13 AdWords Filter und Automatisierungen für Fortgeschrittene und Profis

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Wer sich als blutjunger SEA-Neuling die ersten Sporen an kleinen Kunden mit übersichtlichen Konten verdient, verkennt oftmals die Potentiale der Fokussierung. Spätestens beim ersten ausgewachsenen AdWords Konto, das unzählige Themen, Testballons, PLAs, RLSAs und Display-Kampagnen beinhaltet, fällt die Übersichtlichkeit auch für das geübte Auge schwer. Abhilfe schaffen in diesem Fall Filter und automatische Regeln.

Funktionsweise von automatischen Regeln

Automatische Regeln funktionieren mittels einer Wenn-Dann-Beziehung. Als Resultat können Tagesbudgets verändert, Kampagnen pausiert oder aktiviert sowie E-Mails versendet werden. Alle Regeln führen eine automatische Überprüfung in einem selbst festgelegten Intervall durch. Unter „Bulk Vorgänge“ und „Automatische Regeln“ können alle aktuell im Einsatz befindlichen automatischen Regeln eingesehen werden.

Filter sind – selbstredend – eine reduzierte Darstellung des Kontos anhand verschiedener Kriterien. Neben dem Filtern nach Labeln können nahezu alle Messgrößen einzeln und in Kombination auf allen Konto-Ebenen als Filter-Kriterien verwendet werden. Pro Ebene (Konto, Anzeigengruppe, Keyword, Anzeigen) sind jedoch maximal zehn Filter gestattet.

Filter und Regeln auf Kampagnen-Ebene

  1. E-Mail senden, wenn Shopping Kampagne / Brand Kampagne: Impressionen = 0 ; Häufigkeit täglich; Datenzeitraum Vortag

Brand- und Shopping-Kampagnen kennzeichnen sich durch eine sehr hohe Reichweite und sollten daher nie 0 Impressionen innerhalb von 24 Stunden aufweisen. Insbesondere bei Shopping-Kampagnen kann diese Benachrichtigung ein praktischer Hinweis auf schwerwiegende Fehler im Feed sein.

  1. E-Mail senden, wenn alle aktiven Kampagnen: Klicks = 0; Häufigkeit wöchentlich; Datenzeitraum letzte Woche

Auch Kampagnen mit wenig Reichweite sollten zumindest einen Klick innerhalb der letzten sieben Tage erzielen. Andernfalls ist von sehr unpräzisem Targeting, zu niedrigen Geboten oder Konfigurationsfehlern auszugehen.

  1. Kampagne pausieren, wenn alle aktiven Kampagnen: Conversions = 0 & Klicks > 2*Zielwert; Häufigkeit monatlich; Datenzeitraum letzter Monat

Sollte eine Kampagne im vergangenen Monat mit der doppelten Anzahl an Klicks im Vergleich zum Zielwert (Klickzahl, welche zum durchschnittlichen CPC den Ziel-CPA erreichbar macht) keine Conversion erzielt haben, dann ist die Sinnhaftigkeit der weiteren Aktivität stark anzuzweifeln. Insbesondere die Klickgrenze (bei kleinen Konten) und die Frequenz (wöchentlich bei großen Konten) sollte individuell festgelegt werden. Unter „Bulk-Vorgänge“ kann zudem die Änderung gut nachvollzogen werden.

  1. E-Mail senden, wenn alle aktiven Kampagnen: Conversion > 0 & Klicks > 200 & Umsatz/Kosten < 0,5*Zielwert

Kampagnen mit diesen Eigenschaften sollten nicht direkt pausiert werden, da oftmals auch ein Potential zu rentablen Conversions besteht. Insbesondere sollten unrentable Anzeigengruppen und Keywords pausiert, Gebote verringert und allgemeine Themen eingegrenzt werden, um die Rentabilität zu steigern.

  1. Filter: Kampagnenname enthält nicht Brand

Ein einfacher, aber wichtiger Filter, der einen groben Performance-Überblick ohne Verfälschungen durch die Brand-Kampagne liefert.

  1. Filter: Zeitraum letzte 30 Tage; Vergleich mit gleicher Zeitraum Vorjahr; Kosten > 1/100 Gesamtspending & Veränderung Conversion < -30%

Durch diesen Filter wird ersichtlich, welche relevanten Kampagnen (mindestens 1% Spending) im vergangenen Monat im Vergleich zum Vorjahr um mindestens 30 Prozent weniger Conversions verzeichnet haben. Dies kann unter anderem an einem Nachfragerückgang, gestiegener Konkurrenz und geringeren Geboten aus Effizienzgründen liegen.

