SubID-Tracking der Affiliate Netzwerke

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Onlineshops haben es schon lange erkannt, Erfolgsmessung ist enorm wichtig und die Grundlage für Optimierungen und die strategische Ausrichtung. Aber auch für Affiliates ist das Conversion Tracking unabdingbar.
Wieso Conversion Tracking?
Conversion Tracking ermöglicht es, seinen eigenen Traffic auszuwerten und im Anschluss zu optimieren. Über welchen Anbieter werden die meisten Sales generiert? Welche Produkte verkaufen sich am häufigsten? Welche Keywords konvertieren am besten? Fragen, die sich durch ein sauberes Conversion Tracking einfach beantworten lassen. Die Möglichkeiten zur Auswertung sind nahezu unbegrenzt. Auch die Trennung unterschiedlicher Channels lässt sich somit realisieren, beispielsweise die Unterscheidung zwischen SEM– und SEO-Traffic.

Zanox Report mit SubID-Tracking

Zanox Report mit SubID-Tracking

Nutzt man die Möglichkeiten des SubID-Trackings nicht, bewegt man sich im Blindflug. Man kann keine Rückschlüsse darauf ziehen, welche Produkte verkauft wurden, welche Werbeflächen am besten konvertieren oder wie das Kosten-Einnahme-Verhältnis ist. Ein detailliertes Conversion-Tracking als Affiliate ist ohne SubIDs nicht möglich, da dieser Parameter der einzige ist, den man von außen in das System einbringen kann.
Wie erfolgt die Umsetzung bei den einzelnen Netzwerken?
Im Folgenden wird auf alle größeren Netzwerke und ihre Trackingmöglichkeiten eingegangen.
Zanox arbeitet mit dem Parameter „zpar0“ gefolgt vom Linkziel. Die URL sieht dann so aus: http://ad.zanox.com/ppc?XXX&zpar0=[[keyword]] Affilinet setzt den Parameter „subid“ kombiniert mit dem Linkziel ein. Ein Beispiel dafür: http://partners.webmasterplan.com/click.aps?ref=XXX&site=XXX&type=XXX&tnb=XXX&subid=keyword
Webgains stellt für das Tracking den Parameter „clickref“ zur Verfügung. Ein Link sieht dann in etwa so aus: http://track.webgains.com/click.html?…&clickref=keyword
Belboon liefert den Parameter „subidname“. Erweitert um das Linkziel sieht der Link folgendermaßen aus: http://www1.belboon.de/XXX/subidname=keyword
Bei Commission Junction (CJ) kann man einfach den Paramter „SID“ an die URL anhängen: www.XXX.com/XXX?SID=keyword
Tradedoubler realisiert das SubID-Tracking über verschiedene Parameter, abhängig vom Werbemitteltyp:
1. An den Link den Parameter „epi(keyword)“ anhängen: http://impde.tradedoubler.com/imp?pop(over)g(XXXXX)a(XXX)epi(XXX)
2. Den Link um den Parameter „epi=keyword“ erweitern: http://clkde.tradedoubler.com/click?p=XXX&a=XXX&g=XXX&epi=keyword
Bei Superclix und Affiliwelt funktioniert das Tracking genauso wie bei Affilinet (siehe oben).
Wie setzt man SubIDs am besten ein? Die Auswertungsmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt und sollten auf das eigene Geschäftsmodell ausgerichtet werden. Die Frage der Detailtiefe ergibt sich aus dem eigenen Aufwand, den man für das eigene Tracking aufbringen möchte. Es ist auch nicht sinnvoll jedes Werbemittel detailliert zu analysieren. Besonders für Tests innerhalb einer Landingpage sollten Conversion-starke Themen ausgewählt werden, um schnell Ergebnisse zu erhalten. Tests, die über einen zu langen Zeitraum laufen, können durch verschiedene externe Einflüsse beeinträchtigt werden. Auch bei kurzfristigen Tests ist die Beeinflussung möglich, allerdings verhältnismäßig gering. Saisonalitäten und außergewöhnliche Ereignisse sollte immer im Auge behalten werden.
Beispiele für die Umsetzung
