Bing Ads vs. Google AdWords

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Bing Ads wird von vielen Werbetreibenden noch immer stiefmütterlich behandelt, da die Bing-Suchmaschine vermeintlich eine zu geringe Reichweite aufweist. Dabei bietet die Werbeplattform durchaus Potentiale und sollte von jedem Unternehmen zumindest einmal getestet werden. Denn: Mit Google AdWords werden noch lange nicht alle Internetnutzer erreicht. Manche User verwenden Google aus Prinzip nicht, andere ändern ganz einfach die standardmäßig eingestellte Suchmaschine auf ihren Microsoft Produkten nicht. Der Marktanteil beträgt derzeit ca. 10 %, was sich im Vergleich zu Google gering anhört, aber in der Tat eine enorme Steigerung darstellt: Seit 2009 hat sich der Anteil Bing’s am Suchmaschinenmarkt vervierfacht.

Laut comScore Plan Metrix verfügen Bing-Nutzer in der Regel über eine deutlich höhere Kaufkraft als der Durchschnitt der Internetnutzergemeinschaft. Das durchschnittliche Alter variiert von Branche zu Branche, wird von Bing selbst aber zwischen 35 und 64 Jahren angegeben.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Google AdWords und Bing Ads unterschieden sich auf den ersten Blick kaum, weisen sie doch eine große optische und funktionale Ähnlichkeit auf:

Bing Ads in der Suchmaschine

Beispiel: Bing Ads

Google Ads in der Suchmaschine

Beispiel: Google Ads

Auch die Werbe-Interfaces ähneln sich im Aufbau. AdWords-Neuerungen werden meist kurze Zeit später von Bing Ads mit anderer Bezeichnung übernommen. Nachfolgend ein kurzer Ausschnitt zu den verschiedenen Begrifflichkeiten, die doch das gleiche meinen:

Verschiedenen Begrifflichkeiten bei Google Adwords und Bing Ads

Vorteile Bing Ads

  • Grundsätzlich bieten Bing Ads ein besseres Preis-/Leistungsverhältnis, denn Kampagnen sind meist günstiger als bei Google AdWords. Der Grund dafür ist die geringere Konkurrenz, welche zu günstigeren CPC’s, einer höheren Position und damit zu höheren Klickraten führt. Werbetreibende können also zusätzliche Conversions zu niedrigeren Preisen erzielen.
  • Außerdem können Funktionen wie Erweiterte Textanzeigen, App Install Ads, Anzeigenerweiterungen, Targeting Tools, Remarketing und Shopping-Kampagnen eingesetzt werden. Letztere sind seit Mai 2016 in Deutschland verfügbar.
  • Außerdem existieren auf Bing noch die Sidebar Ads, die Google Anfang des Jahres abgeschafft hat.

Um den Start zu vereinfachen, können vorhandene AdWords-Kampagnen mit wenig Aufwand in die Bing Ads Plattform importiert werden:

bing ads

Danach sollte man die Einstellungen aber unbedingt überprüfen und ggf. korrigieren, da beispielsweise Gebotsstrategien bei Bing Ads einer anderen Logik folgen. Die Ziel-CPA-Strategie existiert hier zum Beispiel nicht und wird beim Bing-Import auch nicht erkannt. So kann ein AdWords-Ziel-CPA von 50 € schnell zu einem Bing-CPC-Gebot von 50 € werden.

Nachteile Bing Ads

  • Bulk-Änderungen mit dem Bing Ads Editor sind deutlich umständlicher umzusetzen als im AdWords Editor.
  • Display Ads können nicht über die Bing Ads Plattform erstellt oder verwaltet werden.
  • Es existieren weniger Gebotsstrategien.
  • Anzeigen werden ungeachtet der Spracheinstellungen im Browser ausgespielt. Die Anzeigenschaltung richtet sich also nach dem Zielland: In Deutschland werden nur deutsche Anzeigen ausgespielt und in Spanien beispielsweise nur spanische ec.
  • Das Interface hat lange Ladezeiten
  • Der Support ist unbeständig und lässt im Vergleich zu AdWords zu Wünschen übrig.
  • Häufig wird der Bing Ads Conversion Tag mit einer verlangsamten Ladezeit der Webseite in Verbindung gebracht.

Google AdWords punktet im Gegensatz dazu mit Schnelligkeit und mehr Funktionen, wie beispielsweise mehr Anzeigenerweiterungen. Der größte Vorteil liegt ganz klar bei der hohen Reichweite des Such- und Display-Netzwerkes.

Fazit

Bing Ads außer Acht zu lassen, wäre verschwendetes Potential. Der Kanal sollte im Suchmaschinenmarketing nicht fehlen, da er neue Zielgruppenpotentiale und Wettbewerbsvorteile durch günstige CPC’s und geringer Konkurrenz bietet.

Wenn das Bing-Set-Up steht, sollten die Anzeigen mit dem selben Budget und den selben Geboten wie bei AdWords für einige Zeit laufen, um danach entscheiden zu können, welche Plattform für das eigene Unternehmen am besten geeignet ist. Kosten und Performance sollten dabei stets im Auge behalten werden.

Anja unterstützt seit März 2016 das Projecter-Team als Account Managerin für die Kanäle SEA und Media Buying. Neben Google Adwords kümmert sie sich um Display Kampagnen im Branding und Performance Bereich.

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  1. Hallo Anja,

    auch mir fällt auf, dass auf immer mehr Rechnern Bing genutzt wird. Vermutlich hast du recht. Nach Betriebssytem-Updates wird Bing einfach als Suchmaschine beibehalten. Zumindest bei IE-Nutzern.

    Dieser Artikel ist ein guter Anlass, mir Bing genauer anzusehen. Danke für die hilfreichen Überlegungen.

    Grüsse
    Jan