Automatisierte Regeln in AdWords einrichten

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AdWords bietet komplexe Möglichkeiten der Anzeigenschaltung. Schon bei kleinen Kunden kann die Kampagnenstruktur sehr feingliedrig sein, ist aber für SEA-Experten noch überschaubar und einfach zu optimieren. Was aber tun, wenn der Kunde größer und das Konto aufgrund seiner Komplexität nicht mehr zu überschauen ist? Hier können automatisierte Regeln in AdWords eine große Hilfe sein. So können beispielsweise Gebote für Keywords, deren Klickrate unter 2,5% liegt und deren durchschnittliche Position unter 3 fällt, um 10% automatisch erhöht werden. Oder saisonale Kampagnen werden mit Hilfe von Lables an einem bestimmten Tag aktiviert bzw. pausiert.

Automatisierte Regeln ermöglichen es also, geplante Änderungen im AdWords-Konto automatisch durchzuführen und E-Mail-Benachrichtigungen zu erhalten, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Wie ihr solche Regeln ganz leicht einrichtet, verwaltet und auf welchen Ebenen sie anwendbar sind, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Automatisierte Regeln anlegen

Die automatisierten Regeln können in der neuen AdWords-Oberfläche jeweils auf den Ebenen Kampagne, Anzeigengruppe und Keyword erstellt werden. Die Auswahl „Automatisierte Regeln erstellen“ ist unter dem Menüpunkt „Weitere Optionen“ zu finden (siehe Bild links). Unter dem Navigationspunkt „Tools, Abrechnung, Einstellungen“ (Maulschlüssel-Symbol) findet ihr den Punkt „Regeln“ (siehe Bild rechts), der zur Verwaltungsseite der Regeln führt. Hier könnt ihr ebenfalls Regeln für alle Ebenen erstellen.

Regeln in der neuen AdWords Oberfläche erstellen

Eine Regel zu erstellen ist sehr simpel, da sich die Einstellungsmöglichkeiten immer auf folgende Punkte beziehen:

  • Entscheidung, für welche Kampagnen die Regel gelten soll.
  • Bedingung(en) festlegen.
  • Zeitplan und
  • Benachrichtigungseinstellungen auswählen.

Bei Anzeigengruppen und Keywords, für die die Gebote geändert werden können, muss zusätzlich noch eine Aktion (Gebot erhöhen/ senken/ festlegen usw.) ausgewählt werden.

Beispielsweise sollen die Gebote für Keywords mit mindestens einer Conversion, deren durchschnittliche Position schlechter als 3 und die Klickrate kleiner als 2% ist, um 10% erhöht werden. Die Einstellungen für diese Regel wird im folgenden Screenshot dargestellt:

AdWords-Regel an einem Beispiel erklärt

Auswahl an Regeln für jede Ebene

Egal ob bei Kampagnen, Anzeigen, Keywords oder Anzeigengruppen – auf allen Ebenen lassen sich Regeln zum Aktivieren oder Pausieren der jeweiligen Elemente sowie zur E-Mail-Benachrichtigung festlegen. Darüber hinaus wird für jede Ebene noch eine weitere Automatisierung angeboten, wie es in der unteren Grafik abgebildet ist.

Somit bietet AdWords eine Palette an Möglichkeiten, die für das eigene Konto nützlich sein können. Doch bei der Verwendung dieser solltet ihr euch Gedanken über die richtigen Einstellungen machen, damit keine unerwünschten Nebeneffekte eintreten. Im Folgenden haben wir einzelne Hinweise zu den Aktionen aufgelistet:

Aktion „Statusanpassung“:

  • Pausierte Anzeigen/ Kampagnen reaktivieren sich nicht automatisch.
  • Zusätzliche Regel sind notwendig, um pausierte Anzeigen/ Kampagnen wieder zu aktivieren.

Aktion „Gebotsanpassung“:

  • Mindest- & Höchstgrenze festlegen, um zu hohe Kosten oder starke Rückgänge zu vermeiden.
  • Wenn Gebote auf Basis von Conversions angepasst werden, dann lange Betrachtungszeiträume wählen, um nachgelagerte Conversions einzubeziehen.

Aktion „Budgetanpassung“:

  • Abwägen, ob eine langfristige Automatisierung sinnvoll ist.
  • Mindest- & Höchstgrenze festlegen, um zu hohe Kosten oder starke Rückgänge zu vermeiden.
  • Bei Änderungen: Auswirkungen regelmäßig prüfen.

Allgemeine Hinweise für die Nutzung von Regeln

Neben den Tipps zu den einzelnen Aktionen haben wir weitere Hinweise für euch, die ihr beim Einsatz von Regeln berücksichtigen solltet:

  • Regeln, die denselben Datensatz betreffen, an unterschiedlichen Tageszeiten festlegen, um Änderungskonflikte zu vermeiden.
  • Bei täglichen Gebotsanpassungen können hohe Kosten entstehen, wenn keine Höchstgrenze festgelegt wurde.
  • Mehr als nur eine Anforderung/ Bedingung festlegen, um Wechselwirkungen zu berücksichtigen.
  • Vorschau nutzen.
  • Neue Regeln testen, bevor regelmäßiger Einsatz umgesetzt wird.
  • Trends berücksichtigen (Wochenend-Peaks), indem mehrere kombinierte Regeln verwendet werden.
  • Einheitlicher Zeitraum für Häufigkeit und Messung wählen (Beispiel: Gebot wöchentlich erhöhen, wenn Position der letzte 7 Tage unter 3 war)

Mit diesen Hinweisen seid ihr bestens gewappnet, um wirksame AdWords-Regeln zu erstellen. Wie die Anwendungen zeigen, sparen automatisierte Regeln Zeit und verringern den Arbeitsaufwand bei der Optimierung von Kampagnen. Zudem könnt ihr manuelle Änderungen, die regelmäßig durchgeführt werden müssen, mit Regeln umsetzen. Dennoch sollte man sich nicht blind auf die Automatisierung verlassen und die Füße hochlegen. Einzelne Entwicklungen im Konto solltet ihr weiterhin beobachten, analysieren und durch manuelle Anpassungen kontrollieren.

Nico ist seit April 2016 Teil des Projecter Teams. Erst als Praktikant, dann als Werkstudent und nun als Trainee unterstützt er die Bereiche SEO, SEA und Google Analytics.

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