Wenn man als Content-Affiliate mehrere Merchants bewirbt, ergibt sich das Tracking automatisch anhand der Partnerschaft im Netzwerk. Das SubID-Tracking kommt erst ins Spiel, wenn man mehrere Angebote eines Merchants bewirbt oder mehrere Werbeflächen auf derselben Landingpage für denselben Merchant nutzt. In diesen beiden Fällen ist es wichtig, das am besten konvertierende Angebot des Merchants oder den besten Werbeplatz zu identifizieren, um Zeit und Geld effektiv einzusetzen. Im ersten Fall ist es sinnvoll, den Produktnamen als SubID zu übergeben. Einige Merchants übergeben eine ProduktID, auch diese kann mit etwas technischer Finesse genutzt werden. Möchte man Werbeplätze gegeneinander testen, kann man den Produktnamen um einen Zusatz für den jeweiligen Werbeplatz erweitern. Beispiele für SubIDs aus dem Erlebnisbereich könnten sein: Braukurs-Berlin-Textlink oder Braukurs-Berlin-Bild.
Ein weiteres Beispiel bezieht sich auf SEM-Affiliates. Man zahlt pro Klick, generierte Provisionen werden aber erst im Nachhinein eingespielt. Daher ist es umso wichtiger die Kosten den Einnahmen gegenüber zu stellen. Wie detailliert man dies tut, ist abhängig von der eigenen Kampagnenstruktur und Zeit. Arbeitet man mit sehr homogenen Anzeigengruppen, was Keywords betrifft, reicht eine SubID pro Anzeigengruppe aus. Bei Traffic-starken Anzeigengruppen sollte man aber auf jeden Fall auf Keywordebene auswerten, zumindest die Keywords mit dem meisten Trafficaufkommen. Sind in einer Anzeigengruppe heterogene Keywords oder bewirbt man aus einer Anzeigengruppe heraus mehrere Produkte, empfiehlt es sich ebenso auf Keywordebene zu tracken. Als SubID kann man den Namen der Anzeigengruppe oder das Keyword an sich übergeben. Natürlich lassen sich auch mehrere Bezeichner übergeben, die z.B. mit einem Bindestrich getrennt werden.
Auswertung über die Netzwerke
Die Auswertung der SubIDs erfolgt über die Statistiken der Netzwerke. In der Regel stellen die einzelnen Netzwerke ähnliche Möglichkeiten zur Analyse zur Verfügung, sodass abgesehen von Feinheiten keine Nachteile in den Auswertungsmöglichkeiten entstehen. Die SubID des geklickten Werbemittels wird übergeben und kann pro Sale ausgewertet werden. Man kann sich die SubIDs also im Netzwerk ansehen, als effizientesten hat es sich allerdings erwiesen, die Sales inklusive SubIDs per CSV oder Excel herunterzuladen. Mittels Pivot-Tabelle lassen sich dann die Umsätze pro SubID zusammenfassen und somit einzelne Werbeplätze oder Keywords auswerten.
Als SEM-Affiliate kann man sich zusätzlich die Kosten der geschalteten Kampagnen herunterladen und den SubIDs gegenüberstellen. Wichtig ist hierbei, dass man den Kosten-Report auf derselben Ebene wie die SubID erstellt. Nutzt man SubIDs auf Keywordebene, benötigt man auch die Kosten auf Keywordebene.
Zuletzt soll noch einmal darauf hingewiesen werden, dass es sich beim SubID-Tracking um eine Art Conversion-Tracking handelt. Die Überprüfung des korrekten Trackings von Klicks oder Impressionen ist nicht Aufgabe des SubID-Trackings, dies kann durch andere technische Varianten gelöst werden, z.B. durch Anbieter von Short-URL-Diensten.
Fazit
Tracken, auswerten, optimieren, mehr Geld verdienen 😉 Im Idealfall sieht so der Prozess zur Optimierung eines Affiliate-Projekts aus, zumindest in vereinfachter Form. Das SubID-Tracking trägt seinen Teil dazu bei und stellt eine wichtige Möglichkeit zur Sammlung und Auswertung von Daten dar. Wie setzt ihr das SubID-Tracking ein oder nutzt ihr alternative Trackingmöglichkeiten?

