SEA Auslese Dezember 2021

2021 war das Jahr, in dem uns Microsoft Advertising – einst das kleine, unauffällige Geschwisterchen von Google Ads – zunehmend einen Namen für sich machte und Respekt als eigenständige Werbe-Plattform gewann. Auch als das Jahr sich dem Ende zuneigte und die Sektkorken knallten, war das nicht anders. Während Google von Bugs geplagt wurde und dem Interface einen Facelift gönnte, strebte Microsoft nach einem neuen, nachhaltigen Image. Mehr dazu in unserer Dezember-Auslese.

Kanalübergreifend

TTDSG – was es für SEA bedeutet

Pünktlich zum 01.12. trat das TTDSG in Kraft. Dieses Gesetz überführt viele Elemente der bereits existierenden e-Privacy-Richtlinie der europäischen Union ins nationale Recht. Der Kern dieses Gesetzes ist das Opt-In-Prinzip. Einfach gesagt: Cookies dürfen Werbetreibende erst setzten, nachdem sie die explizite Einwilligung der NutzerInnen eingeholt haben. Was ihr für eure Kampagnen bedenken müsst, hat unser Kollege und Head of PSW Johannes für euch kurz und knackig in einem Blogbeitrag zusammengefasst. Schaut rein!

Google

Richtlinien

Neue Richtlinie für politische Werbung

In Dezember kündigte Google eine Verschärfung der Richtlinie für politische Werbung an, die ab Februar in Kraft tritt. Die Regelung betrifft sowohl, wer politische Werbung schalten darf, als auch welche Inhalte zulässig sind.

Bisher war eine Verifizierung nötig, um politische Inhalten bewerben zu können. Ausgenommen von dieser Regelung waren Werbetreibende, die Produkte, Dienstleistungen oder Nachrichten bewarben. Google will diese Ausnahme jetzt abschaffen und eine Verifizierung von allen Werbetreibenden verlangen, die politische Werbung schalten.

Außerdem rückt die Location der Werbetreibenden stärker in den Fokus. Werbetreibende dürfen ab Februar politische Werbung nur in dem Land schalten, in dem sie wohnen. Diese Regelung gilt selbst, wenn der Inhalt der Anzeigen eine Wahl in einem anderen Land betrifft.

Shopping

Neuer Sichtbarkeitsbericht im Merchant Center

Mit einer neuen Beta liefert Google Insights in die Performance von Shopping-Anzeigen und kostenlosen Listings gegenüber den WettbewerberInnen. Zunächst nur in den USA verfügbar, liefert dieser Bericht Auskunft über die Sichtbarkeit im Vergleich zur Konkurrenz, Überschneidungsraten der Anzeigen mit den Anzeigen des Wettbewerbs und zum Anteil der Impressionen oberhalb des Wettbewerbs. Den Bericht finden man unter dem Leistungs-Tab in Merchant Center.

Neue Darstellungen im Google Ads Interface

Uns ist im vergangenen Monat mehrmals aufgefallen, dass Google an der Darstellung im Interface werkelt. Hier eine Zusammenfassung der Änderungen:

Screenshot Google Ads Conversion Zielvorhaben zur Verbesserung der Kampagnenleistung
Bildquelle: Google-Ads-Konto

Benutzterdefinierten Spalten werden aufgefrischt

Es ist eine der größten Herausforderung des Agenturgeschäfts, sich flexibel an die Bedürfnisse der einzelnen KundInnen anzupassen. Aus diesem Grund wurde eine Auffrischung der benutzerdefinierten Spalten mit Freude begrüßt.

In den kommenden Wochen werden NutzerInnen bei der Erstellung von einer benutzerdefinierten Spalte neue Metriken auswählen können, unter anderem „Anteil an Impressionen im Such-/ Displaynetzwerk“ und Anruf-Metriken, sowie nicht-metrische Spalten wie “Kampagnenname” und “Budget”. Außerdem kommen neue Funktionen dazu, so dass man mehr Möglichkeiten hat, die Daten aufzubereiten. Wer noch nicht weiß, was er oder sie mit so viel Freiheit macht, wird eventuell die von Google bereitgestellten Beispiel-Formeln hilfreich finden.

Dies ist für uns eine sehr wichtige Neuerung, weil sie uns einen echten Mehrwert liefern wird: mehr Zeit. Wir werden jetzt die Flexibilität haben, KPIs jenseits der herkömmlichen Performance KPIs zu definieren und diese einfach im Blick zu behalten, ohne Daten herunterladen und aufbereiten zu müssen.

Neue Features

Bilderweiterungen auch für Desktop

Mit einer Erneuerung der Bildanzeigen will Google diesen Erweiterungstyp mehr in den Fokus rücken. Zum Einen werden die Erweiterungen nicht nur auf mobilen Geräten, sondern auch auf dem Desktop angezeigt.

Google habe, so räumte das Unternehmen in einem Blogartikel ein, Feedback von Werbetreibenden bekommen, nach dem die hohen Anforderungen für Bildmaterial als Hürde diente, auf diese Erweiterungsart zu setzen.

Nun möchte Google die Hürden senken. Zukünftig werden Werbetreibende Bilderweiterungen aus einer Stockfoto-Bibliothek auswählen können, wenn sie über keine eigene verfügen. Darüber hinaus werden dynamische Bilderweiterungen in allen Sprachen ausgerollt.