  1. Filter: Zeitraum letzte 30 Tage; Vergleich mit gleichem Zeitraum Vorjahr; Conversions > 1% der Gesamt-Conversions & Veränderung CPC < -20%

Kampagnen, welche bei dieser Einstellung angezeigt werden, könnten im Optimierungsprozess zu stark heruntergeregelt wurden sein. Hier sollte eine Erhöhung der Gebote erwogen werden.

Filter und Regeln auf Anzeigengruppen-Ebene

  1. Alle aktivierten Anzeigengruppen pausieren, sobald Conversion = 0 & Klicks = 1/(Conversionratendurchschnitt*0,25); Häufigkeit monatlich; Datenzeitraum letzte 90 Tage

Sollten Anzeigengruppen noch keine Conversions verzeichnen und selbst bei einer zukünftigen Conversion die Conversionrate bei einem Viertel des Kontodurchschnitts liegen, dann sollte die Anzeigengruppe pausiert werden. Vorsicht ist bei dieser Automation geboten, sofern Branding-Kampagnen im Display laufen. Diese können ggf. eine schlechtere Performance aufweisen. Dies kann über die Einschränkung Kampagnentyp ausgesteuert werden.

  1. Anzeigengruppen-Standard-CPC ändern, wenn Umsatz/Kosten > 2*Zielwert & Pos. > 2,9; Häufigkeit monatlich; Datenzeitraum letzter Monat

Anzeigengruppen, welche eine sehr gute Performance liefern, jedoch eine schwache Anzeigenposition besitzen, werden durch diese Regel stetig besser positioniert. Dies funktioniert auf Anzeigengruppen-Ebene jedoch nur, solange die entsprechenden Gebote nicht auf Keyword-Ebene geregelt werden. Ist dies der Fall, sollte die Regel auf Keyword-Ebene umgesetzt werden. Die Anpassung sollte iterativ um 10-15% erfolgen.

Filter und Regeln auf Keyword- und Anzeigen-Ebene

  1. E-Mail senden, wenn Status Gebot unter Seite 1 & Conv. > 0 & Qualitätsfaktor > 5; Häufigkeit monatlich; Zeitraum letzter Monat

Keywords, die trotz gutem Qualitätsfaktor und Conversions auf der zweiten Seite dargestellt werden, offenbaren häufig Potentiale zur Umsatzsteigerung. Daher sollte geprüft werden, ob der CPC erhöht werden kann. Auf eine direkte Justierung des CPCs wird verzichtet, sofern die CPCs primär auf Anzeigengruppen-Ebene geregelt werden.

  1. Filter: Qualitätsfaktor < 4 und Klicks > 10

Die entsprechenden Keywords sollten in jedem Fall überprüft werden. Der schwache Qualitätsfaktor weist auf fälschliche Formulierungen in der Anzeige, eine schlechte Zielseitenerfahrung oder ein irrelevantes Keyword hin. Entsprechend der Diagnose sollten Anpassungen getätigt werden.

  1. Filter: Anzeigen filtern, die CTR < 0,25*CTR-Durchschnitt Suche & Klicks > 20 & Kampagnentyp Suche

Anzeigen, die eine sehr schlechte Klickrate aufweisen, sind oft unrentabel, selbst wenn Conversions entstehen. Daher sollte vor allem die Relevanz des Anzeigentextes überprüft und die Anzeigenschaltung im Zweifel eingestellt werden.

  1. Anzeigen aktivieren, wenn Label gleich Aktion; Häufigkeit einmal; Zeitraum gleicher Tag

Über automatische Regeln können Aktionen komfortabel vorbereitet und entsprechende Aktionskampagnen aktiviert werden. Mit der Automation „Anzeigen pausieren“ können die Aktionstexte anschließend auch wieder pausiert werden.

 

Übersicht der 13 Adwords-Filter

 

Fazit

Die 13 vorgestellten Filter und Automatisierungen stellen nur einen kleinen Ausschnitt der Möglichkeiten von Google AdWords dar. Vor allem bei großen Konten sollte kein AdWords Manager auf diese Funktionen verzichten, um die eigene Optimierungsarbeit zu priorisieren. Selbstverständlich kommen im Arbeitsalltag eine noch größere Auswahl von Filtern und Automatisierungen zum Einsatz. Jedoch muss auch der beste Filter oder die geschickteste Automatisierung immer an den Einzelfall angepasst werden.

Welche Filter und Automatisierungen verwendet ihr im AdWords Interface?

Steffen unterstützt seit November 2012 das Projecter-Team. Ihn verschlug es bereits 2007 im Zuge seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften nach Leipzig. Über ein Auslandsstudium im Marketing und die Google Online Marketing Challenge war der Weg zum Online Marketing bei Projecter nicht weit.

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