sie bereits zu einem früheren Zeitpunkt erfasst wurde.

Was ist der Grund für Mehrfach-Transaktionen in Google Analytics?

Die Problematik tritt immer dann auf, wenn NutzerInnen die Bestellabschlussseite erneut aufrufen können. Dabei ist wichtig zu unterscheiden, ob das in derselben Session auftritt, in der NutzerInnen den Kauf getätigt haben oder die NutzerInnen später in einer neuen Sitzung die Seite erneut aufrufen.

Befinden sich die NutzerInnen noch in derselben Session, in der auch der Kauf stattfand, filtert Analytics die erneute Transaktion automatisch heraus.

Rufen die NutzerInnen allerdings zu einem späteren Zeitpunkt, also mit einer neuen Sitzung, die Bestellabschlussseite erneut auf, weil sie vielleicht wichtigen Daten aus der Bestellung nachschauen möchten, wird standardmäßig der Tracking Code erneut geladen und die Transaktion landet ein zweites (drittes,…) Mal in GA.

Wie finde ich heraus, ob ich Mehrfach-Transaktionen habe?

Bevor man an die Lösung des Problems geht, möchte man natürlich wissen, ob man überhaupt davon betroffen ist. Diese Frage ist recht einfach zu beantworten, mit einem simplen benutzerdefinierten Bericht erfährt man in wenigen Klicks, ob man von diesem Problem betroffen ist.

Hierfür einfach unter Anpassung → Benutzerdefinierte Berichte einen neuen Bericht nach folgenden Schema erstellen:

Screenshot wie in Google Analytics benutzerdefinierte Berichte erstellt werden können
Abb. 1 benutzerdefinierter Bericht erstellen

Zeigt der Bericht für jede Transaktions-ID jeweils nur eine Transaktion, besteht kein Handlungsbedarf. Werden aber für einzelne Transaktions-IDs mehr als eine Transaktion im Bericht angezeigt, ist dein Tracking von diesem Problem betroffen. Es empfiehlt sich, den Zeitraum für den benutzerdefinierten Bericht nicht zu kurz einzustellen, eventuell rufen die NutzerInnen die Bestellabschlussseite erst nach einigen Tagen erneut auf.

Screenshot von benutzerdefinierten Berichten in Google Analytics
Abb. 2 benutzerdefinierter Bericht

Mögliche Lösungen

Die Möglichkeiten sind recht unterschiedlich und welche Option gewählt wird, hängt von den eigenen Voraussetzungen ab.

  1. Die Bestellabschlussseite ist nur einmal nach der Bestellung für die NutzerInnen aufrufbar. Diese Lösung umgeht technische Änderungen in irgendeiner Form am Tracking. Wenn die NutzerInnen die Seite nur nach der erfolgreichen Bestellung angezeigt bekommt und diese später nicht mehr aufgerufen werden kann, können natürlich auch keine mehrfachen Transaktionen im Analytics einlaufen. Für diese Lösung ist Unterstützung von Seiten der IT nötig.
  2. Beim erneuten Aufruf der Bestellabschlussseite wird der Tracking-Code nicht nochmal ausgespielt. Auch hier ist die Unterstützung der IT nötig, welche die nötige Logik implementiert, damit der Tracking-Code nur beim ersten Mal geladen wird. Beim Einsatz des Google Tag Managers (GTM)[MB1]  darf der Container-Code beim erneuten Aufruf der Dankesseite nicht geladen werden. Dadurch unterbindet man jegliches Tracking, welches über den GTM eingebunden ist.
  3. Eine Cookie-Lösung. Hier wird bei der Bestellung ein Cookie im Browser der NutzerInnen gesetzt, in dem die Transaktions-ID gespeichert wird. Laden die NutzerInnen nun die Bestellabschlussseite neu, wird mit einer Trigger Logik im Google Tag Manager der Inhalt des Cookies ausgelesen und mit der neu übergebenen Transaktions-ID verglichen. Bei Übereinstimmung wird entsprechend der GA-Tag nicht gefeuert, um eine doppelte Transaktion zu verhindern. Diese Lösung ist nur bedingt zu empfehlen, da natürlich Aufrufe der Danke-Seite mit anderen Browsern oder Geräten mit dieser Logik nicht erfasst werden können.
  4. Eine zusätzliche Datalayer-Variable auf der Bestellabschlussseite. Bei der Tracking-Implementierung über den GTM wird für das Erweiterte Ecommerce Tracking mit einem Datalayer gearbeitet. Dieser übergibt, je nach Seitentyp, dynamische Werte hinsichtlich der angesehenen, geklickten und gekauften Produkte. Diese Informationen werden im Tag Manager aufgegriffen und unter anderem für das Google Anaytics Tracking verwendet. Dieser Datalayer muss in den Quellcode der Seite implementiert werden und kann dann mittels GTM natürlich nicht nur für das Analytics Tracking verwendet werden. Neben den Variablen, die für das erweiterte Ecommerce Tracking gefordert werden, können auch zusätzliche Variablen mit Werten übergeben werden. So wird für diese Lösung im Datalayer auf der Bestellabschlussseite eine zusätzliche Variable übergeben, die z.B. mit den Werten „True“ oder „False“ die Information in den GTM übermittelt. Dort wird sie dann für einen Negativ-Trigger verwenden, um das Analytics Tracking auf der Danke-Seite zu unterbinden, wenn die Transaktion bereits durchgeführt wurde. Auch für diese Option ist die Unterstützung der IT notwendig, damit die zusätzliche Variable korrekt „True“ oder „False“ übergibt.
Screenshot eines Negativ-Triggers in Google Analytics
Abb 3 Negativ-Trigger

Eine Lösung sollte umgesetzt werden

Mehrfach-Conversions zu verhindern, ist wichtig. Sie können die Informationen, die im GA gesammelt werden, massiv verfälschen, somit zu falschen Marketingentscheidungen führen und die Daten im GA unbrauchbar machen. Welche der gezeigten Lösung eingesetzt werden, ist individuell zu entscheiden und auch nach den Möglichkeiten der Umsetzbarkeit zu wählen. Wichtig ist aber, dass verhindert wird, dass Conversions mehrfach im Anlalytics erfasst werden. Wir bei Projecter können bei dieser Problematik unterstützend tätig werden. Ganz zum Abschluss noch der Hinweis: Diese Problematik besteht für das Google Ads Conversion Tracking nicht. Solange man hier die Transaktions-ID im Conversion-Tracking-Code mit übermittelt, filtert Ads Mehrfach-Conversions automatisch aus, egal ob sie in derselben oder einer späteren Session stattfinden.

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