Screenshot Google Ads Bilderweiterungen auch für Desktop
Bildquelle: Google Ads Blog

Zusätzliche Features im Insights-Tab

Anfang des Monats rollte Google spannende neue Segmente im Insights-Tab aus. Hier unsere Highlights:

Screenshot Google Ads Change History Insights
Bildquelle: Google Ads Blog

Leistungsplaner: Prognosen für das gesamte Konto erstellen

Manchmal wünscht man sich als Online-Marketer eine Glaskugel…aber das zweitbeste Tool, womit man in die Zukunft blicken kann, ist zweifelsohne der Google Leistungsplaner. Bisher konnte man nur von dem Leistungsplaner profitieren, wenn die Kampagnen groß genug waren und genug Daten vorhanden waren.

Seit dem neuen Update kann man allerdings jetzt Prognosen auch für Kampagnen erstellen, die für den Leistungsplaner bisher nicht in Frage kamen, indem man die bisherige Leistung berücksichtigt oder manuelle Prognose für die Kampagnen erstellt.

Hier eine Übersicht der anderen neuen Features:

Prozess-Optimierung

Vereinfachter Prozess für die Erstellung von Kampagnen-Tests?

Eine große Kritik an den Kampagnen-Tests in Google Ads ist, dass die Erstellung zu kompliziert und zeitaufwändig ist, weil man zuerst einen Entwurf anlegen muss, bevor man die Testkampagnen veröffentlichen kann. Aber das könnte sich bald ändern, denn es gab in letzter Zeit vermehrt Signale, dass Google die Einstellung des „Entwurf“-Schritts testet. Bei manchen Konten ist eine neue „Test“-Seite erschienen, in der man Tests ohne Entwurf erstellen können soll. Bis jetzt hat Google nicht preisgegeben, ob dieser Test weiter ausgerollt wird.

Asset Library in Google Ads verfügbar

In einem geschlossenen Beta können einige Werbetreibende jetzt auf die Creative Studio Asset Library direkt im Ads-Interface zugreifen. Diese Neuerung sollte den Workflow beim Hochladen von neuen Bild-Assets verbessern, denn Assets können nach dem Hochladen in mehreren Kampagnen angewandt werden. 

Automatisierung

Anzeigenerweiterung-Empfehlungen können nicht mehr automatisch angewandt werden

In Dezember erreichte uns die Meldung, dass wieder einige AARs eingestellt werden. Zuletzt im September wurden mehrere Optionen aus den automatisch angewandten Empfehlungen entfernt (wir berichteten in unserer September Auslese). Seit dem 03.01. werden die folgenden Empfehlungen nicht mehr automatisch angewandt, sondern müssen manuell verwaltet werden:

Die Änderungen erfolgen automatisch.

YouTube

Nicht überspringbare Ads länger als 15 Sekunden?

Zwischen den Feiertagen entdeckte unsere KollegIn Beatrix etwas Seltsames auf YouTube. Scheinbar testet Google die Akzeptanz von nicht-überspringbaren Anzeigen mit einer Länge von mehr als 15 Sekunden. Beim Aufruf eines Musik-Videos wurde Beatrix eine Zweieinhalb-Minuten-Anzeige ausgespielt, beim Neuaufruf eine 50-Sekunden lange Version derselben Anzeige. Erst beim zweiten Neuaufrufen bekam sie schließlich einen normalen 15-Sekünder. Aus unseren bisherigen Erfahrung sind wir als Team skeptisch, ob solche langen Anzeigen wirksam sind oder ob die NutzerInnen nicht eher davon genervt werden und dadurch einen negativen Eindruck von den Werbetreibenden bekommen.

Screenshot YouTube Nicht überspringbare Ads länger als 15 Sekunden?
 Bildquelle: YouTube

Microsoft

Neue „Marketing mit Purpose“-Attributen eingeführt

Bereits in September wurde „Marketing mit Purpose“ gelauncht, eine Initiative, durch die Unternehmen einfacher ihre Werte kommunizieren können. Dies geschieht in Form eines Attributs, das als Teil der Anzeige erscheint.

So können Unternehmen wichtige Merkmale, z.B. „nachhaltig“, „vegan“, „LGBTQI+-freundlich“ oder „Im Besitz von einer Minorität“ mit den KundInnen teilen, die wiederum die Werte der Werbetreibenden besser durchblicken können. Im Dezember kamen noch vier neue Attribute dazu: „Asian-owned“, „Latin-owned“, „Women-owned“ und „Diabetiker-freundlich“.

Hinsichtlich der immer wichtigeren Rolle, die „Purpose“ im Marketing spielt, verstehen wir, was Microsoft mit dieser Initiativen bewirken will. Allerdings sehen wir die Tatsache kritisch, dass Werbetreibende selber die Attribute auswählen können und wir fragen uns, ob und wie diese Angaben geprüft werden können.

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Bing goes Öko: „Ethical Shopping Hub“ in UK gelauncht

Bing möchte mit einem neuen Produkt öko-freundliches Einkaufen unter UK-KonsumentInnen fördern, so eine Ankündigung des Unternehmens. In einem Tab können NutzerInnen eine Auswahl an ökologischen, upcycelten oder Fairtrade.Produkten durchstöbern. Zunächst auf Mode-Artikel beschränkt, möchte Bing in Zukunft in mehr Kategorien expandieren und im zweiten Quartal in den USA launchen. Die Zulassungskriterien für die beworbenen Produkten werden von “Good on You” festgelegt – eine Organisation, die Produkte anhand ihre Auswirkung auf Menschen, Tieren und der Umwelt bewertet.

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