Affiliate Marketing Agentur


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  1. Ein sehr schöner, ausführlicher und hilfreicher Blogpost zum Thema SubID-Tracking. Als Toolanbieter für PPC-Affiliates und zum Tracking komplexer Affiliate-Kampagnen kann ich ein Lied davon singen, dass das Thema SubID-Tracking nicht immer ganz einfach ist und mal ein bisschen die Komplexität dahinter schildern. 🙂

    Wir weisen jedem Besucher eine individuelle SubID zu, die bei jedem Clickout im jeweiligen Format des Netzwerkes automatisch an den Affiliate-Link angehängt wird. Es wurde oben angesprochen, dass es leider kein einheitliches Format gibt. 🙁 Hier entsteht Aufwand auf unserer Seite, immer den Überblick zu wahren, in welcher Form die Netzwerke das SubID-Tracking in URLs unterstützen. Jedes Netzwerk hat eine andere Linkstruktur. Manche Netzwerke unterstützen nur einen Parameter, andere erlauben mehrere Parameter (z.B. zanox zpar0-zpar4). Bei TradeDoubler kommt dann noch erschwerend hinzu, dass sie unterschiedlichste Tracking-Domains nutzen (impde und clkde sind nicht die einzigen), die wir erkennen müssen.

    Mit dem Übermitteln der SubID hat man als PPC-Affiliate aber noch keine fertigen Reports. Die SubID-Reports aller Netzwerke müssen heruntergeladen werden und den Besuchen bzw. den PPC-Daten zugeordnet werden. Hier kommt die nächste große Hürde: Es gibt keine einheitlichen Reports und Exportformate. Manche Netzwerke exportieren ihre Daten als CSV, andere als XLS, wieder andere stellen einen Webservice zur Verfügung. Wenn man als Affiliate mit mehreren Netzwerken arbeitet, hat man hier viel Arbeit vor sich, wenn man diese Daten alle zusammenfahren möchte, um mal schnelle eine Auswertung zu machen. Und was ist mit den unterschiedlichen Sale-Status? Auch hier verwendet jedes Netzwerk eine eigene Nomenklatur, um zwischen „Offen“, „Bestätigt“ und „Storniert“ zu unterscheiden. Wenn man dann noch international aufgestellt ist und in unterschiedlichen Zeitzonen agiert hat man wirklich sehr viel Spaß. 😉

    Wir haben etliche Importschnittstellen programmiert (die auch gepflegt werden müssen), um an die Affiliate-Netzwerke anzudocken und die Sales und SubID-Daten automatisch und regelmäßig zu importieren (um Sale-Status-Änderungen zu erfassen). Somit können wir die Sales anhand der SubIDs direkt dem Besuch und damit auch der Traffic-Quelle, der Kampagne bzw. bis runter zum Keyword oder der Suchanfrage und deren Kosten zugeordnet. Das ist gerade für PPC-Affiliate hoch interessant, die so ganz genau ihre Kampagnen optimieren und skalieren können, da nicht performante Keywords pausiert oder runter geboten werden und performante Keywords gefördert werden können.

    So, jetzt habe ich einmal die Sicht eines Toolanbieter geschildert bzw. was man für einen Aufwand betreiben muss, um die Daten konsistent zu halten. Das sieht von außen auf den ersten Blick alles sehr einfach auf, es steckt aber viel Arbeit dahinter. 🙂

    BTW: Als PPC-Affiliate würde ich nicht unbedingt meine Keywords als Klartext als SubID übergeben. Sicher ist sicher.

  2. Die Übergabe des Keywords als Klartext als SubID ist halt Vertrauenssache 😉 Aber wenn man als SEM-Affiliate auf kein Tool zurückgreifen kann, lohnt es sich oftmals gar nicht auf Keywordebene zu tracken. Dann muss die Anzeigengruppe ausreichen und daran kann der Merchant wenig ableiten 😉
    Den Aufwand, den du beschrieben hast, könnten die Netzwerke durch Standardardisierung vermeiden. Hat halt jeder seine eigene Lösung entwickelt. Auf das Thema komme ich aber nochmal in einem weiteren Beitrag zu sprechen, der schon in der Pipeline liegt.

  3. „Aber wenn man als SEM-Affiliate auf kein Tool zurückgreifen kann, lohnt es sich oftmals gar nicht auf Keywordebene zu tracken. Dann muss die Anzeigengruppe ausreichen und daran kann der Merchant wenig ableiten.“

    Da stimmt ich Dir vollkommen zu. Ohne Tool wird das Tracking auf Keyword-Ebene schnell zum Overkill.

  4. @Simon – Was meinst du mit: „aber wenn man als SEM-Affiliate auf kein Tool zurückgreifen kann …“?

    Tracking202.com ist eine Free PPC Affiliate Tracking Software, und das ist das mindeste was ein SEM Affiliate haben sollte.

  5. Ich hatte mir das Tool schon mal grob angesehen, mir wurde davon aber abgeraten, ich weiß aber nicht mehr wieso 😉 Hast du damit gute Erfahrungen gemacht?
    Weißt du, wie das Tool technisch funktioniert? Den von Birger beschriebenen Aufwand müssen sie ja auch irgendwie bewältigen und das für Lau? Macht mich skeptisch 😉

    Aber wenn man in Nischen unterwegs ist, kann man vieles ohne Tool erledigen. Bei der geringen Anzahl an Daten auf Keyword- oder Anzeigengruppenebene reicht eine kleine Excel-Auswertung im Monat aus.

  6. Tracking202 ist für den kostenlosen Bereich eine schöne Sache. Sie betreiben aber nicht den Aufwand den wir betreiben (mit Schnittstellen zu den Suchmaschinen und zu den Affiliate-Netzwerken und dem entsprechenden Daten-Import).

    Dafür ist unser Tool aber auch längst nicht kostenlos und damit auch nichts für den kleinen PPC-Affiliate, der im Monat 500€ AdWords-Budget hat. Das ist klar.

    Es gab auch mal eine kostenpflichtige Lösung „Tracking202 Pro“. Diese wurde aber aus mir unbekannten Gründen eingestellt.

  7. das Tool ist super dafür das es kosenlos ist. und mit der self-hosting lösung bleiben deine daten dein.

    du gehst einfach in deinen affiliate account, dlst dir für den Zeitraum X deine conv.-daten und übermittelst diese „manuell“ an das tool.

    auch wenn du in nischen unterwegs bist, brauchst du ja eine auswertung. sonst weißt du ja nie welche keywords gut performen, welche du neu adden kannst und welche du lieber pausieren sollest. meistens bleibt es ja dann nicht bei einer nische sondern bei mehrerern und dann sollte man es auch alles messen meiner meingun nach.

    ich habe keine negativen erfahrungen gemacht und nutze es für meine tägliche arbeit. lg 🙂

  8. Ich denke auch, dass Tracking202 ein super Tool für den Einstieg ist, weil ansonsten betreibt man wirklich Blindflug und das kann im PPC-Bereich schnell teuer sein (kommt auch auf das Thema drauf an).

    Wer allerdings mehr Ansprüche hat und auch Suchanfragen oder Sales auf mehrere Keywords/Suchanfragen verteilen möchte oder einen höheren Automatisierungsgrad wünscht, muss dann zu kostenpflichtigen Tools greifen oder sich selbst etwas schreiben.

  9. Vielen Dank für die Tool-Empfehlung!
    Die Conversiondaten importiere ich manuell und die Adwordsdaten kommen per Schnittestelle oder muss ich die auch manuell importieren? Wenn ja, dann mache ich ja das gleiche wie mit Excel 😉
    Bei mir sind noch ein paar Fragen offen, da werde ich mir das Tool nochmal genauer ansehen, testen und dann berichten 😀

  10. Wenn ich mich recht erinnere, hat Tracking202 keine Schnittstelle zu AdWords, um die Kostendaten zu importieren. Die kostenpflichtige Variante, die es mal gab, konnte das wohl.

    Korrigiert mich, wenn ich falsch liege.

  11. naja klicks zählt tracking202 selbst. kosten errechnet er aus den durchschnittlichen cpc den du für die kampagne hinterlegt hast. die werte kannst du auch immer anpassen. tracking202 ist sicher nicht das nonplus ultra als sem affiliate aber besser als excel und es ist kostenlos. ich nutze auch dc storm, dann aber für größere projekte. kann beide tools empfehlen. dc storm ist eine feine sache. 🙂